Aerodynamische Laufräder erfreuen sich großer Beliebtheit - nicht zuletzt aufgrund der sexy Optik von Hochprofilfelgen. Da oft Carbonfelgen zum Einsatz kommen, um das Gewicht zu drücken, sind Aero-Laufräder nicht selten aber auch recht teuer - Preise über 1000 Euro sind eher die Regel als die Ausnahme, nach oben ist wie immer keine Grenze.
DT Swiss AR 1600 Spline 30: Aerodynamik für alle?
Laufradhersteller DT Swiss verspricht nun "Aerodynamik für alle" - und bringt eine neue Kollektion an Aero-Laufrädern mit Aluminiumfelgen auf den Markt. Kostenpunkt: maximal 599 Euro. Insgesamt vier Laufradsätze mit den neuen Aero-Felgen aus Aluminium bietet DT Swiss ab sofort an.
Die neuen Aero-Felgen im Detail
Insgesamt vier Laufradsätze sind ab sofort erhältlich, deren Alu-Felgen DT Swiss in Kooperation mit den Aerodynamik-Experten von Swiss Side entwickelt hat. Neben den aerodynamisch optimierten Felgenprofilen mit 30 Millimeter hohem UV-Profil (oben bauchig, unten etwas spitzer zulaufend), sollen innen liegende Nippel und Messerspeichen Luftverwirbelungen reduzieren.
Die Aerodynamik-Experten von Swiss Side, mit denen DT Swiss seit Jahren bei der aerodynamischen Entwicklung von Produkten - bislang den Carbon-Laufrädern - zusammenarbeitet, waren auch bei den Aluminium-Felgen mit an Bord.
Die vier Modelle basieren auf zwei neuen Aero-Felgen aus Aluminium, die jeweils auch separat für Individual-Aufbauten erhältlich sind: die A 510-Felge mit 20 Millimetern Maulweite für Straßen-Laufräder und die E 550-Felge mit 22 Millimetern Maulweite für Endurance-, Cross- oder Gravel-Laufräder. Beide Felgen sind für je 44,90 Euro/Stück zu haben.
Die Laufradmodelle im Überblick
Die mit diesen Felgen aufgebauten Laufräder im Überblick:
- AR 1600 Spline 30: 20 mm Maulweite, DT Swiss 350-Nabe neuester Generation, ASTM-Klasse 1 ("nur" Straße), maximales Systemgewicht 110 kg, Gewicht: 1703 g (Herstellerangabe)/ 1765 g (ROADBIKE-Messung), Preis: 599 Euro
- A 1800 Spline 30: 20 mm Maulweite, DT Swiss 370-Nabe neuester Generation, ASTM-Klasse 1 ("nur" Straße), maximales Systemgewicht 110 kg, Gewicht: 1766 g (Herstellerangabe), Preis: 429 Euro
- ER 1600 Spline 30: 22 mm Maulweite, DT Swiss 350-Nabe neuester Generation, ASTM-Klasse 2 (Straße und unbefestigter Untergrund, leichte Sprünge bis 15 cm), maximales Systemgewicht 130 kg, Gewicht: 1803 g (Herstellerangabe), Preis: 599 Euro
- E 1800 Spline 30: 22 mm Maulweite, DT Swiss 370-Nabe neuester Generation, ASTM-Klasse 2 (Straße und unbefestigter Untergrund, leichte Sprünge bis 15 cm), maximales Systemgewicht 130 kg, Gewicht: 1837 g (Herstellerangabe), Preis: 429 Euro
Die günstigeren Modelle A 1800 und E 1800 kommen mit der DT Swiss 370-Nabe.
Erster Test: DT Swiss AR 1600 Spline 30
Im ersten Praxistest über knapp fünfhundert Kilometer zeigen die AR 1600 Spline 30 das Dilemma, das Aero-Laufräder mit Aluminiumfelgen systembedingt mit sich bringen: Den attraktiven Preis erkauft man sich mit Abstrichen beim Gewicht - und dieses zahlt stärker unmittelbar spürbar auf das Fahrerlebnis ein als aerodynamische Gewinne. Doch der Reihe nach.
Die AR 1600 Spline 30 sind zunächst einmal grundsolide Laufräder für viele zehntausende Kilometer. Die erst Anfang diesen Jahres runderneuerten 350-Naben machen potenziell ohne mit der Wimper zu zucken eine Weltumrundung mit - einfache, werkzeugfreie Wartung, 36-Zähne-Zahnscheibenfreilauf, blitzschnell getauschter Freilauf, bewährte, lang- und leichtlaufende Lager. Sprich: eine sehr gute Basis für haltbare Laufräder.
Gleiches gilt für die je 24 aero comp II Straightpull-Speichen sowie die in der Felge versteckten ProLock-Speichennippel, mit denen die AR 1600 aufgebaut sind.
Apropos aufgebaut: Der Aufbau des Test-Laufradsatzes ist einwandfrei ohne Seiten- und Höhenschlag, die Laufräder stehen mittig zentriert. Die Speichenspannung ist hoch, die Seitensteifigkeit ebenfalls, entsprechend präzise ist die Lenkung.
Dank der "nur" 30 Millimeter hohen Felgen ist Seitenwind, auch in Böen, überhaupt kein Problem: Anders als so manche Aero-Laufräder, bei denen Wind große Unruhe ins Fahrwerk bringt, ziehen die AR 1600 Spline 30 gänzlich unbeirrt ihre Bahn, auch im Renntempo sowie bei Abfahrten mit Geschwindigkeiten jenseits der 60 km/h bleibt das Vorderrad jederzeit stabil, die Lenkung vorhersehbar, die Fahrsicherheit hoch.
Wer hohe Aero-Laufräder bislang vor allem wegen der mitunter unangenehmen Nebeneffekte hoher Carbonfelgen gemieden hat, findet angesichts der hohen Fahrsicherheit womöglich in den AR 1600 Spline 30 die perfekten Begleiter.
Das Gewicht als Kompromiss
Wie angedeutet ist das Gewicht die größte Bürde, die das Set trägt. Zum Vergleich: Beim Test von Alu-Laufradsätzen in ROADBIKE 09/23 riss "nur" ein Kandidat knapp die 1700-Gramm-Marke, alle anderen, obwohl mitunter sogar mit höherer Felge ausgestattet, blieben darunter und erreichten teilweise sogar Set-Gewichte um 1500 Gramm. Auch Carbon-Laufräder wiegen natürlich in der Regel weniger - allerdings zum höheren Preis.
Bergauf, aber auch bei Antritten ist es aber nun mal deutlich stärker spürbar, wenn sich Mehrgewicht an der rotierenden Masse der Laufräder versteckt, als wenn etwa der Rahmen oder die Anbauteile etwas mehr wiegen. So ist es auch bei den AR 1600 Spline 30: Sie rollen gut, halten das Tempo und lenken, wie beschrieben, sicher und präzise - allein bei Beschleunigungen und Kletterpartien bremst das Gewicht etwas. Dessen sollte man sich bewusst sein, auch wenn man sich mit der Zeit an alles gewöhnt und/oder nicht ständig zwischen verschiedenen Laufradsätzen hin und herwechselt.
Aerodynamik: Wie schnell machen die Laufräder wirklich?
Bleibt die Frage, ob die neuen Aero-Laufräder von DT Swiss tatsächlich schneller machen. In Ermangelung eines eigenen Windkanaltests mit just diesem Produkt können wir das, Stand heute, nicht seriös beurteilen. DT Swiss nimmt für sich in Anspruch, mit den AR 1600 Spline 30 schneller zu sein als Konkurrenzprodukte (15,2 Watt), nennt allerdings keine weiteren Messwerte.
Was Windkanal-Messwerte angeht, hält sich DT Swiss zurück und verweist "nur" darauf, dass die AR 1600 Spline 30 mit ihren 15,2 Watt aerodynamischer sein sollen als Konkurrenzprodukte (deren Werte DT nicht nennt). Wie sich unterschiedliche Maulweiten und Reifenbreiten auf die Aero-Performance im Windkanal auswirken, zeigt dieses Schaubild.
Um den Impact von Aero-Laufrädern dennoch einzuordnen: In früheren Windkanaltests von ROADBIKE war eine 21-mm-Felge bei 45 km/h fünf Watt langsamer als eine 40-mm-Felge beziehungsweise elf Watt langsamer als ein 62-mm-Aero-Laufrad (vergleiche ROADBIKE 07/20). Wohlwissend, dass es sich nur um eine grobe Orientierung handelt, dürfte die 30-mm-Alu-Felge der neuen AR 1600 Spline 30 dementsprechend gegenüber einer flachen Standard-Felge zwischen zwei und vier Watt Ersparnis bringen, aber um die sieben Watt langsamer sein als ein reinrassiges Aero-Laufrad. Zur Orientierung: Sieben Watt bedeuten auf einer 100 Kilometer langen Strecke mit 1500 Höhenmeter bei 200 Watt Durchschnittsleistung einen Zeitunterschied von 56 Sekunden.
Fazit
Lange Rede, kurzer Sinn: Da Aero-Laufräder mit hohen Carbonfelgen zwar leichter und aerodynamischer, oft aber auch deutlich teurer sind, verschieben die preislich attraktiven AR 1600 Spline 30 den Faktor investierter-Euro-pro-gesparte-Watt in die richtige Richtung. Insgesamt bieten sie einen guten Kompromiss aus bestmöglicher Aerodynamik, vertretbarem Gewicht und attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis und sind auch losgelöst vom Aero-Aspekt sehr gut gebaute, solide Laufräder. Den größten Impact in punkto Aerodynamik machen jedoch grundsätzlich nicht die Laufräder, sondern andere Faktoren.
Gravel Laufräder im Test
Wir haben zehn verschiedene Laufradsätze im Labor und in der Praxis getestet. Um den Trend zu schnellen, aerodynamischen Hochprofil-Laufrädern abzubilden, haben wir alle Modelle im Windkanal unter realen Fahrbedingungen untersucht. Wir wollten wissen: Machen hohe Felgen auch Gravel-Bikes klar schneller?
Es kann sich aus mehreren Gründen lohnen, ein serienmäßig ausgestattetes Gravel-Bike mit einem neuen Laufradsatz auszurüsten und in den meisten Fällen aufzuwerten. Serien-Laufräder wiegen oftmals zwischen 1900 bis 2100 Gramm - sie sind damit vergleichsweise schwer. Die beiden leichtesten Test-Laufradsätze von Specialized und Leeze wiegen 1263 beziehungsweise 1363 Gramm.
Die zehn Laufräder in diesem Vergleich weisen Felgenhöhen zwischen 18 und 42 Millimeter auf.
Windkanaltest
Im GST-Windkanal in Immenstaad am Bodensee prüften wir den Luftwiderstand der zehn Gravel-Laufräder, genauer: die benötigte Leistung bei 35 km/h. Alle Messungen wurden mit einer Windgeschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde durchgeführt. Während der Messungen dreht sich der Prüfstand von plus nach minus 20 Grad - damit fließen auch Seitenwindverhältnisse, wie sie in der Realität vorkommen, in das Gesamtergebnis ein.
Für unsere zehn Testlaufräder ergaben sich bei 35 km/h gewichtete Leistungen von 15,6 bis 19,4 Watt. Niedrige Werte sind besser, da weniger Leistung benötigt wird, um die gleiche Geschwindigkeit zu halten. Die niedrigsten und damit besten Werte erzielen die 40 Millimeter hohen Leeze CC40 Allroad Evo Waso. Ihre gewichtete Leistung: 15,6 Watt. Es folgen, knapp dahinter, mit jeweils 16,3 Watt gewichteter Leistung, die Laufradsätze von DT Swiss und Swiss Side - beide sind 42 Millimeter hoch.
Seitenwindempfindlichkeit
Je höher die Felgen sind, desto „empfindlicher“ sind sie auch für Seitenwind. Dieser Effekt ist messbar. Die niedrigsten und damit besten Werte erzielten die Modelle von DT Swiss und SwissSide - mit je 42 Millimetern Felgenhöhe sind sie die höchsten Modelle im Test. Sie stehen damit stellvertretend für einen Trend im Gravel-Race-Sektor zu höheren und damit aerodynamisch günstigeren Laufrädern.
Gewicht und Beschleunigung
Auch für Gravel-Bikes gilt: Ab einer Geschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Stunde ist der Luftwiderstand der größte Fahrwiderstand, gefolgt vom Rollwiderstand der Reifen. Beinhaltet eine Tour viele Höhenmeter, so gewinnt auch das Gewicht an Bedeutung. Weiter nehmen die Laufräder beim Beschleunigen eine Sonderstellung ein, da sie zwei Mal beschleunigt werden müssen: Erstens in die Vorwärtsbewegung des Systems aus Rennrad und Fahrer. Zweitens als Beschleunigung bei der Drehbewegung des Laufrades selbst. Auch gerade deshalb sind Laufräder besonders effektive „Tuningobjekte“.
Seitensteifigkeit
Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Seitensteifigkeit der Laufräder. Gute Werte liegen zwischen 30 und 35 Newton pro Millimeter, sehr gute darüber. Mit der Anzahl der Speichen und deren Spannung steigt die Seitensteifigkeit. Insbesondere für schwere Fahrer und Bikepacker ist sie von größter Wichtigkeit.
Auch das maximal zugelassene Gewicht ist für schwere Fahrer und Bikepacker ein zentraler Punkt. Das Fahrergewicht ist selbsterklärend, das Systemgewicht beinhaltet Fahrer, Fahrrad, Trinkflaschen und Gepäck.
Keramiklager
Je nach dem Fahrergewicht und der Geschwindigkeit können durch eine reduzierte Lagerreibung rund zwei bis vier Watt „eingespart“ werden.
Die anderen Testkandidaten mit ihren flachen beziehungsweise mittelhohen Felgen sehen wir aber keinesfalls als Verlierer an. Sie punkten dafür bei anderen wichtigen Parametern, wie etwa beim Gewicht, bei der Robustheit oder dem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Laufräder im Vergleich: Carbon- und Aerolaufräder
Tiefe Carbonlaufräder am neuen Rennrad - und dank perfekter Felgen- und Reifenkombination auch noch schneller? Kaum ein anderes Update verspricht so viel wie ein Satz begehrter Laufräder. Doch auch keine anderen Komponenten kosten so viel.
Im Laufrad-Test sind alle großen und wichtigen Hersteller vertreten. Von Carbon-Pionieren wie Lightweight, absoluten Klassikern wie Mavic und DT Swiss über etablierte Hausmarken der großen Bike-Hersteller zu den neuesten Playern in der Laufradwelt.
Wir testen Laufräder im „Allround”-Segment, heißt: Räder mit Aero-Anspruch, aber ohne das Gewicht zu vernachlässigen. In diesen Bereich fallen Laufräder, die sowohl auf schnellen, flachen Strecken als auch in den Bergen die richtige Wahl sind. Also keine 80-mm-Carbon-Bomber oder extreme Kletter-Spezialisten.
Testbedingungen
Um die Unterschiede im Handling und Fahrgefühl bestimmen zu können, haben wir unter einer Vielzahl an Bedingungen getestet, waren in Südschweden auf der Suche nach den windigsten Crosswind-Passagen, haben in der Provence den Mont Ventoux erklommen und um unser Office herum den heimischen Schwarzwald unsicher gemacht. Im Back-to-back-Testing haben wir innerhalb kurzer Zeit alle Laufräder mit gleicher Bereifung, auf gleicher Strecke und mit vergleichbaren Wetterbedingungen getestet. Dabei waren alle Laufräder mit Contis GP5000 S TR in 28C und tubeless ausgestattet.
Steifigkeit und Compliance
Eine Kombination aus Compliance und Steifigkeit, die aber auch stark von individuellen Präferenzen abhängt. Denn je steifer ein Rad desto präziser, aber eben auch unverzeihender fährt sich das Bike.
Windkanaltest
Wir waren mit den Laufrädern in Deutschlands neuestem radsport-spezifischen Windkanal. THE AEROW aus Bad Wörishofen und die Spezialisten von HYCYS haben sich ganz dem Sport verschrieben und standen uns für den Test zur Seite. Getestet wurden dabei alle Laufräder im Bike bei 45 km/h Windgeschwindigkeit und mit angetriebenen Rädern. Ein aktuelles Canyon Ultimate CFR dient uns als Benchmark für moderne Racebikes. Alle Laufräder wurden mit Continental GP 5000 S TR Reifen in 28 mm Breite und Schläuchen für einen schnelleren Umbau getestet. Der Reifendruck im Test lag bei 5 bar.
Ergebnisse des Windkanaltests
Schon mal vorweg: Alle Laufräder im Test funktionieren hinsichtlich der Aerodynamik. Zum Vergleich hatten wir ein Einsteiger-Alu-Laufrad im Windkanal, und im Schnitt lagen die Performance-Laufräder über 12 Watt weiter vorn. Doch auch unter den Laufrädern gibt es klare Unterschiede. Räder mit geringer Felgentiefe wie Mavic und Lightweight schneiden tendenziell am schlechtesten ab.
Eine weitere Überraschung ist die sehr gute Performance der Bontrager Aeolus RSL 51 TLR. Denn trotz etwas veraltet wirkender Felgengeometrie funktioniert die Aerodynamik weit besser als bei der Konkurrenz mit gleicher Felgenhöhe.
Die Erkenntnisse
Carbonspeichen machen ein steifes Laufrad, was wiederum ein reaktives und agiles Rad bedeutet, meist geht das aber auf Kosten der Compliance. Für Racing und das letzte bisschen Performance zwar die richtige Wahl, doch für die entspannte Wochenendtour etwas zu hart.
Geht die Tubeless-Montage noch einfacher? Ein ungebohrtes Felgenbett, wie es Syncros, Lightweight und Mavic bieten, macht selbst den größten Tubeless-Skeptikern richtig Spaß. Ventil rein und schon ist die Felge ready, kein Tape und keine schleichenden Platten.
Die viel diskutierte Reifenbreite ist auch hier Thema und obwohl schmale Reifen im Windkanal schneller waren, sagen wir: breiter ist besser, und schneller! Breitere Reifen bieten dank geringerem Druck mehr Grip und Compliance, das schont auf der großen Fahrt und macht einfach mehr Spaß.
Felgenbremsen vs. Scheibenbremsen: Laufräder im Test
Sind Felgenbrems-Laufräder eine aussterbende Spezies? ROADBIKE geht dieser Frage nach - und liefert die Testergebnisse von 20 aktuellen Modellen aus drei Preiskategorien.
"Im Nachrüstmarkt sind Felgenbrems-Laufräder immer noch ein großes Thema", betont jedoch Christian Brumen, Category Manager Dropbar bei Rose. Und Freunde der klassischen Radverzögerung müssen nicht verzagen: Wer dem eigenen Felgenbrems-Renner mit neuen Laufrädern frischen Schwung verleihen will, findet derzeit noch eine große Auswahl an Produkten. 20 Modelle hat ROADBIKE für diesen Artikel in Labor und Praxis getestet - in drei Preiskategorien: um 600 Euro, um 1000 Euro und um 2000 Euro.
Das Testfeld
Das Testfeld setzt sich aus alten Bekannten und Newcomern zusammen, wobei eins auffällt: Neu entwickelte Felgenbrems-Laufräder in den beiden günstigeren Preiskategorien waren nicht zu kriegen - hier findet offenbar keine Entwicklung mehr statt. Also wurden für die Preisbereiche um 600 und um 1000 Euro bekannte und teils schon länger am Markt befindliche Modelle getestet.
Wenn überhaupt noch wirklich neue Laufradmodelle für Felgenbremsen auf den Markt kommen, geschieht dies offenbar "nur" noch im im hochpreisigen Sektor. Und selbst da wird nicht alles komplett neu entwickelt, sondern adaptiert: "Felgenbrems-Laufräder profitieren von den technischen Erkenntnissen und Fortschritten aus der Disc-Laufradentwicklung", erklärt Alex Gebert, Produktmanager bei Giant.
Die Erkenntnisse
Die vier getesteten High-End-Laufradsätze um 2000 Euro kommen ausschließlich mit Carbon-Felgen, überzeugen mit top Steifigkeitswerten und liefern mehrheitlich Spitzenwerte, was Gewicht und Trägheitsmessungen angeht - also jenen Aspekten, die auf das Fahrerlebnis einzahlen, etwa durch leichtfüßige Beschleunigung. Teurer bedeutet hier also tatsächlich auch besser.
Gleichzeitig gilt aber auch: Die besten Vertreter der Preisklasse um 1000 Euro bleiben auf Schlagdistanz - egal, ob sie mit Carbon- oder Alu-Felgen aufgebaut sind. Und selbst die Modelle um 600 Euro, die ausschließlich auf Alu-Felgen setzen, schlagen sich wacker.
Testergebnisse im Überblick
Laufräder um 2000 Euro:
- Cadex 42 Tubeless (Testsieger)
- Rose RC Fifty Carbon (Preis-Leistungs-Tipp)
- Campagnolo Bora WTO 33
- DT Swiss PRC 1400 Spline 35
Laufräder um 1000 Euro:
- Easton EA90 SL (Testsieger)
- Mavic Ksyrium Pro UST (Preis-Leistungs-Tipp)
- DT Swiss PR 1400 Dicut Oxic 21
Günstige Rennrad-Laufräder im Test
Kopfsteinpflaster, kaputter Asphalt, Schotterstraßen, Waldwege: Für viele Rennradfahrerinnen und -fahrer ist es neuerdings eine Wonne, über scheinbar ungeeigneten Untergrund zu poltern. In der Marketingsprache der Fahrradbranche heißt das “Allroad”, in der Praxis ist es wohl schlicht die Flucht vor nervendem Straßenverkehr.
Wer wenigstens die Hälfte Asphalt unter die Räder nimmt, bewertet die oft stark profilierten Gravelreifen eventuell als zu breit und zu langsam. Für gelegentliche Ausflüge in die Botanik reichen 30- oder 32-Millimeter-Reifen, was schon an vielen Endurance-Rädern üblich ist und sich auf der Straße noch nach Rennrad anfühlt.
Breite Felgen als Alleskönner
Wer sich an den Empfehlungen der Reifenhersteller zur passenden Felgenbreite orientiert, landet mit diesem Anspruch bei gut 20 Millimetern Innenmaß. Auch wer am Gravelbike je nach Einsatz oder Saison zwischen Straßen- und Geländereifen wechseln will, findet hierin den idealen Kompromiss. Denn darauf passen schnelle 28-Millimeter-Straßenreifen ohne Einschränkungen, und auch für einen 50er-Stollenreifen ist das nicht zu schmal. Das Problem: Während viele neue Carbonfelgen längst dieses Innenmaß aufweisen oder sogar noch breiter sind, kommen preiswerte Alu-Laufräder fürs Rennrad häufig noch mit nicht mehr zeitgemäßen 17 Millimeter Breite - optimiert für 25er-Rennradpneus.
Testfeld im Überblick
TOUR hat den Markt abgesucht nach passenden und preiswerten Laufrädern um 500 Euro. Sieben Kandidaten konnten unserer Einladung trotz der weiterhin angespannten Liefersituation folgen, darunter große Hersteller wie DT Swiss, Mavic oder Shimano, aber auch kleinere Anbieter wie Aerycs und Leeze. Im Kurztest geht es um Gewicht, Steifigkeit und Beschleunigung; der Rundlauf nach einem Überlastungstest ist außerdem ein Indiz dafür, ob die Laufräder robust bleiben oder bei hartem Einsatz ständig nachzentriert werden müssen.
Testergebnisse
Das DT-Swiss-Laufrad ist auch das mit dem höchsten zulässigen Systemgewicht, also auch für Radreisende mit Gepäck eine Option - selbst wenn es hin und wieder über Stock und Stein gehen sollte.
Detaillierte Testergebnisse:
| Laufrad | Preis pro Satz | Gewicht v. + h. | Seitensteifigkeit vorne | Seitensteifigkeit hinten | Beschleunigung | Rundlauf | Gesamtnote |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Aerycs Alutrek | 579 Euro | 3,7 | 2,3 | 2,3 | 3,3 | 2,2 | 2,9 |
| DT Swiss CR 1600 Spline | 559 Euro | 3,7 | 2,0 | 2,0 | 3,7 | 1,6 | 2,8 |
| Fulcrum Racing 3 | 642 Euro | 3,7 | 2,7 | 2,7 | 3,3 | 2,8 | 3,1 |
| Leeze AC 25 Allroad | 599 Euro | 2,7 | 4,0 | 4,0 | 2,7 | 3,0 | 3,2 |
| Mavic Allroad S | 490 Euro | 4,0 | 1,7 | 2,7 | 4,0 | 2,6 | 3,1 |
| Ritchey Comp Zeta Disc | 426 Euro | 4,0 | 1,7 | 2,0 | 4,0 | 2,1 | 2,9 |
| Shimano GRX WH-RX570 | 610 Euro | 3,7 | 2,7 | 3,0 | 3,7 | 1,0 | 3,1 |
Aluminium Laufräder: Geschmiedet für Spaß
Aluminium, ein ikonisches und bewährtes Material in der Welt des Radsports, hat zu Generationen von leistungsstarken, zuverlässigen und erschwinglichen Bikes beigetragen. Rennrad-Laufräder aus Aluminium haben sich bei einer Vielzahl von Radsportlern bewährt.
Laufräder aus Aluminium haben das Vertrauen von Radsportlern in aller Welt durch ihre Robustheit und Stossunempfindlichkeit gewonnen. Abgesehen von ihrer Langlebigkeit sind sie für ihre hervorragende Brems-Performance bei Felgenbremsen bekannt. Sie bieten eine gleichmässigere und berechenbarere Bremswirkung als Carbon-Laufräder, besonders bei nassen Bedingungen.
Die Pflege von Aluminium-Laufrädern ist ziemlich einfach, aber für die Langlebigkeit unerlässlich. Nach jeder Fahrt, besonders bei Regen oder auf salzigen Strassen, hilft eine kurze Wäsche, Korrosion zu vermeiden. Wir empfehlen, die Laufräder mit warmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel zu säubern und einen nicht scheuernden Schwamm oder Lappen zu verwenden, um Kratzer auf der Oberfläche zu vermeiden.
Im Allgemeinen ist Aluminium schwerer als Carbon. Dank technologischer Innovationen gibt es mittlerweile aber auch sehr leichte Laufräder aus Aluminium. Dabei ist zu beachten, dass das Gewicht nur ein Aspekt der Performance eines Laufrads ist. Ein gut konzipiertes Aluminium-Laufrad kann ein sehr angenehmes Fahrerlebnis bieten, mit robuster Fahrstabilität und hervorragender Kraftübertragung.
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