Die Vorteile von Laufrädern ab 9 Monaten

Im Laufrad-Guide der ToyAcademy möchten wir es dir leicht machen, den Überblick zu behalten und worauf du achten solltest, wenn du ein Laufrad auswählst. Es gibt Laufräder für 1- bis 5-Jährige, mit Gummi- oder Luftreifen, mit 2 oder 3 Rädern, im Retro-Stil, mit LED-Lichtern, mit Glanz und Glamour, mit Bremsen, superschnell für kleine Rennfahrer und stabiler für diejenigen, die mehr Standfestigkeit und Balance benötigen.

Was ist ein Laufrad?

Ein Laufrad ähnelt einem Fahrrad, hat aber keine Pedale. Das Laufrad trainiert hervorragend den Gleichgewichtssinn, die Koordination und das Reaktionsvermögen deines Kindes. Laufen lernt dein Kind automatisch, Radfahren jedoch nicht. Das ist eine Fähigkeit, die geübt werden muss.

Ab wann sind Kinder bereit für ein Laufrad?

Manche Kinder sind schon mit 1,5 Jahren bereit fürs Laufrad, andere erst mit etwa 2,5 Jahren. Du erkennst, dass dein Kind bereit für ein Laufrad ist, wenn es sicher auf seinen Beinen steht und eigenständig sowie mit gutem Gleichgewicht laufen kann.

Die richtige Größe finden

Du kannst die Schrittlänge deines Kindes ganz einfach mit einem Maßband messen. Gemessen wird der Abstand vom Boden bis zum Schritt deines Kindes, während es auf flachen Füßen steht. Sie zu messen, ist nicht schwer, und du kannst hier in unserem kurzen Beitrag genau nachlesen, wie du das machst. Ein zweijähriges Kind kann klein sein, aber trotzdem richtig lange Beine haben - genauso wie ein anderthalbjähriges Kind groß gewachsen sein, aber dennoch kurze Beine haben kann.

Kann dein Kind das NICHT, dann ist das Laufrad entweder zu groß oder der Sattel ist zu hoch eingestellt. Dein Kind benutzt nämlich seine Füße, um zu bremsen und seine Geschwindigkeit zu kontrollieren.

Lenker und Reifen

Es ist von Vorteil, wenn der Lenker höhenverstellbar ist, damit dein Kind aufrecht sitzt, während es mit dem Laufrad unterwegs ist. Manche Laufräder lassen sich sowohl am Sattel als auch am Lenker verstellen, sodass dein Kind sie über mehrere Jahre nutzen kann. Du kannst aber auch ein Laufrad wählen, das weniger Einstellmöglichkeiten bietet und das deinem Kind etwa ein bis zwei Jahre gut passt.

  • Gummireifen: Entscheide dich für Gummireifen, wenn dein Kind nicht lange Strecken fährt. Gummireifen sind pannensicher, bieten aber eine etwas langsamere Fahrt als Luftreifen, da sie schwerer rollen.
  • Luftreifen: Wähle Luftreifen, wenn dein Kind längere Strecken fährt. Luftreifen sind angenehmer und flexibler, wenn dein Kind über Unebenheiten oder kleine Löcher fährt.

Bremsen am Laufrad

Einige Laufräder sind mit einer Handbremse ausgestattet. Viele Eltern denken - absolut nachvollziehbar - dass eine Handbremse eine gute Idee ist, damit ihr Kind schon vor dem Umstieg auf ein richtiges Fahrrad üben kann. Erstens braucht eine Handbremse sowohl Kraft als auch eine gewisse Hand- und Fingergröße, die die meisten kleineren Kinder noch gar nicht entwickelt haben. Sinnvoll wird die Handbremse erst etwa ab dem 4. Zweitens ist es für Kinder gar nicht intuitiv, eine Handbremse zu benutzen. Die meisten Kinder bremsen ganz instinktiv mit den Füßen - wodurch die Handbremse meistens nur Dekoration bleibt.

Gewicht des Laufrads

In unserer Laufrad-Kategorie findest du auch die Angabe, wie viel das jeweilige Laufrad wiegt. Unsere Laufräder wiegen zwischen ca. 2,5 kg und 6,5 kg, und für dein Kind macht es tatsächlich einen großen Unterschied, wie viel sein Laufrad wiegt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Laufräder für kleinere Kinder zwischen etwa 1 und 3 Jahren oft auf deiner Schulter landen, wenn die kleinen Beine nicht mehr können. Manchmal muss das Rad sogar quer über dem Kinderwagen des kleinen Geschwisterchens oder unter dem Buggy verstaut werden. Hier ist ein leichtes Laufrad eindeutig praktischer. Manche Modelle haben sogar einen Tragegurt genau für diesen Zweck. Denn je schwerer das Laufrad, desto solider und stabiler liegt es auf der Straße und hält auch einiges mehr aus - besonders wichtig auf dem Spielplatz.

Sicherheit geht vor

Wenn wir über Sicherheit auf dem Laufrad sprechen, kommen wir um das Thema Helm nicht herum. Ein Lenkerpolster ist ein weicher Bezug, den du in der Mitte des Lenkers befestigen kannst - genau dort, wo Kinder bei einem Sturz leicht mit dem Mund aufschlagen könnten. Viele Laufräder haben so ein Polster bereits von Anfang an. Dein Kind wird vermutlich früher oder später hinfallen und sich dabei vielleicht das Knie oder andere Stellen aufschürfen. Bleib aber ganz ruhig: Eine kleine Schramme ist ein Zeichen dafür, dass dein Kind etwas Neues über sich selbst gelernt hat - und darüber, was noch ein bisschen mehr geübt werden sollte. Schenke deinem Kind eine dicke Umarmung, puste, gib ihm ein Küsschen und klebe ein Pflaster drauf.

Verkehrssicherheit üben

Das Schwierigste beim Laufradfahren sind eigentlich die anderen Verkehrsteilnehmer. Sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, ist eine große Herausforderung, und dein Kind soll das noch gar nicht können, solange es auf einem Laufrad unterwegs ist. Es ist aber eine gute Idee, dein Kind frühzeitig daran zu gewöhnen, zwischen rechts und links zu unterscheiden, über die Schulter zu schauen und beim Überholen vorsichtig zu sein - auch auf dem Gehweg. Ganz kleinen Laufradfahrern kannst du rechts und links zum Beispiel dadurch beibringen, dass du ein Ende des Lenkers rot und das andere blau bemalst.

Starte doch einfach zu Hause mit ein bisschen Übung im Garten, in der Einfahrt, im Hof oder im Wohnzimmer. Es macht Spaß und ist gleichzeitig super Training für die Motorik, wenn dein Kind lernt, um Hindernisse herumzufahren. Dafür kannst du Steine, Stiefel oder Eimer verwenden, um einen kleinen Slalom-Parcours zu bauen. Hat dein Kind schon den Durchblick bei Rot und Grün an der Fußgängerampel? Durch Verkehrsspiele lernt dein Kind, Situationen und Bedingungen im Straßenverkehr besser einzuschätzen. Übe mit deinem Kind die häufigsten Verkehrsschilder. Macht doch ein Spiel daraus, indem dein Kind einen Fahrrad-Führerschein bestehen muss. Wir haben eine Menge tolles Spielzubehör, das Verkehrstraining für dein Kind realistischer gestaltet. So lernt dein Kind spielerisch, wie es sich im Straßenverkehr verhalten soll und welche Bedeutung die Schilder haben.

Empfehlungen für Laufräder

Die zwei absoluten Klassiker sind das PUKY LR M (kleine Größe) und das PUKY LR 1 (mittlere Größe). Beide Modelle haben Schaumreifen, wiegen etwa 3,5 kg und eignen sich für Kinder mit einer Schrittlänge zwischen 29-37 cm (LR M) und 34-43 cm (LR 1). Von diesen Modellen gibt es auch Varianten mit mehreren Rädern, Luftreifen, zusätzlichem Zubehör und verschiedenen Designs.

Die „NEXT“ Modelle bestehen aus einem Nylonrahmen, haben Luftreifen, Ständer und Handbremse, und bieten einen verstellbaren Lenker, der mit deinem Kind mitwächst. Ein Beispiel: PUKY LR XL Br Classic ist also ein großes Laufrad mit Handbremse, weißen Reifen, Fahrradkorb, Ständer und Klingel.

Laufrad-Test 2024

Jedes Jahr testen wir Laufräder ab 1 Jahr und präsentieren die Ergebnisse in unserer Bestenliste. Für das Jahr 2024 haben wir 10 beliebte Laufräder getestet. Unser Test umfasst beliebte Modelle mit zwei oder drei Rädern für Kinder ab 18 Monaten sowie klassische Vier-Rad-Modelle für Kinder ab 12 Monaten.

Hier ist eine Zusammenfassung der getesteten Modelle:

Platz Modell Beschreibung Max. Schrittlänge (ca.)
1 PUKYlino Laufrad Vier-Rad-Laufrad für Kinder ab 12 Monaten, Made-in-Germany Qualität. -
2 Strider 12 Zoll Sport Balance Bike Laufrad ab 18 Monaten mit EVA-Schaumstoff-Reifen und Kinnschutz am Lenker. -
3 Chillafish Charlie Laufrad Laufrad mit 10 Zoll, stichfeste EVA-Reifen, Tragegriff, höhenverstellbarer Sattel und Lenker. -
4 Smoby Rookie Mini Laufrad Vierrädriges Laufrad ab 1 Jahr mit Lenkeinschlagsbegrenzung und Korb. -
5 SEREED Laufrad Leichtes Laufrad (1,6 kg) für Kinder ab einem Jahr in verschiedenen Farben. -
6 HUDORA Mini Laufrad Laufrad mit hohem Komfort, gepolstertem Sattel und Lenker. -
7 Bandits and Angels Little Starter Laufrad Leichtes Laufrad (1,6 kg) mit Flüsterreifen für den Innenbereich. -
8 Pinolino Charlie Lauflernrad Multifunktionales Laufrad, umwandelbar von drei auf zwei Räder. -
9 Chicco ECO+ Green Hopper Laufrad Laufrad aus recyceltem Kunststoff, Made-in-Italy. -
10 Smoby Blue Scooter Carrier Laufrad im Design eines italienischen Rollers mit Stauraum. -

Was ist besser: Laufrad oder Dreirad?

Die Entscheidung, ob ein Laufrad oder ein Dreirad besser für das eigene Kind geeignet ist, stellt viele Eltern vor eine zentrale Frage in der frühkindlichen Entwicklungsförderung. Beide Fahrzeuge haben ihre Tradition, ihre Vorteile - aber auch ihre Grenzen. Der Wunsch, dem Kind mit dem „richtigen“ Gefährt den besten Start in die Mobilität zu ermöglichen, ist mehr als nachvollziehbar. Dabei geht es nicht nur um Spielspaß, sondern vor allem um gezielte Förderung der motorischen Fähigkeiten, Sicherheit und altersgerechte Entwicklung.

Dreirad: Stabilität, Komfort, aber limitierte Lernimpulse

Dreiräder gelten traditionell als das Einstiegsfahrzeug in die Mobilität für Kleinkinder. Sie vermitteln durch ihre Bauform Sicherheit, erlauben es auch weniger bewegungsfreudigen Kindern, sich fortzubewegen - und sie lassen sich durch Schiebestangen leicht von Eltern kontrollieren. Gerade bei sehr jungen Kindern (ab etwa 12 Monaten) werden Dreiräder oft als „erste Wahl“ betrachtet.

Vorteile des Dreirads:

  • Hohe Kippsicherheit
  • Möglichkeit zur passiven Fortbewegung (Eltern schieben)
  • Pädagogisch wertvoll für sehr junge Kinder zur ersten Orientierung im Raum

Nachteile des Dreirads:

  • Geringe Förderung des Gleichgewichts
  • Ungeeignet als Vorbereitung auf das Fahrrad
  • Oft schwer und sperrig
  • Geringe Motivation zur Eigenaktivität

Laufrad: Förderung der Balance und Vorbereitung aufs Fahrrad

Das Laufrad hat sich in den letzten Jahren als das modernere Mobilitätsmittel etabliert. Ab etwa 18 bis 24 Monaten können Kinder mit einem Laufrad beginnen, erste Balanceerfahrungen zu sammeln. Im Gegensatz zum Dreirad werden hier zentrale motorische Fähigkeiten trainiert: das Halten des Gleichgewichts, das Einschätzen von Geschwindigkeit und das Koordinieren von Bewegungsabläufen.

Vorteile des Laufrads:

  • Intensive Förderung des Gleichgewichtssinns
  • Vorbereitung auf das Fahrradfahren ohne Stützräder
  • Leichtes Gewicht, oft höhenverstellbar
  • Höherer Anreiz zur Eigenaktivität

Nachteile des Laufrads:

  • Erfordert ein gewisses Maß an Mut und Koordinationsfähigkeit
  • Höheres Sturzrisiko bei fehlender Aufsicht
  • Anfangs schwieriger für Kinder mit geringer Körpergröße oder unsicherem Bewegungsbild

Ein Dreirad eignet sich für Kinder, die noch sehr jung sind, wenig Bewegungserfahrung haben oder durch ein Handicap in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Es bietet Sicherheit, schränkt jedoch die Bewegungsfreiheit und das Lernpotenzial ein. Zudem vermittelt es eine passive Rolle in der Fortbewegung - gerade dann, wenn Eltern mit der Schiebestange lenken.

Das Laufrad hingegen setzt Eigenverantwortung voraus. Kinder lernen durch Versuch und Irrtum, gewinnen Selbstbewusstsein und verbessern ihr Gleichgewicht. Studien zeigen, dass Kinder, die früh mit einem Laufrad fahren, deutlich seltener Stützräder beim Fahrradfahren benötigen. Die Übergänge vom Laufrad zum Fahrrad sind fließend - die Phase des „Umgewöhnens“ entfällt.

Worauf sollten Eltern beim Kauf achten?

Es gibt beim Kauf tatsächlich einiges zu beachten. Das fängt bei simplen Fragen an, wie: Ist der Sattel höhenverstellbar? Bis hin zu: Wie hat das Kinderlaufrad XY im Test der Stiftung Warentest abgeschlossen?

  • Einstiegshöhe: Die sollte für Anfänger:innen ganz klar so niedrig wie möglich liegen und Kindern so einen tiefen Einstieg ermöglichen.
  • Gewicht und Lenkung: Euer Kind muss sein neues Kinderlaufrad vor allem selbstständig manövrieren können.
  • Höhenverstellbarer Lenker und Sattel: Damit das Lauflernrad mit den Kindern mitwächst, sollten sowohl Sattel als auch Lenker höhenverstellbar sein.
  • Trittbrett in der Mitte: Bei ihrem Test von Laufrädern hat die Stiftung Warentest festgestellt, dass die Kinder aus ihrer Testgruppe Räder mit einem Trittbrett in der Mitte bevorzugt haben.
  • Bremse, ja oder nein?: Im gleichen Test wurde auch festgestellt, dass Laufräder OHNE Bremse sicherer waren als solche mit.
  • Radständer, ja oder nein?: Bei Kinderlaufrädern sind sie aber eher überflüssig, wenn nicht sogar eine Stolperfalle.
  • CE-Kennzeichnung versus GS-Zeichen: Beim Kauf lohnt es sich auch darauf zu achten, ob ein Lauflernrad mit einer CE-Kennzeichnung oder dem GS-Zeichen versehen ist.

Schadstoffbelastung

Die Schadstoffbelastung in Lenker und Sattel ist so ein kritischer Punkt in der Bewertung der Räder, weil sie direkt mit der Haut des Kindes in Berührung kommen. "Akut giftig sind die gefundenen Mengen nicht. Die Substanzen können aber lang­fristig im Organismus wirken, wenn die Kleinen sie über die Haut aufnehmen", erklärt Stiftung Warentest. In einigen der getesteten Räder wurde das Flammschutzmittel TCPP (das im Verdacht steht, Krebs zu erregen) sowie verschiedene polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen. Einige von ihnen können ebenfalls Krebs erzeugen, andere das Erbgut schädigen. Deshalb lohnt es sich zu überprüfen, wie die Laufräder abgeschnitten haben.

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