LED Fahrradreifen Beleuchtung Test: Welches Licht ist das Beste für Ihr Fahrrad?

Von der dynamobetriebenen Funzel zur 150 Lux LED-Leuchte hat das Fahrradlicht den größten Innovationssprung aller Fahrradkomponenten in jüngster Zeit gemacht. Statt eines Seitenläufers kommt nun der Strom vom Nabendynamo oder aus Lithium-Ionen Akkus. Statt Glühlampen haben wir effizienteste LED-Lichter. In 15 Jahren hat die Lichtleistung um mehr als 700% zugenommen. Doch welche ist die beste Option für euer Rad? Ich stelle 6 Lichter nebeneinander, wie diese die Straße ausleuchten und welche Eigenschaften sie mitbringen. Vom Mini-Notfalllicht zur Nabendynamo-Leuchte. Hier findet ihr das beste Licht!

Die Entwicklung der Fahrradbeleuchtung

Kaum eine Komponente am Rad hat in kurzer Zeit so viel Weiterentwicklung erlebt wie das Licht. Hier spielten zwei Effekte sich in die Arme. Einerseits wurde die StVZO bezüglich Fahrradlichter überarbeitet und öffnete sich modernen Entwicklungen zu Lichtern. Gleichzeitig hat die Effizienz der LED (Licht emittierende Diode / Light Emitting Diode) massiv zugenommen. Dabei ist die Entwicklung noch sehr Jung.

Ein Blick zurück: Meilensteine der LED-Fahrradbeleuchtung

Lassen wir mal 15 Jahre revue passieren:

  • 2005: Die ersten LED Fahrradlichter schaffen es zur Marktreife. Batteriebetriebene Lichter haben ein schlechtes Image: nicht StVZO konform und kurze Lebensdauer. Von den vielen Batterien abgesehen (und damit sehr klobig). Zum ersten Mal hat eine LED Leuchte eine Glühbirne „überstrahlt“, eine damals schnellere Entwicklung als von Experten vorhergesehen.
  • 2007: Innerhalb weniger Jahre erreichten die Helligkeitswerte neue Spitzenwerte am Fahrradlicht. Waren es kurz vorher nur 5, 7 oder gar 10 Lux so konnte man jetzt schon LED Lichter mit 50 Lux bekommen.
  • 2009: Hersteller haben längst ausreichend helle LED-Lichter entwickelt, die Innovation verlagert sich in immer bessere Lichtausbeute. Über „Layering“ wird das Licht über Spiegel so reflektiert und gebrochen, dass es sich in mehreren Schichten auf die Fahrbahn legt und bestimmte Bereiche stärker ausleuchtet.
  • 2010: Durch die rasante Entwicklung des Smartphones entwickeln sich auch Lithium-Ionen Akkus deutlich weiter. Diese Innovation bringt alle Akku betriebenen Geräte voran, so auch LED Leuchten. Die noch meist über Akkus mit Strom gespeist werden, da Seitenläuferdynamos zu ineffizient sind.
  • 2015: Der Seitenläufer-Dynamo wird endgültig zu Grabe getragen, denn nun ist der Nabendynamo laut StVZO zugelassen als Stromgeber für das Licht. Nun hat man ausreichend Energie um Leuchten direkt mit Strom zu versorgen.
  • Heute: Die großen Innovationssprünge sind fürs Erste nicht mehr zu erwarten. Stattdessen fokussieren sich Hersteller auf eine bessere Effizienz (um die Lebensdauer des Akkus zu erhöhen) und Ausleuchtung. Besonders deutsche Namen tauchen bei den Innovationen hier häufig auf: SON (Schmidts Original Nabendynamo als wegweisende Grundlage für moderne Lichter); Busch&Müller, Lupine und Supernova. Eine andere Innovationsrichtung sind Lichter, die besser ins Rad integriert werden (statt „Anknipsen“ soll das Licht Teil des Rahmens und Form sein).

Fahrradlichter im Direktvergleich

In der direkten Gegenüberstellung habe ich 5 Lichter der gleichen Kategorie „Akkulicht“ nebeneinander gelegt. Lichter objektiv zu bewerten ist gar nicht so leicht. Bei den Fotos und identischen Belichtungseinstellungen beim Ableuchten gehts los. Die genaue Akkulaufzeit zu ermitteln war auch nicht ganz ohne. Doch alles ist heute mit Haushaltsmitteln und etwas Mühe und Zeit möglich.

Testkriterien für Fahrradlichter

Die Testkriterien eines Lichts (und zur genauen Technik komme ich weiter unten) sind:

  • Lichtausbeute (Helligkeit) in Lumen und Lux: Beide Werte werden unten definiert. Hier übernehme ich die Herstellerangabe, da ein Labor zur Messung dann doch etwas unrealistisch wäre.
  • Gleichmäßige und großzügige Beleuchtung des Fahrradwegs: Wie verteilt sich das Licht?
  • Akku-Lebenszeit (bei Akku-Lichtern): Hier habe ich nicht nur den Herstellerwert übernommen sondern einen Labortest vorgenommen (siehe unten)
  • Ergonomie: (dazu zählt auch die Einfachheit zur Montage, Anzeigen zum Akkustand, etc.), auch hier gibt es ein paar Tipps unten. Schnell mit Gummistraps montierte Lichter haben auch Schwächen.

Testergebnisse im Überblick

Kurz und knapp hier das Ergebnis:

Hersteller Name Bild Lux / Lumen Lichtbild Akkulaufzeit (Angabe / Getestet) Funktionen Montage Bewertung Preis (Amazon) Amazon Bike Components Preis
Sigma Aura 80 80 / - 4h - 15h / 3:28 - 13:42 Flexible Gummihalterung (schnell, passt zu allen Lenkern) Keine schraubbare Option 38,95 EUR 38.99EUR
Busch & Müller Ixon Core 50 / 180 3h - 15h / 2:31 - 11:56 Schraubbare Fixierung mit An- und Ab-Klick-System 50,89 EUR 43.99EUR
Busch & Müller Ixon Space 150 / - 2h - 30h / 2:12 - 28:33 Schraubbare Fixierung mit An- und Ab-Klick-System 139,95 EUR 133.99EUR

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Tipps zur Einstellung und Technik

Habt ihr euch für ein Licht entschieden, dann lest euch unbedingt auch folgende Kapitel dazu durch. Denn nichts ist schlimmer als durch ein falsch eingestelltes Licht geblendet zu werden. Weiter unten nach der Theorie werden alle getesteten Lichter auch im Detail vorgestellt!

Stirnlampen - Eine sinnvolle Erweiterung

Wer sich mit dem Licht am Rad alleine noch unsicher fühlt, dem wäre eine Helmlampe empfohlen. Denn anders als das Fahradlicht dreht sich eine Stirnlampe mit dem Sichtfeld mit. Wer im Dunkeln schon Mal eine enge Kurve mit dem Rad gefahren ist kennt das Problem. Oft biegt man ins Dunkel ab. Zusätzlich kann die Stirnlampe als Notfalllicht (mit Rotlicht und weißem Frontlicht) eingesetzt werden. Achtet beim Kauf auf diese Funktion.

Blender - Auch Radfahrer müssen abblenden

Häufig ist das Licht am Rad und damit alles erledigt. Viele Radfahrer machen sich keine Gedanken um die korrekte Einstellung. Und blenden ihre entgegen kommenden Fahrer. Dabei ist die Einstellung am Rad total einfach. Man muss sich nur kurz Zeit nehmen, eurer Mitmenschen werden es euch danken!

Anleitung zur korrekten Einstellung des Fahrradlichts

Hier eine kurze und schmerzlose Anleitung. Dabei müsst ihr euch, euer Rad und das Licht vor einer Wand positionieren. Welche 5m von euch entfernt ist. Ziel ist es den Weg vor euch ab 1m bis 10m optimal auszuleuchten.

  1. Abstand vom Licht zur Wand (5m)
  2. Höhe des Lichts (zB. 80cm)
  3. Hellster Punkt sollte halb so hoch sein (40cm bei 80cm Licht-Montagehöhe)

Nach StVZO muss das Licht lediglich so angebracht sein, dass es andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet. Empfohlen ist aber folgende Einstellung, die garantiert den Vordergrund und nicht die entgegen kommenden Radfahrer ausleuchtet. Das Rad samt Licht wird 5m zu einer Wand hingestellt. Der hellste Punkt des Lichts muss nun halb so hoch sein wie die Aufhängung des Lichts. Wenn euer Licht also auf 80cm Höhe am Rad befestigt ist, dann sollte der hellste Punkt an der Wand auf 40cm Höhe sein. Und damit sollte das Thema auch schon fertig sein. Fixiert das Licht noch leicht, damit es sich nicht von alleine verstellt. Diese korrekte Einstellung werden euch alle anderen Radfahrer danken!

Die Technik des Fahrradlichts

„Der eklatante Helligkeitsgewinn ist zu begründen mit dem Einsatz besserer Kühlmaßnahmen und mehr verbauter LEDs. Zusätzlich wird die Ausleuchtung durch aufwändige Lichtberechnungen und Optimierungen der Oberflächenqualität der Reflektoren und Linsen immer besser. Hier konnten die Topscheinwerfer in den letzten drei Jahren die Helligkeit um 700% erhöhen.“ Marcus Wallmeyer, Supernova - Im Interview mit aktiv Radfahren 03/2020

Die Technik des Fahrradlichts hat in den letzten Jahren echt Fahrt aufgenommen. Auch heute noch wird noch fleißig an der Lichtbrechung in den Spiegeln gearbeitet um noch mehr Licht und Effizienz und eine bessere Verteilung zu erreichen. Im folgenden zeige ich die wesentlichen technischen Merkmale, die ein gutes Fahrradlicht ausmachen.

StVZO - Was ist erlaubt?

Der erste Stop ist die Zulassung eines Lichts. Schließlich ist das Licht eines der elementaren Elemente zur Teilnahme am Straßenverkehr. Es geht nicht ohne. Zur eigenen Sicherheit und um selbst keine Zumutung anderen Teilnehmern gegenüber zu sein. §67 der StVZO regelt die Vorgaben für lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern. Die Zulassung der Lichter erfolgt durch das KBA (Kraftfahrt-Bundesamt), welches die K-Nummer für Lichter vergibt (Wellensymbol). Hierbei wird überprüft ob beim Licht die Hell-Dunkel-Grenze eingehalten wird. Zuletzt muss man noch drauf achten, dass das Licht zwischen 40-120cm Höhe verbaut wird und einen weißen Reflektor nach vorne hin hat.

Prüfnummern und Zulassung

Ob ein Licht nach StVZO zugelassen ist könnt ihr einfach prüfen. Dazu gibt es an jedem Licht ein Prüfnummer die von einem Wellensymbol begleitet wird. Das B&M Ixon hat die Prüfnummer K995 Das Sigma hat die Nr K1500. Am Lezyne Hecto findet sich die Nr K1643 ebenfalls prominent wieder.

Blinklichter dürfen hingegen am Rad nicht montiert oder verbaut werden. Als Daumenregel gilt: Lichter mit einer Blinkfunktion haben auch keine Zulassung nach StVO. Diese dürfen aber an Kleidung, Helm oder Taschen montiert werden.

  • Übrigens: es gibt keine Pflicht im Hellen ein Licht am Rad mitzuführen
  • bis zu max. zwei Lichter dürfen am Rad montiert werden (je zwei vorne/hinten)

Lux und Lumen - Was bedeuten die Werte?

Beide Begriffe sagen etwas über die Helligkeit aus, jedoch aus zwei verschiedenen Perspektiven. Um diese Werte beim Fahrradlicht besser einordnen zu können müssen wir also erst Mal beide Begriffe verstehen. Und dann ins Verhältnis setzen. Damit wird dann klar, warum Hersteller sich auf einen Wert eingeschossen haben.

Definition von Lux und Lumen

Lux (oder auch Luxmeter) bedeutet die Beleuchtungsstärke (wie viel Licht auf eine bestimmte Fläche fällt, je höher der Werte desto heller ist diese). Lumen beschreibt die in eine Richtung abgestrahlte Leistung. Beide Werte (Lux&Lumen) müssen hoch sein um eine gute Leuchte auszumachen. Doch was bedeuten beide Begriffe genau?

  • Lumen geben den Lichtstrom-Wert an (von einer Quelle emitierend)
  • Lux können auf eine Entfernung und Fläche gemessen werden

Strahlen wir 200 Lumen auf genau 4m² dann hat jeder m² 50 Lux. Ein rein hypothetisches Beispiel, da das Licht sich selten so gleichmäßig ausbreiten würde. Lumen steht für den Lichtstrom-Wert. Dieser eher theoretisch hilfreiche Name bedeutet, wie stark etwas in eine Richtung leuchtet. Anders gesagt bezieht sich Lumen auf eine Licht-Quelle und Lux bezieht sich auf eine Fläche (auf die ein Licht trifft). Lux geben auch auf eine Entfernung und Fläche die Lichtstärke an. Dabei gilt 1 Lumen = 1 Lux wenn das Licht von einer Lichtquelle auf eine Fläche (gesamt) von 1m² fällt. Jedoch gilt in der Praxis, dass das Licht sich nicht so schön gleichförmig als Strahl ausbreitet. Sondern eine diffus große Fläche ausleuchtet. Und dabei auch noch verschiedene Flächenabschnitte unterschiedlich stark.

Praktische Bedeutung der Werte

Wieso wird in der Praxis nur von Lux gesprochen? Warum schreiben alle Hersteller die LUX groß auf die Produkte? Weil es denkbar einfacher ist sich auf einen Wert zu einigen. Und Lumen letztendlich alleine nicht aussagekräftig sind, sondern immer mit dem ausgeleuchteten Bereich oder eben Lux auf eine Entfernung gemessen werden müssten. Umgekehrt ist die Angabe der Lux alleine ebenfalls trügerisch. Es gilt heute eine (stillschweigende?) Vereinbarung die Lux in einer Entfernung von 10m vom Rad zu messen. Damit hat man eine einheitliche Referenz, die auch praktisch sinnvoll ist für den Käufer. Denn dort ungefähr soll das Licht landen (hellster Punkt).

Doch in der Praxis ist es wie immer: Schummeln geht immer. Es ist nicht schwer mit einem Laserpointer die 100 Lux zu erreichen, doch die Beleuchtung ist denkbar schlecht fürs Radfahren. Denn man leuchtet zwar stark aber der beleuchtete Bereich ist sehr klein. So könnte man zwar sehr effizient eine kleine Fläche ausleuchten (und mit 100 Lumen auf eine kleine Fläche erreicht man leichter 100 Lux). Fürs Radfahren aber unbrauchbar. Lux alleine sind auch nicht aussagekräftig. Erst mit Lumen (Lichtstrom-Wert) wird die Verteilung klarer. Oder indem man mit einem Leuchtbild die ausgeleuchtete Fläche berücksichtig.

Fazit - Lux und Lumen

Es bleib die beste Praxis zu sein die Lux als generelle Lichtleistung zu akzeptieren. Und sich dann im zweiten Schritt von der Ausleuchtung zu überzeugen, zB. wie in den Bildern der einzelnen Lichtkegel oben. Damit sieht man wie sich das Licht effektiv verteilt. Und kann die Lux und Lumen besser bewerten. Eine Zahl alleine wird als Kaufkriterium nicht ausreichend sein!

Aufbau, Lichtbrechung und Spiegel

Auch der technische Aufbau der Lichter ist spannend. Gerade hier hat sich die LED von den Glühlampen abgesetzt. Und viel Innovation ermöglicht. Bei Glühlampen muss der Glühwendel, auch Glühfaden oder Glühdraht, im Brennpunkt des Spiegels sitzen. Vorne saß eine Streuscheibe um das parallel ausgehende Licht besser auf die Straße zu verteilen. Die Lichtausbeute war nicht so effizient und gut steuerbar. Das Licht kann durch die Streuscheibe gelenkt werden, jedoch ermöglichte dieser Aufbau keine präzise Steuerung.

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