Laufrad Lagerspiel Einstellen: Eine Anleitung

Wackelt Ihr Laufrad im Hinterbau oder der Gabel hin und her, obwohl Schnellspanner oder Steckachse fest angezogen sind? Dann liegt ein klarer Fall von Lagerspiel vor. Wir erklären Ihnen, wie Sie mit wenigen Handgriffen das Spiel von Shimano-, Mavic- und sonstigen Naben in den Griff bekommen.

Wenn das Laufrad Lagerspiel im Rahmen aufweist, wird es höchste Zeit zu handeln. Wir erklären die Lösung exemplarisch an einer Shimano-Hinterradnabe. Weiter unten finden Sie Tipps zu anderen Herstellern. Natürlich gibt es hier keine einheitliche Vorgehensweise, da die Laufrad Hersteller unterschiedliche Naben verwenden.

Benötigte Werkzeuge

  • Konusschlüssel
  • Fünfer-Inbus
  • Spezialschlüssel für Mavic

Anleitung zur Einstellung des Lagerspiels bei Shimano-Naben

  1. Lagerspiel prüfen: Zur Prüfung müssen Sie das Laufrad nicht ausbauen. Wackeln Sie am Laufrad und überprüfen Sie das Lagerspiel mit zwei Fingern an der Nabe. Ist Spiel vorhanden, ist der Konus zu locker.
  2. Konus lösen: Der Konus zum Einstellen des Lagerspiels am Laufrad ist immer mit einer Mutter gekontert. Lösen Sie diese Verschraubung mit zwei Konusschlüsseln, oft ist sie ohnehin locker (geht auch auf der Kassettenseite). Verwenden Sie flache Konusschlüssel, die speziell für die Einstellung von Fahrradnaben geeignet sind. Einfache Maulschlüssel sind zu breit.
  3. Lagerspiel einstellen: Zum Einstellen müssen Sie die Achse mit einem Konusschlüssel auf der zweiten Seite der Nabe festhalten. Durch das Nach-rechts-Drehen des gelockerten Konus’ auf der Achse verringert sich das Lagerspiel. Verstellen Sie das Lagerspiel nur in kleinen Schritten.
  4. Konus kontern: Hat die Achse kein spürbares Spiel mehr, kann der zuvor gelockerte Konus wieder arretiert werden (wie in Bild zu 2). Kontern Sie den Konus wieder mit zwei Konusschlüsseln gegen die Sicherungsmutter. Achtung: Halten Sie die Konusmutter dabei fest und drehen nur die Sicherungsmutter, damit Sie das Lagerspiel nicht wieder verändern.
  5. Leichtgängigkeit prüfen: Durch Drehen der Achse mit zwei Fingern können Sie überprüfen, ob sich die Achse noch leichtgängig in der Nabe bewegen lässt. Läuft das Lager extrem rau, haben Sie den Konus zu fest gedreht. Nach der Überprüfung des Lagerspiels bei ausgebautem Laufrad bauen Sie das Rad wieder ein und ziehen sie die Steckachse oder den Schnellspanner nach Herstellerangaben fest. Kontrollieren Sie nun nochmals, ob sich erneut Spiel gebildet hat oder das Lager zu rauh läuft.

Andere Systeme

Systeme mit Inbus-Schlüsselflächen

Schnellspannernaben mit Industrielagern lassen sich oft einfacher vom Lagerspiel befreien. Entfernen Sie den Schnellspanner und ziehen Sie die links und rechts in der Achse liegenden Inbus-Schlüsselflächen gegeneinander fest.

Mavic-Laufräder

Bei den meisten Mavic-Laufrädern müssen Sie das Rad nicht einmal ausbauen. Wir beschäftigen uns heute mit der Einstellung von Mavic- und Campagnolo Fahrradnaben. Zuerst befestigt ihr das Fahrrad in einem Montageständer.

Dreht jetzt einfach das Laufrad und seht dabei genau hin, ob sich Felge und Speiche verformen oder ob tatsächlich Lagerspiel am Laufrad erkennbar ist. Bei allen Wartungsarbeiten an Naben und Laufräder sollte keine Gewalt angewandt werden! Immer mit Gefühl arbeiten und lieber die Anleitung nocheinmal durchlesen.

Einstellung an Mavic Laufrädern

Setzt das Mavic-Einstellwerkzeug so an, dass alle Stifte optimal in der Fahrradnabe greifen. Eine Drehung im Uhrzeigersinn bedeutet fester, eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn bedeutet lockeren. Manchmal wird nicht sofort eine Lockerung erkennbar.

Mit einem leichten Schlag gegen die Stirnseite des Laufrades (nach Ausbau aus dem Montageständer) bringt sicher das gewüschnte Ergebnis. Anschließend alles wieder einspannen und erneut kontrollieren.

Einstellung an Campagnolo Laufrädern

Hier löst ihr erst die Kunststoffkappe ab - Vorsicht Kratzergefahr! Anschließend wird an der Fahrradnabe die Innensechskantschraube (meistens 5er oder 6er Inbusschlüssel) gelöst. Ihr könnt jetzt den Einstellring mit einem Gabelschlüssel (meistens ein 15er Konusschlüssel) drehen. Aber auch hier Achtung!

Ein Widerstand ist hier nur schwer zu fühlen. Deswegen niemals mehr als max. 1/4 Umdrehung schrauben und dann erneut kontrollieren. Passt alles, schraubt den Innensechskant wieder fest und prüft den Leichtlauf. Ist das Spiel der Nabe verschwunden ist alles Ok. Wenn nicht, die Schritte nochmal wiederholen.

Weitere Hinweise

Die Naben moderner Laufräder sind wartungsarm und langlebig - deswegen weiß kaum noch jemand, wie man das Lagerspiel einstellt, wenn’s doch mal wackelt. Lagerspiel in den Naben sieht man nicht - aber man hört es. Zuerst nur gelegentlich, aber dann umso lästiger, wenn im Wiegetritt die Bremsbeläge bei jeder Radumdrehung an den Flanken der Felge schleifen.

Es bremst zwar nicht wirklich, aber das Geräusch vermittelt einem das schlechte Gefühl, dass das Rad nicht optimal rollt. Das kann einen an langen Anstiegen schon zur Verzweiflung treiben. Wer dann die Bremse etwas öffnet, um seine Ruhe zu bekommen, spielt jedoch mit seiner Gesundheit: Bei der nächsten schnellen Abfahrt reicht möglicherweise der Hebelweg nicht mehr aus, um maximale Bremswirkung zu erzielen.

Ursachen und Auswirkungen

Schlecht eingestellte Naben können schleifende Bremsbeläge verursachen. Korrekt eingestellt, drehen sich die Rennradachsen reibungsarm und viele tausend Kilometer. Ist das Lager jedoch zu stark vorgespannt oder lose, gehen die Lagerungen schnell und meistens irreparabel kaputt.

Schleifende Bremsbeläge können auch drohendes Unheil andeuten: Ist der Schnellspanner nicht richtig geschlossen, liegt die Achse der Nabe nur lose in den Ausfallenden - das Laufrad kippt im Wiegetritt leicht hin und her.

Lagerpflege und -tausch

Der stete Beschuss mit einem Gebräu aus Matsch, Wasser und im Winter Salz kann den Naben Ihres Fahrrads schwer zusetzen - die Dichtungen halten diese Fangopackung nur bedingt ab. Im Lager selbst sorgt die Feuchtigkeit für Korrosion von Lagerschalen und -kugeln. Ein ruckeliger Lauf der Nabe ist erst der Anfang, ein blockierendes Laufrad kann gar zu Stürzen führen.

Ihr Lager weist Spiel auf? Dann laufen die Kugeln nicht mehr in ihrem Sitz und können das Lager so irreparabel schädigen. Shimano verbaut seit jeher sogenannte Konuslager, die sich mit etwas Geschick und ein paar Spezialwerkzeugen warten lassen.

Naben mit Industrielagern (etwa bei DT Swiss oder Mavic) bieten den Vorteil, dass die Lager bei Defekten in der Regel ausgetauscht werden können. Ein wenig Spiel in den Nabenlagern ist zunächst nicht tragisch. Früher oder später zieht es jedoch größere Schäden nach sich, zu fest eingestellte Lager können sich selbst zerstören.

Kontrollieren und justieren: Das Lagerspiel stellen Sie fest, indem Sie die im Rad montierte Felge quer zur Laufrichtung bewegen. Lässt sie sich leicht zur Seite drücken oder dreht sich das Laufrad schwergängig, sollten Sie das Lagerspiel justieren.

Konuslager

Bei klassischen Konuslagern wird das Lagerspiel mit den Achsmuttern eingestellt. Lösen Sie zunächst die äußeren Muttern mit flachen Gabelschlüsseln, indem sie beide gegeneinander verdrehen. Justieren Sie dann das Spiel mit den beiden inneren Muttern und kontern Sie die Einstellung, indem Sie die äußeren Muttern wieder anziehen. Durch das Kontern kann das Spiel wieder kleiner werden; kontrollieren Sie erneut und justieren Sie bei Bedarf nach.

Rillenkugellager

Auch bei manchen hochwertigen Laufrädern mit Rillenkugellagern lässt sich das Lagerspiel einstellen. Meist sind die Einstellmuttern mit einer kleinen Inbusschraube gesichert und können nach dem Lösen von Hand gedreht werden. In seltenen Fällen ist ein Stiftschlüssel nötig.

Pflege und Austausch von Lagern

Ruckelnde Konuslager lassen sich oft mit etwas Pflege reanimieren. Schrauben Sie beide Muttern einer Seite von der Achse, entnehmen Sie die einzelnen Lagerkugeln und die Achse. Säubern Sie alles gründlich mit entfettendem Reiniger. Zeigen die Kugeln bereits Laufspuren, sollten sie erneuert werden. Weisen die Kugelbahnen Beschädigungen auf, muss die Nabe oder das ganze Laufrad ersetzt werden.

Drehen sich Rillenkugellager rau, oder ist für das Spiel keine Einstellmöglichkeit vorgesehen, müssen defekte Lager ausgetauscht werden. Entfernen Sie die Abdeckkappen (gesteckt oder geschraubt) und schlagen Sie die Lager mit einer geeigneten Verlängerung nach außen heraus. Fetten Sie den Außenring der neuen Lager. Vergewissern Sie sich beim Einbau, dass sie nicht verkanten und bis zum Anschlag im Nabenkörper sitzen.

Wichtige Tipps

  • Schnellspanner oder Steckachse üben Druck auf die Lager aus und verringern das Lagerspiel. Kontrollieren Sie das Spiel deshalb immer bei montierten Laufrädern, justieren Sie bei Bedarf nach.
  • Ein weiches, sauberes Tuch verhindert beim Arbeiten mit Lagern, dass herunterfallende Kleinstteile wie Kugeln verschwinden.
  • Rillenkugellager sind nach DIN standardisiert und günstig im Maschinenhandel erhältlich (z.B. von SKF, FAG). Die Bezeichnung steht auf der Dichtung; Sie können die Lager auch ausmessen. Achten Sie auf doppelt gedichtete Lager (Zusatz “2RS”) und gute Qualität: teurere halten meist länger.
  • Das Innenleben von Freiläufen benötigt speziellen Schmierstoff: DT Swiss empfiehlt ein eigenes Fett, Mavic schreibt für bestimmte Laufräder ein Öl mit definierter Viskosität vor. Andere Schmierstoffe können die Funktion beeinträchtigen, z.B. weil Sperrklinken verkleben oder das Öl mit der Zeit herausläuft.

So wartest du die Naben deines Fahrrads Schritt für Schritt

Wenn du die folgenden Schritte genau befolgst, wirst du deine Fahrradnabe reinigen und sicherstellen, dass die Naben deines Fahrrads für viele Kilometer einwandfrei laufen.

  1. Kassette und Bremsscheibe entfernen Beginne mit dem Hinterrad. Verwende die Kettenpeitsche und den Zahnkranzabzieher, um die Kassette zu entfernen. Falls dein Fahrrad Scheibenbremsen hat, entferne auch die Bremsscheibe.
  2. Kontermutter lösen Entferne die Staubkappe auf der linken Seite und benutze einen Konussschlüssel (15 oder 17 mm), um die Kontermutter zu lösen.
  3. Innenachse entfernen Sobald die Kontermutter gelockert ist, ziehe die Achse vorsichtig heraus. Dieser Schritt ermöglicht den Zugang zu den Lagern.
  4. Kugellager entfernen Verwende einen Schlitzschraubendreher, um die Kugellager vorsichtig herauszunehmen, und zähle sie, um sicherzustellen, dass keine verloren geht.
  5. Jedes Bauteil gründlich reinigen Jetzt, da alle Teile ausgebaut sind, ist es an der Zeit, sie gründlich zu reinigen. Verwende ein trockenes Tuch, um oberflächlichen Schmutz zu entfernen, und einen spezifischen Entfetter, um alte Fettreste zu lösen.

    Bauteile, die gereinigt werden müssen

    • Konuslager: Achte darauf, dass sie nicht übermäßig abgenutzt sind.
    • Nabengehäuse: Entferne alle Partikel, die das Drehen beeinträchtigen könnten.
    • Kugellager: Reinige sie vorsichtig und überprüfe sie vor der Wiedermontage.
    • Innenachse: Eine gute Wartung verhindert Rostbildung.
  6. Die Nabe schmieren und Kugellager einsetzen Trage eine gleichmäßige Schicht Fett für Kugellager im Inneren der Nabe auf. Überprüfe vor dem Einsetzen der Kugellager deren Zustand. Falls sie abgenutzt oder korrodiert sind, ersetze sie durch neue.
  7. Setze die Zentralachse ein und stelle die Konen ein Sobald die Kugellager an ihrem Platz sind, führe die Zentralachse auf der rechten Seite der Nabe ein. Gehe dann auf der linken Seite wie folgt vor:

    Drehe die Konusmutter, bis sie die Kugellager berührt. Setze die Mutter auf und ziehe sie fest, aber nicht zu stark. Drehe das Rad, um sicherzustellen, dass die Bewegung flüssig und ohne Widerstand ist.

  8. Justiere die Zentralachse präzise Verwende einen 15-mm-Konussschlüssel, um die Zentralachse gleichmäßig festzuziehen. Beachte dabei folgende Empfehlungen:

    Sanfte Drehung: Falls sich das Rad nicht frei dreht, lockere es leicht. Kein Spiel: Falls sich die Achse seitlich bewegt, ziehe sie etwas fester.

  9. Ziehe die Kontermutter fest Setze die Kontermutter auf und ziehe sie mit dem Konussschlüssel fest. Stelle sicher, dass die Einstellung stabil ist, ohne die Drehung der Nabe zu blockieren.
  10. Überprüfe die Einstellung und teste das Rad Bevor du die Wartung abschließt, befolge diese Schritte, um sicherzustellen, dass alles korrekt montiert ist:

    Drehe das Rad mit der Hand: Es sollte sich sanft bewegen, ohne Widerstand oder ungewöhnliche Geräusche. Teste die Achse: Sie sollte weder Spiel haben noch zu fest angezogen sein. Überprüfe die Konen: Sie sollten gut eingestellt sein und sich nicht leicht lösen.

Regelmäßige Wartung verhindert vorzeitigen Verschleiß und verbessert die Leistung deines Fahrrads. Diese zehn Schritte zur Wartung der Fahrradnabe gelten für beide Räder. Natürlich ist das Vorderrad einfacher, da es keine Kassette hat. Falls du diese Wartung regelmäßig durchführst, werden sich deine Räder immer reibungslos und effizient drehen.

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