Für viele Rennradfahrerinnen und -fahrer ist es neuerdings eine Wonne, über scheinbar ungeeigneten Untergrund zu poltern: Kopfsteinpflaster, kaputter Asphalt, Schotterstraßen, Waldwege. In der Marketingsprache der Fahrradbranche heißt das “Allroad”, in der Praxis ist es wohl schlicht die Flucht vor nervendem Straßenverkehr.
Abseits gut geteerter Hauptstraßen sind Autos rar und das Naturerlebnis nah, das bringt vielen Freizeitsportlern mehr Lebensqualität als stoisches Training auf möglichst glattem Asphalt. Dass sich immer mehr Rennradler auch ins Gelände trauen, liegt nicht nur an der massenhaften Verbreitung von Gravelbikes, die sich auch - oder vor allem - im Gelände wohlfühlen.
Komfortspendende Rahmen, immer breitere und tubeless, also ohne Schlauch, montierte Reifen machen es auch mit Straßenrädern möglich, den festen Boden öfter mal zu verlassen, ohne gleich eine Panne oder einen Bandscheibenvorfall zu riskieren. Wer wenigstens die Hälfte Asphalt unter die Räder nimmt, bewertet die oft stark profilierten Gravelreifen eventuell als zu breit und zu langsam.
Für gelegentliche Ausflüge in die Botanik reichen 30- oder 32-Millimeter-Reifen, was schon an vielen Endurance-Rädern üblich ist und sich auf der Straße noch nach Rennrad anfühlt.
Breite Felgen als Alleskönner
Wer sich an den Empfehlungen der Reifenhersteller zur passenden Felgenbreite orientiert, landet mit diesem Anspruch bei gut 20 Millimetern Innenmaß. Auch wer am Gravelbike je nach Einsatz oder Saison zwischen Straßen- und Geländereifen wechseln will, findet hierin den idealen Kompromiss.
Denn darauf passen schnelle 28-Millimeter-Straßenreifen ohne Einschränkungen, und auch für einen 50er-Stollenreifen ist das nicht zu schmal. Das Problem: Während viele neue Carbonfelgen längst dieses Innenmaß aufweisen oder sogar noch breiter sind, kommen preiswerte Alu-Laufräder fürs Rennrad häufig noch mit nicht mehr zeitgemäßen 17 Millimeter Breite - optimiert für 25er-Rennradpneus.
Dezidierte Gelände-Laufräder sind mit 24 Millimetern oder mehr dagegen meist zu breit für Straßenreifen. TOUR hat den Markt abgesucht nach passenden und preiswerten Laufrädern um 500 Euro.
Die Gratwanderung zwischen Straße und Schotter ist für viele die neue Art, Rennrad zu fahren. Sieben Kandidaten konnten unserer Einladung trotz der weiterhin angespannten Liefersituation folgen, darunter große Hersteller wie DT Swiss, Mavic oder Shimano, aber auch kleinere Anbieter wie Aerycs und Leeze.
Im Kurztest geht es um Gewicht, Steifigkeit und Beschleunigung; der Rundlauf nach einem Überlastungstest ist außerdem ein Indiz dafür, ob die Laufräder robust bleiben oder bei hartem Einsatz ständig nachzentriert werden müssen.
Tubeless-taugliche Rennrad-Laufräder
Die Laufräder im Testfeld sind allesamt Tubeless-tauglich und auch fürs Gelände ausgelegt - so zumindest das Versprechen der Hersteller. Mavic und Fulcrum weisen einen geschlossenen Felgenboden auf, was im Hinblick auf Tubeless-Reifen ein Vorteil ist: Das Felgenband, mit dem die anderen Hersteller ihre Felgen abdichten, ist ein zusätzlicher Quell für Defekte.
Die Innenbreite der Felgen liegt mit einer Ausnahme bei 22 Millimetern; nur Fulcrum stellt ein Straßen-Laufrad mit 19 Millimeter Innenmaß, weil das Gravel-Pendant mit 24 Millimeter für unseren Anspruch grenzwertig breit ausfällt. Konzeptionell lässt das Budget den Herstellern sichtbar wenig Spielraum.
Flache Alu-Felgen und meist 24 klassische Messer-Stahlspeichen prägen das Bild; nur Fulcrum und Leeze kommen mit je drei Speichen weniger aus. So vergleichbar die Konzepte, so ähnlich Gewichte - mit wenigen Ausnahmen. Überraschend leicht ist das Leeze, das etwa 200 Gramm pro Satz gegenüber dem Durchschnitt und gar 400 Gramm gegenüber dem schwersten Modell von Ritchey spart.
Schaut man sich die anderen mechanischen Werte an, wird aber klar, dass auch das ein Kompromiss ist; die Laufräder sind nicht sehr seitensteif, für schwere Fahrer daher nicht zu empfehlen. Umgekehrt können die schwersten Laufräder hier punkten: Die relativ schweren Räder von Mavic und Ritchey erweisen sich als die stabilsten.
Den besten Kompromiss aus beiden Disziplinen schafft DT Swiss. Auch die Rundlaufmessung nach dem Überlastversuch zeigt, dass die Schweizer Spezialisten ihr Handwerk verstehen. Es wird damit knapper, aber verdienter Testsieger vor dem ausgewogenen Aerycs und dem robusten Ritchey.
Das DT-Swiss-Laufrad ist auch das mit dem höchsten zulässigen Systemgewicht, also auch für Radreisende mit Gepäck eine Option - selbst wenn es hin und wieder über Stock und Stein gehen sollte.
Rennrad-Laufräder - So testet TOUR
- Mechanische Eigenschaften: Gewichte und Steifigkeiten werden im TOUR-Labor erfasst.
- Rundlauf: Wird nach einer Überlastprüfung mit 300 Newton Seitenlast gemessen.
- Beschleunigung: Die Massenverteilung der Laufräder wird mit einem Trägheitsmessgerät bestimmt und mit dem Gewicht verrechnet zur notwendigen Energie, um beide Laufräder von 0 auf 30 km/h zu beschleunigen.
Sieben Rennrad-Laufräder mit breiten Felgen um 500 Euro im Test
Im Folgenden werden die getesteten Laufräder detailliert vorgestellt:
Aerycs Alutrek
- Preis pro Satz: 579 Euro
- Varianten: Shimano, Campagnolo, Campagnolo N3W, SRAM XDR
- Lieferumfang: Felgenband, Tubeless-Ventile, Dichtmilch
- Garantie, Sonstiges: 3 Jahre, Crash Replacement
- Fahrergewichtslimit: 120 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 26 x 24 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 761 / 893 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 51 / 46 N/mm
- Gesamtnote: 2,9
- Fazit: Sauber aufgebauter Satz mit Naben und Messerspeichen von DT Swiss. Breite Felge für Reifen ab 30 Millimeter. Viele Optionen, darunter auch eine 27,5-Zoll-Variante.
DT Swiss CR 1600 Spline
- Preis pro Satz: 559 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR
- Lieferumfang: Felgenband, Tubeless-Ventile
- Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
- Fahrergewichtslimit: 130 Kilogramm Systemgewicht
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 25 x 23 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 795 / 945 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 53 / 47 N/mm
- Gesamtnote: 2,8 und ist damit TOUR-Testsieger
- Fazit: Stabiler Laufräder mit hohem zulässigem Fahrergewicht. Hochwertige Naben, breite Felge für Gravel- und Crossbereifung, aber auch für Straßenreifen ab 30 Millimeter.
Fulcrum Racing 3
- Preis pro Satz: 642 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR, Campagnolo
- Lieferumfang: Tubeless-Ventile
- Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
- Fahrergewichtslimit: 109 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 21 / 21
- Felge B x H / Innenbreite: 24 x 28 / 19 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 776 / 883 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 49 / 44 N/mm
- Gesamtnote: 3,1
- Fazit: Straßenlaufrad mit relativ schmaler Felge, die sich noch für Gravelreifen um 40 Millimeter eignet. Steifigkeit trotz wenig Speichen okay, wer mit Gepäck fährt, sollte das Gewichtslimit beachten.
Leeze AC 25 Allroad
- Preis pro Satz: 599 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR, Campagnolo, Campagnolo N3W
- Lieferumfang: Felgenband
- Garantie, Sonstiges: 2 Jahre, Crash Replacement
- Fahrergewichtslimit: 110 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 21 / 21
- Felge B x H / Innenbreite: 26 x 25 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 667 / 775 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 38 / 32 N/mm
- Gesamtnote: 3,2
- Fazit: Sehr leichter Laufradsatz mit hochwertigen Sapim-CX-Ray-Speichen und breiter, leichter Felge. Die Steifigkeiten sind unterm Durchschnitt, daher eher was für leichte Fahrer. Optional mit Keramiklagern.
Mavic Allroad S
- Preis pro Satz: 490 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR, Campagnolo, Campagnolo N3W
- Lieferumfang: Tubeless-Ventile
- Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
- Fahrergewichtslimit: 120 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 25 x 21 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 836 / 981 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 56 / 42 N/mm
- Gesamtnote: 3,1
- Fazit: Schwerer, aber fahrstabiler Laufradsatz mit hoher Gewichtsfreigabe. Geschlossene Tubeless-Felge ohne Felgenband. Adapter für Schnellspanner und 15-mm-Achsen als Zubehör erhältlich.
Ritchey Comp Zeta Disc
- Preis pro Satz: 426 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR
- Lieferumfang: Felgenband
- Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
- Fahrergewichtslimit: 110 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 25 x 23 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 847 / 1000 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 55 / 48 N/mm
- Gesamtnote: 2,9
- Fazit: Preiswert, aber kein Leichtgewicht. Hohe Nabenflansche und stabile Speichen bringen Steifigkeit. Mit klassischen DT-Swiss-Speichen leicht zu reparieren. Nur für 6-Loch-Bremsscheiben!
Shimano GRX WH-RX570
- Preis pro Satz: 610 Euro
- Varianten: Shimano
- Lieferumfang: Felgenband, Tubeless-Ventile
- Garantie, Sonstiges: 2 Jahre
- Fahrergewichtslimit: k. A.
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 26 x 22 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 786 / 956 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 48 / 41 N/mm
- Gesamtnote: 3,1
- Fazit: Einfaches Laufrad aus Shimanos Gravel-Gruppe mit durchschnittlichen Werten.
Laufräder für Felgenbremsen im Test
Die Tage der guten alten Felgenbremse scheinen gezählt. Im aktuellen Angebot der Radhersteller und, wichtiger noch, bei der Produktentwicklung übernimmt die Scheibenbremse immer häufiger die tragende Rolle - Räder und Komponenten, die exklusiv auf das Zusammenspiel mit Felgenbremsen ausgerichtet sind, werden seltener.
Noch bieten viele Hersteller ihre Produkte zwar für Scheiben- und Felgenbremsen an, bei kompletten Neuentwicklungen heißt es indes immer häufiger: disc only.
"Im Nachrüstmarkt sind Felgenbrems-Laufräder immer noch ein großes Thema", betont jedoch Christian Brumen, Category Manager Dropbar bei Rose. Und Freunde der klassischen Radverzögerung müssen nicht verzagen: Wer dem eigenen Felgenbrems-Renner mit neuen Laufrädern frischen Schwung verleihen will, findet derzeit noch eine große Auswahl an Produkten.
20 Modelle hat ROADBIKE für diesen Artikel in Labor und Praxis getestet - in drei Preiskategorien: um 600 Euro, um 1000 Euro und um 2000 Euro.
Testfeld und Entwicklung
Das Testfeld setzt sich aus alten Bekannten und Newcomern zusammen, wobei eins auffällt: Neu entwickelte Felgenbrems-Laufräder in den beiden günstigeren Preiskategorien waren nicht zu kriegen - hier findet offenbar keine Entwicklung mehr statt. Also wurden für die Preisbereiche um 600 und um 1000 Euro bekannte und teils schon länger am Markt befindliche Modelle getestet.
Wenn überhaupt noch wirklich neue Laufradmodelle für Felgenbremsen auf den Markt kommen, geschieht dies offenbar "nur" noch im im hochpreisigen Sektor. Und selbst da wird nicht alles komplett neu entwickelt, sondern adaptiert: "Felgenbrems-Laufräder profitieren von den technischen Erkenntnissen und Fortschritten aus der Disc-Laufradentwicklung", erklärt Alex Gebert, Produktmanager bei Giant.
Aero-Optimierung, Carbon-Speichen, Hookless-Felgen - all das übernimmt zum Beispiel der getestete Cadex-Laufradsatz von seinem Schwesterprodukt für Scheibenbremsen.
Zwar wird manchem überzeugten Felgenbrems-Fan das Herz bluten angesichts der Tatsache, dass Felgenbrems-Laufräder den Herstellern nur noch in Ausnahmefällen die Entwicklungskosten wert sind, hervorragende Produkte findet er/sie trotzdem noch.
Interessanter Nebeneffekt der vorliegenden, 20 Produkte umfassenden Leistungsschau verschiedener Preisklassen: Auf einen Blick lässt sich erkennen, wie und wo sich höhere Preise bemerkbar machen. Die Erkenntnisse: Die vier getesteten High-End-Laufradsätze um 2000 Euro kommen ausschließlich mit Carbon-Felgen, überzeugen mit top Steifigkeitswerten und liefern mehrheitlich Spitzenwerte, was Gewicht und Trägheitsmessungen angeht - also jenen Aspekten, die auf das Fahrerlebnis einzahlen, etwa durch leichtfüßige Beschleunigung. Teurer bedeutet hier also tatsächlich auch besser.
Gleichzeitig gilt aber auch: Die besten Vertreter der Preisklasse um 1000 Euro bleiben auf Schlagdistanz - egal, ob sie mit Carbon- oder Alu-Felgen aufgebaut sind. Und selbst die Modelle um 600 Euro, die ausschließlich auf Alu-Felgen setzen, schlagen sich wacker.
Das heißt: Freunde von Felgenbrems-Laufrädern finden aktuell noch viele überzeugende Produkte - selbst wenn es die letzten ihrer Art sein sollten.
Testergebnisse der Laufräder
Im Folgenden werden die besten Laufräder der verschiedenen Preiskategorien zusammengefasst:
Laufräder um 2000 Euro
- Cadex 42 Tubeless (Testsieger): Begeistert mit Laborwerten, Messerspeichen aus Carbon, teuer, eingeschränkte Reifenwahl.
- Rose RC Fifty Carbon (Preis-Leistungs-Tipp): Toller Fahreindruck, sehr viel Leistung fürs Geld, Garantie- und Crash-Replacement-Bestimmungen.
- Campagnolo Bora WTO 33: Leicht, steif, schnell, tolle Bremsleistung, aber lautes Pfeifen beim Bremsen.
- DT Swiss PRC 1400 Spline 35: Toller Fahreindruck, Garantie- und Crash-Replacement-Bestimmungen, niedrigstes Gewichtslimit im Vergleich.
Laufräder um 1000 Euro
- Easton EA90 SL (Testsieger): Leicht, steif, komfortabel, tolles Bremsverhalten, kein Gewichtslimit, Garantie nur ohne Rennen.
- Mavic Ksyrium Pro UST (Preis-Leistungs-Tipp): Sehr leicht und sportlich, großer Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung, geringste Torsionssteifgkeit.
- DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21: Leicht, steif, schnell, dauerhaft schwarze Bremsflanke, etwas schwächere Bremsleistung bei Nässe.
Laufrad Kaufberatung
Für tägliche Fahrten im Stadtverkehr oder auf ausgedehnten Touren mit dem Trekkingrad ist ein belastbarer Laufradsatz (Vorderrad und Hinterrad) entscheidend. Die Laufräder tragen Fahrer und Gepäck und übertragen die Kraft des Fahrers und der Bremsen auf die Fahrbahn.
Als Laufrad bezeichnet man die Felge mit den Speichen und der Nabe. Letztere dreht sich in der Radachse. Die Laufräder müssen stabil sein, sollen andererseits aber nicht zu schwer sein. Denn zu schwere Laufräder beeinträchtigen die Beschleunigungsmöglichkeit eines Fahrrads.
Das Laufrad besteht fast immer aus Aluminium. Nur an teuren Rädern findet man auch Carbon. An billigen Rädern sind die Laufräder meist unnötig schwer. Ein gutes Alltagslaufrad ohne Scheibenbremse wiegt in der Regel nicht mehr als 1700 Gramm.
Die gängigsten Größen bei Laufrädern sind 26 Zoll und 28 Zoll. Damit wird der Durchmesser der Felge angegeben. 26-Zoll-Räder sind etwas wendiger als die 28-Zöller, sie gelten auch als etwas stabiler, weshalb man sie häufig an Reiserädern findet.
Als Standardgröße bei City-, Trekking- oder Rennrädern haben sich 28 Zoll durchgesetzt. Falträder haben kleinere Laufräder, üblicherweise mit einem Durchmesser von 18 oder 20 Zoll.
Moderne Felgen
Moderne Felgen sind Hohlkammerfelgen. Sie haben einen doppelten Boden. Die Nippel der Speichen haben dadurch keinen Kontakt zum Schlauch oder Felgenband, da sie in diesen Hohlraum hineinragen. Das reduziert die Gefahr von Pannen.
Besonders stabile Felgen haben Ösen an den Stellen, wo die Nippel in die Felge eingeschraubt sind. Felgen haben eine unterschiedliche innere Breite, man nennt das „Maulweite“. Je breiter der Reifen ist, den man aufziehen möchte, desto breiter muss auch diese Maulweite sein. Übrigens: Felgen brauchen ein Felgenband.
Speichen
Speichen sind die am stärksten belasteten Teile des Laufrades. Sie sind aus Stahl und im Durchschnitt zwei Millimeter dick. An Rennrädern kommen auch Carbonspeichen zum Einsatz. Die besseren Speichen haben unterschiedliche Stärken - an der Felge und der Nabe sind sie etwas dicker, in der Mitte schwächer, etwa 1,8 Millimeter. Der Fachbegriff dafür ist „Konifizierung“.
Die Zahl der Speichen an einem Laufrad hängt von der Art des Fahrrads ab. An Alltagsrädern sind 36 Speichen üblich, bei leichteren Fitnessbikes können es auch nur 32 sein. Rennräder haben teilweise nur 16 bis 18 Speichen am Vorderrad und 24 am Hinterrad.
Speichenspannung
Hauptmanko bei Laufrädern ist zu geringe und/oder ungleichmäßige Speichenspannung. Betroffene Räder sind dadurch unnötig weich und bekommen schnell Höhen- und/oder Seitenschläge. Das kostet Kraft und beeinträchtigt das Fahrgefühl. Außerdem drohen Speichenrisse.
Wichtig für die Haltbarkeit und den runden Lauf eines Laufrads ist die richtige Spannung der Speichen - eine „Acht“ im Laufrad ist fast immer Folge von zu schwacher Speichenspannung.
Gekreuzt oder radial?
Gekreuzt bedeutet: Die Speichen laufen überkreuz von der Nabe zur Felge. Radial bedeutet, dass die Speichen ohne Kreuzung mit einer anderen direkt zur Felge verlaufen. Wie Sonnenstrahlen streben sie von der Nabe zur Felge.
Häufig werden Vorderräder radial und das Hinterrad gekreuzt eingespeicht. Laufräder können zweifach bis fünffach gekreuzt werden. Da das Hinterrad rund zwei Drittel des Gewichts tragen muss, muss das hintere Laufrad entsprechend stabil sein. Deshalb werden hier die Speichen gekreuzt.
Generell gilt: Je mehr Speichen ein Laufrad braucht, desto größer muss die Kreuzungsanzahl sein. Zumindest am Hinterrad muss ein Teil der Speichen schräg von der Nabe zur Felge laufen. Das erhöht die Verwindungssteifigkeit beim Treten der Pedale.
Vergleich von Fahrradfelgen
Im Folgenden werden einige Fahrradfelgen verglichen:
| Modell | Einsatzbereich | Größe | Vorderrad oder Hinterrad | Felgentyp | Felgenmaterial | Gewicht | Geeignete Bremsen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| World Product DH3N20 | City | 28 Zoll | Vorderrad | Kastenfelge | Aluminium | 1,7 kg | Felgenbremsen |
| Vuelta 26 Zoll Hohlkammerfelge | Allrounder | 26 Zoll | Vorderrad | Hohlkammerfelge | Aluminium | 1,5 kg | Felgenbremsen |
| Bärwinkels Laufradbau 28 Zoll Hinterrad | Allrounder | 28 Zoll | Hinterrad | Hohlkammerfelge | Aluminium | k. A. | Felgenbremsen |
| Vuelta 28 Zoll Fahrradfelge | City | 28 Zoll | Vorderrad | Hohlkammerfelge | Aluminium | 1,1 kg | Felgenbremsen |
| Redondo 28-1-001/7-fach | Allrounder | 28 Zoll | Hinterrad | Kastenfelge | Aluminium | 1,19 kg | Felgenbremsen |
| Taylor-Wheels 20 Zoll Fahrradfelge | City | 20 Zoll | Hinterrad | Hohlkammerfelge | Aluminium | 0,82 kg | Scheibenbremsen | Felgenbremsen |
| Redondo 16 Zoll Laufrad | Allrounder | 16 Zoll | Hinterrad | Kastenfelge | Aluminium | 1,2 kg | Rücktrittbremse |
Die Tabelle zeigt eine Auswahl von Fahrradfelgen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die Wahl der richtigen Felge hängt vom Einsatzzweck, der Größe des Fahrrads und den bevorzugten Bremsen ab.
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