Laufräder für Trekkingräder im Test: Eine umfassende Übersicht

Die Frage, ob Felgen- oder Scheibenbremsen besser sind, ist unter Rennradfahrern ein heiß diskutiertes Thema. Während Scheibenbremsen in der Produktentwicklung immer wichtiger werden, sind Felgenbrems-Laufräder im Nachrüstmarkt nach wie vor ein großes Thema. Wer seinem Felgenbrems-Renner mit neuen Laufrädern frischen Schwung verleihen möchte, findet derzeit noch eine große Auswahl an Produkten.

ROADBIKE hat 20 Modelle in drei Preiskategorien getestet: um 600 Euro, um 1000 Euro und um 2000 Euro. Dabei fällt auf, dass neu entwickelte Felgenbrems-Laufräder in den günstigeren Preiskategorien kaum noch zu finden sind. Neue Modelle kommen offenbar nur noch im hochpreisigen Sektor auf den Markt und profitieren von den technischen Erkenntnissen und Fortschritten aus der Disc-Laufradentwicklung.

Testergebnisse der Laufräder

Die Ergebnisse zeigen, wie sich höhere Preise bemerkbar machen. Die High-End-Laufradsätze um 2000 Euro sind ausschließlich mit Carbon-Felgen ausgestattet und überzeugen mit Top-Steifigkeitswerten und Spitzenwerten bei Gewicht und Trägheitsmessungen. Die besten Vertreter der Preisklasse um 1000 Euro bleiben auf Schlagdistanz, während sich selbst die Modelle um 600 Euro wacker schlagen. Freunde von Felgenbrems-Laufrädern finden also noch viele überzeugende Produkte.

ROADBIKE testet Laufräder mit großem Aufwand, wobei die Faktoren Gewicht (25 %), Seitensteifigkeit (25 %), Torsionssteifigkeit (5 %), Trägheit (10 %), Aufbau (10 %) und Fahreindruck (25 %) im Mittelpunkt stehen.

Die Besten im Test: Laufräder um 2000 Euro

Cadex 42 Tubeless (Testsieger)

Cadex 42 Tubeless begeistert mit Laborwerten und Messerspeichen aus Carbon. In der Praxis gefallen die gute Beschleunigung und die tolle Bremspower, allerdings bringt Seitenwind schnell Unruhe ins Fahrwerk. Die hakenlose Felge schränkt die Reifenauswahl stark ein, der sehr laute Freilauf ist Geschmackssache. Cadex gewährt zwei Jahre Garantie und ein großzügiges Crash Replacement.

  • Gewichte: VR 556 g/HR 717g
  • Preis: 2599 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 19 mm/24 mm/42 mm
  • Speichen: v 16 radial/h 21, links radial, rechts 2x gekreuzt
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Laufradtaschen
  • Gewichtslimit: 126,5kg Systemgewicht (Fahrer, Rad, Ausrüstung)

Rose RC Fifty Carbon (Preis-Leistungs-Tipp)

Rose FC Fifty Carbon bietet einen tollen Fahreindruck und sehr viel Leistung fürs Geld. Es überzeugt auf der Straße mit spritzigem Antritt, großer Lenkpräzision und hoher Fahrstabilität. Auch die Bremspower der SwissStopp-Beläge stimmt. Rose gewährt sechs Jahre Garantie und Crash-Replacement.

  • Gewichte: VR 617 g/HR 757 g
  • Preis: 1499 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 19,5 mm/28 mm/47 mm
  • Speichen: v 20 rad./h 21, links radial, rechts 3x gekreuzt
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Laufradtasche
  • Gewichtslimit: 110kg Systemgewicht (Fahrer, Rad, Ausrüstung)

Campagnolo Bora WTO 33

Campagnolo Bora WTO 33 ist leicht, steif und schnell mit toller Bremsleistung, aber mit lautem Pfeifen beim Bremsen. Mit knapp über 1400 Gramm Set-Gewicht gefällt der Satz aber auch als Gipfelstürmer. Auf der Straße gefallen die quirlige Beschleunigung und die sehr präzise Lenkung, auch die Bremspower beeindruckt.

  • Gewichte: VR 607g/HR 809g
  • Preis: 2160 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 19 mm/26,7mm/33mm
  • Speichen: v 18 radial/h 21, links radial, rechts 2x gekreuzt
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile und Reduzierhülse, Reifenheber
  • Gewichtslimit: 120kg Systemgewicht (Fahrer, Rad, Ausrüstung)

DT Swiss PRC 1400 Spline 35

DT Swiss PRC 1400 Spline 35 bietet einen tollen Fahreindruck und großzügige Garantie- und Crash-Replacement-Bestimmungen. Auf der Straße gefällt es mit einem sehr ausgewogenen Fahreindruck: Die Beschleunigung ist sehr gut, die Lenkung extrem präzise, hohes Tempo hält das Set ausgesprochen willig, die Bremspower ist hoch.

  • Gewichte: VR 667g/HR 826g
  • Preis: 1957 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 18 mm/25mm/35mm
  • Speichen: v 20 radial/h 24, links und rechts 2x gekreuzt
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Bremsbeläge, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Sram XDR-Body
  • Gewichtslimit: 100kg Systemgewicht (Fahrer, Rad, Ausrüstung)

Die Besten im Test: Laufräder um 1000 Euro

Easton EA90 SL (Testsieger)

Easton EA90 SL überzeugt in Labor und Praxis mit leichtem Gewicht, hoher Steifigkeit und Komfort. Im Sattel begeistern die EA90 SL mit sattem Vortrieb und spritziger Beschleunigung, das Lenkverhalten ist wendig-agil und zugleich absolut präzise. Dank breit bauender Reifen stimmt auch der Komfort. Easton bietet kein Crash-Replacement, dafür aber zwei Jahre Garantie - ohne Renneinsatz. Positiv: kein Gewichtslimit.

  • Gewichte: VR 653 g/HR 829 g
  • Preis: 1098,80 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 20 mm/25 mm/27 mm
  • Speichen: v 20 rad./h 24, li 1x, re 2x
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Tubeless-Ventile und -Felgenband, Ventilschlüssel
  • Gewichtslimit: keins

Mavic Ksyrium Pro UST (Preis-Leistungs-Tipp)

Mavic Ksyrium Pro UST ist sehr leicht und sportlich mit großem Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung. Die Beschleunigung und Agilität zaubert dem Fahrer ein breites Grinsen ins Gesicht. Den Preis-Leistungs-Tipp sicherten sich die Franzosen durch den großen Lieferumfang mit Tubeless-Vollausstattung: Reifen und Ventile sind schon montiert, nur Dichtmilch einfüllen und ab dafür. Zwei Jahre Garantie werden bei Produktregistrierung um ein weiteres Jahr ergänzt.

  • Gewichte: VR 596 g/HR 842 g
  • Preis: 949 Euro
  • Felgenmaße (Breite innen/Breite außen/Höhe): 17 mm/21 mm/ v 17, h 20 mm
  • Speichen: v 18 rad./h 20 re rad., li 2x
  • Lieferumfang: Schnellspanner, Tubeless-Reifen und Zubehör, Werkzeug, 10-fach-Distanzring
  • Gewichtslimit: 120 kg Systemgewicht

DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21

DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21 ist leicht, steif und schnell mit dauerhaft schwarzer Bremsflanke. Die Bremswirkung ist hoch, setzt bei Nässe aber verzögert ein - der einzige Kritikpunkt. Die Oxic-Modelle von DT Swiss mit elektrochemischer Keramikbeschichtung überzeugten im RB-Dauertest über Tausende Kilometer.

Die Bedeutung der Fahrradfelgen

Die Fahrradfelgen spielen eine große Rolle für das Rollverhalten des Laufrads und sind eines der wichtigsten Bauteile am gesamten Bike. Sie dienen dazu, im äußeren Bereich des Bikes den Schlauch und den Reifen aufzunehmen und sorgen so für eine stabile Verbindung, die eine problemlose Fortbewegung ermöglicht.

Wer aufgrund eines kaputten Teils also noch kein komplett neues Fahrrad kaufen will, sollte sich nach einer neuen und passenden Fahrradfelge umschauen. Doch auch, um dem Bike einen ganz neuen und sportlichen oder eleganten Look zu verpassen, eignen sich Fahrradfelgen optimal.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Der wohl wichtigste Aspekt beim Kauf einer Felge ist die Auswahl der richtigen Größe. Der Durchmesser, der in der Regel in Zoll angegeben ist, bestimmt, für welche Fahrräder die Felge kompatibel ist. Für Mountainbikes müssen Sie meistens 26 Zoll Fahrradfelgen verwenden, bei fast allen anderen Fahrradtypen wie auch City- oder Trekkingbikes sind dagegen 28 Zoll Fahrradfelgen üblich.

Der zweite wichtige Punkt ist die Breite der Felgen. Hier gibt es große Unterschiede: Für Rennräder etwa gib es ganz schmale Felgen, für Trekkingräder oder Citybikes werden die Felgen schon etwas breiter, während sich für Mountainbikes ganz breite Fahrradfelgen eignen.

Hinsichtlich des Materials gibt es vor allem preisliche Unterschiede. Wenn Sie eine eher preiswertere Alternative suchen, besteht die Fahrradfelge meist aus simplem Stahl. Für den ambitionierteren Biker stellen jedoch Aluminium-Flegen eine echte und höherwertigere Alternative dar. Aluminium ist als Leichtmetall deutlich weniger anfällig gegenüber Oxidation und hat im Vergleich zu Stahl ein deutlich geringeres Eigengewicht.

Mittlerweile verwenden die meisten Hersteller sogenannte Hohlkammerfelgen, die über Hohlkammern im Innern der Felge verfügen, welche Sie deutlich leichter und kostengünstiger machen.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Felgenauswahl ist die Bauart, wobei es eine Unterscheidung zwischen sogenannten Tiefbettfelgen und V-Felgen gibt. Aufgrund ihrer Robustheit werden auf den meisten Bikes die Tiefbettfelgen verbaut, da diese auch große Belastungen wegstecken können. Bei Rennrädern kommen dagegen eher V-Felgen zum Einsatz, die bei ähnlicher Steifigkeit ganz einfach ein geringeres Gewicht als Tiefbettfelgen aufweisen.

Laufradsätze für Citybikes und Trekkingräder

Für tägliche Fahrten im Stadtverkehr oder auf ausgedehnten Touren mit dem Trekkingrad ist ein belastbarer Laufradsatz (Vorderrad und Hinterrad) entscheidend. Es gibt speziell zusammengestellte Laufradsätze für Citybikes und Trekkingräder mit bewährten Felgen von Mach1, DT SWISS, Ryde, KX oder Exal sowie Naben von Marken wie Shimano, Novatec, SON oder Formula.

Systemlaufräder und klassisch gespeichte Laufräder

Kompletträder nahezu aller Leistungsklassen und Fahrradtypen werden in der Regel von Haus aus mit Systemlaufrädern ausgestattet. Diese sind in ihren Komponenten (Felgen, Naben, Speichen) bestens aufeinander abgestimmt und daher sehr stabil. Je nach Anspruch kann ein Systemrad aber auch mit einem vierstelligen Bertrag zu Buche schlagen, insbesondere dann, wenn es nicht nur gut abgestimmt und stabil, sondern auch noch besonders leicht sein soll.

Klassisch gespeichte Laufräder wiederum gelten als unschlagbar in puncto Haltbarkeit und Stabilität. Sie werden nach Maßgabe des Fahrergewichts sowie des Einsatzzwecks von einem Fachmann zusammengebaut, wobei auch Einfluss genommen werden kann auf die verwendeten Materialien. Klassisch gespeichte Laufräder besitzen meistens 32 oder 36 Speichen, weswegen sie für schwere Fahrer eine gute Alternative zu einem Systemlaufrad darstellen. Aber auch Vielfahrer schwören häufig auf diesen Laufradtyp.

Aluminium vs. Carbon

Noch leichter und noch teurer sind Laufräder aus Carbon beziehungsweise aus Aluminium und Carbon. Außer durch ein extrem geringes Gewicht zeichnen sie sich durch eine hohe Steifigkeit aus. Die Anschaffungskosten liegen im vierstelligen Bereich - der Kundenstamm ist dementsprechend relativ klein. Carbon-Laufräder können nur mit Schlauchreifen gefahren werden und haben auch eine gewichtige, technisch bedingte Schwäche: Die Bremsleistung lässt bei Nässe signifikant nach. Darüber hinaus haben sich Carbonlaufräder in Tests als sehr wartungsanfällig herausgestellt - für den Alltag empfehlen sich Carbonräder also (bislang jedenfalls) nicht unbedingt.

Mountainbike-Laufräder im Test

Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Es wurden 13 Modelle ab 430 Euro getestet.

Testsieger

  • Alu-Laufräder: Veltec ETR Extradrei
  • Carbon-Laufräder: Acros Enduro-Carbon-LSR 29"

Kauftipps

  • Alu-Laufräder: Race Face Aeffect R
  • Carbon-Laufräder: Newmen Advanced SL A.30

Testergebnisse im Überblick

Laufrad Material Gewicht (Paar) Preis (ca.) Testurteil
Veltec ETR Extradrei Aluminium 1792 g 549 Euro Sehr gut (Testsieger)
Acros Enduro-Carbon-LSR 29" Carbon 1550 g 1199 Euro Überragend (Testsieger)
Race Face Aeffect R Aluminium 1993,5 g 600 Euro Sehr gut (Kauftipp)
Newmen Advanced SL A.30 Carbon 1579,5 g 1450 Euro Überragend (Kauftipp)

Was bringen breitere Felgen am Trekkingrad?

Tatsächlich gibt es handfeste Gründe, Reifen auf möglichst breite Felgen zu montieren. Der wichtigste: Der Luftdruck kann ohne Gefahr von Durchschlägen weiter gesenkt werden. Allein diese Maßnahme erhöht den Komfort und verbessert den Gripp auf dem Boden, weil sich ein weniger hart aufgepumpter Reifen besser an die Unebenheiten des Terrains anschmiegt.

Ein anderer Vorteil ist, dass sich auf breiten Felgen natürlich prinzipiell breitere Reifen montieren lassen, wenn es der Platz im Rahmen erlaubt. Welche Felgenbreite bei welchen Reifen ohne Risiko möglich ist, klären die Empfehlungen der European Tire and Rim Technical Organization (ETRTO). Maßgeblich ist die Maulweite der Felge, also das Maß zwischen den Felgenhörnern.

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