Kaninchen sind die drittbeliebtesten Haustiere weltweit. Damit die Tiere in der heimischen Haltung genauso gesund und glücklich wie in freier Wildbahn sind, müssen ihre Grundbedürfnisse befriedigt werden - und das fängt bei der richtigen Stallgestaltung an.
Grundbedürfnisse und Stallgestaltung
In freier Wildbahn leben Kaninchen in Gruppen. Die sozialen Tiere sind vor allem in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung aktiv. Auf der Suche nach Nahrung hoppeln, klettern und rennen sie durch ihr Revier oder buddeln und graben weitverzweigte Höhlen- und Tunnel-Systeme. In der Mittagszeit ziehen sie sich in ihren sicheren Bau zurück und widmen sich der gegenseitigen Fellpflege oder dösen.
Neben dem regelmäßigen Auslauf im Zimmer oder Garten, ist vor allem ein abwechslungsreich gestaltetes und geräumiges Gehege für die bewegungsfreudigen Tiere wichtig. Kaninchenstall und Außenauslauf müssen ausbruchsicher sein und Schutz vor unliebsamem Besuch und Feinden wie Greifvögeln, Hunden und Katzen bieten.
Die Natur zum Vorbild nehmen
Kaninchenlandschaft gestalten: Inneneinrichtung des Kaninchenstalls:
- Behausung
- Tränke
- Futternapf
- Heuraufe
- Beschäftigungsmaterial: Buddel-Kiste, Nageholz, Spielzeug usw.
- Bodengestaltung: Unterlage und Streu
Wie und wie oft sollte man einen Kaninchenstall reinigen?
Freigang! Was gehört in ein Außengehege?
Die Rolle des Laufrads
Für Kaninchen mit starkem Bewegungsdrang kann ein Laufrad eine willkommene Abwechslung bieten. Das Laufrad muss dem Tier so viel Platz bieten, dass der Kaninchenrücken beim Laufen nicht nach unten durchgebogen ist.
Tipp: Abwechslung ist wichtig, damit deinem Kaninchen nicht langweilig wird. Tausche Spielzeug von Zeit zu Zeit aus, um dein Tier immer wieder neu zu stimulieren.
Laufräder: Ja oder Nein?
Katzenlaufräder ersetzen kein großes Gehege, können aber gerade in Innenhaltung eine willkommene Abwechslung und Beschäftigungsmöglichkeit darstellen. Viele Kaninchen werden mit der Zeit eher faul und bewegen sich weniger als in Außenhaltung. Dadurch kann es zu Übergewicht mit all seinen Folgen kommen. Andere Kaninchen sind unterfordert, zernagen die Wohnungseinrichtung oder ziehen die Tapete von der Wand. Eine intensive Beschäftigung der Kaninchen beugt diesen Problemen vor und ist besonders für jüngere Kaninchen, die gerne auch noch Neues erlernen, sehr sinnvoll.
Wie erlernen die Kaninchen das Laufen im Laufrad?
Die Gewöhnung an das Laufrad erfordert viel Geduld. Zunächst wird das Laufrad ohne Bewegung mit Leckerlis verknüpft, z.B. indem man im Laufrad Leckerlis gibt. Ist das Kaninchen sehr gut mit dem Laufrad vertraut, kann man das Leckerli an der Wand hoch halten und den ersten Schritt intensiv gewöhnen. Es erfordert meist einiges an Geduld, bis die Kaninchen den Dreh raus haben. 🙂 Haben sie es mal erlernt, belohnt das Laufrad sie selbst, da es sehr viel Spaß macht.
Geeignete und gefährliche Modelle
Das Laufrad muss verschiedene Kriterien erfüllen, denn einige Modelle können lebengefährlich für Kaninchen sein!
Voraussetzungen:
- geschlossene Lauffläche (kein Draht etc.), da die Tiere sonst mit den Krallen hängen bleiben und sich Zehen brechen können, ggf. sogar die Gliedmaßen!
- keine seitlichen Bügel, diese können Kaninchen köpfen, wenn sie den Kopf im Betrieb dazwischen halten.
- einen großen Durchmesser (wir empfehlen ab 120cm), damit beim Laufen nicht die Wirbelsäule gekrümmt wird, da sonst Schäden entstehen können.
Besonders geeignet sind einige handelsübliche Katzenlaufräder! Wer handwerklich geschickt ist, kann auch online Anleitungen für den Selbstbau eines Katzenlaufrads finden.
Mögliche Modelle
- Canadian Cat Company Katzenlaufrad von Zooplus
- Das Modell gibt es in schwarz und weiß
- Material: Gestell aus Kunststoff, Lauffläche aus EVA-Schaumstoff
- Gesamtmaße: ca. L 131 x B 31 x H 144 cm
- Bei Zooplus (ca. 349€)
- Elmato 10701 Simba L Katzenlaufrad
- Farbe/Material: Holz + Teppich
- Maße: Außenmaße: ca. 120x37x137cm (BxLxH) Breite Lauffläche: 30cm Radinnendurchmesser: 107cm Podest Höhe seitlich: 60cm Podest Höhe
- Preis: ca.
Ungeeignetes Zubehör
Leider ist das meiste Zubehör, welches Sie im Zooladen für Ihr Tier erwerben können nicht sicher und nicht tiergerecht. Häufig wird im Handel ein "naturgetreuer" Lebensraum für Hamster und Mäuse in Form von durchsichtigen Plastikröhren angeboten.
In langen Plastikröhrensystemen ist keine ausreichende Luftzirkulation gegeben. Sie sind meist schlecht zu reinigen. Selbst wenn sie gut zu reinigen sind, geschieht das leider häufig zu selten. Dadurch siedeln sich in ihnen Pilze, Schimmel und Bakterien an, welche zu Lungenbeschwerden und anderen Krankheiten führen können.
Im Sommer staut sich die Hitze in diesen Röhren, da durch die Plastikwände kein guter Wärmeaustausch statt findet. Durchsichtige Röhren bieten dem Tier keine natürliche Rückzugsmöglichkeit, denn es kann ja überall gesehen werden - so besteht keine Ähnlichkeit mit einem natürlichen, dunklen, Kleintierbau.
Plastikröhrensysteme sind wurden von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft. Verwenden Sie statt dieser durchsichtigen Plastikröhrensysteme besser Papp-, Bambus-, Kork- oder Tonröhren. Auch Röhren aus dem Baumark sind geeignet.
Plastikhäuser gibt es in vielen Variationen. Viele sind allerdings ebenfalls als nicht tiergerecht abzulehnen. In Häusern mit nur einem Eingang ist keine ausreichende Luftzirkulation gegeben. Zudem sind die meisten im Handel erhältlichen Plastikhäuser für die Tierart, für die sie angeboten werden viel zu klein. Große Häuser mit mehreren Eingängen/Fensterlöchern (mit entsprechendem Mindestdurchmesser) sind für einige Tiere geeignet.
In Gitteretagen können die Tiere mit ihren Füßchen stecken bleiben. Kein Tier empfindet das Laufen über Gitterstäbe als angenehm. Wenn es vom Gitter abrutscht können sie sich beim stecken bleiben schlimmstenfalls die Gliedmaßen einklemmen und brechen oder verstauchen. Vorhandene Gitteretagen sollten mit einer Holz- oder Hartfaserplatte abgedeckt werden oder es können Etagen aus Holz, Kork, Plexiglas, Glas angebracht werden.
In den offenen Sprossen und Aufhängungen können sich die Füße und Schwänzchen der Tiere verfangen. Jutebänder bieten nur eine scheinbare Sicherheit. können die Tiere sich zwischen den Haltestreben einquetschen (Schereneffekt), wie auf dem Bildern Rechts zu sehen ist. Es besteht die Gefahr, dass Kopf, Fuß oder Schwanz eingeklemmt werden.
Auch Metallaufräder mit Seitenbefestigung haben noch eine Haltestrebe am Rad, welche durch Schläge zu Verletzungen führen kann (z.B. Die meisten Metalläufräder sind zu klein. Es kommt durch zu kleine Laufräder zu einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule (vorne läuft das Tier hoch, hinten runter!) und sie wird falsch abgenutzt, was dem Tier auf Dauer Schmerzen bereitet und im schlimmsten Fall zu Bandscheibenvorfällen führt. sind gefährlich - die Füßchen können sich darin verfangen).
Die Einstiegsseite sollte ganz offen sein. Metallaufräder sind von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft.
Es gibt verschiedene Plastiklaufräder. Nicht alle sind für Kleinnager geeignet. Die meisten Plastiklaufräder sind zu klein für beinahe alle Tierarten die üblicherweise als Heimtiere gehalten werden. Vor allem die in Kaufkäfigen vormontierten Räder sind normalerweise nicht zu empfehlen. Diese Räder haben oft nur einen Durchmesser von 13 cm. Das ist für alle Tierarten zu klein und führt zu Rückenproblemen.
Häufig haben Plastikräder oder billige Holzrädre offene Sprossen. In diesen kann sich der Nager mit seinen Füßchen verfangen und verletzen. Die Lauffläche muss durchgehend geschlossen sein. Sie darf aber auch keine stark hervorstehenden Kanten aufweisen - in den herkömmlichen Plastiklaufrädern stehen mitunter eckige Kannten 2 mm hoch ins Rad um ein Abrutschen des Tieres beim Laufen zu verhindern. Leider schneiden diese Kanten beim Laufen in die Füße und es kann zu einem Ballenabszess und anderen Verletzungen kommen.
Die meisten Standardräder haben in der Mitte eine vorstehende, nicht gesicherte Halterung. An dieser Halterung kann sich das Tier beim Laufen verletzen.
Laufkugeln aus Plastik, die so genannten Joggingbälle und andere Spielzeuge wie z. B. Autos mit Kugeln, in welche die Tiere eingesperrt werden, um damit durch die Wohnung zu rollen, sind tierwidrig. Es handelt sich hierbei um teilweise oder ganz durchsichtige Kugeln, die normalerweise mit einem Durchmesser von 10 - 20 cm haben, teilweise mit Lüftungsschlitzen versehen oder auch auf einem Gestell anzubringen sind. Tiere können sich in solchen Geräten sehr schwer verletzen, z. B. Panik wird ausgelöst, da das Tier diese Kugel nicht verlassen kann, wann es das will. Laufkugel ist kein echter Auslauf.
Das Tier ist nicht in der Lage, sich in einer Laufkugel zu orientieren. etwas von seiner Umgebung wahrzunehmen. Viele Nager sind kurzsichtig, durch die Wände wird ihr Sehvermögen weiter eingeschränkt. Die Tiere können also nicht sehen wohin sie laufen. Der Sinn, auf den sich viele Nager am meisten verlassen, ist ihr Geruchssinn. erschnuppern. schreckliche Angst und läuft panisch, um zu entkommen. Auch wenn die Tiere vielleicht von selber in die Kugel gehen - wissen Sie denn ganz genau, wann es wieder hinausmöchte und wann das freiwillige Laufen einem erzwungenen Laufen und Panik weicht?
Stellen Sie sich vor, Sie wären fast blind und würden in so eine kleine Kugel gesperrt um damit über ein für Sie völlig unbekanntes Gelände zu laufen. Die Laufkugeln sind ebenfalls von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft. (Merkblatt Heimtierhaltung, Tierschutzwidriges Zubehör (62) und Merkblatt für Heimtierhalter Hamster TVT ).Lassen Sie Ihr Tier frei oder in einem abgegrenztem Auslauf laufen.
Im Zoofachhandel werden Leinen für Kleintiere angeboten. Es wird suggeriert, dass man an diesen Leinen seinen Hamster, sein Meerschweinchen, seine Ratte oder auch sein Kaninchen spazieren führen kann. Nager und Kaninchen sind Fluchttiere. Es ist für sie eine absolute Qual, an der Leine zu hängen und sich nicht verstecken zu können. Die meisten Tiere wehren sich gegen die Leine, so kann es schon beim Anlegen zu Verletzungen kommen.
Wird das Tier an der Leine gezogen oder versucht es einfach nur loszulaufen und wird von der Leine daran gehindert, kann es durch den Druck auf den Brustkorb zu Quetschungen und Rippenbrüchen kommen. Verheddert sich das Tier beim Laufen in der Leine, kann dies zu Zerrungen und Prellungen sowie Knochenbrüchen führen.
Gerade Kleintiere sind sehr revierbezogen. Werden sie an eine Leine genommen und damit auf einem unbekannten Terrain spazieren geführt, setzt sie das sehr stark unter Stress - vor allem, wenn sie dazu von ihren Artgenossen getrennt werden. Ein Auslauf an der Leine ist kein richtiger Auslauf für das Tier und zudem auch noch gefährlich, Leinen für Kleintiere sind von daher abzulehnen.
Häufig werden im Handel kleine Käfige für Heimtiere angeboten. Die meisten dieser Käfige entsprechen nicht den empfohlenen Mindestgrößen für diese Tiere, sie schränken die Bewegungsfreiheit der Tiere stark ein. In Plastikkäfigen mit einer Grundfläche unter 80 x 50 cm herrscht keine ausreichende Luftzirkulation und es bilden sich Pilze und Bakterien, Schadgase (Amoniak) können nicht entweichen.
Da der Halter aber durch die Plastikwände die Verschmutzung des Geheges nicht oder zu spät wahrnimmt, werden solche Gehege zu selten gereinigt. Das Tier ist permanenten Reizungen durch Schadgase, Pilze und Bakterien ausgesetzt. Kleine Boxen aus Plastik eignen sich nur zum Transport des Tieres zum Tierarzt. Dafür muss die Box so groß sein, dass das Tier sich ausstrecken kann und dann noch Platz genug da wäre, um noch ein Tier der gleichen Art dazuzugeben (werden 2 Tiere mitgenommen, muss für weitere 2 Tiere Platz bleiben). Die Boxen müssen gut belüftet sein und dürfen nicht durchsichtig sein bzw.
Im Handel nach wie vor die so genannte Hamsterwatte/das Nagerbett als Nistmaterial für kleine Heimtiere angeboten. Diese Hamsterwatte/das Nagerbett ist sehr gefährlich. Hamsterwatte zieht Fäden und es kommt leider recht häufig vor, dass sich Kleintiere ihre Gliedmaßen darin abschnüren. Viele Tiere haben so schon Gliedmaßen oder auch ihr Leben verloren. Hamsterwatte ist meist nicht atmungsaktiv. Die Tiere feuchten sich zum Abkühlen stark an und durch die Feuchtigkeit können sich Pilze, Bakterien und Parasiten im Fell ansiedeln. Hamsterwatte ist leider nicht voll verdaulich. Sie kann im Magen verklumpen. Viele Stoffe sind unverdaulich. Nur unter Vorbehalt können wir Kapok Schoten (Baumwolle) empfehlen.
Um den Geruch der kleinen Heimtiere zu überdecken, wird vermehrt parfümierte oder mit geruchsbindenden Stoffen versetzte Einstreu angeboten (Zitruseinstreu). Die Duftstoffe können die Atemwege der Tiere reizen, auch Hautreizungen können nicht ausgeschlossen werden. Die Duftstoffe führen zu Stressreaktionen weil der Eigengeruch der Tiere verloren geht (die meisten Kleintiere orientieren sich in ihrem Gehege anhand von Duftmarken).
Häufig sind die im Handel angebotenen Spielzeuge und Häuser mit Öffnungen versehen, welche für die Tiere zu klein sind. Es kommt oft vor, dass Mäuse, Hamster, Meerschweinchen und andere Kleintiere in zu kleinen Türen und Fensteröffnungen stecken bleiben und sich lebensgefährlich verletzten oder zu Tode quetschen. Es gelten für alle Öffnungen in Häusern folgende Mindestmaße: Zwergmäuse 3 cm, Farbmäuse und ähnlich große Tiere 4 cm, Rennmäuse, Zwerghamster 4,5 - 5 cm, Goldhamster/Ratten 6 -7 cm, Meerschweinchen 10 cm (runde Öffnungen können aber auch in der Größe zu Problemen führen - runde Öffnungen sollten mindestens 12 cm groß sein).
Der Food Ball ist ein Ball aus Metalgitter, der am Käfiggitter aufgehangen wird und somit frei hängt. Er ist besonders gefährlich. Das Gitter verjüngt sich nach unten. Kleine Tiere können am Ball hochklettern, stecken ihren Kopf durchs Gitter, um an das Futter zu kommen, rutschen dabei ab und schon steckt der Kopf zwischen dem sich verjüngendem Gitter fest. Das Tier kann sich kaum aus seiner Lage befreien, denn es hängt frei schwebend - es wird stranguliert.
Normale Gitterheuraufen aus dem Fachhandel dürfen nur dann benutzt werden, wenn sie so hoch hängen, dass Kleintiere nicht hineinspringen können. Dann hängen sie allerdings für eine natürliche Nahrungsaufnahme zu hoch und dienen bestenfalls als Beschäftigungsraufen, außerdem staubt es beim Fressen zu stark und die Tiere atmen zu viel Staub ein. Die Gitterabstände dürfen nicht zu weit sein, damit kein Tier hinein kriechen kann.
Völlig ungeeignet sind Bodenraufen (Gitter oder Netze die am Boden des Käfigs verankert sind), sowie die leider häufig verwendeten Geschirrabtropfgitter. Hier springen die Tiere gern hinein und verschmutzen dabei nicht nur das Heu, sondern bleiben leider auch mit ihren Füßchen zwischen den Streben hängen.
Besonders gefährlich sind Raufen, die zusammenklappbar und oben offen sind. Junge und wilde Kleintiere reißen sie um, die Raufen klappen dabei zusammen, drinnen und drunter liegende Tiere können wirklich gefährlich verletzt werden. Alle von uns getesteten Raufen dieser Art fielen auch leider schnell auseinander und gaben dann Nägel frei, an welchen sich die Tiere verletzen können. Achten Sie darauf, dass die Raufen fest angebracht sind und nicht von den Tieren umgestürzt oder heruntergerissen werden können.
Lebensgefährlich sind sogenannte "Heunetze". Gerade junge Meerschweinchen und Kaninchen versuchen in die Netze zu kommen und wickeln sich schlimmstenfalls dabei die Schnüre um die Beinchen oder gar um den Hals. Bei manchen Netzen sind die Löcher sogar so groß, dass die Tiere ihren Kopf ganz hinein stecken können und in Panik ganz darin stecken bleiben.
Eine recht neue Mode sind elastische oder auch festere Metallspiralen im Kleintierkäfig als Aufgang oder Spielzeug. In den Spiralen kann das Tier stecken bleiben. Durch die Bewegung der Spiralen kann es sich stangulieren beim Durchrennen. Zudem bieten sie keinerlei Sicherheit für das Tier beim Auftreten.
Im Handel werden Grasnester/Heunester/Heukugeln für Nager als Wohnung und Spielzeug angeboten. Leider sind viele dieser Nester auf ein Drahtgeflecht gebunden, wird so ein Nest zerpflückt, kommt das Drahtgeflecht zum Vorschein und wird zur Pfötchenfalle. Die Tiere können sich an hervorstehenden Drähten verletzten und in Drahtschlaufen verfangen.
Bewegliche Wippen können sehr gefährlich werden! Wenn ein Tier drüber läuft, während ein anderes Tier darunter sitzt, kann das unten sitzende schwere Quetschungen davon tragen. Manche Tiere erschrecken sich auch sehr, wenn die Wippe sich plötzlich bewegt und es kommt dadurch zu Stürzen.
Mopani ist ein sehr schönes, zweifarbiges, tropisches Holz. Seite und der relativ glatten Oberfläche. Eine frische Mopani-Wurzel ist für Nager giftig. daran sterben, wenn sie zuviel davon abknabbern. Holz verwenden. einem Aquarium gelegen.
Aufgedrehte Seile stellen für kleine Nager ein Problem dar. Werden diese Seile angenagt, können sie sich lösen. Die so entstehenden Löcher im Seil sind Fußangeln in denen das Tier hängen bleiben kann. Aufgedrehte Seite können von geschickten Kleintieren aufgedreht werden. Sie stecken ihren Kopf durch und werden dann vom sich wieder drehenden Seil stranguliert. Seile müssen regelmäßig überprüft werden.
Alternativen und Ergänzungen
Die Futtersuche ist die Hauptbeschäftigung eines jeden Zwerghamsters. In der Natur legen sie dabei jede Nacht viele Kilometer zurück, bis sie ihre tägliche Futterration und etwas Nachschub für den Vorrat gesammelt haben. Im häuslichen Gehege ist die Futtersuche natürlich nicht halb so spannend wie in der Natur.
Trotzdem sollte das Futter im ganzen Gehege verteilt und versteckt werden, um die kleinen Hamster so gut wie möglich bei der Suche zu fordern. Um die langen Laufwege nachzuempfinden, nehmen die meisten Zwerghamster ein Laufrad als Ersatz gerne an.
Wichtige Kriterien für ein Laufrad
Die Lauffläche muss unbedingt geschlossen sein, damit der Hamster nicht mit den Füßen hängenbleiben und sich verletzten kann. Außerdem sollte sie keine aufgesetzten Querstreben bzw. Sprossen haben. Da Hamster nicht springen und die Sprossen so nicht zum Absprung nutzen, stolpern sie über die meist viel zu hohen Sprossen und verlieren so schnell die Freude an ihrem Laufrad. Damit das Laufrad möglichst leichtgängig ist, ist ein Kugellager sinnvoll.
Handelsüblich sind Laufräder aus Holz und Plastik. Plastiklaufräder können sehr viel besser gereinigt werden, gerade bei Laufradpinklern ist das ein großer Vorteil. Holzräder können mit Leinölfirnis oder Spielzeuglack versiegelt und somit abwaschbar gemacht werden. Gut bewährt hat sich auch, ein Laufband eines Wodent Wheels mit Holzleim in das Holzlaufrad zu kleben. Diese sind bei Rodipet als Ersatzteile einzeln erhältlich.
In Laufrädern mit bis auf einige Einstiegslöcher geschlossenen Vorderseiten fühlen sich gerade scheue Zwerghamster sehr geschützt. Besonders bei scheuen Tieren ist also eine offene Front eher nicht zu empfehlen. Allerdings verspeisen viele Zwerghamster ihre mitgebrachten Vorräte liebend gern im Rad. Laufen sie dann weiter, klackern die fallengelassenen Körner und Schalen in der Lauftrommel, was die Nerven vieler Halter stark strapaziert.
Gute Laufräder sind leider nicht ganz billig, jedoch haben aufgrund des ausgeklügelten Systems Zwerghamster und Halter lange Freude an dem Rad. Ein SilentRunner von Rodipet verursacht beim Laufen nur minimale Geräusche. Die Front ist geschlossen und die Reinigung äußerst praktisch. Ebenfalls sehr gut geeignet sind die Rodipet evolution Korklaufräder. Bei diesen Modellen ist die Höhe des Rades verstellbar und es ist eine passende Etage erhältlich, auf der das Rad fest und sicher steht. Die Front ist offen. Auch bei diesen Modellen ist der Geräuschpegel minimal. Geeignet sind auch die Wodent Wheels von Rodipet, die in vielen Farben und deutlich kostengünstiger als die oben genannten Modelle erhältlich sind. Ähnlich wie bei dem SilentRunner ist die Front geschlossen. Es gibt allerdings kein Kugellager, sodass die Geräuschentwicklung deutlich höher ist. Auch hier ist eine passende Etage erhältlich, die den optimalen Stand garantiert.
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