Die Laufräder sind ein zentrales Element für die Fahrqualität eines Mountainbikes, da sie für die Kraftübertragung von den Pedalen auf den Untergrund zuständig sind. Die Auswahl der Laufräder sollte sich nach Fahrstil, Terrain und bevorzugter Fahrdisziplin richten. Neue, teure MTB-Laufräder müssen nicht immer sein - mit dem Wissen dieses Ratgebers kannst du das Maximale aus deinen aktuellen Laufrädern herausholen!
Der Aufbau eines Laufrads
Ein Fahrradlaufrad besteht aus vier Hauptkomponenten, die alle einen Einfluss auf das Gewicht, die Leistung und die Haltbarkeit haben. Eine Verbesserung (oder Verschlechterung) dieser Komponenten kann sich auf die Fahrqualität, deine Kraftanstrengung (Geschwindigkeit), die Bremsleistung und sogar darauf auswirken, wie gut dein Fahrrad auf das Gelände reagiert:
- Felge: Die Felge befindet sich an der Außenseite des Laufrads und hat bei den meisten Mountainbike-Laufrädern die Aufgabe, den Reifen zu halten. Die Breite der Felge wirkt sich auf die Reifenbreite aus, was sich erheblich auf die Kontrolle des Fahrers und den Grip auf dem Trail auswirken kann.
- Nabe: Die Nabe befindet sich in der Mitte des Rades und bildet die Drehachse. In jeder Nabe, vorne und hinten, befindet sich die Achse, die das Rad mit dem Fahrrad verbindet. Am Hinterrad verfügt die Nabe über eine Verzahnung, in die eine Kassette eingreift. Alle Mountainbike-Laufräder verfügen über eine Hinterradnabe mit einem Freilaufmechanismus, der es dem Rad ermöglicht, im Leerlauf zu fahren.
- Speichen: Das Material, das Nabe und Felge miteinander verbindet. Die Anzahl der Speichen variiert zwischen Vorder- und Hinterrad, wobei das Hinterrad oft mehr Speichen hat, um die Festigkeit und Steifigkeit zu erhöhen. Mehr Speichen bedeuten in der Regel ein stärkeres Laufrad, was jedoch mit einem Gewichtsnachteil einhergeht.
- Nippel: Die Speichen werden mit einer speziellen Mutter, dem Nippel, am Laufrad befestigt. Nippel sind wichtig, um die Speichenspannung zu regulieren, die ein Laufrad "ausrichtet", d. h. es gerade macht, wenn es sich dreht.
Felgen-Material: Aluminium vs. Carbon
Die meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Laufräder sind mit Aluminium-Felgen unterschiedlicher Qualität ausgestattet, während hochwertige Laufräder in der Regel Felgen aus Carbon haben, die das Gewicht reduzieren und gleichzeitig die Steifigkeit erhöhen.
Aluminium
Aluminium ist das beliebteste Felgenmaterial für Mountainbike-Laufräder der Einstiegs- und Mittelklasse, vor allem, weil es viel billiger in der Herstellung ist. Obwohl es die günstigere Alternative ist, gibt es eine Reihe von Vorteilen, die mit der Verwendung dieses Materials einhergehen, vor allem die Nachgiebigkeit oder der Komfort, den Leichtmetallfelgen auf dem Trail bieten.
Carbon
Auf der anderen Seite erfreuen sich Laufradsätze aus Carbon in allen Mountainbike-Disziplinen immer größerer Beliebtheit. Das liegt vor allem an den sinkenden Preisen und dem besseren Verhältnis zwischen Steifigkeit und Gewicht sowie der höheren Festigkeit, die sie bieten. Das bedeutet, dass ein Laufrad supersteif und gleichzeitig leicht sein kann, was besonders hilfreich ist, wenn man bedenkt, dass beim Mountainbiken die Komponenten stark beansprucht werden. Der Nachteil dieser erhöhten Steifigkeit ist, dass sie in der Regel auf Kosten des Komforts geht und die Fahrer gezwungen sind, die Einstellungen von Reifen und Federung entsprechend zu ändern.
Weitere wichtige Faktoren bei der Wahl des Laufrads
Reifentypen
Es lohnt sich, die zwei verschiedenen Reifentypen zu kennen, die auf ein Rad passen. Sie benötigen eine bestimmte Felge. Mountainbike-Reifen sind entweder Drahtreifen oder Tubeless-Reifen und auf dem Laufrad ist angegeben, mit welchem Reifen es kompatibel ist.
- Drahtreifen: Sie sind häufig bei Fahrrädern der Einstiegsklasse zu finden. Wenn nicht anders angegeben, kann man davon ausgehen, dass jedes neu gekaufte Einstiegsrad mit Drahtreifen ausgestattet ist. Drahtreifen benötigen einen Schlauch, um die Luft aufzupumpen und zu halten.
- Tubeless: Wie der Name schon sagt, benötigen schlauchlose Reifen keinen Schlauch, sondern verlassen sich auf enge Toleranzen und Luftdruck, um eine luftdichte Abdichtung zu schaffen.
Gewicht
Das Gewicht eines Laufradsatzes kann eine Reihe von Auswirkungen darauf haben, wie sich dein Fahrrad auf dem Trail anfühlt: Handling, Festigkeit und Komfort. Für Rennfahrer oder Fahrer, die häufig bergauf fahren, ist die Investition in einen leichten Laufradsatz sicherlich eine Erleichterung, während Enduro- und Downhill-Fahrer wahrscheinlich eher von einem schwereren, stärkeren Laufradsatz profitieren werden. Unabhängig davon, welchen Fahrstil du bevorzugst, muss beachtet werden, dass die Gewichtsreduzierung oft auf Kosten der Gesamtstärke und Haltbarkeit geht - zwei Punkte, die man auf dem Trail nicht außer Acht lassen sollte.
Radabmessungen: Größe, Breite und Tiefe
Größe
Es gibt drei Hauptgrößen von Mountainbike-Laufrädern:
- 26-Zoll-Laufräder: Sie waren die ursprüngliche Laufradgröße für Mountainbikes und werden auch heute noch häufig verwendet, da sie wendig und leicht sind.
- 27,5-Zoll-Laufräder: Sie haben in den letzten Jahren die 26-Zoll-Laufräder im Wesentlichen als Norm abgelöst und bieten etwas bessere Überrollfähigkeiten, Traktion und Luftvolumen als 26-Zoll-Laufräder.
- 29-Zoll-Laufräder: Sie bieten dank ihrer größeren Größe und ihres größeren Luftvolumens mehr Traktion, ein besseres Überrollverhalten bei technischen Hindernissen und ein ruhigeres Fahrgefühl.
Breite
Der Trend geht zu breiteren Felgen, was den Komfort durch ein größeres Luftvolumen im Reifen erhöht. Traditionell war 17 mm eine beliebte Innenbreite für Mountainbike-Laufradsätze, doch in letzter Zeit hat sich der Trend hin zu breiteren Felgen verschoben, da sie mehr Stabilität, Aufstandsfläche und Luftvolumen bieten. Nach heutigen Maßstäben ist eine schmale Felge, wenn sie innen gemessen wird, alles unter 19 mm, eine moderne Standard-Innenfelgenbreite liegt typischerweise zwischen 21 und 25 mm, während eine breite Felge als alles über 28 mm angesehen wird.
Tiefe
Die Tiefe der Felge wirkt sich auf die Seitensteifigkeit des Laufrads und das Fahrverhalten des Fahrrads aus. Die meisten Laufradhersteller bieten eine maximale Tiefe von 30 bis 35 mm an. Es gibt jedoch auch Hersteller, die eine größere Tiefe anbieten, wenn das verwendete Material die Festigkeit des Laufradsatzes erhöht.
Speichen
Die Gesamtzahl, die Form und das Material der Speichen an einem Laufrad variieren. Eine hohe Speichenanzahl erhöht die Robustheit und Langlebigkeit des Laufrads, bringt aber auch einen Gewichtsnachteil mit sich. Typischerweise hat ein leichtes Vorderrad zwischen 24-28 Speichen, während das Hinterrad zwischen 28-32 Speichen hat.
Normale Stahlspeichen sind entweder "straight pull" oder "J-bend". Speichen mit geradem Zug haben keine Biegung am Kopf und erfordern spezielle Naben. Speichen mit J-Biegung sind die traditionellere Variante mit einer 90-Grad-Biegung am Nabenende, die wie ein "J" aussieht.
Naben
Die Naben sind ein wichtiger Bestandteil. Sie sind der Ankerpunkt für die Speichen und ermöglichen das Drehen der Räder. Während Vorderradnaben in der Regel recht einfach sind, sind Hinterradnaben komplexer und verfügen über eine Freilaufnabe.
Moderne Mountainbike-Hinterradnaben haben in der Regel eine Breite von 135 mm, 142 mm oder 148 mm. 142 mm ist der Standard bei vielen Mountainbikes in einer Reihe von Fahrdisziplinen, 148 mm (auch Boost-Spacing genannt) wird jedoch immer beliebter. Das liegt vor allem daran, dass die größere Nabenbreite die Verwendung eines breiteren Reifens und/oder kürzerer Kettenstreben ermöglicht, als dies bei einem normalen Rahmen der Fall ist.
SRAM vs. Shimano: Die Unterschiede
SRAM bietet eine Mischung aus 11- und 12-Gang-Gruppen an, für die ein spezieller Freilauf (XD Driver Body) an der Hinterradnabe erforderlich ist, um die dazugehörigen 10-42er oder 10-50er Kassetten zu verwenden. Alle Mountainbike-Kassetten mit dem kleinsten Ritzel von 11T, egal ob acht, neun, zehn oder elf Gänge, passen auf den Standard-Freilaufkörper mit Shimano-Keilnaben.
6-Loch vs. Center Lock
Die beiden Designs der Scheibenbremsscheiben sind weitgehend identisch und erfüllen die gleiche Funktion, aber es ist die Art und Weise, wie sie an der Nabe befestigt werden, die die beiden Designs voneinander unterscheidet. Wie der Name schon sagt, werden die 6-Loch-Rotoren mit sechs Schrauben an der Nabe befestigt, während die Center Lock-Rotoren direkt an einer Verzahnung der Nabe befestigt und mit einem speziellen Sicherungsring gesichert werden.
Laufrad-Test: Aluminium vs. Carbon im Detail
Um der Frage nachzugehen, ob Carbon immer die beste Wahl ist, wurden 13 Laufradsätze getestet: acht mit Alu-Felge ab 430 Euro und fünf mit Carbon-Felge ab 1199 Euro. Dabei wurden keine speziellen Race-Modelle gewählt, sondern solche mit einem sehr breiten Einsatzspektrum von Tour über Trail und All-Mountain bis hin zu Enduro. Allen gemein sind daher grundsätzliche stabile Aufbauten und moderne Eckdaten: "Boost"-Achsen vorne/hinten, Freiläufe für 12-fach-Kassetten sowie Felgen mit rund 30 mm Maulweite - ideal für angesagte 2,35"-2,5" breite Reifen.
Testergebnisse im Überblick:
Aluminium-Laufräder:
- Testsieger: Veltec ETR Extradrei (perfekter Aufbau, niedriges Gewicht, spitzen Wert bei der Trägheitsmessung)
- Kauftipp: Race Face Aeffect R (grundsolider Laufradaufbau, gute Steifigkeitswerte, ordentliches Tempo)
Carbon-Laufräder:
- Testsieger: Acros Enduro-Carbon-LSR 29" (superleicht, klasse aufgebaut, auch für Non-Boost erhältlich)
- Kauftipp: Newmen Advanced SL A.30 (superleicht, Beschleunigung punktet voll)
Detaillierte Testergebnisse (Aluminium-Laufräder):
| Laufrad | Preis pro Paar | Gewicht (v/h) | Max. Systemgewicht | Material Felge/Speiche | Maulweite (v/h) | Speichenanzahl | Achsstandards | Disc-Aufnahme/Freilauf | Gewicht (gesamt) | Aufbau | Steifigkeit | Beschleunigung | Testfazit | Testurteil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy | 600 Euro | 913.5 g / 111 g | keine Angabe | Alu/Stahl | 31/29 mm | 28/32 | 15 x 110 mm / 12 x 148 mm | 6-Loch / MS, XD, HG | 2024,5 g | - | - | - | Die Crank-Räder gehören zu den seiten- und torsionssteifsten im Test. | Gut |
| DT Swiss XM 1700 Spline | 719 Euro | 897 g/993 g | 120 kg | Alu/Stahl | 30/30 mm | 28/28 | 15 x 110 mm / 12 x 148 mm | CL / MS, XD, HG | 1890 g | - | - | - | Die beliebten Mittelklasse-Laufräder der Schweizer sind - für Alu-Felgen - leicht und prima zu beschleunigen. | Sehr gut |
| Mavic Crossmax XL S 29 | 750 Euro | 881 g/1010 g | 120 kg | Alu/Stahl | 30/30 mm | 24/24 | 15 x 110 mm / 12 x 148 mm | 6-Loch, CL / MS, XD, HG | 1891 g | - | - | - | Das neue Crossmax- Laufrad kommt dezenter daher als früher - und ist rundum eine solide Wahl. | Gut |
| Newmen Evolution SL A.30 | 680 Euro | 831 g/971 g | 125 kg | Alu/Stahl | 30/30 mm | 28/28 | 15 x 110 mm / 12 x 148 mm | 6-Loch / MS, XD, HG | 1802 g | - | - | - | Leicht und flott! Die Newmen-Alu-Räder sind nur minimal schwerer als die von Testsieger Veltec. | Sehr gut |
| Race Face Aeffect R | 600 Euro | 923,5 g/1070 g | keine Beschränkung | Alu/Stahl | 30/30 mm | 28/28 | 15 x 110 mm / 12 x 148, 12 x 157 mm | 6-Loch / MS, XD, HG | 1993,5 g | - | - | - | Auf der Habenseite steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte. | Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp) |
| Shimano Deore XT WH-M8120 | 430 Euro | 933 g/1079 g | keine Angabe | Alu/Stahl | 30/30 mm | 28/28 | 15 x 110 mm / 12 x 148 mm | CL / MS | 2012 g | - | - | - | Günstig, aber gut! Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker. | Gut |
| Spank 350 Vibrocore | 699 Euro | 917 g/1119 g | keine Angabe | Alu/Stahl | 30/30 mm | 28/28 | 15 x 110, 20 x 110 mm / 12 x 148, 12 x 150/157 mm | 6-Loch / MS, XD, HG | 2036 g | - | - | - | Die Spank-Räder besitzen eine Schaumstoff-Schicht in der Felge, die Vibrationen dämpfen soll. | Gut |
| Veltec ETR Extradrei | 549 Euro | 827,5 g/964,5 g | keine Angabe | Alu/Stahl | 30/30 mm | 32/32 | QR, 15 x 100, 15 x 110, 20 x 110 mm / QR, 12 x 142, 12 x 148 mm | 6-Loch / MS, XD, HG | 1792 g | - | - | - | Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld. | Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger) |
Detaillierte Testergebnisse (Carbon-Laufräder):
| Laufrad | Preis pro Paar | Gewicht (v/h) | Max. Systemgewicht | Material Felge/Speiche | Maulweite (v/h) | Speichenanzahl | Achsstandards | Disc-Aufnahme/Freilauf | Gewicht (gesamt) | Aufbau | Steifigkeit | Beschleunigung | Testfazit | Testurteil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Acros Enduro-Carbon-LRS 29" | 1199 Euro | 731 g/819 g | keine Beschränkung | Carbon/Stahl | 29/29 mm | 28/28 | 15 x 100, 15 x 110 mm / 12 x 142, 12 x 148 mm | 6-Loch, CL / MS, XD, HG | 1550 g | - | - | - | Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge. | Überragend (MOUNTAINBIKE-Testsieger) |
| Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon | 1699 Euro | 829 g/1017 g | keine Angabe | Carbon/Stahl | 31/29 mm | 28/32 | 15 x 110 mm / 12 x 148 mm | 6-Loch / XD, HG | 1846 g | - | - | - | Die Synthesis sind die schwersten und "langsamsten" Kohlefaser-Räder im Test. | Sehr gut |
| DT Swiss XMC 1501 Spline One | 1599 Euro | 766 g/ 863 g | 120 g | Carbon/Stahl | 30/30 mm | 28/28 | 15 x 110 mm / 12 x 148 mm | CL / MS, XD, HG | 1629 g | - | - | - | Die Schweizer punkten bei ihrem Carbon-Modell mit perfektem Aufbau und niedrigem, wenn auch nicht superleichtem Set-Gewicht. | Überragend |
| Newmen Advanced SL A.30 | 1450 Euro | 715 g/864,5 g | 125 g | Carbon/Stahl | 29/29 mm | 28/28 | 15 x 110 mm / 12 x 148 mm | CL / MS, XD, HG | 1579,5 g | - | - | - | Optisch macht Newmens superleichter Carbon-Satz mit den silbern glänzenden Naben eine Menge her. | Überragend (MOUNTAINBIKE-Kauftipp) |
| Race Face Next R31 | 1699 Euro | 816 g/912 g | keine Beschränkung | Carbon/Stahl | 31/31 mm | 28/28 | 15 x 110 mm / 12 x 148, 12 x 157 mm | 6-Loch / MS, XD, HG | 1728 g | - | - | - | Wie Crankbrothers setzt auch Race Face eher auf Stabilität denn auf ausgewiesenen Leichtbau. | Sehr gut |
Fazit
Die Wahl zwischen Aluminium- und Carbon-Laufrädern hängt stark vom individuellen Fahrstil, dem Budget und den Prioritäten ab. Carbon-Laufräder bieten in der Regel ein geringeres Gewicht und eine höhere Steifigkeit, was sich positiv auf die Beschleunigung und das Handling auswirken kann. Allerdings sind sie auch teurer und können weniger komfortabel sein als Aluminium-Laufräder. Aluminium-Laufräder sind eine gute Wahl für Fahrer, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis suchen und Wert auf Komfort und Haltbarkeit legen.
DT Swiss EX 1700 Spline im Härtetest
Der DT Swiss EX 1700 SPLINE-Systemlaufradsatz ist das Aluminium-Flaggschiff der Schweizer Felgen-, Speichen- und Naben-Spezialisten. Das „E“ in EX 1700 steht dabei für Enduro und markiert den Einsatzbereich des Modells, das für die härtesten Trails der Welt ausgelegt ist. Unser Testchef Felix hat die Laufräder in seinem Cannondale Jekyll Race-Bike und auch einigen E-Mountainbikes knapp 1,5 Jahre auf Herz und Nieren geprüft. Mit 95 kg Kampfgewicht und rabiatem Fahrstil gab es vor allem für die Alu-Felgen keine Gnade.
Technische Details
Der Laufradsatz setzt auf die aktuellen DT 350-Naben mit Ratchet-Zahnscheibenfreilauf. Der Wechsel des Freilaufkörpers (XD, Micro Spline, Shimano ASL) gelingt dadurch werkzeugfrei und mit wenigen Handgriffen. Auch bei der Bremsscheibenaufnahme bietet DT Swiss die Wahl zwischen CENTER LOCK und 6-Bolt. Straightpull Competition-Speichen kommen zum Einsatz, die ohne den klassischen J-Bend am Speichenkopf robuster sein sollen. Das Highlight des Systemlaufrads ist die verbaute EX 511-Felge aus Aluminium mit 30 mm Innenweite. Bereits ab Werk ist in ihr das Tubeless-Felgenband verklebt und auch ein Ventil gehört zum Lieferumfang des EX 1700, der entweder als 29”- oder 27,5”-Variante angeboten wird.
Performance und Haltbarkeit im Test
In den ersten Wochen auf dem Trail zeigten sich die hohe Verarbeitungsqualität und die Kompetenz, die DT Swiss in den Laufradbau steckt. Dabei trifft der Laufradsatz genau den Sweet Spot an Compliance, sodass er wenig Vibrationen an die Hände durchreicht und auch bei seitlichen Schlägen nicht verspringt. Dennoch liefert er bei Highspeed ausreichend Präzision, um der angepeilten Linie zu folgen. Auf einigen EWS-Rennen musste der EX 1700 beweisen, dass er auch bei möglichst niedrigem Luftdruck im Reifen und richtig fiesen Steinfeldern durchhält: Denn ein Wechsel des Laufrads während des Rennens ist eigentlich ausgeschlossen. Über die zahlreichen Durchschläge beschwerte sich die super robuste EX 511er-Felge zwar mit einem lauten „Dong”, hält aber trotz zahlreicher Dellen nach wie vor die Luft. Nach gut 10 Monaten musste der EX 1700 zum ersten Mal auf den Zentrierständer, obwohl er noch immer sehr rund lief.
Nach 18 Monaten sind vor allem das Vorderrad und die Naben noch top in Schuss. Am Heck ist es allerdings Zeit für eine neue EX 511-Felge: Die alte hat ihren Ruhestand redlich verdient. Der EX 1700 SPLINE ist zu Recht der Highend Alu-Laufradsatz für den Enduro-Einsatz von DT Swiss. Die 18 Monate Härtetest im Renneinsatz hat er klaglos weggesteckt. Denn vor allem am Hinterrad ist ein gewisser „Verschleiß“ von Felgen absolut in Ordnung. Die Qualität des EX 1700 SPLINE ist nicht nur in punkto Komponenten enorm hoch, sondern vor allem auch im Laufradbau selbst und rechtfertigt so das Preisschild von 750 €.
Race Face Era Carbon-Laufräder im Langzeittest
Mit dem Race Face Era will der kanadische Komponentenhersteller neue Maßstäbe im Bereich der Enduro- und Trail-Laufräder setzen. Carbon-Felgen kombiniert mit der bewährten Vault-Nabe und eine lebenslange Garantie sollen den Laufradsatz zum ultimativen Begleiter für jeden Trail machen. Doch wie schlägt sich das Race Face Era-Laufrad in der Praxis?
Technische Details
Der Laufradsatz wiegt gerade einmal 1.754 g in der getesteten 29″-Ausführung und geht für ca. 1.809 € über die Theke. Die Felgen der Race Face Era-Laufräder bestehen aus einem Carbon-Lay-up, das nicht nur für hohe Steifigkeit sorgen soll, sondern laut Hersteller auch eine gewisse Nachgiebigkeit bewahrt, um Schläge effizient zu dämpfen. Die Race Face Era sind mit hauseigenen Vault-Naben ausgestattet, die sich bereits an den anderen Laufrädern der Marke bewiesen haben. Es bietet einen feinen 3°-Eingriffswinkel, was für wenig Verzögerung sorgt, sobald man in die Pedale tritt.
Performance und Haltbarkeit im Test
Während des gesamten Testzeitraums haben sich die Race Face Era-Laufräder als äußerst zuverlässig erwiesen: Keine einzige Speiche lockerte sich, und die Nabe lief durchgehend problemlos. Selbst nach harten Einschlägen und langen Tagen im Bikepark hielt das Era-Laufradset ohne Murren. Die Kombination aus hoher Präzision und angenehmer Compliance sorgt für ein direktes, aber komfortables Fahrverhalten. Besonders beeindruckend ist die Haltbarkeit, die sich über ein Jahr hinweg bewährt hat - keine losen Speichen, eine zuverlässige Nabe. Auch harte Einschläge steckt die robuste Felge weg.
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