LED-Leuchtmittel für Motorräder: Vorteile, Nachteile und rechtliche Aspekte

Gutes Licht ist für viele Motorradfahrer ein wichtiger Sicherheitsfaktor, weshalb viele Motorradfahrer und -fahrerinnen bei ihren Maschinen gerne die H4- oder H7-Lampen durch Nachrüst-LED ersetzen möchten.

Auf dem freien Markt sind zwar schon seit geraumer Zeit Umrüst-Kits von Halogen- auf LED-Licht verfügbar - aber alle bislang ohne Zulassung. Wird eine solche LED-Beleuchtung nachgerüstet, erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.

Mit Night Breaker LED Gen 2 H7 und Night Breaker H4 hat Osram legale Nachrüst-LED für Motorräder im Angebot, die vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt eine KBA-Genehmigung erhalten haben.

Vorteile von LED-Leuchtmitteln

Osram gibt an, dass die Night Breaker LED-Lampen bis zu dreimal heller leuchten als nach der gesetzlichen Mindestanforderung, eine große Reichweite und hohe Kontraste erreichen.

Außerdem sei die Haltbarkeit gegenüber der einer gewöhnlichen Halogen-Lampe fünfmal höher, zusätzlich der Stromverbrauch geringer. Die Osram Night Breaker LED-Nachrüstlampen sind mit 19 Watt angegeben.

LEDs verbrauchen weniger Energie bei gleicher Lichtmenge, erzeugen weniger Wärme, sind unempfindlich gegenüber Erschütterungen und haben, die richtige Anwendung vorausgesetzt, eine höhere Lebensdauer. Moderne Leuchtdioden haben einen Wirkungsgrad von 25 Prozent, Glühlampen nur 2 Prozent.

LED Beleuchtung wird immer beliebter und auch einige Hersteller verbauen mittlerweile serienmäßig LED Scheinwerfer an den neuen Motorrad Modellen.

Die LED Technik ist zwar etwas teurer als die herkömmlichen Halogenlampen, hat aber entscheidende Vorteile. Zwei der wohl wichtigsten Vorteile sind die lange Lebensdauer und die starke Leuchtkraft von Motorrad LED Scheinwerfern. Außerdem sind sie deutlich platzsparender, haben einen geringen Energieverbrauch und sind robuster als die Halogen-Variante.

Nachteile und Einschränkungen

Leider erfordert die Umrüstung für jedes Fahrzeug eine spezifische Freigabe. Diese allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) des Kraftfahrt-Bundesamts, die nur für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge, aber EU-weit gilt, gibt es derzeit nur für wenige Motorradmodelle.

Nicht alle im Handel angebotenen LED-Lampen verfügen aber auch über eine lichttechnische Zulassung. „Bei nicht zugelassenen Lampen sehen wir häufig, dass kein Augenmerk auf Position und Größe der LEDs gelegt wurde. Häufig gilt dort das Motto ,viel hilft viel‘, was in den meisten Fällen zu einer sehr schlechten Hell-Dunkel-Grenze und dadurch zu einer enormen Blendung des Gegenverkehrs führt“, erklärt Andrea Gregori.

Neben dem Blendeffekt könne eine mangelhafte Thermik in Billigleuchtmitteln zum Schmelzen von Lötstellen und damit zum Lichtausfall führen.

Ein weiterer Aspekt hat mit der sogenannten Adaption zu tun, also der Anpassung des Auges an Helligkeitsverhältnisse: Wird der Lichtkegel auf dem Asphalt heller, passt sich die Pupille durch Verengung an. Dadurch wird aber zugleich alles außerhalb des Lichtkegels als dunkler wahrgenommen, was bei Nachtfahrten kontraproduktiv sein kann.

Rechtliche Aspekte

Retrofits dürfen nur in Scheinwerfer der dafür zugelassenen Fahrzeuge nachgerüstet und müssen stets nach den Herstellervorgaben eingebaut werden. Für die Leuchtmittel gibt es Kompatibilitätslisten auf den Internetseiten der Hersteller. Bei einigen Modellen sind vom Lampenhersteller verfügbare Adapter erforderlich.

Wird eine LED-Lampe jedoch in ein nicht dafür freigegebenes Fahrzeug verbaut, kann die Betriebsgenehmigung erlöschen.

Zudem dürfen die Leuchtmittel mit deutscher Zulassung nur in Autos verbaut werden, die auch in Deutschland zugelassen sind. Eine Fahrt ins europäische Ausland ist zwar möglich, aber oft nur zulässig bei Rechtsverkehr.

In Deutschland gibt es einige Vorgaben, die du beim Einbau von neuer Motorrad Beleuchtung beachten solltest. Bei einem Motorrad Scheinwerfer sind zum Beispiel nur Leuchtmittel mit weißem Licht erlaubt. Im Gegensatz dazu muss es sich beim Rücklicht um rote Beleuchtung handeln. Gelbes Licht hingegen darf nur an den Seiten (also beim Blinker zum Beispiel) verbaut werden. Beachte auch, dass nur Beleuchtung montiert werden darf, die entweder gesetzlich vorgeschrieben oder gesetzlich zusätzlich erlaubt ist.

In der EU ist die sogenannte E-Zertifizierung, auch E-Prüfzeichen genannt, für Beleuchtung gesetzlich vorgeschrieben. Achte also beim Kauf eines neuen Scheinwerfers, der neuen Motorrad Blinker oder eines Zusatzscheinwerfers, darauf das eine E-Zertifizierung vorliegt. Ansonsten ist die Beleuchtung nicht für den Straßenverkehr zulässig.

Generell gilt: Am Motorrad darf nur jene Art von Beleuchtung montiert werden, die gesetzlich vorgeschrieben oder zusätzlich erlaubt ist (also beispielsweise keine Unterbodenbeleuchtung oder LED-Lichterkette). Außerdem müssen alle Leuchten und Reflektoren über ein ECE- (großes E plus Ziffer) oder EG-Prüfzeichen (kleines e plus Ziffer), also eine Zulassung verfügen.

Auswahl und Installation

Einfach von Halogen- zu LED-Licht wechseln - mit der NIGHT BREAKER LED. Zugelassen für den Straßenverkehr in vielen Ländern und speziell für Motorräder entwickelt.

Der Einbau eines neuen Motorrad Scheinwerfers ist in der Regel relativ einfach. Mit nur wenigen Handgriffen kannst du bereits deinen neuen Motorrad LED Scheinwerfer einbauen. Falls du zum ersten Mal einen Scheinwerfer wechselst, empfehlen wir dir ein Foto von den Kabeln zu machen, um diese später richtig anzubringen. Wichtig ist es auch, dass du die vorhandenen Kabel nicht durchschneidest.

Über die Vorderseite des Scheinwerfers kann geprüft werden, ob der Leuchtkörper sauber in der Fassung sitzt, da sonst die Gefahr besteht, dass der Lichtkegel unscharf und der Gegenverkehr geblendet werde, mahnt Betzel.

Nicht verpflichtend, aber sinnvoll ist es, zwei kleine Aufkleber mit technischen Angaben im Motorraum oder auf der Scheinwerferrückseite anzubringen, um etwa der Polizei bei einer Kontrolle die Überprüfung zu erleichtern. Osram empfiehlt Kunden nach dem Umbau, unbedingt einen Lichttest in einer Fachwerkstatt vornehmen zu lassen.

Bei der Auswahl der Beleuchtung am Motorrad kannst du dich grundsätzlich austoben. Achte dabei auf die gesetzlichen Vorgaben, wie zum Beispiel die Pflicht für Motorrad Blinker.

Zusätzliche Tipps für mehr Sicherheit

Gerade für Motorrad- und Rollerfahrer spielt die richtige Beleuchtung eine wichtige Rolle für die Sicherheit. Motorräder sind im Dunkeln schlechter zu erkennen als Autos.

Im Straßenverkehr ist es besonders wichtig von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden. Allerdings kann es, gerade bei schlechten Wetterverhältnissen, schnell passieren, dass du von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen wirst. Um das zu vermeiden, solltest du dein Motorrad mit einer ausreichenden Beleuchtung ausstatten.

Sinnvoll ist es einen hellen Scheinwerfer und eventuell Zusatzscheinwerfer sowie Nebelscheinwerfer zu befestigen, um auch bei Nebel oder im Dunkeln wahrgenommen zu werden. Wir empfehlen dir ebenfalls Kleidung mit Reflektoren anzuziehen oder zusätzliche Reflektoren an deinem Motorrad zu befestigen.

So banal das klingen mag, tatsächlich erhöht die gründliche Reinigung des Scheinwerferglases die Lichtleistung um bis zu 20 Prozent! Denn auch wenn das Scheinwerfergehäuse eigentlich gegenüber Staub und Nässe abgedichtet ist, kann sich hier über die Jahre eine hinderliche Schmutzschicht ansammeln.

Ein Upgrade von in die Jahre gekommenen Funzeln auf moderne Halogenleuchtmittel kann ebenfalls zu einer deutlichen Verbesserung der Lichtleistung führen - jedenfalls dann, wenn man sich für hochwertige Markenprodukte entscheidet.

Vergleich: Halogen vs. LED

Hier ist ein kurzer Vergleich der wichtigsten Eigenschaften von Halogen- und LED-Leuchtmitteln für Motorräder:

EigenschaftHalogenLED
HelligkeitGeringerHöher (bis zu 3x heller)
LebensdauerKürzerLänger (bis zu 5x länger)
StromverbrauchHöherGeringer
ZulassungEinfacherKomplexer, fahrzeugspezifisch
PreisGünstigerTeurer

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