Ein Laufrad für Erwachsene ist wie ein Tretroller für Erwachsene mit Sitz oder ein Fahrrad ohne Pedale. Der Bewegungsablauf entspricht dem des normalen Gehens. Es wird ein Bein vor das andere gesetzt und man stößt sich abwechselnd mit den Füßen ab.
Was ist ein Laufrad für Erwachsene?
Die Füße haben bei jedem Schritt Bodenkontakt, so dass man auch bei gestörtem Gleichgewicht immer einen sicheren Stand hat. Ein kleiner Schwung genügt, um so schnell wie ein Fußgänger zu sein. Wenn man sich stärker abstößt, können auch deutlich schnellere Geschwindigkeiten erzielt werden. Bei höheren Geschwindigkeiten ist es auch möglich, die Füße auf das Trittbrett zu stellen.
Für wen ist ein Laufrad für Erwachsene geeignet?
Ein Tretroller mit Sitz ist eine Gehhilfe für Personen, die Gehbehinderungen haben oder Schwierigkeiten haben, lange zu stehen. Insbesondere bei Hüftgelenksproblemen, nach Fuß-Operationen oder bei Arthrose in den Kniegelenken ist ein Laufrad für Erwachsene eine gute Option, weiterhin Bewegung in den Alltag zu integrieren. Auch bei Gleichgewichtsproblemen oder z.B. dem chronischen Fatigue-Syndrom ist der Laufroller sehr hilfreich.
Ein Laufroller hat gegenüber klassischen Gehhilfen wie Rollstuhl, Rollator, Hocker oder Stock deutliche Vorteile. Der wesentliche Vorteil gegenüber z.B. dem Rollstuhl ist, dass man noch körperlich aktiv ist und einen höheren Bewegungsradius hat, Man ist auch nicht auf die Hilfe anderer angewiesen.
Vergleich verschiedener Gehhilfen
Hier ist ein Vergleich verschiedener Gehhilfen hinsichtlich körperlicher Aktivität und Bewegungsradius:
| Gehhilfe | Körperliche Aktivität | Bewegungsradius |
|---|---|---|
| Rollstuhl | Gering bis Mittel | Gering |
| Rollator | Mittel | Gering |
| Hocker | Gering | Gering |
| Stock | Mittel | Gering |
| Laufrad Erwachsene | Hoch | Hoch |
Gegenüber Fahrrädern mit 3 Rädern hat das Laufrad den Vorteil, dass der Wenderadius deutlich kleiner ist und die Handhabung im Alltag deutlich leichter fällt.
Medizinische Indikationen für den Roller für Erwachsene mit Sitz
Die folgende Übersicht ist, wenn das Laufrad für Erwachsene erfahrungsgemäß sinnvoll ist. Sie sollten aber unbedingt ihren Hausarzt oder einen Facharzt befragen, bevor sie mit dem Training auf dem Laufrad für Erwachsene beginnen.
- Coxarthrose: Damit werden degenerative Vorgänge am Hüftgelenk beschrieben, die auch als Gelenkverschleiß bezeichnet werden. Regelmäßige belastungsreduzierte Bewegung der Hüftgelenke führt zu besserer Durchblutung und mildem Training der Muskeln und des Bindegewebes.
- Übergewicht: Bei Übergewicht werden die Gelenke spürbar entlastet, da der Hauptteil des Gewichts auf dem Sattel ruht.
- Gelenkerkrankungen: Auch für Menschen mit Gelenkschmerzen und rheumatischer Arthritis bzw. Arthrose ist Laufradfahren eine gute Option. Denn die Beschwerden werden gelindert, weil die Gelenke entlastet werden.
- Chronische Wunden: Bei chronischen Wunden kann durch die Druckentlastung die Heilung beschleunigt werden. Zudem wird die Durchblutung gefördert, was wiederum gut für den weiteren Heilungsprozess ist.
- Schaufensterkrankheit (pAVK): Durch das Laufrad für Erwachsene treten die Schmerzen nicht so schnell auf, da die Beine weniger angestrengt werden.
- Herzinsuffizienz: Menschen mit Herzinsuffizienz leider unter ausgeprägter Mattigkeit und Kurzatmigkeit, da der Herzmuskel nicht in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen.
- COPD Erkrankung: Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung führt zu Atemnot oder Enge-Gefühl der Brust und Müdigkeit.
Mehr Lebensqualität
Neben den medizinischen Aspekten haben Laufroller aber auch sehr positive Auswirkungen auf Ihre Lebensqualität. Denn so können Sie trotz gesundheitlicher Einschränkungen trotzdem mobil bleiben und sich gesund fortbewegen. Spaziergänge oder das tägliche Rausgehen mit dem Partner sind plötzlich wieder möglich.
Durch das Laufrad erhöht sich der Bewegungsradius auch von Personen, die sonst nicht mehr Laufen, Tretroller oder Fahrrad fahren können. Im Gegensatz zum Fahrrad fahren entlastet es die Gelenke und trainiert den Kreislauf besser und sicherer. Die Gefahr zur Seite zu kippen sehr reduziert, da man ja zu jeder Zeit beide Füße auf den Boden stellen kann.
Das Rollern mit Sitz stärkt die Muskeln und belebt die Atmung und sorgt dafür, dass Sie fit bleiben und nicht körperlich abbauen. Es gibt aber auch soziale Aspekte. Denn wenn das Laufen schwer fällt besteht die Gefahr, dass man nicht mehr vor die Tür geht und alltägliche Aufgaben, wie z.B. Einkäufe nicht mehr selbst erledigt werden. Ein Laufrad für Erwachsene lässt Sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Wo darf ich mit dem Laufrad Erwachsene fahren?
Mit dem Laufrad gilt man als Fußgänger und kann deshalb überwiegend auf Bürgersteigen sicher unterwegs sein. Das Laufrad wird entsprechend der Straßenverkehrsordnung auf dem Gehweg benutzt. Man passt sich einfach dem Fußgänger an.
Das Laufrad wird entsprechend der Straßenverkehrsordnung auf dem Gehweg benutzt. Man passt sich einfach dem Fußgänger an. Die Bewegung mit dem Laufrad entspricht der Philosophie des zu Fuß-Gehens.
Was benötige ich alles?
Pflege
Ein Laufrad für Erwachsene benötigt wenig Pflege. Denn die Verschleißteile, die man vom Fahrrad kennt wie etwas Kette, Ritzel, Gangschaltung sind nicht vorhanden. Die Verschleißteile beschränken sich im Wesentlichen auf die Reifen und die Bremsen. Wichtig ist es, alle beweglichen Teilen wie etwa Schnellspanner regelmäßig zu ölen.
Schutzausrüstung und Sicherheit
Das Laufrad fahren ist an sich sehr risikoarm, da man sich ja jederzeit mit beiden Füßen am Boden abstützen kann. Wenn man zudem in Schrittgeschwindigkeit unterwegs ist, ist das Verletzungsrisiko sehr gering. Wir empfehlen Ihnen dennoch beim Laufrad Fahren einen Helm zu tragen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Fahrer noch recht mobil ist und auch schnelle Geschwindigkeiten gefahren werden.
Zubehör für Laufrad Erwachsene
Wie bei jeden normalen Tretroller können Schutzbleche, Beleuchtung angebracht werden. Auch ein Ständer oder ein Korb mit Klickhalterung sind beliebte Accessoires.
Wahl des richtigen Laufrads für Erwachsene
Wodurch unterscheiden sich die einzelnen Modelle?
Die einzelnen Roller mit Sitz unterscheiden sich in Bezug auf:
- Lenkerhöhe
- Sattelhöhe
- Laufradgröße
- Maximale Belastbarkeit
Größere Senioren sollten Modell mit höherem Lenker und höherer Sattelhöhe wählen. Bitte beachten Sie auch die maximale Belastbarkeit der Roller.
Wenn Sie noch normalen Tretroller Fahren können, empfehlen wir das Tretroller fahren ohne Sitz. Denn hier werden noch mehr Muskelgruppen trainiert und Herz-Kreislauf stärker trainiert. Allerdings ist das Tretroller Fahren für viele Senioren mit Einschränkungen zu anspruchsvoll. Wenn dies der Fall ist, empfehlen wir das Laufrad für Erwachsene.
Es gibt auch manche Roller wie die von der Marke Kostka, bei denen man den Sitz nachrüsten kann. D.h. solange das normal Tretroller fahren möglich ist, wird der Tretroller noch ohne Sitz gefahren.
Das Laufrad für Erwachsene im Straßenverkehr
Ein Laufrad ist ein Fahrrad ohne Antriebssystem, also ohne Tretkurbelsatz, Tretlager, Schaltung, Zahnräder und Kette. Der Vortrieb entsteht durch wiederholtes Abstoßen der Füße auf dem Boden, ähnlich wie beim Tretroller, eben nur beidbeinig.
Im Vergleich zum Fahrrad steht der Sattel tiefer und die Laufräder fallen im Durchmesser kleiner aus. Das reduziert auch das Gewicht und macht das Gefährt “tragfähiger”. Es gibt auch schon elektrische Laufräder und geländegängige Ausstattungen.
Verkehrsrechtliche Einordnung
Ein Laufrad gilt nicht als “Fahrrad”, weil es nicht durch “Pedale oder Handkurbeln” angetrieben wird: StVZO §63a: (1) “Ein Fahrrad ist ein Fahrzeug mit mindestens zwei Rädern, das ausschließlich durch die Muskelkraft … mithilfe von Pedalen oder Handkurbeln angetrieben wird.”
Das Laufrad gleicht tatsächlich eher einem Roller (Sitzroller), weil es durch “wiederholtes Abstoßen mit dem Fuß” vorangetrieben wird und zählt somit zu den “besonderen Fortbewegungsmitteln”, die dem Fußgänger gleichgestellt sind: StVO, §24 Besondere Fortbewegungsmittel (1): “…, Roller, Kinderfahrräder, … und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel (“also auch Laufräder”) sind nicht Fahrzeuge im Sinne der Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend.”
Das Laufrad benötigt auch nicht zwingend eine straßentaugliche Ausstattung (Bremsen, Beleuchtung, Reflektoren, Klingel): StVZO, §16 (2): “…, Roller, Kinderfahrräder und ähnliche nicht motorbetriebene … Fortbewegungsmittel mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 km/h sind nicht Fahrzeuge im Sinne dieser Verordnung.”
Mit der Benutzung von Laufrädern bist du also dem Fußgänger gleichgestellt. Du darfst/musst infolgedessen Gehwege benutzen, Straße und Radweg sind nicht erlaubt. Und ob du Bremsen, Beleuchtung und Klingel am Laufrad für sinnvoll erachtest, kannst du nach eigenem Ermessen entscheiden.
Sogar die Mitnahme von Anhängern dürfte erlaubt sein, denn maßgeblich für die Einordnung des Anhängers ist immer die verkehrsrechtliche Behandlung des Zugfahrzeugs. So wäre folglich ein Laufrad mit Anhänger in der Fußgängerzone erlaubt.
Vorgaben und Pflichten
Um die Gefährdung anderer Passanten zu vermeiden, solltest du dich mit einem Laufrad in jeder Situation mit angemessener Geschwindigkeit bewegen und immer in Bremsbereitschaft sein. Insbesondere Abfahrten auf Gefällestrecken erfordern in dieser Hinsicht ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Auch wenn Bremsen, Klingel und Beleuchtung nicht vorgeschrieben sind: Schaden tun sie nicht. Im Gegenteil: In kritischen Situationen spenden sie zusätzliche Sicherheit und reduzieren das Risiko der Selbstgefährdung.
Aus dem aktuellen Verkehrsrecht ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob ein zurückgebautes Fahrrad auch noch als Laufrad gilt und wenn ja, ab wann: Reicht es, die Pedale zu demontieren oder müssen tatsächlich alle Antriebs-Komponenten (Kette, Tretkurbeln, Kassette, Schaltwerk, Umwerfer, Bremsgriffe, Bowdenzüge, Tretlager, usw.) entfernt werden?
Unsere Empfehlung: Um in Verkehrskontrollen erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen, solltest du tatsächlich alle erwähnten Komponenten abmontieren. Es macht dein Laufrad ja auch um einiges leichter.
Du solltest dein Laufrad also stets defensiv und mit höchster Aufmerksamkeit bewegen. Hält sich nicht jeder Laufrädler konsequent an diese Regeln, ist es aus unserer Sicht nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Laufrad-Unfälle mit Personenschaden zu einer verstärkten Aufmerksamkeit führen, die dann spätestens auf dem jährlichen Verkehrsgerichtstag in Goslar in die Empfehlung zu schärferen Regeln für den Betrieb von Laufrädern münden.
Der Einsatzbereich für Laufräder
Mit der Entbehrung der Komponenten Tretkurbelsatz und Schaltung reduziert sich das Einsatzgebiet der Laufräder auf kurze Strecken und ebenes Gelände. Aber genau dort spielt ein Laufrad eben auch seine Vorteile aus: Weil du mit dem Laufrad die Gehwege benutzt, bewegst du dich abseits des Straßenverkehrs und die Unfallgefahr ist deutlich geringer als per Fahrrad. Fußgängerzonen und Waldwege sind ebenfalls erlaubt.
Für das Auf- und Absteigen sind keine akrobatischen Verrenkungen erforderlich. Damit eignet es sich hervorragend für Menschen mit Gehbehinderung oder Bewegungseinschränkungen. Es gibt größere Barrierefreiheit als beim Fahrrad, weil Gewicht und Größe das Tragen erleichtern (z. B. an Treppen). Die geringeren Außenmaße erleichtern auch die Stellplatzsuche. Der Sattel nimmt das Körpergewicht auf, es entlastet also die Kniegelenke. Somit kann es therapeutischen Zwecken dienen und Arthrose hinauszögern.
Der Vortrieb erfolgt beidbeinig. Das ist ergonomischer als beim Roller und stärkt zudem Rumpfmuskulatur und Bindegewebe.
Versicherungsschutz
Weil das Laufrad dem Fußgänger gleichgestellt ist, bist du als Laufrad-Benutzer auch über deine Privathaftpflicht-Versicherung abgesichert wie ein Fußgänger. Wer absolut sicher gehen will, lässt sich die Laufrad-Nutzung im öffentlichen Raum als mitversicherte Handlung von seiner Versicherung schriftlich bestätigen.
Fahrrad zum Laufrad umbauen
Natürlich kannst du ein Laufrad für Erwachsene kaufen. Da gibt es heute schon edle Modelle mit Carbonrahmen und ausgefallenem Rahmendesign. Aber diese Fahrzeuge haben eben auch ihren Preis. So kann ein solches Laufrad schnell 700 Euro kosten.
Aber es geht auch anders: Beschaffe dir ein Fahrrad in gutem Zustand aus zweiter Hand, gerne auch mit Verschleiß und Defekten an Schaltung oder Tretkurbelsatz und baue es zum Laufrad um. Dafür musst du lediglich alle Anbauteile und Komponenten demontieren, die du nicht benötigst: Kette, Tretkurbelsatz, Schaltung, usw.
Weil du beim Laufrad mit den Füßen Bodenkontakt benötigst, reichen ein kleiner Rahmen (Jugendfahrrad, BMX-Rad, usw.) und Laufräder mit 24” oder maximal 26”. Kleinere Laufräder reduzieren merklich den Komfort beim Abrollen auf groben Untergründen.
Und prüfe vor dem Umbau, ob sich die Sattelhöhe tatsächlich tief genug einstellen lässt. Achte auf eine ermüdungsfreie Greifposition. Insbesondere ältere Menschen werden sonst schnell mit Beschwerden (z. B. taube Hände oder Schulterschmerzen) konfrontiert. Das betrifft Lenker- und Vorbau-Geometrie inklusive der Bremsgriffe.
Kritisch ist die Beurteilung der Tragfähigkeit des Rahmens im Hinblick auf dein Körpergewicht. So sind Jugendfahrräder nicht für 100 oder 150 kg Körpermasse ausgelegt und dessen Rahmen könnten bei schweren Personen schnell an die Belastungsgrenze stoßen. Beurteile die für dich erforderliche Rahmen-Steifigkeit nach eigenem Ermessen. Ob du noch Schutzbleche, Gepäckträger, Ständer und andere Anbauteile benötigst, kannst du selber entscheiden.
Diebstahlschutz
Wenn du die allgemein anerkannten Empfehlungen zum sicheren Abschließen von Fahrrädern und E-Bikes schon kennst, dann weißt du, dass man am besten Vorderrad und Rahmen an einem festen Gegenstand (Geländer, Stange, Pfosten, usw.) anschließt. Weil in der Rahmen-Konstruktion von käuflichen Laufrädern aber oft kein Rahmendreieck existiert, bleiben Vorderrad und möglicherweise auch Hinterrad ungesichert.
Hier wäre eine Schnellspannachse zur Fixierung der Laufräder also keine glückliche Lösung, denn damit reduziert sich der Aufwand für einen Gelegenheitsdieb bei einem Laufrad auf wenige Sekunden. Baue also um auf verschraubte Achsen oder ein codiertes System (z. B. Pitlock), wenn der Hersteller es nicht sowieso schon getan hat.
Baust du dagegen ein ausgedientes Fahrrad zum Laufrad um, stehen dir beide Rahmen-Dreiecke zur Verfügung und du kannst mindestens ein Laufrad gemeinsam mit dem Rahmen anschließen.
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