Laufrad Umbau auf Fahrrad: Eine umfassende Betrachtung

Die Frage, ob man ein Laufrad in ein Fahrrad umbauen kann, beschäftigt viele Eltern. Der Gedanke, nur ein Fahrzeug kaufen zu müssen, das mit dem rasenden Wachstum der Kleinen mithält, ist verlockend. Doch welche Möglichkeiten gibt es, und welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden?

Umbaubare Laufräder: Verschiedene Kombinationen

Es gibt verschiedene Arten von umbaubaren Laufrädern:

  • Laufräder, die sich zu einem Fahrrad umbauen lassen
  • Laufräder, die sich in ein Dreirad umbauen lassen
  • Laufräder, die sich in einen Roller oder Scooter umbauen lassen

Laufrad zum Fahrrad umbauen

Die wohl bekannteste 2-in-1 Variante ist die Kombination von Laufrad und Fahrrad. Wenn man annimmt, dass ein Laufrad eigentlich ein Fahrrad ohne Pedale ist, dann liegt es nahe, ein Laufrad durch das Anbringen von Pedalen in ein Fahrrad umzubauen.

Tatsächlich wird dieses Konzept von einigen Herstellern verfolgt. Vielleicht am bekanntesten ist das BMW Kidsbike. Das Kidsbike ist ein 14 Zoll 2-in-1 Kinderlaufrad, das sich durch das Anbringen der Antriebseinheit mit Pedalen und Kette in ein richtiges Kinderfahrrad verwandeln lässt. Auf den ersten Blick baugleich erscheint das s’cool Rennrad 14 zu sein.

Besonderes Augenmerk wurde bei diesen auf die Ergonomie der Sitzbank gelegt, so dass die Kinder bei beiden Varianten gut sitzen können. Laufrad und Fahrrad erfordern hier ein recht unterschiedliche Sitzposition um die nötige Bewegungsfreiheit in den Beinen zu erlauben.

Vorteile umbaubarer Laufräder

Die Vorteile dieser umbaubaren Laufräder sind offensichtlich: Das Kidsbike wird für Kinder mit einem Alter zwischen 2,5 Jahren und 6 Jahren empfohlen. Zu Beginn wird es natürlich als Laufrad benutzt und später dann als Fahrrad. Solch einen langen Verwendungszeitraum findest du sonst bei keinem reinen Laufrad und auch bei keinem reinen Fahrrad.

Nachteile und Kompromisse

Die Nachteile dürfen aber auch nicht verschwiegen werden: Eine Kombination kann immer nur ein Kompromiss sein zwischen verschiedenen Anforderungen. Beim Kidsbike liegt der Fokus eindeutig auf der Verwendung als Fahrrad. Es ist tatsächlich eher ein Fahrrad, bei dem die Pedale abgeschraubt werden können, um es wie ein Laufrad zu verwenden.

Es ist sehr groß für ein Laufrad: Mit seinen 14 Zoll Reifen und einer minimalen Sitzhöhe gehört es bei uns in die Kategorie 4 (Laufräder für Kinder ab 3 Jahren). Es ist also nicht für kleine Kinder geeignet, die gerade erst das Laufradfahren erlernen. Es ist recht schwer für ein Laufrad: Mit einem Gewicht von 6 kg ist es eines der schwersten Laufräder überhaupt. Typischerweise empfehlen wir bei Laufrädern auf ein geringes Gewicht zu achten. Gute kindgerechte Laufräder sollten ein Gewicht von um die 3 kg haben, um die kleinen nicht zu überfordern.

Umgebaut zum Fahrrad ist es aber ein ganz ordentlicher Kompromiss. Die Größe passt recht gut für ein Anfängerfahrrad. Die 14 Zoll Räder und das annehmbare Gewicht von 8 kg sind hier typische Werte. Natürlich gibt es auch reinrassige 14 Zoll Kinderfahrräder die nur 6 kg wiegen.

So toll der Gedanke hinter dieser 2-in-1 Kombination auch ist, so ist das Ergebnis doch leider nur ein Kompromiss. Das Kidsbike bzw. Rennrad ist ein brauchbares 14 Zoll Kinderfahrrad, das besonders für Fahrradanfänger gut geeignet ist. Zum Erlernen des Fahrradfahrens können so zunächst die Pedale abgebaut werden. Dann können sich die Kinder an das große Rad gewöhnen und das Gleichgewicht trainieren.

Wenn dann die Pedale angebaut werden muss nur noch das Treten erlernt werden (und das ist schwer genug).

Somit könnte man sagen: Das Ziel des Kidsbike ist nicht unbedingt ohne Pedale ein guter Ersatz für ein Laufrad zu sein, sondern dadurch die Stützräder überflüssig zu machen. Und das, finde ich, ist ein sehr guter Ansatz. Denn ein Kind, das gerne und viel Laufrad gefahren ist, wird problemlos ohne Stützräder Fahrradfahren lernen.

Laufrad und Dreirad statt Laufrad oder Dreirad

Eine andere interessante Kategorie sind Laufräder, die zum Dreirad umbaubar sind, also Laufrad und Dreirad in einem sind.

Der Vorteil ist auch hier klar ersichtlich: Mit drei Rädern genießen die Kinder erhöhte Stabilität und haben Zeit, die Bewegungsabläufe und das Gleichgewicht zu trainieren. Sobald sie sicher auf drei Rädern unterwegs sind, kann dann das Dreirad zu einem Laufrad mit 2 Rädern umgebaut werden.

Dreirad ohne Pedale

Der Begriff Dreirad mag hier ein wenig verwirren, es handelt sich nicht um Dreiräder mit Pedalen, sondern eher um Laufräder mit drei Rädern. Diese 2-in-1 Gefährte können also die kleinen Rutscher mit 4 Rädern wie Puky Pukylino ersetzen, die meist nur sehr kurz genutzt werden, bevor sie schon wieder zu klein geworden sind.

Solch ein Dreirad ohne Pedale bereitet den meisten Kindern mehr Freude als eines mit Pedalen. Das Treten der Pedale ist nämlich meist sehr schwer. Sie kommen einfach nicht richtig vorwärts. Ein Laufrad ist viel leichter zu bewegen, die Bewegungsabläufe und die Sitzposition sind ergonomischer und kindgerechter. Ein Laufrad mit drei Rädern ist also perfekt für den Anfang.

Tatsächlich gibt es umbaubare Laufrad-Dreirad Kombinationen von mehreren Herstellern. Von Bandits & Angels gibt es das Smartbike, ein kleines Holzlaufrad, das sich zu einem Dreirad umbauen lässt. Auch das Wishbone Bike folgt diesem Ansatz. Zwischen diesen beiden umbaubaren Dreirädern liegen aber deutliche Unterschiede in Größe und Gewicht. Das Smartbike ist deutlich kleiner als das Wishbone. Der Sattel ist 6-fach höhenverstellbar von 23 bis 30 cm. Damit liegt es an der unteren Grenze von unserer Kategorie 2 (Laufräder für Kinder ab 18 Monaten). Auch das Gewicht von nur 2,2 kg ist perfekt für kleine Kinder.

Somit ist es tatsächlich ein Laufrad für Anfänger, und der Umbau zum Dreirad ohne Pedale erleichtert den kleinen Kindern die ersten Schritte. Wenn das Gleichgewicht auf drei Rädern geschult ist, kann dann der Umbau zum normalen Laufrad erfolgen.

Die Kombination von Laufrad und Dreirad kann in diesem Fall unter Umständen die Anschaffung eines weiteren Laufrads mit 4 Rädern erübrigen. Nach oben ist die Sitzhöhe aber nur eingeschränkt verstellbar. Euer Kind wird es also nicht lange über den zweiten Geburtstag hinaus nutzen wollen.

Das Whishbone deckt einen ganz anderen Altersbereich ab. Bei diesem Laufrad aus Holz lässt sich der Sitz von 28 bis 46 cm in der Höhe verstellen. Damit fällt es bei uns die Kategorien 2 bis Kategorie 5 und kann von Kindern ab 18 Monaten bis hin zu einem Alter von über 4 Jahren genutzt werden.

Vor- und Nachteile von Laufrad und Dreirad in einem

Der Vorteil dieser Laufräder und Dreiräder in einem zeigt sich also sehr deutlich: Der Nutzungsbereich kann sich deutlich verlängern. Die Kinder haben zunächst ein Laufrad mit drei Rädern (bzw. Dreirad ohne Pedale) zum üben.

Der Nachteil ist aber auch offensichtlich: Das Whishbone kommt mit 12 Zoll Rädern und einem sehr großen Rahmen. Durch die trickreiche Umbaumöglichkeiten kann die Sattelhöhe zwar sehr niedrig eingestellt werden, allerdings ist das Laufrad mit drei Rädern dann immer noch lang, breit und schwer.

Als Dreirad ohne Pedale wiegt es 5,4 kg und scheint damit für Kinder mit 18 Monaten quasi nicht nutzbar zu sein. Wie soll ein Kind das gerade 10 kg wiegt ein Laufrad bewegen das über 5 kg wiegt? Auch wenn unsere Kinder dieses Laufrad nicht selbst getestet haben bin ich mir sicher, dass das Losfahren eine Qual ist, bergauf die Kraft nicht reicht und kontrolliertes Bremsen gar nicht möglich ist.

Dazu kommt der unhandliche Rahmen der nicht nur viel zu lang sondern auch zu breit ist. Die Kinder stoßen im Dreirad-Modus zu leicht mit den Füßen an die riesigen Hinterräder. Kurz, kleine Kinder können diese Gefährt kaum kontrollieren.

Insgesamt scheint das Umbaukonzept in diesem Fall keine großen Vorteile für kleine Kinder zu bieten. Für größere Kinder ist es ein gutes Laufrad und kann problemlos bis zum ersten Fahrrad verwendet werden. Den Dreiradmodus brauchen diese Kinder aber wohl kaum.

Die Alles-in-einem Lösung: leg&go

Wenn dir das noch nicht genug Laufrad-Varianten sind und am besten auch noch etwas für den Winter dabei sein soll, dann schau dir unbedingt das Leg&Go Laufrad an.

Denn das bietet von Haus aus ein 3-in-1 Laufrad mit vier verschiedenen Größen (eine Sattelhöhe die von 25 cm bis 47 cm verstellbar ist findet man sonst bei keinem Laufrad) das mit 12 Zoll Luftreifen gerade einmal 3,3 kg wiegt.

Und damit nicht genug: als Zubehör gibt es eine ganze Reihe von weiteren Anbauteilen mit denen das leg&go ganz einfach in einen Schaukel-Elefanten (für die ganz kleinen), in ein Dreirad mit Pedale, in ein Fahrrad und in eine Art Schlitten für den Winter verwandelt werden kann.

Das Leg&go 3in1 Balance Bike kann ohne zusätzliche Teile in ein Baby sowie Bouncy Bike verwandelt werden. Für weitere Leg&go Varianten wird das Lauflernrad als Basismodell benötigt. Das 3in1 Balance Bike (Kinderlaufrad) ist ideal als Basis- und Einsteigermodell für Ihr Kind geeignet. Dies kann ohne jegliche Zusatzteile in noch zwei weitere Modelle, Baby Bike und Bouncy Bike, umgewandelt werden. Für welche Altersgruppen die jeweiligen Modelle geeignet sind, wird nachfolgend beschrieben.

Dieses Lauflernrad unterstützt auf sichere Weise die Entwicklung des Gleichgewichtssins, der koordinierten Bewegung und einer aufrechten Haltung Ihres Kindes. Die intelligente Konstruktion des einzigartigen Holzrahmens bietet eine hervorragende natürliche Federung, absorbiert Vibrationen und schützt dadurch die Wirbelsäule Ihres Kindes auf jedem Terrain, während die hohe Stabilität des Rahmens Langlebigkeit garantiert. Das Lauflernrad ist leichtgewichtig - es wiegt nur 3,3 kg. Diese Variante lässt sich außerdem besonders einfach der Größe anpassen und garantiert daher eine lange Freundschaft bis zum 5. Lebensjahr.

Das Baby Bike (Laufrad ab 1 Jahr) ist für die ganz Kleinen geeignet, die gerade erst gelernt haben aufrecht zu stehen. Es ist der perfekte Begleiter, der die Kleinen zu ihren ersten Schritten ermutigt und dabei hilft, ihren Gleichgewichtssinn zu entwickeln. Gesundheitsexperten sind sich einig - je früher das Kind das Balancieren übt, desto besser. Bei dem Baby Laufrad aus Holz handelt es sich um die niedrigste Einstellung der Sattelhöhe. Mit dem Rahmen kopfüber, ist das Baby Laufrad für die jüngsten Fahrer geeignet, deren Beininnenseite erst 25 cm misst.

Mit einer geschickten Rahmenkonstruktion ist das Bouncy Bike die perfekte Wahl für federnde und dennoch sichere Fahrten; am besten auf flachem Terrain. Die 3in1 Variante hat ein größeres Vorderrad und gibt dem Kind mehr Kontrolle, während der Lenkanschlagbegrenzer scharfe Lenkeinschläge verhindert. Mit diesem Holzfahrrad lernen die Kleinen sehr schnell Fahrrad fahren, da sie durch das Leg&go Laufrad (Balance Bike) bereits schon das Gleichgewicht halten können. Wir dürfen diesen Vorgang immer wieder beobachten - Kinder entwickeln den Pedalierreflex innerhalb weniger Stunden, manchmal sogar innerhalb weniger Minuten.

Beachten Sie: Das Balance Bike 3in1 wird für den Bau jeder Leg&go Variante benötigt. Somit ist das Pedal Add-on lediglich ein Zusatzteil für das Balance Bike (Laufrad). Das Leg&go Holzfahrrad ist eines der leichtesten Kinderfahrräder auf dem Markt. Es wiegt lediglich 4,8 kg. Ausgehend von 20 Kg des Körpergewichtes des Kindes, wiegt das Kinderfahrrad aus Holz weniger als 25%. Dies ermöglicht dem Kind eine einfache Handhabung und ein leichtes Vorwärtskommen.

Das Holzfahrrad ist mit einer Rücktrittsbremse und einem langlebigem Riemen anstatt einer Stahlkette ausgestattet.

Das leg&go System macht einen tollen Eindruck und scheint nur wenige Kompromisse einzugehen. Das Design ist sehr durchdacht und die Ausführung aus Holz ist sehr robust.

Ein Kompromiss ist bei diesem hochwertigen Laufrad dann aber doch nötig: der Preis den das ganze Paket aus Basis-Laufrad plus Fahrrad und vielleicht Dreirad dann kostet ist nicht unbedingt niedriger als sie Summe aus jeweils eigenen Produkten.

Empfehlungen

So verlockend es auch scheinen mag ein Gefährt weniger zu kaufen, meistens stellen die Kombinationen auch einen Kompromiss dar. Die wenigsten Modelle bieten tatsächlich einen Mehrwert.

Laufrad und Fahrrad in einem: Diese Kombination kann Sinn machen um deinem Kind beim Fahrradfahren-Lernen zu helfen, es taugt aber nur schlecht als Laufrad Ersatz weil es dafür zu unhandlich ist.

Laufrad und Dreirad (ohne Pedale) in einem: Diese Kombination kann für Kleinkinder sinnvoll sein um zuerst auf drei Rädern das Gleichgewicht zu trainieren. Damit die Kinder davon profitieren muss es dann aber auch ein besonders kleines, leichtes und handliches Modell sein.

Unsere Empfehlung geht dahin lieber ein Laufrad mehr zu kaufen und damit den Kindern ein passendes Modell anzubieten. Dein Kind wird es dir danken.

Und, da die Laufräder dann weniger stark genutzt werden steigert dies auch den Wert beim Weiterverkauf. Bedenke auch, dass du vielleicht irgendwann mal weitere Kinder haben wirst. Und wenn du für die Nachzügler dann weitere Gefährte kaufen musst weil das ältere Kind noch nicht auf ein größeres umgestiegen ist, dann lohnt sich das auch nicht.

Tabelle: Vergleich umbaubarer Laufräder

Modell Typ Altersempfehlung Besonderheiten
BMW Kidsbike Laufrad/Fahrrad 2,5 - 6 Jahre Fokus auf Fahrradnutzung, eher groß und schwer für ein Laufrad
Smartbike (Bandits & Angels) Laufrad/Dreirad Ab 18 Monate Kleines, leichtes Laufrad, gut für Anfänger
Wishbone Bike Laufrad/Dreirad 1,5 - 4 Jahre Großer Rahmen, weniger geeignet für sehr kleine Kinder
Leg&go 3-in-1 Laufrad Ab 1 Jahr Viele Umbaumöglichkeiten, hohe Flexibilität

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0