Viele Eltern kennen Puky: Rutscher, Roller, Laufräder. Irgendwie kommt man kaum daran vorbei und das eigene Kind hatte mindestens ein Gefährt der Marke. Wahrscheinlich liegt es an der durchaus guten Qualität und einem sehr reichhaltigen Fundus an Zubehör und Ersatzteilen.
Wenn du dich an deinem Fahrrad sattgesehen oder Lust auf eine neue Farbe hast, musst du nicht direkt ein neues kaufen. Ein Fahrrad zu lackieren ist zwar mit einigem Aufwand verbunden, aber nicht allzu kompliziert. Wenn du handwerklich begabt bist, bekommst du die Lackierung auch zu Hause hin.
Die Ausgangslage: Ein gebrauchtes Puky Shark
Die Marke ist selbst gebraucht recht preisstabil, wer einen Schnapper sucht muss sich etwas gedulden. Wir hatten dann eines Tages Glück: Ein Puky Shark 12 Zoll Kinderfahrrad tauchte bei eBay Kleinanzeigen auf. Der Kurs war gut, denn das Kinderrad hatte schon einige Fahrten mitgemacht. Rostiger Gepäckträger, Beulen und ein Reifen war auch noch platt. Ideal für meinen Plan: Pimp my Puky! Dieses Puky wird ordentlich gepimpt und lackiert.
Schritt für Schritt: Puky Kinderfahrrad lackieren
Schritt 1: Waschen
Klaro, nach Jahren der Benutzung müssen erstmal Wasser und Seife her. Das Rad muss gründlich von allem Dreck, Erdklumpen und Co. gereinigt werden.
Schritt 2: Auseinander bauen
Bevor du deinen Fahrradrahmen lackieren kannst, solltest dein Fahrrad in mehrere Teile zerlegen. Je nach Rad funktioniert das einmal besser und einmal schlechter.
Damit man auch überall bestmöglich dran kommt, muss das Puky Kinderfahrrad in seine Einzelteile zerlegt werden.
Dazu empfehlen sich zwei Dinge:
- Macht vorab möglichst von allem Fotos. Das hilft nachher beim wieder zusammenschrauben ungemein. Lieber ein Foto von einer Schraube zu viel als zu wenig.
- Legt Euch viele kleine Frühstückstütchen bereit. Da kommen die Schrauben und Mutter aus einer Region des Pukys rein, z. B. alle Schrauben vom Hinterrad, alle vom Gepäckträger usw. Beschriften nicht vergessen!
Für die Demontage der Pedal-Kurbeln braucht man übrigens einen Kurbelabzieher. Da ich auch die Felgen lackieren wollte, habe ich wirklich alles auseinander genommen und auch die Reifen abgezogen - einer war ja eh platt.
Schritt 3: Abschleifen
Jetzt wird das Kinderfahrrad erstmal etwas abgeschliffen. Zuerst mit grobem Schleifpapier, dann mit feinem. Es geht nicht darum die vorhandene Lackierung zu entfernen, sondern mehr darum, alles ein bisschen anzuschleifen, damit die kommende Lackierung besser hält.
Danach schleifst du alle zu lackierenden Teile gründlich ab, sodass der Lack später besser haftet. Verwende im ersten Durchgang das Schleifpapier mit der gröberen Körnung und schleife den Rahmen gleichmäßig ab.
Außerdem werden so auch rostige Stellen oder kleine Schrammen ausgebügelt. Abschließend das Puky mit Wasser waschen.
Schritt 4: Grundieren
Ich habe mich jetzt erstmal für eine Grundierung entschieden. Ich wollte ja alles richtig machen.
Dafür habe ich erstmal unsere Garage geräumt und Schnüre gespannt. Daran habe ich alle Einzelteile gehängt, um die einzelnen Komponenten des Puky bestmöglich lackieren zu können.
Dann habe ich alles mit der Universalgrundierung von Edding bearbeitet. Schön Abstand halten und dünn auftragen - gute Übung fürs spätere Lackieren.
Schritt 5: Lackieren
Und das kommt jetzt endlich: Das Puky wird lackiert!
Unsere Tochter hat sich selbst die Grundfarbe ausgesucht: Ein Khakigrün. Dafür greife ich auf speziellen Fahrradlack von Spray.Bike zurück. Eine Dose reicht.
Beim Lackieren besser wirklich Zeit lassen: Dünne Schichten mit genügend Abstand, damit wir keine Nasen ziehen. Lieber häufiger lackieren. Und auch wirklich akribisch kontrollieren, ob keine Stelle des Pukys vergessen wurde. Ich habe insgesamt 4 Tage gebraucht. Auch deshalb, weil mir eine Dose Schwarz nicht reicht und ich nachordern muss.
Trage anschließend mehrere dünne Schichten des gewählten Farblacks auf, bis alles deckend lackiert ist. In der Regel benötigst du drei bis vier Schichten.
Schritt 6: Puky wieder zusammenbauen
Es ist wie es immer ist: Auseinander schrauben geht schneller als zusammen schrauben. Die sortierten Tütchen mit den unterschiedlichen Schrauben retten wirklich das Fahrrad - sonst hätte ich niemals alles wieder zusammenbekommen. Und auch die Fotos erweisen sich als Retter in der Not: So viele Details kann man sich einfach nicht merken.
Nach 3 Stunden ist das Puky aber zusammengeschraubt und bereit. Auch die Vorderradbremse sitzt und bremst anständig (nach einer Stunde Justierung - guckt Euch die vorher unbedingt intensiv an!).
Felgen lackieren: So geht's
Ob für eine schönere Optik oder zum Ausbessern kleiner Kratzer: Felgen lackieren geht mit der richtigen Vorbereitung auch selbst. Wir geben eine Anleitung und zeigen die dafür besten Produkte.
Welcher Lack eignet sich für Felgen?
Der Lacküberzug sollte für die ganze Felge gut deckend, hitzebeständig sowie schlag- und stoßfest sein. Meist eignet sich dafür am besten ein Acryllack. Bei einem Zweikomponenten-Lack (2K) folgt nach der passenden Lackfarbe noch eine Schicht Klarlack, um die Farbschicht zu schützen und einen besseren Glanz zu erzielen. Ohne diesen Klarlack verwittert die Lackschicht schneller und das Ergebnis wird auf lange Sicht nicht zufriedenstellend sein.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So werden Felgen lackiert
Wer sich dazu entscheidet, die Felgen des Autos selbst zu lackieren, sollte folgende Schritte beachten. Wichtig ist vor der Lackierung eine sehr gründliche Reinigung der Felgen, ganz gleich, ob Alufelgen oder Stahlräder. Nur wenn die Oberfläche optimal vorbereitet ist, haftet die später aufgetragene neue Schicht gut.
- Felgen gründlich von Schmutz, Fett, Öl, Politur und Bremsstaub reinigen, vorhandenen Porenrost oder anderen Rost entfernen
- Untergrund mit entsprechender Körnung anschleifen, trocknen, reinigen und fettfrei halten
- Umfeld mit Lappen oder Zeitungspapier gegen Sprühnebel schützen, wenn nötig Flanken der Reifen mit Krepp-Abdeckband abkleben
- Grundierung auftragen und nach Durchtrocknung leicht anschleifen (Schleifpapier P600)
- Farbdose vor Gebrauch gründlich schütteln und aus etwa 25 cm Entfernung sprühen
- Vorgang nach fünf Minuten wiederholen.
Hilfreiche Tipps und Tricks
- Wähle den richtigen Ort: Dein Fahrrad lackierst du am besten draußen. Bevor du loslegst, brauchst du einen geeigneten Ort, an dem du dein Fahrrad lackieren kannst. Du solltest ausreichend Platz haben. Zum Lackieren des Fahrrads sollte es weder zu kalt noch zu heiß sein.
- Hochwertige Lacke verwenden: Willst du ein Fahrrad lackieren, benötigst du einen Farblack deiner Wahl sowie einen Klarlack. In manchen Fällen brauchst du außerdem eine Grundierung - das hängt vom gewählten Farblack ab. Wichtig: Greife zum nicht unbedingt zum günstigsten Lack, um dein Fahrrad zu lackieren. Lege stattdessen besser Wert auf hochwertige Lacke, die sowohl stoß-, kratz- als auch abriebfest sind. Zudem empfiehlt es sich, alle Lacke (also Grundierung, Farb- und Klarlack) von derselben Marke zu kaufen.
- Umweltfreundliche Lacke bevorzugen: Bei der Auswahl deines Lacks solltest du auch an die Umwelt denken. Naturlacke hingegen haben eine bessere Ökobilanz und enthalten weniger Schadstoffe. Sie sind daher umwelt- und gesundheitsverträglich und empfehlenswerter für das Lackieren deines Fahrrads.
- Schutzkleidung tragen: Zieh dir vorher Schutzkleidung oder zumindest alte Klamotten sowie Handschuhe an.
- Richtig entsorgen: Bist du mit dem Lackieren deines Fahrrads fertig, solltest du die Farbe fachgerecht entsorgen. Laut Hinweis eines Lackherstellers kannst du eingetrocknete Acryllackreste im Restmüll oder Baustellenmüll entsorgen. Flüssiger Acryllack gehört auf den Wertstoffhof. Das gleich gilt für Kunstharzlacke. Dazu rät auch Ökotest. Wegschütten solltest du Lack aber auf keinen Fall. Am besten ist es, ihn immer vollständig aufzubrauchen.
Kosten und Aufwand
Da ich viele Teile wie neue Griffe oder eine Klingel extra bestellt habe, neue Reifen aufgezogen habe, an einer Grundierung nicht sparen wollte und auch der schwarze Lack mal ausging: Richtig günstig war das nicht. Alles in allem habe ich zusätzlich zu 40 € eBay Kleinanzeigen noch knapp 120 € für unser Tuning ausgegeben.
Wer seine Autofelgen selbst lackieren möchte, benötigt lediglich das passende Werkzeug für die Raddemontage, Schleifmittel und den Lack. Je nach Farbwunsch und Lacksorten kostet das kaum mehr als 50 Euro für alle vier Räder - dafür aber jede Menge Zeit.
Fast drei Wochen hat alles gedauert. Ich war aber auch gründlich und wollte keine Fehler machen. Außerdem musste ich zwischendurch auf neuen Lack warten.
Materialliste
Hier eine Liste aller bestellten Artikel, falls ihr Euch selbst mal vornehmt ein Puky zu lackieren. Alles Amazon-Links, aber keine Affiliate-Links:
- BikeSpray Khakigrün (17,99 €)
- Edding Lack matt schwarz (2x 8,99 €)
- Edding Universalgrundierung (7,45 €)
- Kinderfahrradgriffe Grip Division (10,95 €)
- Schwalbe Reifen für 12 Zoll Räder inkl.
Fazit
Auf Vorderrad und Hinterrad habe ich neue Schwalbe Road Crusier gezogen. Das Khakigrün sieht richtig gut aus und das schwarz setzt leichte Akzente. Insgesamt optisch wesentlich ruhiger. Das ganze Puky Kinderfahrrad wirkt viel hochwertiger. Und der Tochter gefällts, das ist natürlich sowieso die Hauptsache! Optisch hat sich die Nummer auf jeden Fall gewohnt, dieses Kinderfahrrad sieht geil aus!
Dafür hat sich auch die lange Arbeit gelohnt. Ich finde: Es hat sich trotzdem gelohnt! Wir haben ein individuelles Kinderfahrrad in Wunschfarbe, der Bruder kann später damit auch noch fahren - zwei Kinder glücklich! Was sagt ihr?
Es lohnt sich wirklich, manche Dinge günstig gebraucht zu kaufen und kostengünstig selbst aufzubessern. In den meisten Fällen benötigt man nicht mal superviel handwerkliches Geschick. Und es ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen. Noch dazu finde ich es gar nicht störend, wenn DIY Projekte am Ende nicht 100 % fehlerfrei aussehen. Und macht es das nicht auch irgendwie aus?
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