Die große, weite Welt entdecken - das wollen nicht nur Erwachsene, sondern auch schon die Kleinsten. Ideal für die ersten Abenteuer sind Laufräder. Damit können Kinder schon ab zwei Jahren munter losdüsen, ohne dass Mama oder Papa ständig hinterherlaufen müssen. Laufräder sind für Kleinkinder ein erster kleiner Schritt in die Eigen- und Selbstständigkeit. Denn die Kleinen sitzen nicht mehr im Kinderwagen oder laufen an der Hand von Mama und Papa, sondern begeben sich auf kleine Entdeckungsreisen - natürlich im Blickfeld der Eltern.
Sie erfahren damit eine ganz neue Art und Weise der Fortbewegung. Dabei lernen die Kids nicht nur Geschwindigkeiten einzuschätzen, sondern vor allem auch die Koordination von Armen und Beinen. Das ist auch der Grund, warum Kinderlaufräder so gut auf das Fahrradfahren vorbereiten. Lernten Kinder früher noch auf Fahrrädern mit Stützrädern äußerst prekär auf zwei Rädern zu balancieren, machen sie diese Erfahrung heute viel einfacher und sicherer mit dem Laufrad, das im Englischen daher auch Balance Bike genannt wird.
Worauf Sie beim Kauf eines Laufrades achten sollten
Bei der großen Auswahl an Modellen kann man das Wesentliche leicht aus den Augen verlieren. Doch welche Eigenschaften sollte ein Laufrad mit sich bringen? Erwägen Sie den Kauf eines Laufrades, sollten Sie auf folgende Kriterien achten:
- Alters- und Größeneignung: Das wohl wichtigste Kaufkriterium ist, dass das Laufrad für das jeweilige Kind geeignet ist - sowohl hinsichtlich Größe als auch Alter. Die meisten Laufräder sind für Kinder ab einer Körpergröße von 93 cm geeignet. Die maximale Körpergröße beträgt in der Regel je nach Modell 108 cm, 112 cm oder 115 cm. Daneben sind die Laufräder für Kinder bis zu einem Alter von vier, viereinhalb oder fünf Jahren geeignet. Auch hier variiert die Eignung.
- Material: Ein weiteres wichtiges Kriterium stellen die verwendeten Materialien dar. Während der Rahmen aus Stahl, Holz oder Kunststoff hergestellt ist, besteht der Reifen in der Regel aus einem Kunststoff- oder Gummimaterial. Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass insbesondere Gummireifen oftmals hohe Schadstoffwerte mit sich bringen.
- Gewicht: Gerade für kleine Kinder, die ja in der Regel nicht allzu viel Kraft haben, ist auch das Gewicht als entscheidender Punkt anzuführen. Die Laufräder weisen je nach Modell ein Gewicht von circa 2,7 bis zu 4,9 kg auf. Je leichter das Modell ist, desto einfacher fällt es dem Kind damit umzugehen und es leicht aufzuheben.
- Ausstattung: Die verschiedenen Laufräder sind natürlich auch unterschiedlich ausgestattet. Es gibt Laufräder mit Trittbrett, Ständer, Lenkeinschlag oder eben ohne diese Ausstattungen. Insbesondere ein Trittbrett sowie ein Lenkeinschlag konnten sich im Test jedoch als sehr nützliche Komponenten.
- Preis: Beim Kauf eines Laufrades ist natürlich auch der Preis nicht außer Acht zu lassen. Die Preise variieren insbesondere in Hinblick auf Hersteller, Ausstattung und die verwendeten Materialien.
Sicherheitshinweise und Empfehlungen
Genauso wie später beim Fahrradfahren, ist es auch beim Laufrad wichtig, dass Kinder einen Helm tragen. Bitte lassen Sie Ihr Kind nur mit einem Laufrad fahren, wenn es einen Helm trägt. Außerdem sollten Kinder laut Ärzten und Experten nicht zu früh auf ein Laufrad steigen. Zwei Jahre ist ein gutes Alter, je nach Entwicklungsstand des Kindes. Denn bevor die Kleinen auf zwei Rädern losrollen, sollten sie bereits gut eigenständig gehen können. Außerdem sollte das Laufrad nicht zu oft benutzt werden.
Kinder können mit den Laufrädern hohe Geschwindigkeiten erreichen und bei jeglichen Hindernissen immer wieder Gefahren ausgesetzt sein. Eltern müssen daher beachten, dass sie immer ein wachsames Auge auf die Kleinen haben, wenn diese mit dem Laufrad umherflitzen. Ein Helm ist dabei ebenfalls unverzichtbar, um die Sicherheit des Kindes nicht zu gefährden. Gerade am Anfang, wenn die Kleinen das Laufradfahren lernen, sollten Eltern sie ein wenig anleiten und gegebenenfalls durch Hilfestellungen unterstützen. Hierbei ist es natürlich auch wichtig, in geschützten Bereichen ohne große Gefahren und Hindernisse zu beginnen.
Wann ein Kind bereit für das Laufradfahren ist, müssen ebenfalls die Eltern einschätzen. Kinder entwickeln sich unterschiedlich, weshalb der Beginn zum Laufradfahren nicht auf ein Alter fixiert werden sollte. Vielmehr gilt es für Eltern zu entscheiden, ob das Kind hinsichtlich geistlicher, körperlicher und motorischer Entwicklung bereit dazu ist oder nicht. Daneben sollten Eltern allgemein darauf achten, dass sowohl der Lenker als auch der Sitz auf die Körpergröße des Kindes richtig eingestellt sind. Insbesondere ist dabei wichtig, dass die Kleinen aufrecht sitzen, das Lenkrad gut erreichen und mit den Füßen natürlich den Boden berühren können, um fahren und auch gut bremsen zu können.
Modellvorstellungen und Testergebnisse
Wir haben in mehreren Testrunden inzwischen ganze 54 Laufräder getestet und dabei geprüft, wie sicher, stabil und schnell die kleinen Zweiräder sind. Hier sind einige der beliebtesten Modelle und ihre Eigenschaften:
Puky LR M
Das Puky LR M ist äußerst robust, sehr gut verarbeitet und ein treuer Begleiter. Auch optisch überzeugt der Klassiker, der auf unnötige Spielereien am Rahmen oder beim Zubehör verzichtet. Der Fahrspaß steht hier ganz klar im Vordergrund. Das LR M hat keine Bremse, ist für Kinder ab zwei Jahren, die zum ersten Mal auf einem Laufrad sitzen, aber bestens geeignet. Durch die lange Sattelstütze und die verstellbare Höhe des Lenkers könne Nachwuchsrennfahrer auf dem Puky recht lange Vollgas geben.
Auch wenn das Puky LR M eigentlich ein Einsteigermodell für Jungen und Mädchen ist, kam der rote Flitzer bei unseren kleinen und großen Testpiloten durchweg bestens an. Schon beim Zusammenbau hat man ein gutes Gefühl, da die Befestigungen an der Sattelstütze und am Lenker durchdacht und hochwertig sind. Es gibt keine unnötigen, scharfen Kanten, keine windigen Verschraubungen und vor allem keinen überflüssigen Schnickschnack. Das Puky ist genau das, was es ist - ein Laufrad!
Beim Puky-Bike lassen sich Sattel- und Lenkerhöhe problemlos verändern. Durch die hochwertige Verarbeitung sind solche kleinen Montageschritte sehr einfach und schnell umsetzbar. Ein Innensechskantschlüssel für Lenker und Sattel sowie ein Schraubenschlüssel für die Achsen an Vorder- und Hinterreifen genügen, um entsprechend arbeiten zu können. Außerdem brauchen die Befestigungen beim Puky keine billigen Plastikschutzkappen, die vor scharfen Kanten und Schrauben schützen. Beim Puky sind die Schrauben am Lenker und Sattel jeweils abgerundet. Das Sattelrohr hat einen Spielraum von 15 Zentimetern.
Auch die 8,8 Zoll großen Vollgummireifen mit Kunststofffelgen und breiten Kunststoffspeichen überzeugen. Einerseits sorgen sie dafür, dass das Laufrad nicht allzu schwer wird, andererseits können die Reifen in der Vollgummivariante keinen Platten bekommen. Sie beeinträchtigen die Fahrdynamik nicht allzu sehr, kommen mit jedem Untergrund klar und halten zuverlässig Bodenkontakt. Das verleiht dem Testsieger jede Menge Fahrkomfort. Luftreifen gibt es bei diesem Modell leider nicht.
Er ist vorne hochgezogen und sorgt dafür, dass die kleinen Rennfahrer nicht herunterrutschen und dass sie ihren Schwung behalten, da dieser direkt auf das Laufrad übertragen wird. Wenn dann die Kinder schon etwas schneller unterwegs sind, können sie ihre Füße bequem auf das Trittbrett stellen. Das wirkt sich auch günstig auf den Schwerpunkt aus und erhöht die Fahrsicherheit. Der Lenker hat keine Begrenzung und lässt sich somit komplett herumdrehen. Das ist nicht so optimal.
Nachteile gibt es eigentlich nicht. Wenn überhaupt, könnte man sagen, dass die 3,5 Kilogramm gegenüber moderneren Laufrad-Konkurrenten etwas zu viel sind. Im Vergleich zu allen Laufrädern im Test liegt das Puky LR M gewichtstechnisch ziemlich genau in der Mitte, gehört aber zu den kleineren Modellen und bringt für die Größe relativ viel auf die Waage.
Schadstoffbelastung
Im Test der Stiftung Warentest wurde festgestellt, dass im Sattel des Puky LR M der Grenzwert für das Flammschutzmittel TCPP überschritten ist. Puky hat die Auslieferung daher sofort gestoppt. Inzwischen wird das Modell mit einem modifizierten Sattel ausgeliefert.
Abgesehen von der Schadstoffbelastung schnitt das Puky LR M im Test der Stiftung Warentest gut ab. Das Puky LR M ist ein Klassiker unter den Laufrädern und überragt aufgrund seines Gesamtpakets alle anderen Konkurrenten hier im Test. Qualität, Verarbeitung, Handhabung, Fahrspaß und Preis sind einfach eine Wucht.
Puky LR Light
Das sportliche Puky LR Light ist schon allein optisch ein echter Hit. Die Rahmengeometrie, die Gabel, Luftreifen und Speichen: Das Laufrad kommt wie ein Mini-Mountainbike daher. Auch bei unseren kleinen Testpiloten kam das LR Light sehr gut an - optisch wie fahrtechnisch sorgte es für strahlende Gesichter.
Fangen wir mit den Luftreifen an: Sie geben dem Laufrad eine Menge Fahrkomfort und sorgen für Spaß bei jeder Tour, ob nun in der Stadt auf Asphalt oder Kopfsteinpflaster, im Park auf Kieswegen oder Rasenflächen, bei Spielplätzen auf Sand und sogar im Wald, wenn es über Stock und Steine geht. Wenn dann allerdings dem jungen Rennpiloten mal die Puste ausgehen sollte, können Mama oder Papa das Rad gut tragen. Mit 3,6 Kilogramm gehört es für diese Größe zu den Leichtgewichten. Dafür sorgen Rahmen, Gabel und Naben, die aus Alu gefertigt sind. Der Name ist bei diesem Puky hier also Programm.
Mit den leichtesten Laufrädern in diesem Test kann es das LR Light zwar nicht aufnehmen, doch das braucht es auch nicht. Denn zu viel Gewichtsersparnis bedeutet oft auch einen Qualitätsverlust. Und da punktet das Puky auf der gesamten Linie. Neben den sehr hochwertigen Verschraubungen am Steuersatz, an den Achsen und bei der Sattelstütze sind auch die Kunststoff-Sicherheitsgriffe am Lenker toll verarbeitet. Gleiches gilt für das sehr kleine Trittbrett für die Füße zwischen Lenker und Sattel, das ebenfalls aus Kunststoff besteht.
Sattel und Lenker sind zudem in der Höhe verstellbar. Doch es gibt auch Minuspunkte. So ist das Puky LR Light mit knapp 150 Euro nicht gerade ein Schnäppchen. Allerdings: Die Qualität, Funktionalität und das Design dieses kleinen und langlebigen Flitzers dürften sich auszahlen. Wer noch ein paar Euro drauflegt, bekommt das LR Light auch mit Bremse - eine V-Brake.
Ein dickes Plus gibt es dagegen für die Montage: Ohne großen Verpackungsmüll steht das Puky LR Light mit zwei Handgriffen einsatzbereit vor einem. Perfekt! Das Puky LR Light ist der aktuelle Testsieger bei der Stiftung Warentest. Das Laufrad ist für Kinder bis fünf Jahre geeignet und bis 50 Kilogramm belastbar.
Weitere Laufrad-Modelle im Überblick
Neben den Puky-Modellen gibt es viele weitere empfehlenswerte Laufräder auf dem Markt. Hier eine kurze Übersicht:
- Kettler Speedy: Geeignet für Kinder, die es schneller mögen und sich bereits sicher mit Laufrädern fortbewegen können. Der Sattel ist jedoch nicht besonders bequem.
- Woom 1: Ein hochwertiges Laufrad mit leichtem Rahmen, spezieller Hinterradbremse und breitem Lenker, jedoch teuer.
- Pinolino Jojo: Ein Laufrad aus Holz, das sich vom Chopper zum Laufrad umbauen lässt und mit den Kindern mitwächst.
- Hauck Balance N Ride: Ein Laufrad aus Holz mit sportlichem Design und Luftreifen, jedoch mit einem kleinen Lenkradius.
- Affenzahn Mini-Flitzer: Ein Laufrad, das auf hochwertigen Materialien und optimaler Verarbeitung setzt und einem Mountainbike ähnelt.
Übersichtstabelle: Empfohlene Laufräder
| Modell | Altersempfehlung | Gewicht | Besonderheiten | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Puky LR M | Ab 2 Jahren | 3,5 kg | Robust, einfache Handhabung, keine Bremse | 70 - 90 € |
| Puky LR Light | Ab 2,5 Jahren | 3,6 kg | Leicht, Luftreifen, sportliches Design | 150 - 180 € |
| Woom 1 | Ab 1,5 Jahren | 3,0 kg | Sehr leicht, kindgerechte Geometrie, Bremse | 200 - 250 € |
Einige Laufräder sind eher für ganz junge und kleine Fahrer geeignet als andere. Die verfügen dann »nur« über die wichtigsten Basics - soll heißen: Diese Laufräder brauchen keine Extras wie Bremsen oder Klingel. Das hat den einfachen Grund, dass Kinder mit zwei Jahren noch so kleine Hände haben, dass sie nicht gleichzeitig den Lenker greifen und klingeln oder bremsen können. Dabei ist aller Anfang schwer. Auch das Fahren mit dem Laufrad muss erst gelernt werden. Seien Sie nachsichtig und geduldig mit Ihrem Kind, wenn es nicht sofort klappt. Kinder sind ausdauernder als wir Eltern glauben.
Grundsätzlich muss ein Laufrad nur zwei Reifen, einen Rahmen, Sitz und Lenkrad mit sich bringen. Ausstattungen wie ein Trittbrett oder Ständer können jedoch nützliche Extras sein. Gerade Laufräder mit Trittbrettern kamen bei den Testkindern sehr gut an. So konnten sie unter dem Fahren ihre Füße darauf abstellen und mussten sie nicht unbequem in der Luft halten. Ständer hingegen stellten sich beim Test eher als überflüssig heraus.
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