DT Swiss ARC 1400 DICUT Laufräder Test: Aerodynamik, Gewicht und Fahrverhalten

DT Swiss hat seine beliebte Aero-Laufradreihe ARC komplett überarbeitet - und bringt drei neue Felgenhöhen in zwei Qualitätsstufen.

Kurz und knapp

  • DT Swiss stellt die 3. Generation der Aero-Laufräder ARC vor.
  • Drei neue Felgenhöhen: 55, 65 und 85 Millimeter.
  • Einheitliche, breitere Maulweite: 22 Millimeter.
  • Laut DT Swiss trotz größerer Felgenhöhe fast immer leichter als Vorgängermodelle.
  • Entwickelt in Kooperation mit den Aero-Experten von Swissside.
  • Auch erhältlich als Laufrad-Reifen-Set mit dem gemeinsam mit Swissside und Continental entwickelten Rennradreifen Aero 111.
  • Zwei Qualitätsstufen: ARC 1100 mit DT Swiss 180-Nabe (2699 Euro) und ARC 1400 mit DT Swiss 240-Nabe (2149 Euro).

Hinweis: Einige der Laufräder sind von einem Rückruf betroffen - Details gibt's hier.

Im Detail

Der Schweizer Laufradhersteller DT Swiss hat seine Aero-Laufräder ARC komplett überarbeitet. Die nunmehr 3. Generation erreicht laut den Schweizern einen neuen Höhepunkt in der Entwicklung, die wie bei den vorherigen Generationen in Kooperation mit den Aerodynamikexperten von Swissside erfolgte. Eine wichtige Neuerung sind neue Felgenprofile in V-Form und den drei Höhen 55, 65 und 85 Millimetern. Die Maulweite beträgt einheitlich 22 Millimeter, was dem besseren Sitz von breiteren Reifen dienen soll. Ziel: bessere Haftung und höherer Fahrkomfort.

DT Swiss bietet seine neuen ARC-Laufräder nun in den Felgenhöhen 55, 65 und 85 an - die Vorgängermaße betrugen 50, 62 und 80 Millimeter. Optimiert sind die neuen Felgendimensionen für die Montage des 29 Millimeter breiten Aero-Reifens Aero 111, den DT Swiss in Zusammenarbeit mit Swissside und Continental entwickelt hat. Die neuen ARC-Laufräder sind folgerichtig auch als Laufrad-Reifen-System erhältlich - am Hinterrad kommt dann ein 30 Millimeter breiter Continental GP 5000S TR-Reifen zum Einsatz.

Breiter, höher und leichter

Selbstredend will DT Swiss die Aerodynamik weiter verbessert haben - trotz der größeren Stirnfläche des Laufrads aufgrund der größeren Maulweite. Dank einer neuen, V-förmigen Felge soll der Luftwiderstand besser sein, wie Tests im Windkanal gezeigt haben sollen. DT Swiss verspricht, dass trotz der höheren Felgen - bislang gab es die ARC in 50, 62 und 80 Millimetern Höhe - das Lenkmoment, also die Kraft, die unter Seitenwindeinflüssen auf die Lenkung einwirkt, gering geblieben ist.

Die Maulweite der neuen ARC-Laufräder beträgt in allen Felgenhöhen 22 Millimeter - und damit zwei Millimeter mehr als bei den Vorgänger-ARC.

Zusätzlich zu dem laut DT Swiss verringerten Luftwiderstand durch die V-förmige Felge soll die Kombination aus Laufrad und dem Aero 111-Reifen mit seinen einzigartigen, die Luftströme beeinflussenden Vortex-Vertiefungen im Reifenprofil einen starken Segeleffekt erzeugen. Zudem sollen sich die neuen ARC-Laufräder mit dem Aero 111-Reifen stabiler und komfortabler fahren. Dies führt laut DT zu einer besseren Kontrolle und erhöhtem Komfort, wodurch die Fahrerin oder der Fahrer das Vertrauen gewinnt, möglichst lange in der aerodynamisch optimalen Position zu bleiben.

DT Swiss empfiehlt die Verwendung des in Kooperation mit Swissside und Continental entwickelten Aero-Reifens Aero 111. Die Vertiefungen im Reifenprofil sind so positioniert, dass sie den Luftstrom beeinflussen - und den Luftwiderstand des Laufrads verringern und die Fahrstabilität erhöhen. Die ARC-Laufräder sind aber natürlich auch ohne den Aero 111-Reifen erhältlich.

Alle ARC Aero-Laufräder erreichen ihren geringsten Luftwiderstand aufgrund des erwähnten Segeleffekts bei relativen Anströmwinkeln von etwa -16° bis -18° und +16 bis +18°. In diesen Seitenwindsituationen muss weniger Leistung für die gleiche Geschwindigkeit aufgewendet werden. Das Lenkmoment entwickelt sich laut DT Swiss linear, was dem Fahrer mehr Kontrolle geben soll, wenn sich der Luftstrom von der Felge löst (Strömungsabriss).

Trotz der höheren Felgen ist das Gewicht der ARC-Laufräder in den meisten Fällen gesunken. DT Swiss positioniert die Felgenhöhen übrigens wie folgt: ARC 55 als schnelle Allrounder bis hin zum Einsatz in den Bergen, ARC 65 als Tempobolzer im Flachen und ARC 85 bei Zeitfahren oder Triathlons. Für letzteres bietet DT Swiss übrigens auch ein neues Scheibenhinterrad.

Die Gewichtsersparnis trotz höherer und breiterer Felgen kommt auch durch die Reduzierung der Speichenzahl am Vorderrad zustande: "Nur" noch 20 Messerspeichen verbinden vorne Nabe und Felge (hinten sind es 24 Speichen). DT Swiss gibt die neuen ARC-Laufräder übrigens frei bis 110 Kilogramm Systemgewicht (Fahrer, Rad, Ausrüstung).

Unterschiede ARC 1100 vs. ARC 1400

Wie bereits erwähnt bietet DT Swiss die neuen ARC-Aero-Laufräder in zwei verschiedenen Qualitätsstufen an: ARC 1100 und ARC 1400. Die Unterschiede liegen vor allem in den verwendeten Komponenten begründet, denn die Felgen sind identisch: Die ARC 1100 kommen mit DT Swiss 180-Naben mit Keramiklagern, zudem setzen sie auf DT Aerolite-Messerspeichen aus Edelstahl; die ARC 1400 hingegen kommen mit DT Swiss 240-Naben mit "normalen" Industrielagern und DT Aerocomp II-Speichen.

Am Vorderrad der ARC-Laufräder kommen 20 Speichen zum Einsatz, am Hinterrad 24.

Die Unterschiede machen sich nicht nur im Gewicht - siehe oben - bemerkbar, sondern natürlich auch im Preis: Die neuen DT Swiss Aero-Laufräder kosten in der ARC 1100-Ausführung 2699 Euro, für die ARC 1400 werden 2149 Euro fällig.

Gewichte der DT Swiss ARC Laufräder

Modell Gewicht (ARC 1100) Gewicht (ARC 1400)
ARC 55 1471 Gramm 1549 Gramm
ARC 65 1511 Gramm 1619 Gramm
ARC 85 1669 Gramm 1772 Gramm

Aero-Laufräder im Test: Fokus auf 55-65 mm Felgenhöhe

Aero-Laufräder machen schneller - dies ist ein Fakt. Doch um wie viel und mit welchen Nachteilen? Letztlich geht es den meisten Radsportlern darum, bei den Laufrädern einen möglichst optimalen Kompromiss aus Aero-Vorteilen und einem in der Relation dazu niedrigen Gewicht und einer geringen Seitenwindanfälligkeit zu finden. Die „goldene Mitte“ bilden hier in der Regel die Varianten mit Felgenhöhen zwischen 45 und 55 Millimetern. In diesem Aero-Laufräder-Test fokussierten wir uns deshalb auf Modelle mit Felgenhöhen zwischen 55 und 65 Millimetern. Die Preisrange: von 899 bis 2700 Euro. Alle getesteten Laufräder sind mit Carbonfelgen aufgebaut und für Scheibenbremsen ausgelegt.

Auch mit diesen Aero-Laufrädern geht man Kompromisse ein: Bedingt durch die Felgenhöhe, können sie zum Beispiel nicht extrem leicht sein. Zudem nimmt die Seitenwind-Empfindlichkeit spürbar zu.

Windkanal-Tests und Messungen

Die Aerodynamik-Messungen nahmen wir im GST-Windkanal in Friedrichshafen vor. Die beiden Parameter, die im Mittelpunkt standen: Luftwiderstand und Seitenwind-Empfindlichkeit. Deshalb verglichen wir die Test-Modelle auch mit einem „normalen“ Referenzlaufradsatz: den DT Swiss E 1800 Spline mit 23 Millimeter hohen Alufelgen und einem Gewicht von 1697 Gramm. Diese Laufräder sind häufig in Rennrädern im mittleren Preissegment um 3000 Euro verbaut. So etwa auch im Canyon Endurace CF SL, mit dem wir die Basismessung durchführten.

Der Fahrer nahm dabei die Position „Unterarme gestreckt im Unterlenker“ ein. In dem Rad waren die serienmäßigen Referenz-Laufräder eingebaut. Bei allen Windkanal-Tests nutzten wir einen 25 Millimeter breiten Continental-GP-5000-Reifen. Wir zogen immer den gleichen Reifen auf, da bei den Messungen die Serienstreuungen bei gleichen Reifenmodellen für Unterschiede von bis zu einem Watt sorgen können.

Bei der alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus - das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht. Somit ist es für aussagekräftige Ergebnisse ausreichend, nur die Vorderräder im Windkanal zu messen, was auch den üblichen Testverfahren entspricht.

Die Messungen wurden mit einer Windgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde durchgeführt, wobei die Räder mit der gleichen Geschwindigkeit durch eine Walze angetrieben wurden, um realistische Verhältnisse zu erhalten. Damit auch Seitenwindverhältnisse beurteilt werden können, dreht sich der Prüfstand während der Messung von plus nach minus 20 Grad.

Das Auswertungs-Programm von GST weist zunächst die benötigte Leistung aus, die bei einer reinen Frontal-Anströmung nötig ist, um den Luftwiderstand bei 45 km/h zu überwinden. Die Messwerte lagen hier zwischen 11,5 und 15,7 Watt. Je kleiner die benötigte Leistung ist, desto besser. Die 11,5 Watt wurden von dem „Aero-Sieger“-Modell dieses Tests erzielt, den Swiss Side Hadron² Ultimate 625 Disc.

Folgend berechnet das Programm die „gewichtete Leistung“ in Abhängigkeit vom Anströmwinkel. Dabei wird jeder einzelne Winkel mit der dazugehörigen Leistung in dem Maße prozentual gewichtet, wie er in Realität draußen auf der Straße vorkommt. Der Referenzlaufradsatz erzielte hier 19,4 Watt, der „Aero-Sieger“ Swiss Side 10,4 Watt - damit zeigte sich ein Leistungsgewinn von ganzen neun Watt bei 45 Kilometern pro Stunde.

Da der Leistungsbedarf in dritter Potenz mit der Geschwindigkeit zunimmt, halbiert sich bei 35 km/h der Leistungsbedarf gegenüber 45 km/h ungefähr. Die in der Praxis entscheidende Frage lautet jedoch: Um wie viel schneller kann man jeweils mit einem dieser zwölf Aero-Laufrädern im Vergleich zum Flachfelgen-Referenz-Modell bei gleicher Leistung fahren?

Dazu führten wir eine Basis-Messung durch. Das serienmäßige Testrad Canyon Endurace wurde mit einem darauf sitzenden Fahrer im GST-Windkanal gemessen. Bei der Position „Unterlenker mit gestreckten Armen“ ergab sich bei 45 km/h ein Leistungsbedarf von 376 Watt. Diese Leistung verrechneten wir mit dem Leistungsgewinn der zwölf Test-Laufräder. Als Ergebnis werden der Zeitgewinn auf 100 flachen Kilometern sowie die „neue“ höhere Geschwindigkeit ausgewiesen.

Mit dem Aero-Testsieger Swiss Side würde man nun mit 45,43 km/h statt der Basisgeschwindigkeit von 45 km/h fahren.

Mit der Höhe der Felgen nimmt die Seitenwind-Empfindlichkeit zu - auch dies kann gemessen werden.

Ursprünglich gehörte der GST-Windkanal zu den Dornier-Flugzeugwerken. Er wurde entwickelt, um Flugobjekte und Tragflügel zu messen. Die GST-Auswertung weist hier noch einen „Lenkmoment-Beiwert“ für die Vorderräder aus: Je größer dieser Wert ist, desto stärker beeinflusst der Seitenwind das Lenkverhalten.

Diese Grafik veranschaulicht die Lenkmomentbeiwerte der Vorderräder bei 45 km/h von minus nach plus 20 Grad Anströmwinkel. Bei einer Frontal-Anströmung entsteht kein Lenkmoment, die Kurven durchlaufen den Nullpunkt. Die Kurven der Aero-Laufräder verlaufen von links oben nach rechts unten. Lediglich die Kurve des flachen Referenzlaufrades verläuft entgegengesetzt, da hier kein Segeleffekt vorliegt. Je geringer die Kurven nach oben oder unten ausschlagen, desto geringer ist die Seitenwindanfälligkeit des getesteten Laufrades bei den jeweiligen Anströmwinkeln. Dies ist positiv zu werten, da es vorteilhaft für ein gutes Handling ist.

Wir gehen davon aus, dass die Konstrukteure bei diesen beiden Kriterien einen praxisgerechten Kompromiss wählen.

In der Grafik „Lenkmomentbeiwert“ ist deutlich zu sehen, dass die höheren Felgen empfindlicher auf Seitenwind reagieren. Ein wichtiges Ergebnis: Die 65-Mililimeter-Modelle weisen gegenüber den flacheren Felgen mit 50 bis 55 Millimetern Höhe einen rund doppelt so großen Lenkmomentbeiwert auf, was auf der Straße bei böigem Seitenwind sehr deutlich spürbar und bei Stürmen teils kaum noch beherrschbar ist. Die DT-Swiss- und die Swiss-Side-Modelle erreichten jedoch mit ihren 62,5 Millimeter hohen Felgen in dieser Disziplin auffallend gute Werte, die sich kaum von den 55er-Felgen unterscheiden.

Ein wichtiges Testkriterium ist aber auch das Gewicht. Klar ist: Hohe Felgen belasten die Waage mehr als flache. Leichte Laufräder beschleunigen besser und haben bei höhenmeterreichen Touren und Radmarathons Vorteile. Das Gewicht aller Laufräder wurde einschließlich der aufgezogenen Felgenbänder ermittelt - dies erklärt teilweise die Differenzen zu den Herstellerangaben. Zwei solide Felgenbänder wiegen etwa 35 Gramm.

Testsieger beim Gewicht wurden die Aero-Laufräder von Newmen mit 1429 Gramm - gefolgt von den Engage-, 1487, und den Specialized-Roval-Modellen, 1503 Gramm. Das Wiegen brachte ein erstaunliches Ergebnis: Ausgerechnet die Test-Laufräder mit den höchsten, 65 Millimeter, Felgen erwiesen sich als die leichtesten.

Wo beziehungsweise wie hat Newmen an Gewicht gespart? Die Lösung ist plausibel und smart zugleich: In beiden Laufrädern befinden sich jeweils 21 Carbon-Speichen. Newmen spricht in diesem Zusammenhang von 140 Gramm Gewichtsersparnis. Speichen aus Carbon sind aktuell ein neuer Trend im Laufradbau. Die Speichen werden grundsätzlich nur auf Zug belastet, somit ist Carbon hier der ideale Werkstoff.

Womit wir schon beim nächsten Testkriterium wären: der Seitensteifigkeit.

Wir belasteten die Laufräder seitlich mit einem Gewicht von fünf Kilogramm beziehungsweise 50 Newton, maßen dabei die Nachgiebigkeit ergo Elastizität der Felge und verrechneten dies zur Seitensteifigkeit. Sie gibt an, welche Kraft in Newton nötig ist, um die Felge seitlich um einen Millimeter zu bewegen. Gute Werte liegen zwischen 30 und 35 Newton pro Millimeter, sehr gute Werte darüber. Bis 40 Newton pro Millimeter gilt: je mehr, desto besser. Darüber ergibt es wenig Sinn.

Wir belasteten die Laufräder zur rechten und linken Seite und bildeten das arithmetische Mittel daraus. Seitliche Kräfte an den Laufrädern treten in der Praxis etwa im Wiegetritt und beim Durchfahren von Spurrillen auf. Vorderräder mit einer hohen Seitensteifigkeit zeichnen sich in der Regel in Form einer hohen Lenkpräzision aus. Zudem „laufen“ die Räder den Spurrillen nicht hinterher. Laufräder mit einer geringen Seitensteifigkeit werden umgangssprachlich als „weich“ bezeichnet.

Klar ist: Mit der Anzahl der Speichen und deren Spannung steigt die Seitensteifigkeit. Und: Weniger Speichen sind vorteilhaft für den Luftwiderstand. Der ultimative Kompromiss könnte bei diesem „Konflikt“ der Einsatz von Carbonspeichen sein. Die besten Seitensteifigkeiten lieferten die Modelle von DT Swiss, Edvelo und Swiss Side mit je 24 Speichen - sowie die Newmen mit ihren 21 Carbon-Speichen.

Bei Engage und Leeze können die Laufräder aufpreisbehaftet mit Keramik-Lagern bestellt werden, serienmäßig damit ausgerüstet sind hier im Test die Modelle von Specialized Roval und Swiss Side. Bei DT Swiss sind die Premium-Varianten damit ausgestattet. Je nach dem Fahrergewicht und der Geschwindigkeit können durch eine reduzierte Lagerreibung rund zwei bis vier Watt nötige Leistung „eingespart“ werden.

Wir notierten auch das Innenmaß der Felgen, die Maulweite - üblich sind Maße zwischen 19 und 21 Millimetern. Mit der Zunahme der Maulweite nimmt auch die effektive Reifenbreite zu und damit auch der Komfort. So baut ein nominell 25 Millimeter breiter Reifen auf einer Felge mit überdurchschnittlicher Maulweite um einige Zehntelmillimeter breiter auf.

Fast alle Hersteller geben für ihre Laufräder je ein maximal zugelassenes Gewicht an. Das Fahrergewicht ist selbsterklärend, das Systemgewicht beinhaltet Fahrer, Rennrad, Trinkflaschen und etwaiges Gepäck. Fahrer- und Systemgewicht liegen somit in der Regel um rund zehn Kilogramm auseinander.

Ein Aero-Laufradsatz kann nicht in allen Technik-Disziplinen „der Beste“ sein. Deshalb unterteilen wir unsere Ergebnisse in mehrere Kategorien: Klarer Aerodynamik-Sieger sind dabei letztlich die Laufräder von Swiss Side. In Sachen Leichtgewicht sind die Newmen-Räder vorn. Beim Kriterium Preis-Leistung steht Edvelo auf dem Siegertreppchen, bei den Allround-Eigenschaften sehen wir Engage vorn - und in der Disziplin Race siegen die Specialized-Roval-Räder.

Etwas losgelöst vom eigentlichen Test prüften wir im Windkanal auch den Einfluss von verschieden Reifenbreiten. Breitere Reifen erhöhen die angeströmte Stirnfläche, folglich nimmt der Luftwiderstand beziehungsweise die erforderliche Leistung für die gefahrene Geschwindigkeit zu. Zumindest bei einer reinen Frontalanströmung relativieren sich die etwas höheren Leistungen der breiteren Reifen, da sie dem Unterrohr einen größeren Windschatten bieten. Zudem ergeben die 28 und 30 Millimeter breiten Reifen mit ihrem erhöhten Volumen ein Plus an Komfort. Aus rein aerodynamischer Sicht ist ein 25 Millimeter-Modell die beste Wahl.

Die oberste hellblaue Kurve ist die des Referenz-Laufrades aus dem Testrad Canyon Endurace CF SL: DT Swiss E 1800 Spline mit einer Felgenhöhe von 23 Millimetern. Zu sehen ist ein typischer Verlauf für ein flaches Laufrad ohne Segeleffekt. Mit zunehmenden Winkelgraden nimmt die Stirnfläche zu und der Leistungsbedarf steigt. Hier löst sich die Strömung komplett ab und es entsteht kein Segeleffekt.

Dieser entsteht bei Laufrädern, die hinsichtlich der Aerodynamik optimiert wurden und mindestens 30 Millimeter Felgenhöhe aufweisen. Beim Segeleffekt liegt die Windströmung vollständig an der Felge an und erzeugt beim „Abreißen“ einen Schub. Grundsätzlich gilt: Höhere Felgen ergeben einen größeren Segeleffekt. Unsere zwölf Testlaufräder weisen Felgenhöhen von 50 bis 65 Millimetern auf. Den größten Segeleffekt erzielt hier das Vorderrad von Specialized Roval: Bei 16 und 17 Grad werden nur ein bis zwei Watt Leistungsbedarf gemessen. Allerdings stellen sich bei diesen Winkeln sehr große Lenkmomente ein.

Insgesamt liegen die Kurven der Laufräder mit flacheren Felgen höher: Sie benötigen also etwas mehr Leistung.

Die 1400-Linie kommt mit den neuen DT 240 Dicut Naben und DT Aero Comp Speichen, die 1100-Linie mit DT 180 Dicut Nabe mit Sinc Ceramic Lager und mit neuen DT-Speichen. Diese Speichen, Aerolite II und Aero comp II, werden breiter und länger ausgewalzt, haben damit weniger Frontfläche und so eine bessere Aerodynamik.

Wie von DT seit 2016 bei allen Felgen umgesetzt, kommen auch die neuen Modelle tubeless ready und sind somit mit normalen Reifen und Schläuchen, aber auch schlauchlos mit Dichtmilch fahrbar. Jedem Laufrad liegt ein passendes Tubeless-Ventil bei.

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