LED Birnen Motorrad Ratgeber

Wer über den Wechsel des Leuchtmittels an seinem Motorrad nachdenkt, kann neben modernen Halogenlampen oftmals auch LED-Lösungen in Betracht ziehen. Jedoch gilt es im Vorfeld so manches zu beachten.

LED-Lichttechnik - auch zum Nachrüsten

Motorräder kommen heutzutage oftmals ab Werk mit LED-Scheinwerfern. Diese erlauben ein modernes und markenspezifisches Erscheinungsbild - plus natürlich eine gute und oftmals punktgenaue Ausleuchtung. Schließlich gefällt die LED (light emitting diode) mit hoher Leuchtkraft bei zugleich vergleichsweise niedrigem Stromverbrauch. Wo sich eine Halogenbirne 55 oder gar 60 Watt gönnt, fordert beispielsweise die Philips Ultinon Pro6000 LED nur 15 Watt von der Lichtmaschine - und leuchtet trotzdem mindestens genauso hell.

Wichtig sind jedoch zwei Punkte: Zum einen natürlich die Zulassung, denn nur dann dürfen LED-Lampen auch im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Auf der jeweiligen Hersteller-Homepage können sich Interessenten dann informieren, ob die Lampen auch für ihr Motorrad zugelassen sind - und sich die mitzuführende Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) herunterladen. Von nicht zugelassenen LED-Lösungen raten wir übrigens dringend ab: Die Leuchtleistung einer mitgetesteten China-LED-H7 ist quasi inexistent.

Der zweite wichtige Aspekt hat mit der sogenannten Adaption zu tun, also der Anpassung des Auges an Helligkeitsverhältnisse: Wird der Lichtkegel auf dem Asphalt heller, passt sich die Pupille durch Verengung an. Dadurch wird aber zugleich alles außerhalb des Lichtkegels als dunkler wahrgenommen, was bei Nachtfahrten kontraproduktiv sein kann. Mehr ist hier nicht immer besser.

Tagfahrlicht, Positionsleuchten und Zusatzscheinwerfer - was ist legal?

Besser sehen und gesehen werden, das funktioniert wie beschrieben über mehr Licht vom Hauptscheinwerfer, alternativ können aber auch zusätzliche Scheinwerfer als weitere Lichtquellen agieren. Generell gilt: Am Motorrad darf nur jene Art von Beleuchtung montiert werden, die gesetzlich vorgeschrieben oder zusätzlich erlaubt ist (also beispielsweise keine Unterbodenbeleuchtung oder LED-Lichterkette). Außerdem müssen alle Leuchten und Reflektoren über ein ECE- (großes E plus Ziffer) oder EG-Prüfzeichen (kleines e plus Ziffer), also eine Zulassung verfügen.

Das klingt erst mal klar und überschaubar, wird im Detail dann aber doch etwas komplizierter. Denn erstens müsst ihr als Käufer darauf achten, dass die Leuchte auch tatsächlich für den vorgesehenen Einsatzzweck zugelassen ist - dazu steht neben dem Prüfzeichen ein weiteres Kürzel, wie F3 für Nebelscheinwerfer oder RL für Tagfahrlicht. Und zweitens gelten weitere Besonderheiten bei den Montageorten und dem Betrieb - so dürfen Tagfahrlicht und Abblendlicht beispielsweise nicht gleichzeitig leuchten. Hochwertige Produkte aus dem Zubehörhandel kommen in der Regel mit Anleitung und entsprechender Funktionalität, sodass an der Lichtanlage auch selbst nachgerüstet werden kann.

Mittlerweile sollte sich auch die Legalität von in den Blinkern integrierten, gelben Positions- bzw. Begrenzungsleuchten herumgesprochen haben, wie sie Honda ab Werk verbaut. Diese sind seit 2016 laut UNECE- Vorschrift 53.01 erlaubt und dürfen prinzipiell auch selbst nachgerüstet werden.

Mehr Lichtleistung durch Reinigung

Lappen in die Hand, wir putzen! So banal das klingen mag, tatsächlich erhöht die gründliche Reinigung des Scheinwerferglases die Lichtleistung um bis zu 20 Prozent! Denn auch wenn das Scheinwerfergehäuse eigentlich gegenüber Staub und Nässe abgedichtet ist, kann sich hier über die Jahre eine hinderliche Schmutzschicht ansammeln. Dann kann die Birne noch so hell leuchten, das Licht kommt schlicht nicht dort an, wo es hin soll.

Apropos helle Birne: Ein Upgrade von in die Jahre gekommenen Funzeln auf moderne Halogenleuchtmittel kann ebenfalls zu einer deutlichen Verbesserung der Lichtleistung führen - jedenfalls dann, wenn man sich für hochwertige Markenprodukte entscheidet. Selbst dann bietet der Markt jedoch eine beinahe unüberschaubare Menge an Leuchtmitteln - beispielsweise muss jeder für sich selbst entscheiden, welcher Anspruch im Vordergrund steht: maximale Helligkeit, hohe Lebenserwartung oder ununterbrochene Dauerbrenner.

Bis zu 230 Prozent helleres Licht - im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard für Halogenlampen - verspricht Philips mit seiner LED-Alternative für H4 und H7. Gutes Licht ist für viele Motorradfahrer ein wichtiger Sicherheitsfaktor, weshalb viele Motorradfahrer und -fahrerinnen bei ihren Maschinen gerne die H4- oder H7-Lampen durch Nachrüst-LED ersetzen möchten. Auf dem freien Markt sind zwar schon seit geraumer Zeit Umrüst-Kits von Halogen- auf LED-Licht verfügbar - aber alle bislang ohne Zulassung. Wird eine solche LED-Beleuchtung nachgerüstet, erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.

Mit Night Breaker LED Gen 2 H7 und Night Breaker H4 hat Osram legale Nachrüst-LED für Motorräder im Angebot, die vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt eine KBA-Genehmigung erhalten haben.

Besseres legales LED-Licht

Osram gibt an, dass die Night Breaker LED-Lampen bis zu dreimal heller leuchten als nach der gesetzlichen Mindestanforderung, eine große Reichweite und hohe Kontraste erreichen. Außerdem sei die Haltbarkeit gegenüber der einer gewöhnlichen Halogen-Lampe fünfmal höher, zusätzlich der Stromverbrauch geringer. Die Osram Night Breaker LED-Nachrüstlampen sind mit 19 Watt angegeben.

Die Umrüstung erfordert für jedes Fahrzeug eine spezifische Freigabe. Diese allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) des Kraftfahrt-Bundesamts, die nur für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge, aber EU-weit gilt, gibt es derzeit nur für wenige Motorradmodelle.

Gute Nachricht für alle Moped-Fahrer die auf Sicherheit und Optik Wert legen:Ein LED-Retrofit ist nun auch für viele Motorräder erlaubt. Seit 2023 bieten OSRAM und PHILIPS nun auch zugelassene H4- & H7-LED-Leuchtmittel für Motorräder an.Alle LED Retrofit - Birnen sind in den originalen Scheinwerfern vom TÜV in Zusammenarbeit mit dem Kraftfahrtbundesamt geprüft und abgenommen worden und können legal einfach gegen die Halogen - H4- oder H7 getauscht werden.

Im Ergebnis gibt es mehr Licht, weißeres Licht und eine moderne, coole Optik.

Alle wichtigen Fragen zur LED-Umrüstung beantworten wir auch in unseren FAQ-Videos:

Prüfe bitte auf jeden Fall vorher anhand unserer Angaben, ob Du die LED-Birnen fahren darfst.

Es ist ausschließlich die sogenannte Schein­werfer­genehmigungs­nummer ausschlaggebend. Bitte prüfe vor dem Kauf von LED-Birnen, ob Dein Fahrzeug zugelassene Scheinwerfer hat.

Die Scheinwerfergenehmigungsnummer (manchmal auch nur Scheinwerfernummer, E-Nummer, E-Prüfnummer, ECE-PRüfzeichen genannt - bedeutet: geprüft nach ECE-Regelungen) befindet sich entweder auf einem Aufkleber (mehr oder weniger sichtbar) oder die Daten sind am oberen Rand des Scheinwerfers im Kunststoff (wie eine positive Prägung).

Ohne die passende Scheinwerfer-Genehmigungsnummer ist gar keine definitive Aussage möglich.

Neben dem Kreis mit dem „Ex“ bei der Scheinwewrfergenehmigungsnummer wird die sogeannte Fernlichtkennzahl (für einen Scheinwerfer) angegeben. Alle Fernlichter an einem PKW dürfen zusammen die Zahl 100 nicht überschreiten. Mit LED’s für’s Fernlicht erhöt sich die Kennzahl bei manchen Autos. Sofern Du keine Zusatzscheinwerfer angebaut hast besteht keine Gefahr, dass Du unerlaubt 100 überschreitest.

Die Night Breaker H4-LED können Motorradfahrer ihre alten Halogenlampen legal, einfach und kostengünstig umrüsten. Auf diesem Weg profitieren sie von einer dauerhaft besseren Sicht und Sichtbarkeit im Straßenverkehr - insbesondere bei Touren im Dunkeln.

Die Night Breaker H4-LED für Motorräder strahlt in hellem weißem Licht, mit einer Farbtemperatur von bis zu 6.000 Kelvin. Dabei beeindruckt das Produkt mit bis zu 230 Prozent mehr Helligkeit, während gleichzeitig die Blendung um 50 Prozent reduziert ist2. Zudem verbraucht die Night Breaker H4-LED bis zu 55 Prozent weniger Energie im Vergleich zu konventionellen Leuchtmitteln und überzeugt dank der LED-Technologie und dem speziell entwickelten vibrationsresistenten Design mit einer bis zu fünfmal längeren Lebensdauer3.

Der Einbau lohnt sich: Es ist einfach und günstig, mehr Licht auf die Straße zu bekommen.

Das Produkt Osram Night Breaker H7-LED erhielt eine Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) mit einem bestimmten Verwendungsbereich.

Das bedeutet: Es darf nur in Fahrzeuge verbaut werden, deren Scheinwerfer in Einheit mit dem LED-Leuchtmittel geprüft worden sind und die Vorgaben der Lichtverteilung nach UN ECE Reg. 112 erfüllen, also weder andere blenden noch die Fahrbahn unkonform ausleuchten.

Die vom TÜV zertifizierten und vom KBA zugelassenen LED-Retrofit-Lampen von Osram und Philips können mittlerweile in vielen Fahrzeugmodellen von Alfa Romeo bis VW eingebaut werden.

Retrofits dürfen nur in Scheinwerfer der dafür zugelassenen Fahrzeuge nachgerüstet und müssen stets nach den Herstellervorgaben eingebaut werden. Für die Leuchtmittel gibt es Kompatibilitätslisten auf den Internetseiten der Hersteller. Bei einigen Modellen sind vom Lampenhersteller verfügbare Adapter erforderlich. Wird eine LED-Lampe jedoch in ein nicht dafür freigegebenes Fahrzeug verbaut, kann die Betriebsgenehmigung erlöschen.

Zudem dürfen die Leuchtmittel mit deutscher Zulassung nur in Autos verbaut werden, die auch in Deutschland zugelassen sind. Eine Fahrt ins europäische Ausland ist zwar möglich, aber oft nur zulässig bei Rechtsverkehr.

Die aktuellen Kompatibilitätslisten sind auf den jeweiligen Herstellerseiten zu finden, etwa bei Osram oder Philips.

Die Effizienz der Leuchtdioden konnte erhöht werden, sodass der immer noch erforderliche Kühlkörper auf der Rückseite kleiner ausfallen kann. Das Ergebnis: Das neue Leuchtmittel passt in kleinere Lampengehäuse und ist damit kompatibel zu mehr Scheinwerfertypen.

Werden sie zu warm, sinkt die Effizienz und die Lichtleistung. Daher haben auch die LED-Retrofits der neueren Generation auf der Rückseite einen aktiven Lüfter. Dadurch benötigen sie aber mehr Bauraum und sind nicht für alle Scheinwerfertypen kompatibel.

Umständliche Adapter für Leuchten mit Kappen, in die die LED-Lampen mit der Rückseite eingesteckt werden, entfallen damit.

Das LED-Licht des BMW Active Tourer ist eindeutig weißer und leuchtet die Fahrbahn weiter aus als das Halogenlicht des BMW Gran Tourer. So können Gegenstände oder auch Personen am Fahrbahnrand eher, besser und kontrastreicher erkannt werden.

Denn die LED-Leuchte strahlt das Licht fokussierter auf die Fahrbahn und leuchtet insbesondere den rechten Fahrbahnrand weiter aus als die Halogenleuchte. Die Leuchtweite im Praxistest beträgt bei der LED-Retrofit-Lampe 170 Meter, die Leuchtweite der H7-Lampe im Test sind nur 130 Meter.

Der Vorteil der LED-Lampe ist auch die Lebensdauer: Sie strahlt 2500 Stunden, das H7-Leuchtmittel bringt es auf 550 Stunden.

Die Halogenlampen H4 und H7 sorgen für gute Sicht auf der Straße.

Die LED verbraucht weniger Energie bei gleicher Lichtmenge, erzeugt weniger Wärme, ist unempfindlich gegenüber Erschütterungen und hat, die richtige Anwendung vorausgesetzt, eine höhere Lebensdauer.

Moderne Leuchtdioden haben einen Wirkungsgrad von 25 Prozent, Glühlampen nur 2 Prozent. Das bedeutet, dass von der elektrischen Energie, die in die LED fließt, 25 Prozent in Licht und 75 Prozent in Wärme umgewandelt werden.

Seit einigen Jahren ist LED Technik am Motorrad selbstverständlich

Beim PKW gibt es bereits seit 2008 LED-Hauptscheinwerfer und in den letzten Jahren sind auch Motorräder vermehrt mit LED Technik unterwegs.

Durch ihre geringe Baugröße sind die Leuchtdioden schon immer bei Customizern beliebt und als Zusatzscheinwerfer sind LED-Leuchten ohnehin erlaubt.

Wer seine herkömmlichen 12 Volt/21 Watt-Blinker gegen LED-Blinker mit geringerer Spannung austauscht, sieht sich mit einigen Problemen konfrontiert: Das Blinkrelais eines Motorrads ist in der Regel dafür ausgelegt, dass zwei herkömmliche Leuchtmittel mit je 21 Watt an ihm hängen. Ein normales, lastabhängiges Relais wird, sobald weniger Leistung gefordert wird, die Blinkfrequenz erhöhen - was bisher auch als sicheres Zeichen galt, dass ein Birnchen im Blinker kaputt ist.

Bei modernen, integrierten Blinkgebern wird vermutlich eine Fehlermeldung ausgegeben.

Mit das einzige was zählt, ist, dass die Teile eine Zulassung haben und gut aussehen.

Problematisch wird der Umbau erst bei moderneren Motorrädern, die über ein CAN-Bus-System (Controller Area Network, asynchrones, serielles Bussystem) verfügen. Hier kann es vorkommen, dass das System die schwächere Leistung der LEDs registriert und als defekte Glühlampe interpretiert. Hier hilft dann ebenfalls nur der Einbau eines Parallel-Widerstands oder, wenn möglich, das Anlernen des Systems an die geringere Leistung.

Die Vorteile der LED Technik am Motorrad liegen auf der Hand: Weniger Abwärme, längere Lebensdauer und natürlich weniger Belastung für die Lichtmaschine.

LED ist die Abkürzung für Licht Emittierende Diode. Diese Leuchtdiode besteht aus einem Halbleiter, der Strom direkt in Licht umwandelt. Aus diesem Grunde wird eine LED auch nicht sehr heiß.

Besonders Fahrer von Tourern bauen gerne die ein oder andere optische Verzierung an ihr Bike. Leuchtbänder, Motorbeleuchtung, Begrenzungsleuchten und beleuchtete Räder sind keine Seltenheit.

Zugelassen sind aber nach EWG (93/92/EWG Anh. V Nr.6.8; 6.9; 6.11) nur gelbe, nicht dreieckige, seitliche Rückstrahler, weiße, reflektierende Reifenflanken, Nebelschlußleuchte, Rückfahrscheinwerfer und Parkleuchten.

Jede andere lichttechnische Veränderung ist so gut wie nicht erlaubt und darf nur zu Showzwecken abseits der öffentlichen Straßen verwendet werden.

LEDs bekommt man am häufigsten in 3, 5, 8 oder 10 Millimeter Durchmesser und mit einer Spannung von bis zu 12 Volt. Trotzdem ist es nicht ratsam, 12V-LEDs ohne Vorwiderstand am Motorrad zu betreiben, denn die Lichtmaschine lässt sich manchmal zu Spannungsschwankungen nach oben hinreißen, die jeder LED das Leben kosten.

Betrieb mit Vorwiderstand

Die einfachste und sicherste Möglichkeit, eine LED an einer nicht konstanten Spannungsquelle zu betreiben, ist, einen Vorwiderstand in Reihe zu schalten. Der Nachteil des Vorwiderstands liegt in der starken Variabilität des Stroms bei einer veränderlichen Versorgungsspannung, wie es beispielsweise im Bordnetz des Bikes der Fall sein kann.

Wer seine LEDs schonend behandeln und die Funktion seiner teuren Anbauteile lange erhalten will, sollte schon mal nachrechnen, was er denn alles verbaut hat.

Vorsicht, sonst mutiert das Bike zum Weihnachtsbaum

Alle benötigten Teile gibt es im Elektronik-Fachgeschäft oder in Online-Shops. Der Anschluss ist denkbar einfach: Einfach den errechneten Widerstand und die Dioden miteinander in Reihe verlöten. Am langen Fuß der LED muss Plus anliegen.

Ist Kurvenlicht tatsächlich so viel besser am Motorrad?

Bei Motorrädern leuchtet das Abblendlicht bei einer Kurvenfahrt durch die Schräglage zur entgegengesetzten Seite. In Linkskurven etwa strahlt es vor allem den rechten Fahrbahnrand an, während der Lichtkegel die linke Fahrbahn nur noch auf wenigen Metern erhellt. Hier setzt das adaptive Kurvenlicht von BMW an. Das gibt es in der K 1600 GT und optional in der R 1250 RT.

Bereits beim Aufsitzen eines Sozius haut der Lichtkegel des Abblendlichts mitunter in der Ferne ab. Er strahlt dann zwar weiter, doch auch diffuser. Fernlicht wird so im Extremfall unbrauchbar, blendet bloß noch den Gegenverkehr.

Dies geht sehr einfach an klassischen Rundscheinwerfern oder per speziellen Einstellschrauben an der Rückseite von moderneren Multireflektor-/LED-Leuchten.

Wo diese fehlen, sollte man unbedingt die hintere Federbasis an das Mehrgewicht weit oben und hinten anpassen.

Ganz gelassen bleibt da nur die BMW K 1600 GT dank automatischer Niveauregulierung.

Bei der Ducati Multistrada V4 S lässt das semiaktive Fahrwerk eine Anpassung an die Zuladung auf Knopfdruck zu: Das Federbein auf "2 Personen" gestellt (eventuell noch plus Gepäck), und schon strahlt der Lichtkegel exakt wieder dorthin, wo er im Solobetrieb stand. Klasse!

Scheinwerfer im Test

Modernes Naked Bike: Benelli Leoncino 800

Positive Überraschung: Das China-Bike mit modernem LED-Scheinwerfer erhellt die Nacht sehr ordentlich. Markant wirkt das hufeisenförmige Tagfahrlicht. Direkt darunter, in der oberen Hälfte des Scheinwerfers, sitzt das Abblendlicht, Fernlicht unten. Das breite, aus Fahrerperspektive fast rechteckig scheinende Abblendlicht leuchtet schön weit und ferner Links- wie Rechtskurven erstaunlich gut aus. Dem fügt das Fernlicht deutlich sichtbar einen weiteren Lichtkegel hinzu. Selbst aufgeblendet bleibt der Bereich unmittelbar vor dem Vorderrad schön hell. Eher nervt die ab Werk hohe bis eindeutig zu hohe Grundeinstellung der Scheinwerfer: Mit Sozius strahlt Fernlicht eher die Baumwipfel an.

Klassisches Naked Bike: Yamaha SR 500 (1981)

Die Wahl dieses Testmotorrads erfolgte nicht ganz zufällig: Denn der markante Rundscheinwerfer mit riesigen 200 Millimetern Innendurchmesser sollte vor rund 40 Jahren eine gute Lichtausbeute signalisieren. Tatsächlich verbaute Yamaha ihn nicht allein in der SR 500 (Typ 2J4), sondern auch in der XJ 650, TR 1 und XJ 900 N. Die oberen Fotos zeigen die Lichtausbeute mit der Nachrüst-H4-Lampe Osram "Night Breaker 200", dem Testsieger unseres Lampentests. Damit strahlt das Abblendlicht deutlich heller, weiter und sogar weiter nach links im Vergleich zur Serienlampe (sie Bildergalerie). Selbst das Fernlicht leuchtet nun heller und besser aus. Für gut 10 Euro ist das eine spürbare Verbesserung, ein Schritt in Richtung mehr Sicherheit.

Supersportler: Honda Fireblade (SC 59, 2008)

Hier haben wir die 2 H7-Birnen dieser Fireblade gegen aktuelle Top-LED-Leuchtmittel von Philips getauscht - mit Freigabe per ABE. Und siehe da: Der Umbau lohnt sich sehr! Die Leuchtdioden made in China strahlen nochmals deutlich heller und mit bläulich-weißerem Licht als serienmäßige H7-Lampen. Allerdings ist die Ausleuchtung in Linkskurven viel schlechter als rechtsherum. Der "einäugig" rechts strahlende Abblendscheinwerfer bekommt in Linkskurven nicht genug Licht links vors Vorderrad. Das hat trotz des tollen LED-Lichts dann etwas von Blindflug.

Reiseenduro: Ducati Multistrada V4S

Das Voll-LED-Licht der V4-Multistrada strahlt hell und breit. Aber nicht sehr weit. Beim Bremsen kommt es sehr nah vors Vorderrad. Und wegen seines harten Kontrasts (scharfe Hell-Dunkel-Grenze vorn) ist man ständig versucht, das extrem helle Fernlicht dazu zu aktivieren. Beim erneuten Abblenden tut sich das Auge dann schwer mit der Hell-Dunkel-Adaption. Bei Kurvenfahrt werden auf der inneren Seite zusätzliche LEDs unterhalb der Leuchte fürs Abblenddlicht aktiviert. Dies hilft gut in Kreisverkehren und sogar beim Abbiegen. Aber in weiten Kurven strahlt das Kurvenlicht zu weit seitlich, nicht genug nach vorn auf die Fahrbahn.

Touring-Motorrad: BMW K 1600 GT

Die Voll-LED-Scheinwerfer mit Schwenkfunktion serienmäßig ("adaptives Kurvenlicht") machen die Nacht zum Tage. Hierbei wird das Abblendlicht abhängig von der Schräglage in die Kurve hineingedreht. Auf diese Weise werden Kurven bestens ausgeleuchtet, weil sich das Licht dort befindet, wohin die 1600er fährt. Ferner werden durch Schwenken der gesamten Scheinwerfereinheit um ± 2° automatisch die fahrdynamischen Zustände Bremsen/Beschleunigen zum Teil ausgeglichen. Allein 4 LED-Leuchten erzeugen überragendes Fernlicht. Fazit: der aktuelle Maßstab der Motorradbeleuchtung!

Motorradmodell Abblendlicht Fernlicht Besonderheiten
Benelli Leoncino 800 LED, rechteckig, hell, weiß LED, ergänzt Abblendlicht Hohe Grundeinstellung
Yamaha SR 500 (1981) H4-Lampe (nachgerüstet), homogen H4-Lampe (nachgerüstet), verbessert Schlechteste Lichtausbeute im Vergleich
Honda Fireblade (SC 59, 2008) H7-LED (nachgerüstet), hell, homogen H7-LED (nachgerüstet), sehr gut Dunkle Linkskurven
Ducati Multistrada V4S LED, hell, breit LED, extrem hell Harte Hell-Dunkel-Grenze, Kurvenlicht
BMW K 1600 GT LED, schwenkbar (Kurvenlicht) LED, 4 Leuchten Aktueller Maßstab der Motorradbeleuchtung

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