Der DT Swiss FR 1500 Classic Laufradsatz verspricht, im harten Gravity-MTB Einsatz zu performen. Nach der Ankündigung des neuen DT Swiss FR 1500 Laufradsatzes war die volle Aufmerksamkeit geweckt, denn nicht nur die neue Felge, sondern auch das komplette Paket mit der 240 Classic Nabe incl. Ratchet EXP Freilauf kommt DT Swiss-typisch sehr durchdacht und hochwertig rüber.
Erster Eindruck und Ausstattung
Direkt aus der Box lacht die gewohnte DT Swiss Qualität an. Die Verarbeitung ist super, die Speichenspannung sehr gleichmäßig, da stimmt einfach alles. DT Swiss ist dafür bekannt, alle Laufradsätze, auch die aus günstigeren Preisregionen, direkt mit fertig geklebtem Felgenband und incl. Tubeless-Ventilen auszuliefern, was den Kund:innen Arbeit und zusätzliche Kosten erspart. So können die Reifen sofort montiert werden - nur Dichtmittel muss noch her, klar.
Eine Kleinigkeit, die dann doch ein klein wenig gestört hat, ist die Bremsscheibenaufnahme, die ausschließlich mit 6-Loch Standard und nicht in einer Ausführung mit Centerlock kommt. Da mussten leider die geliebten Centerlock-Scheiben weichen und gegen 6-Loch-Varianten ausgetauscht werden. Das allerdings ist auch ein Stück weit Geschmackssache. Ansonsten sind alle relevanten Optionen erhältlich, ob Boost oder SuperBoost sowie 27,5“ oder 29“ Laufraddurchmesser.
Test-Setup und Fahreindruck
Das Test-Bike ist ein Commencal Meta TR, mit dem von Hometrail bis Bikepark alles gefahren wird. Die Fox 38 Federgabel ist für ein Trailbike zwar etwas dicke, aber so ist das Rad wirklich für den härtesten Einsatz gewappnet und man kann echt überall ohne Zweifel draufhalten. Genau dazu passen die FR 1500 Räder wie die Faust aufs Auge. Der Umbau war super einfach und ich konnte direkt aufs Rad.
Nach nun ca. 3 Monaten ausgiebigen Testens und sicherlich auch der ein oder anderen unsanften Landung laufen die FR 1500 immer noch wie am ersten Tag. Kein Seitenschlag, kein Höhenschlag, die Speichenspannung sitzt: Perfekt. Die 240 Classic Naben sind für diesen Laufradsatz wirklich eine starke Grundlage. Die Lager machen einen super Job und laufen noch immer absolut geschmeidig und anstandslos, was nach 3 Monaten aber ehrlicherweise auch nicht anders zu erwarten war.
Der Ratchet EXP Freilauf läuft sehr geschmeidig und reibungsarm - das kommt dem Rollverhalten zugute. Bis heute hat sich noch keine Veränderung eingestellt und ich rolle nach wie vor mit überraschender Effizienz. Auch im Uphill fühlen sich die Räder noch leichtfüßig an, obwohl sie sicher nicht zu den leichtesten Vertretern gehören.
In Kombination mit der FR 541 Felge habe ich bei noch keiner Situation das Gefühl bekommen, dass die Laufräder überfordert wären. Die Felge hat bisher alle Attacken mühelos weggesteckt und noch keine gröberen Verformungen erlitten. Auch bei härteren Einschlägen auf diversen Landekanten haben mir die Laufräder stets ein solides, stabiles Gefühl vermittelt. Trotz solcher Strapazen laufen sie ohne Nachzentrieren schön gerade und ruhig.
Gelegentlich war ich auch mal auf steilen, technischen Trails unterwegs. Hier hat sich der bereits gewonnene Eindruck bei mir nur noch weiter gefestigt. Egal wie hart ich in die Kurven gefahren bin, die Laufräder boten eine tolle Steifigkeit und haben mir dadurch immer den nötigen Support gegeben. Auch unwegsameres Terrain mit groben Wurzelstufen und Geröll macht den Laufrädern kaum zu schaffen: Bodenkontakt und Kontrolle satt.
Technischer Exkurs
Die Felge
Die FR 471 Felge, die im FR 1500 Laufradsatz zum Einsatz kommt, ist am Felgenhorn mit etwas mehr Material ausgestattet, so wölbt sich die sichtbare Außenseite des Horns etwas nach außen. Dies soll der Felge mehr Resistenz gegen das Verbiegen bei Durchschlägen geben, was in dem angedachten Einsatzbereich sehr wichtig ist. Die Maulweite von 30mm ist mittlerweile Im Enduro-Bereich zum Standard geworden, da Sie die optimale Balance aus Steifigkeit, akzeptablem Gewicht und resultierender Reifen-Aufstandsfläche bietet.
DT Swiss verwendet hier erstmals unterschiedliche Speichenzahlen für das Vorder- und Hinterrad (28 vorne, 32 hinten) und schafft so ein perfektes Verhältnis aus Gewicht und Stabilität. Beim Enduro- und Downhilleinsatz ergibt das absolut Sinn, da die Belastung auf das Hinterrad grundsätzlich höher ist.
Die Speichen
DT Swiss setzt für diesen Laufradsatz ausschließlich die Classic-Version der legendären 240 Nabe ein, also die Nabe mit Flansch. Es werden hier J-Bend Speichen verbaut; eine Straight Pull-Version ist nicht erhältlich. Ich nehme an, dass sich der Hersteller durch die daraus resultierenden kürzeren Speichen mehr Steifigkeit verspricht, zudem ist es im Falle eines Defekts meist einfacher, an eine passende gekröpfte J-Bend Speiche zu kommen als an ein Straight Pull-Pendant.
Darüber hinaus besteht bei einer J-Bend Speiche nicht die Gefahr, dass sie sich beim Nachzentrieren mit dreht, was bei Straight Pull-Speichen ab und an vorkommt und das Zentrieren erschwert. Hier hat DT auf traditionelle Werte gesetzt, um ein möglichst sorgenfreies Hardcore-Laufrad auf den Markt zu bringen.
Die Laufradspezialist:innen verwenden beim FR 1500 die bewährten Competition-Speichen und machen keine Experimente mit leichteren Vertretern, um ein paar Gramm heraus zu kitzeln. Die Nippel sind, wie bei den meisten Laufrädern aus der Oberklasse, aus Aluminium, welches gegenüber Messing in der Praxis keinen Nachteil bei der Stabilität darstellt.
Nabe und Freilauf
DT setzt die Allzweckwaffe 240 Classic ein, die sich jahrelang bewährt hat. Leicht, langlebig, stabil und vor allem unanfällig, gehört sie zu den besten Naben der Welt, soviel ist sicher. Beim Freilauf setzen die Ingenieur:innen von DT auf die moderne EXP-Variante mit 36 Eingriffen innerhalb einer kompletten Umdrehung. So entsteht ein Eingriffswinkel von 10°, welcher für eine direkte Kraftübertragung mit kaum spürbarem Leerlauf im Antritt sorgt.
Auch schön: Den neuen Laufradsatz gibt es auch mit einer Version im SuperBoost-Standard (12x157mm Einbaubreite hinten). Dieser ist zwar eher selten, aber so bekommen die Fahrer:innen solcher Rahmen endlich die Möglichkeit, einen Komplett-Laufradsatz zu kaufen und ihn nicht selber aus Einzelteilen aufbauen zu müssen. SuperBoost bringt theoretisch noch mehr Steifigkeit in das System, da der Flanschabstand der Nabe nochmals größer als beim herkömmlichen Boost-Standard ist.
Vor- und Nachteile
- Pro:
- DT Swiss typisch hervorragende Qualität
- Sehr steife und robuste Felgen
- Lieferumfang sehr benutzerorientiert
- Kontra:
- Keine Version mit Center Lock Bremsscheibenaufnahme
- Für moderate Fahrweise evtl. „too much“
Klar ist er nicht der leichteste Laufradsatz, dafür aber hart im Nehmen und sehr zuverlässig. Und das ist am Ende das, was für mich ein gutes Freeride- bzw. Downhill-Laufrad ausmacht.
Zusätzliche Informationen
Der DT Swiss FR 1500 Classic-Systemlaufradsatz soll ab sofort verfügbar sein und schlägt mit 899 € zu Buche. Ihr könnt ihn sowohl als 29” als auch mit 27,5” oder im Mullet-Setup kaufen. Gemäß seines Einsatzgebiets ist er auch in den gängigen Maßen verfügbar. Sprich, am Vorderrad könnt ihr eine 15-mm-Steckachse wählen - üblich bei Enduro-Bikes - oder eine 20-mm-Steckachse - wie sie bei DH-Bikes verwendet wird.
Am Hinterrad stehen euch ein 148 mm breiter Boost-Standart, eine 150 mm oder 157 mm breite Nabe zur Verfügung. Alle Naben besitzen eine 6-Loch-Bremsaufnahme und an der Hinterradnabe das Ratchet EXP-System von DT Swiss. Freigegeben ist ein Systemgewicht von 140 kg, was für die meisten Fahrer mehr als ausreichend sein sollte. Alle Systemlaufräder von DT Swiss werden von Hand gespeicht und zentriert und der Laufradsatz bringt in Kombination mit einem SRAM XD-Freilaufkörper ein Gewicht von 1.879 Gramm auf die Waage.
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