Laufrad richtig einbauen und zentrieren: Eine umfassende Anleitung

Egal, ob für den Transport, die Wartung oder nach einer Panne: Das Aus- und Einbauen des Laufrads gehört zu den Grundfertigkeiten, die jeder Radfahrer beherrschen sollte. In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du das einfach und sicher hinbekommst.

Laufradmontage und Demontage beim Fahrrad

Heute werden die meisten Fahrräder mit Schnellspannern oder Steckachsen ausgestattet. Schau in deiner Fahrrad-Anleitung nach, welche Befestigung dein Fahrrad verwendet und lerne wie du die Laufräder deines Fahrrads richtig montierst.

Hinweis: Achte immer darauf, dass Schnellspanner und Steckachsen richtig geschlossen und fest sind. Wenn sie nicht korrekt gespannt sind, kann sich das Laufrad während der Fahrt lockern oder lösen.

Beim Aus- oder Einbau des Laufrads gibt es zwischen Vorder- und Hinterrad kleine Unterschiede. Wir erklären dir hier das Aus- und Einbauen des Hinterrads. Denn beim Vorderrad musst du ‘nur’ darauf achten, dass das Laufrad durch die Bremse/ in die Bremsbacken passt. Beim Hinterrad musst du es zusätzlich in die Kette oder den Riemen einlegen.

Laufräder mit Schnellspanner aus- und einbauen

So baust du das Hinterrad mit Schnellspanner aus:

  1. Schalte vorne auf das große Kettenblatt (wenn du zwei hast).
  2. Schalte hinten auf das kleinste Kettenblatt.
  3. Löse die V-Brake (wenn du Felgenbremsen hast).
  4. Löse nun den Hebel des Schnellspanners und drehe die Kontermutter von der Achse des Schnellspanners.
  5. Jetzt kannst du das Laufrad gegen oben entnehmen, indem du das Schaltwerk leicht nach hinten drückst.

So baust du das Hinterrad mit Schnellspanner ein:

  1. Öffne die V-Brake (wenn du Felgenbremsen hast).
  2. Hebe das Laufrad von oben in die Ausfallenden deines Fahrrads. (Bei Scheibenbremsen musst du darauf achten, dass sich die Bremsscheibe zwischen den Bremsbelägen befindet.) Ziehe das Schaltwerk dabei leicht nach hinten, damit das Laufrad an diesem vorbei eingesetzt werden kann. Lege die Kette auf das kleinste Ritzel.
  3. Ziehe nun die Kontermutter fest.
  4. Die Nabe sollte mit beiden Seiten der Achse bis zum Anschlag in den Ausfallenden sitzen.
  5. Schliesse dann den Hebel des Schnellspanners. Lässt sich der Hebel leicht und ohne Kraftaufwand schliessen, musst du die Kontermutter weiter auf die Schnellspannachse drehen.

Laufräder mit Steckachse aus- und einbauen

So baust du das Hinterrad mit Steckachse aus:

  1. Schalte vorne auf das grosse Kettenblatt (wenn du zwei hast).
  2. Schalte hinten auf das kleinste Kettenblatt.
  3. Öffne den Hebel und drehe die Steckachse lose, bis du sie herausziehen kannst. (Steckachsen, die geschraubt werden, haben keinen Hebel. Diese musst du mit einem Inbusschlüssel lösen.)
  4. Ziehe das Laufrad nun gegen oben heraus, indem du das Schaltwerk leicht nach hinten drückst.

So baust du das Hinterrad mit Steckachse ein:

  1. Um das Laufrad wieder in den Rahmen zu setzen, musst du das Schaltwerk wie bei der Entnahme leicht nach hinten drücken. Achte darauf, dass die Bremsscheibe beim Einsetzen des Rades zwischen den Bremsbacken liegt. Lege die Kette auf das kleinste Ritzel.
  2. Jetzt kannst du die Steckachse wieder durch die Nabe schieben und eindrehen. Sobald du genügend Widerstand hast, kannst du den Hebel schliessen. (Steckachsen, die geschraubt werden, haben keinen Hebel. Diese musst du mit einem Inbusschlüssel anziehen.)

Tipp: Durch das Umlegen des Hebels wird sowohl beim Schnellspanner als auch bei der Steckachse Spannung aufgebaut. Lässt sich der Hebel nicht ganz schliessen oder zu leicht öffnen, musst du die Vorspannung anpassen.

Q-Loc Schnellspannsystem von Suntour

An unseren Zing E-Bikes mit Suntour-Federgabel verbauen wir am Vorderrad die SR Suntour Q-Loc Steckachse. Wir zeigen dir, wie du dieses System im Handumdrehen öffnest und wieder verriegelst, um das Vorderrad aus- und einbauen zu können.

Die Q-Loc Steckachse von SR Suntour:

  1. Öffne zuerst den Hebel der Steckachse.
  2. Drücke nun den Verschluss auf der anderen Seite gegen innen und drehe ihn um eine Viertel Umdrehung.
  3. Jetzt kannst du die Steckachse herausziehen.

Hinweis: Die Montage des vorderen Laufrades mit SR Suntour Q-Loc Stechachse funktioniert in umgekehrter Reihenfolge.

Inspektion der Fahrrad-Laufräder

Von Zeit zu Zeit lohnt es sich, ein paar generelle Checks an deinen Laufrädern durchzuführen. Überprüfe, ob die Räder festmontiert sind und ob die Reifen genug Luft haben. Überprüfe die Reifen auf Abnutzung und Risse. Schau dir auch die Speichen an: Sie sollten alle fest sitzen und keine Schäden haben, damit dein Rad stabil und gerade läuft. Kontrolliere auch die Radlager (diese findest du in der Mitte des Rades), um sicherzugehen, dass sie gut eingestellt sind.

Solltest du den Reifen oder den Schlauch wechseln, achte darauf, dass das Felgenband richtig sitzt. Dieses Band sorgt dafür, dass der Schlauch nicht durch die Löcher in der Felge beschädigt wird - es ist also ein kleiner, aber wichtiger Schutz vor Pannen.

Radnabenlager überprüfen

  1. Hebe das Fahrrad an einem Ende mit einer Hand an und versuche, die Felge hin und her zu bewegen. Genau hinschauen und -hören: ertaste, ob sich die Lager bewegen/ Spiel haben.
  2. Drehe das Laufrad und achte auf schleifende oder andere ungewöhnliche Geräusche.
  3. Wiederhole den Vorgang am anderen Laufrad.

Wenn sich die Radnabe locker anfühlt oder ein schleifendes Geräusch erzeugt, solltest du das Fahrrad zum Fachhändler bringen - die Einstellung der Radlager erfordert Spezialwerkzeug sowie entsprechendes Fachwissen. Ist das Rad einfach locker, kann es auch sein, dass sich die Steckachse oder der Schnellspanner etwas gelöst hat.

Radlager schmieren

Tausche das Schmierfett in den Radlagern einmal jährlich aus. Die Wartung der Lager erfordert Spezialwerkzeug sowie entsprechendes Fachwissen und sollte daher nur von unseren Fachhändlern durchgeführt werden. Einige Lager sind fest gekapselt, diese müssen nicht jedes Jahr geschmiert werden.

Schmiere ausserdem einmal im Jahr den Laufrad-Schnellspanner oder die Laufrad-Steckachse. Dazu solltest du an der Stelle, an der sich der Schnellspannhebel im Schnellspanner bewegt, zwei oder drei Tropfen von einem synthetischen Schmiermittel oder einem Leichtöl anbringen.

Laufrad zentrieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Merkst du, dass dein Fahrradlaufrad unrund läuft und an den Bremsen schleift? Keine Sorge, das ist ein häufiges Problem, das du ganz einfach zu Hause beheben kannst. Mit den richtigen Werkzeugen und ein paar wichtigen Schritten Schritten kannst du dein Fahrrad zentrieren, ohne eine Werkstatt aufsuchen zu müssen. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir dir, wie du dein Laufrad korrekt ausrichtest und Probleme beim Fahren vermeidest. Los geht’s!

Werkzeuge zum Zentrieren des Fahrradlaufrads

Um das Laufrad deines Fahrrads zu Hause zu zentrieren, sind die richtigen Werkzeuge unerlässlich. Mit der passenden Ausrüstung erzielst du eine präzise Einstellung und vermeidest Fahrprobleme.

  1. Speichenschlüssel: Ein Speichenschlüssel mit der passenden Größe für die Nippel deiner Speichen.
  2. Zentrierständer: Ein stabiler Zentrierständer erleichtert die Arbeit erheblich und ermöglicht eine schnellere und genauere Justierung.
  3. Zentrierlehre: Eine Zentrierlehre hilft dir dabei, die Nabe exakt in der Mitte der Felge auszurichten.
  4. Standpumpe: Eine Standpumpe ist wichtig, um den Reifendruck nach dem Zentrieren auf das gewünschte Niveau zu bringen.
  5. Speichenspannungsmesser: Mit einem Speichenspannungsmesser kannst du die Spannung der einzelnen Speichen genau und sicher überprüfen.

Was du vor dem Zentrieren des Laufrads wissen solltest

Bevor du mit der Justierung beginnst, ist es wichtig, die Ursache für die Unwucht zu erkennen und entsprechend zu handeln. Befolge diese wichtigen Schritte:

  1. Beobachte die Rotation des Laufrads: Hebe das Fahrrad an und drehe das Laufrad langsam. Achte darauf, ob es sich seitlich bewegt oder vertikale Unregelmäßigkeiten aufweist.
  2. Überprüfe die Speichen: Fahre mit den Fingern über die Speichen, um festzustellen, ob eine lockerer als die anderen ist. Die Speichen sind abwechselnd mit der Nabe verbunden, daher ist es wichtig, sie korrekt zu spannen oder zu lockern.
  3. Kontrolliere die Bremsscheibe (falls vorhanden): Falls dein Fahrrad Scheibenbremsen hat, überprüfe, ob der Rotor gerade ist. Eine falsch ausgerichtete Scheibe kann ebenfalls zu Schleifgeräuschen oder unerwünschtem Widerstand führen.

Tipp: Bevor du die Speichen anziehst, stelle sicher, dass du die genaue Seite der Unwucht identifizierst. Ein falsches Anziehen kann das Problem verschlimmern.

So zentrierst du ein Fahrradlaufrad Schritt für Schritt

Ein verzogenes Laufrad kann sich auf zwei Arten bewegen: seitlich oder mit vertikalen Sprüngen. Beide Bewegungen können das Fahrgefühl erheblich beeinflussen, insbesondere auf asphaltierten Straßen.

Wie man eine seitliche Unwucht im Fahrradlaufrad korrigiert

Dies ist wahrscheinlich die häufigste Art der Unwucht, da sie bei allen Arten von Laufrädern auftreten kann - unabhängig vom Preis oder Modell des Fahrrads. Um die seitliche Unwucht zu korrigieren, sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Ermittle die genaue Stelle der Abweichung. So kannst du gezielt eingreifen.
  2. Ziehe die Speichen auf der gegenüberliegenden Seite des Versatzes an. Wenn das Laufrad nach rechts verschoben ist, ziehe die Speichen auf der linken Seite fester.

Tipp: Führe alle Anpassungen in Vierteldrehungen durch, um sie sicher, einfach und kontrolliert vorzunehmen. Nach jeder Anpassung drehe das Laufrad erneut, um sicherzustellen, dass alles korrekt ausgerichtet ist.

Wie man vertikale Unwuchten im Fahrradlaufrad korrigiert

Diese Art von Unwucht ist weniger häufig, aber wenn dein Laufrad einen ovalen Lauf anstelle einer perfekten Kreisform aufweist, sind einige Korrekturen erforderlich. Die Lösung ist einfach: Löse die Speichen an den Stellen, an denen das Laufrad nach oben springt.

Unabhängig davon, ob es sich um eine vertikale oder seitliche Unwucht handelt, solltest du vorsichtig sein. Eine zu starke Spannung kann langfristige Schäden verursachen, da die Felge ihre Form verlieren könnte. Wir empfehlen dir, geduldig zu sein und die Korrekturen Schritt für Schritt vorzunehmen.

Anleitung: Rennrad Speichen spannen & Seitenschläge zentrieren

  1. Spannen Sie das Laufrad mittig in die Zentrierhilfe, stellen Sie den oder die Zentrierzeiger mit einem Millimeter Abstand zur Felge ein. Drehen Sie das Laufrad und beobachten Sie den Lichtspalt. Ist dieser im Bereich, an dem die Felge dem Zeiger am nächsten kommt, noch groß, führen Sie den Zeiger weiter heran, bis er an dieser Stelle nahezu streift.
  2. Schieben Sie eine Messuhr heran, bis der Taster ca. in die Mitte seines Messbereichs eingeschoben ist. Suchen Sie die Stelle, die mittig zwischen den großen Ausschlägen nach links und rechts liegt. Den größten Ausschlag erkennen Sie daran, dass die Nadel danach ihre Richtung ändert. Drehen Sie die Nullposition der Messuhr auf diese Zeigerposition.
  3. Drehen Sie die Felge an die Stelle des größten Ausschlags. Mehrere Ausschläge markieren Sie entsprechend. Unterteilen Sie die Ausschläge in solche, die nach rechts und solche die nach links gehen. Nur in eine Richtung zu zentrieren, kann dazu führen, dass die Felge aus der Mitte wandert und nicht mehr mittig in Rahmen oder Gabel steht.
  4. Ziehen Sie mit einem Finger eine Speiche nach außen oder drücken Sie zwei Speichen einer Seite zusammen und beobachten Sie den Spalt am Zeiger. Bewegt sich die Felge in die gewünschte Richtung, haben Sie die Seite gefunden, deren Speichen Sie etwas mehr spannen müssen.
  5. Umfassen Sie die Speiche so, dass der Daumen zur Nabe zeigt. Die Finger der halb ­geschlossenen Hand weisen ­in die Drehrichtung, der ­Daumen in die Richtung, in die sich der Nippel bewegen will. Da er von der Felge festge­halten wird, zieht er statt­dessen die Speiche stramm.
  6. Wo die Felge am nächsten zum Zeiger steht, müssen Sie die Speiche der Gegenseite nachspannen - maximal eine halbe Umdrehung. Die benachbarten Speichen dieser Seite werden ebenfalls etwa eine viertel Umdrehung ­nachgespannt. Prüfen Sie ­anschließend den Rundlauf des gesamten Laufrads.
  7. Zentrieren ist ein Geduldspiel; tasten Sie sich in kleinen Schritten allmählich heran und achten Sie darauf, dass Sie die Spannung aller Speichen einer Seite im Bereich des Seitenverzugs erhöhen. Vermeiden Sie es, eine einzelne Speiche stark anzudrehen, dies könnte zu einem Höhenverzug führen.
  8. Kontrollieren Sie immer wieder das gesamte Laufrad. Stellen Sie die Zeiger dabei immer enger. Arbeiten Sie an allen Seitenschlägen gleichmäßig, um das Laufrad in die Mitte zwischen die Zeiger zu bekommen. Spannen Sie die Speichen so nach, bis der Ausschlag nur noch maximal bei ein bis zwei Zehntel Millimeter zu jeder Seite beträgt.
  9. Durch das Nachspannen verdrehen sich die Speichen in sich. ­Drehen Sie vorbeugend bei der ­abschließenden Zentrierrunde die Nippel eine Achtel- bis Viertelum­drehung mehr als nötig und dann wieder eine Viertelumdrehung zurück. Alternative: Drücken Sie reihum gegenüberliegende Speichen paarweise zusammen (Bild).

Sonderformen bei Rennrad-Laufrädern:

  • Aerodynamisch geformte Messerspeichen: Diese Speichen sollten beim Zentrieren strömungsgünstig ausgerichtet bleiben und nicht unnötig verdreht werden. Mit einer Zentrierhilfe in Form eines geschlitzten Blocks ­sichern Sie die Speichen ­gegen Verdrehen.
  • Nippel bei Mavic-Laufrädern: Einige Mavic-Laufräder haben eine spezielle Nippelspannart, bei der eine Überwurfschraube in die Felge gedreht ist. Verwenden Sie zum Zentrieren das beiliegende Original­werkzeug. Die Zentrierrichtung bleibt wie gewohnt. Bei ­manchen Shimano-Laufrädern muss die Überwurfschraube anders herum gedreht ­werden.
  • Systemlaufräder mit im Felgenbette versteckten Nippeln: Bei einigen Systemlaufrädern liegen die Nippel versteckt im Inneren der Felge. Hier müssen Reifen und Felgenband abgezogen werden, dann kommt man mit einem Steckschlüssel vom Felgenbett her an die Nippel. Das Zen­trieren funktioniert dann wie bei konventionellen Lauf­rädern, das Werkzeug wird im Uhr­zeigersinn ­gedreht.

Tipps zum Rennrad-Laufrad zentrieren:

  • Speiche oder Lager?: Kontrollieren Sie zuerst ein mögliches Lagerspiel in der Nabe. Fixieren Sie das Rad im Montageständer und drücken Sie die Felge an mehreren Stellen quer zur Laufrichtung hin und her. Leichtes Ruckeln stammt von Spiel in den ­Lagern. Fühlt sich das Laufrad insgesamt nachgiebig an, sind die Elastizität von Felge und Speichen die Ursache.
  • Passgenau: Benutzen Sie nur hoch­wertiges Werkzeug - das gilt auch für ein so vermeintlich simples Teil wie Nippel­spanner. Grob gestanzte Blechwerkzeuge, Schlüssel mit zu kleinen Auflageflächen oder zu großer Schlüsselweite können den Vierkant des ­Speichennippels beschädigen.
  • Messbar: Mit einer Messuhr aus dem Werkzeugmarkt, die mittels Magnetfuß am Zentrierständer angebracht wird, erleichtern Sie sich die Zentrierarbeit. Wer häufig zentriert oder Lauf­räder einspeicht, für den lohnt sich ein Zentrierständer mit Schleppzeiger-Uhren, die feine Ausschläge vergrößert zeigen.
  • Ausbalanciert: Kontrollieren Sie Laufräder auf mögliche Unwuchten, indem Sie sie im Zentrierständer ­wiederholt auspendeln lassen, bis die schwerste Stelle im unteren Totpunkt ruht.

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