Laufräder im Test: Stiftung Warentest findet Schadstoffe

Laufräder kombinieren Spaß mit Bewegung, stärken dabei den Gleichgewichtssinn und trainieren die Koordination der Kinder.

Laut einer aktuellen Untersuchung von Stiftung Warentest sind Laufräder für Kinder häufig mit Schadstoffen belastet. Im Test der Stiftung Warentest aus dem Winter 2021, waren nur 3 von 13 Laufrädern empfehlenswert.

Schadstoffbelastung: Ein Mangel vieler Laufräder

Dabei handelte es sich um Flammschutzmittel oder Phthalat-Weichmacher im Sattel sowie sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in den Reifen. Das Testurteil für diese zehn Räder fiel entsprechend mit „mangelhaft“ aus. Alle anderen Modell waren mangelhaft.

Als Grenzwerte für die Bewertung verwendet Stiftung Warentest bei den PAK die Grenzen, die das freiwillige GS-Zeichen für Kinderprodukte mit kurzfristigem Hautkontakt setzt. „Die gefundenen Mengen sind nicht akut giftig, können dem Organismus aber langfristig schaden“, berichtet die Stiftung Warentest in der Zeitschrift „Test“ (Ausgabe 12/2021). Daher sollten kleine Kinder möglichst wenig mit diesen Schadstoffen in Berührung kommen.

PAK und Flammschutzmittel stehen laut der Stiftung Warentest im Verdacht, krebserregend zu sein. Bei den Weichmachern besteht zudem der Verdacht, fortpflanzungsschädigend zu wirken. Die Stiftung Warentest bemängelt außerdem, dass die Probleme aus einem Vortest von 2018 bereits bekannt waren.

Damals schnitten elf der getesteten 15 Räder mangelhaft ab. Nachgebessert wurde bei den Griffen, die in dem aktuellen Test seltener belastet waren. Für PAK in den Reifen hätten viele Anbieter aber immer noch keine Lösung.

Mit den Messergebnissen konfrontiert, verwiesen einige Anbieter auf interne Prüfungen, die Unbedenklichkeit bescheinigen oder argumentieren, dass ihr Laufräder erst für Kinder ab drei Jahren gedacht seien.

Die Testsieger im Überblick

Im Test der Stiftung Warentest wurden von 13 geprüften Laufrädern 10 aufgrund hoher Schadstoffbelastung als mangelhaft eingestuft. Drei Modelle erhielten grünes Licht, wobei zwei als gut und eines als befriedigend bewertet wurden.

Als Testsieger kürte die Stiftung das Puky-Modell „LR Light“. Es erhielt wie das „Superply Bonsai 12"" von Early Rider die Note „Gut“.

Mit der Note „Befriedigend“ und als bedingt empfehlenswert stuften die Testenden das Modell „Starter“ von Bandits & Angels ein, dessen Schadstoffgehalt der Reifen „noch tolerabel“ sei.

Puky LR Light: Der Testsieger

Den Testsieg schnappt sich mit der Gesamtnote „Gut“ (2,0) das Puky LR Light. Das Laufrad ist für Kinder zwischen 2,5 und 4,5 Jahren geeignet. Dank der luftgefüllten Reifen zeigt das Rad laut der Tester ein Top-Fahrverhalten.

Es wiegt 3,5 Kilo, die Sattelhöhe ist stufenlos verstellbar und der Lenker lässt sich um 360 Grad drehen. Es ist das einzige Rad im Test mit Ständer. Dieser ist zwar praktisch, aber auch eine mögliche Klemmstelle und so niedrig montiert, dass er hängen bleiben könnte.

Das Puky LR Light wiegt 3,3 kg, hat Alurahmen, Luftreifen, tiefen Einstieg, verstellbare Komponenten und ist für Kinder ab 2,5 Jahren (90-120 cm) geeignet.

Early Rider Superply Bonsai 12: Silbermedaille

Auf den 2. Platz hat es das Early Rider Superply Bonsai 12'' geschafft. Es bekam die Gesamtnote „Gut“ (2,2). Es handelt sich um ein relativ großes Rad, das daher erst für Kinder ab 3 Jahren nutzbar ist.

Es wiegt 3,8 Kilo, die Sattelhöhe ist stufenlos verstellbar und der Mountain­bike-ähn­liche Lenker lässt sich um 360 Grad drehen. Ein Trittbrett oder einen Ständer hat dieses Modell nicht.

Das Early Rider Superply Bonsai 12 Zoll Laufrad wiegt 3,75 Kilogramm und ist für eine maximale Belastung von 20 Kilogramm ausgelegt. Es richtet sich an Kinder im Alter von etwa zwei bis vier Jahren mit einer Innenbeinlänge ab 33 Zentimetern. Der Rahmen und die Gabel bestehen aus horizontal laminiertem Birkenholz, das eine gewisse natürliche Dämpfung bietet.

Bandits & Angels Starter: Platz 3

Auf dem 3. Platz liegt das Bandits & Angels Starter. Es erhielt von der Stiftung Warentest die Gesamtnote „Befriedigend“ (3,0). Es eignet sich für Kinder zwischen 2,5 und 4,5 Jahren.

Auf Asphalt und unebenem Untergrund sorgen die kleinen Kunststoffreifen für ein mittelmäßiges Fahrerlebnis. In der Kategorie „Schadstoffe“ bekam es nur ein „Ausreichend“ (4,0), da die Reifen mit PAK Benzo(ghi)perylen belastet sind. Griffe und Staffel sind hingegen in Ordnung.

Das Bandits & Angels Starter Kinder-Laufrad wiegt 3 Kilogramm und ist bis zu 25 Kilogramm belastbar. Es hat einen Metallrahmen, der Einstieg ist tief. Sein Sattel lässt sich zwischen 29-39 Zentimeter verstellen, der Lenker von 49 - 55 cm verstellbar ist.

Weitere Testergebnisse

In anderen Bereichen fiel die Bewertung positiver aus. So besäßen die Testkandidaten fast ausnahmslos gute Fahreigenschaften, sie seien ergonomisch und je nach Modell für Kinder ab einem Alter von 2,5 Jahren geeignet, erklären die Warentester.

Auch die Haltbarkeit der Räder wurde mit einem Belastungstest über 72.000 Schwellen untersucht. Bei dem Modell von Janod brachen dabei Vordergabel und Lenker und auch bei Brachtenkirchs Modell brach irgendwann der Lenker.

Eine Bremse hält die Stiftung dagegen an Kinderlaufrädern für nicht angebracht, denn Kinder könnten Bremsen noch nicht richtig einsetzen.

Empfehlungen und Tipps für den Kauf

Beim Laufrad-Kauf dürfen weder wir Eltern noch unsere Kinder uns von coolen Designs und bunten Farben locken lassen. Das Laufrad ist ein Verkehrsmittel und deshalb steht hier die Sicherheit an erster Stelle. Deshalb unbedingt das Laufrad vor dem Kauf mit dem Kind zusammen testen, um zu schauen, ob Kind und Laufrad gut zusammen passen.

Checkliste für den Laufradkauf:

  • Größe: Die Sitzhöhe des Laufrads sollte etwas niedriger sein als die Schrittlänge.
  • Maximale Tragkraft/Gewicht: Leichte Räder sind besser, besonders das Aufsteigen und Losfahren wird bei einem schweren Laufrad schwieriger.
  • Material: Das Rahmenmaterial besteht hauptsächlich aus Aluminium, Metall oder Holz.

Kinder können mit den Laufrädern hohe Geschwindigkeiten erreichen und bei jeglichen Hindernissen immer wieder Gefahren ausgesetzt sein. Eltern müssen daher beachten, dass sie immer ein wachsames Auge auf die Kleinen haben, wenn diese mit dem Laufrad umherflitzen. Ein Helm ist dabei ebenfalls unverzichtbar, um die Sicherheit des Kindes nicht zu gefährden.

Gerade am Anfang, wenn die Kleinen das Laufradfahren lernen, sollten Eltern sie ein wenig anleiten und gegebenenfalls durch Hilfestellungen unterstützen. Hierbei ist es natürlich auch wichtig, in geschützten Bereichen ohne große Gefahren und Hindernisse zu beginnen.

Tabelle: Laufrad-Testsieger im Überblick

Laufrad Ab 2 Jahren geeignet? Link zum Test
Puky LR Light Ja, ab einer Körpergröße von 90 cm. Testsieger mit „gut“ (2,0) bei Stiftung Warentest 2021
Early Rider Superply Bonsai 12 Ja, laut Herstellerangaben ab 2 Jahren geeignet Testsieger mit „gut“ (2,0) bei Stiftung Warentest 2021
Puky LR 1 Ja, ein­facher Ein­stieg durch nied­rigen Rahmen. Testsieger mit „gut“ (2,2) bei Stiftung Warentest 2018. Laut Anbietern unver­ändert und erhältlich (Stand Ende 2021).
BTwin Runride 100 Ja, ab einer Körpergröße von 85 cm. Mit „gut“ (2,5) bei Stiftung Warentest 2018. Laut Anbietern unver­ändert und erhältlich (Stand Ende 2021).
Kettler Speedy 10 Ja, mit einer Sattelhöhe von 33 cm. Mit „gut“ (2,5) bei Stiftung Warentest 2018. Laut Anbietern unver­ändert und erhältlich (Stand Ende 2021).

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