Leichte Rennradhelme im Test: Sicherheit, Komfort und Innovation

Die neuen CFR Stingr- und Disruptr-Helme von Canyon sind die ersten Helme des Unternehmens und ein echter Meilenstein.

Canyon ist bekannt für innovative Lösungen, die das Radfahren sicherer, komfortabler und vor allem spaßiger machen sollen.

Mit dem HighBar-System am Helm von Canyon entfällt die oft umständliche Erstjustierung des Gurtdreiecks.

Die Fixierungsmöglichkeiten sind hervorragend und die Polsterung am Vorder- und Hinterkopf sorgt für zusätzlichen Komfort.

Der Bügel sollte nur so fest sitzen, dass er nicht über das Kinn rutschen kann, mehr ist nicht nötig.

Neben verbesserter Aerodynamik verspricht es mehr Sicherheit durch fest sitzende Riemen, weniger Windgeräusche und geringere Hitzeentwicklung.

Innovative Features und Technologien

Mit den neuen CFR Stingr- und Disruptr-Helmen betritt Canyon Neuland: Es sind die ersten Helme des Unternehmens aus Koblenz - ein echter Meilenstein.

Mit dem revolutionären Kinnbügel von HighBar sagen sie traditionellen Stoffriemen und fummeligen Steckschnallen den Kampf an.

Besonders auffallend ist das HighBar-System, eine Technologie, die Canyon als erste Marke integriert, und das gleich in beiden Helmen.

HighBar-System

Gleich mehrere Versprechen gibt der Hersteller HighBar mit seinem Riemen-System ab.

So soll es neben einer optimalen Passform vor allem für verbesserte Aerodynamik sorgen und zusätzliche Sicherheit bieten, indem es einen losen Sitz der Riemen verhindert.

Nerviges Flattern der Helmstraps gehört mit dem Halterungssystem aus Kunststoff endgültig der Vergangenheit an, genauso wie Windgeräusche und die Hitzeentwicklung am Stoffriemen.

Mit dem HighBar-System entfällt die oft umständliche Erstjustierung des Gurtdreiecks.

Normalerweise stellt man ein Gurtband einmal richtig ein und braucht danach den Helm nur noch zu schließen, um die ideale Passform zu gewährleisten.

Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen Gurtsystemen: Ein klassisches Gurtband gibt etwas nach, was mehr Komfort bietet, selbst wenn der Helm etwas zu eng eingestellt ist.

Das Plastikband des HighBar-Systems hingegen ist völlig starr.

Das bedeutet, dass man den Helm nicht so fest einstellen muss, um den gleichen Halt zu erreichen.

Der Bügel sollte nur so fest sitzen, dass er nicht über das Kinn rutschen kann, mehr ist nicht nötig.

Design und Komfort

Alles fest? Schon beim ersten Aufsetzen der Canyon CFR Helme fällt der bequeme Sitz sofort positiv auf.

Die Fixierungsmöglichkeiten sind hervorragend und die Polsterung am Vorder- und Hinterkopf sorgt für zusätzlichen Komfort.

Optisch überzeugt der Helm mit einem gelungenen Mix aus glänzenden und matten Elementen, die ihm eine schlichte, aber edle Eleganz verleihen.

Gewicht und Belüftung

Der Aero-Helm wiegt 322 g in Größe L und fällt durch eine gute Belüftung im Vergleich zu anderen Aero-Helmen auf.

Die Allrounder-Variante, die mit 280 g deutlich leichter ist, punktet zusätzlich durch ihre clevere Rücklichtintegration, die besonders im Alltag und bei Fahrten im Winter ideal ist.

Handhabung und Anpassung

Das HighBar-System am Helm von Canyon ist optisch definitiv gewöhnungsbedürftig - manche mögen es gar mit einer festen Zahnspange vergleichen.

Zu Beginn erfordert die Handhabung des Systems ein wenig Eingewöhnung, da es sich deutlich von herkömmlichen Gurtbändern mit Klickverschluss unterscheidet.

Gerade am Anfang neigt man dazu, den Verschluss zu fest zu drehen.

Mit ein wenig Erfahrung lässt sich jedoch die richtige Balance finden.

Canyon argumentiert, dass viele nicht wissen, wie sie ihren Helm optimal einstellen sollen und deshalb unsicher unterwegs sind.

Mit dem HighBar-System entfällt die oft umständliche Erstjustierung des Gurtdreiecks.

Der etwas klobige Drehverschluss trägt nicht unbedingt zur Ästhetik bei und wirkt besonders unter dem Kinn etwas ungewöhnlich.

Zudem fehlt anfangs das vertraute Gefühl des „mentalen Releases“ beim Öffnen des Helms.

Normalerweise genügt ein einfaches Klicken, um den Helm zu lösen - ein kleiner, aber befriedigender Moment nach einer intensiven Fahrt.

Beim HighBar-System fehlt dieses Gefühl, da es auf eine stufenweise Lockerung ausgelegt ist.

Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran, für breitere Kopfformen könnte das System anfangs allerdings etwas Druck ausüben.

Kopfhörer sollte man beim Fahrradfahren zwar ohnehin nicht tragen, aber der Canyon-Helm macht es sowieso fast unmöglich.

Die metallene Befestigung der HighBar stößt beim Fahren gegen die In-Ear-Pods.

Canyon Tempr CFR-Schuhe

Neben den neuen CFR-Helmen und dem neuen Aeroad hat Canyon auch ihre ersten eigenen Schuhe vorgestellt - die Tempr CFR.

Entwickelt in Zusammenarbeit mit den Spezialisten von Boa, Vibram und Solestar, zielen die Tempr-Schuhe durch das Zusammenspiel von Sohle, Drehverschlüssen und Außenschuh darauf ab, eine ideale Passform und maximale Steifigkeit zu bieten.

Erhältlich sind sie in zwei Varianten: als Road-Version für die Straße und als Offroad-Variante für Gravel- und Cross-Country-Abenteuer.

Eine Besonderheit ist die Stretch-Zunge, die den Fuß auf der Oberseite wie eine Socke umschließen und bereits vor dem Festziehen der Boa-Drehverschlüsse ein sicheres Tragegefühl vermitteln soll.

Gerade für Langstrecken-Fans verspricht das auch einen erhöhten Komfort, denn die Konstruktion soll den Druck bei hoher Leistung reduzieren.

Ausgestattet sind die Tempr CFR-Schuhe mit den präzisen und austauschbaren Boa Li2-Drehverschlüssen und dem BOA Perform Fit Wrap.

Letzteres sorgt durch ein gleichmäßiges Umschließen des Fußes für einen stabilen Halt.

Die neuen Tempr CFR-Schuhe von Canyon wurden in Zusammenarbeit mit Boa, Vibram und Solestar entwickelt.

Design und Passform der Schuhe

Genug Druck auf dem Pedal? Die Canyon Tempr CFR-Schuhe überzeugen auf den ersten Blick mit einem stylischen Design und einer Passform, die nicht nur für breite Füße gut geeignet ist.

Der Einstieg gestaltet sich zwar aufgrund der Stretch-Zunge als etwas schwierig, doch sobald die Schuhe einmal angezogen sind, bieten sie einen festen Halt, der, dank Boa-Verschluss, selbst bei intensiven Fahrten nicht nachlässt.

Auch in puncto Belüftung überzeugen die Tempr Schuhe - die Füße bleiben angenehm kühl, und das Material trocknet schnell, was sich besonders bei intensiven Touren oder unerwarteten Regenschauern als vorteilhaft erweist.

Sohle und Verschluss

Die steife Solestar-Vollcarbonsohle zeigt ihre Stärken vor allem beim kraftvollen Antritt, kann jedoch für einige Fahrer eine Herausforderung darstellen.

Ein kleiner „Hubbel“ in der Sohle drückte bei einigen Testern unangenehm auf den Zehenballen, insbesondere bei längeren Fahrten.

Dieser soll laut Solestar eigentlich zur Entlastung des Fußgewölbes beitragen und für eine optimale Kraftverteilung sorgen.

Eine alternative Sohle wäre hier wünschenswert, um den Komfort zu erhöhen und den Schuh perfekt anzupassen.

Die Boa Li2-Drehverschlüsse und das Perform Fit Wrap System hingegen sind erstklassig und tragen maßgeblich zu einer präzisen Anpassung bei.

Fazit

Mit den neuen CFR-Helmen und -Schuhen betritt Canyon den Gear-Bereich und hinterlässt einen starken ersten Eindruck.

Die Helme punkten durch ihr leichtes Gewicht, eine solide Belüftung und ansprechendes Design: Der Aero-Helm wirkt sportlich und windschnittig, die Allrounder-Variante hingegen eher urban.

Das HighBar-System ist eine interessante Innovation, die jedoch Eingewöhnung erfordert - solider Sitz, aber optisch gewöhnungsbedürftig und etwas fummelig in der Handhabung.

Ob es sich als neuer Standard durchsetzt, bleibt abzuwarten.

Die CFR Tempr-Schuhe überzeugten nach anfänglichen Problemen mit der Sohle sowohl optisch als auch in der Passform und wurden schnell zum Dauereinsatz bei unseren Testern.

Sicherheit von Rennradhelmen

Der Spruch „Wer billig kauft, kauft zweimal!“ bedeutet, dass günstige Produkte oft von minderer Qualität sind und schneller kaputtgehen, oder nicht die gewünschten Eigenschaften aufweisen.

Übertragen auf einen Fahrradhelm könnte das fatale Folgen haben.

Dann nämlich, wenn der Helm seine Funktion nicht erfüllt, beim Sturz vom Kopf rutscht oder gar beim kleinsten Aufschlag zerbröselt.

Damit genau das nicht passiert, dürfen lediglich solche Helme in den Verkauf gelangen, die vorab die gültige Normprüfung (DIN EN 1078) bestanden haben.

Die dafür zugelassenen Testmaschinen überprüfen im Wesentlichen aber nur, ob der Helm den Norm-Anforderungen hinsichtlich der Aufschlagdämpfung der Helmschale und der Haltbarkeit von Riemen und Verschlüssen genügt.

Die Prüfmethode ist in die Jahre gekommen, da sie die Wirksamkeit von Sicherheitssystemen, wie beispielsweise dem Rotationsschutz Mips, nicht prüfen kann.

Sie definiert lediglich Mindeststandards fernab dessen, was moderne Helme leisten und ist daher kein guter Gradmesser für die tatsächliche Schutzfunktion.

Moderne Sicherheitssysteme

Fast alle Hersteller statten ihre Helme mittlerweile mit dem Rotationsschutz Mips aus.

Im Test war das Modell Estro Mips von MET für 140 Euro der günstigste Helm.

Der Test auf dem TOUR-Prüfstand zeigt eindrucksvoll, dass alle Helme, egal ob teuer oder günstig, mit diesem System den besten Schutz vor einer Gehirnerschütterung bieten.

Um die Helmsicherheit praxisgerecht zu prüfen, testen wir seit 2020 alle Helme auf unserem eigenen Prüfstand, der alle relevanten, resultierenden Kräfte beim Aufschlag des Prüfkopfs mit Helm auf eine schräge Fläche aufzeichnet.

Damit lässt sich auch Wirkung und Qualität des Mips-Systems erfassen.

Beim aktuellen Test wollten wir - unter anderem - herausfinden, ob die teureren Top-Modelle einen besseren Schutz bieten als die günstigeren Helme.

Sieben Hersteller sind unserer Test-Einaldung mit jeweils einem teureren und einem günstigeren Modell gefolgt.

So viel sei vorab verraten: Ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit.

Und: Der höhere Preis ist auch nicht zwangsläufig gekoppelt mit besserer Ausstattung wie beispielsweise einstellbaren Y-Gurten (die den Sitz unterhalb der Ohren verbessern) oder einem höhenverstellbaren Kopfring, der die Passform verbessert und meistens auch das Durchfädeln eines Zopfes zwischen Helmschale und Weitenverstellung möglich macht.

Beim Verschluss dominiert das Steckschloss, einstellbare Ratschenverschlüsse sind selten, ein Helm im Test verfügt über ein magnetisches Gurtschloss.

Die Möglichkeit, die Radbrille mit sicherem Halt in den Helm zu stecken, Reflexstreifen oder ein Transportbeutel sind willkommene Zugaben bei der Ausstattung, jedoch im Vergleich zum vergangenen Test seltener geworden.

Ersatzpolster oder solche in unterschiedlichen Stärken, um den Helm individuell anzupassen, sucht man heute vergebens im Karton.

Eine kundenfreundliche Unfall-Ersatzregelung bietet nur ein einziger Hersteller.

Auswirkungen von MIPS

In puncto Schutzfunktion liefert der Crashtest ein eindeutiges Ergebnis: Ein in den Helm integrierter Rotationsschutz wie Mips mindert das Risiko von Hirnverletzungen.

Das belegen unsere Messwerte.

Mips-Helme bieten also ein Sicherheitsplus gegenüber Helmen ohne dieses Ausstattungsmerkmal.

Und die gute Nachricht: Die halb so teuren Modelle schützen genauso gut wie die Top-Helme.

Testergebnisse im Überblick

Hier eine Übersicht der Ergebnisse verschiedener Modelle im Test:

Modell Note
Abus Game Changer 2.0 2,3
Abus Stormchaser ACE 1,9
Cratoni C-Zero Mips 1,9
Cratoni Gravoq 2,3
Giro Eclipse Spherical 2,0
Giro Cielo Mips 2,1
MET Manta Tadej Pogačar 2,0
MET Estro Mips 1,7
POC Ventral Mips 1,7
POC Omne Air Mips 2,0
Specialized S-Works Evade 2,0
Specialized Search Mips 2,1
Uvex Surge Aero Mips 1,7
Uvex Rise 2,6

Testmethoden und Kriterien

Alle Rennradhelme mussten sich einem Labortest unterziehen.

Sicherheit (50 Prozent): Spezielle Sicherheitssysteme - Mips & Co. - sollen messbar das Risiko von Kopfverletzungen senken, indem sie beim schrägen Aufprall auftretende Rotationskräfte verringern.

Die bestehende Prüfnorm für Helme EN 1078 kann diese Szenarien nicht abbilden.

Um die aktuelle Helmgeneration realitätsnah zu prüfen, haben wir in Eigenregie einen Helmprüfstand entwickelt und uns dabei an den in der Wissenschaft und von forschenden Herstellern eingesetzten Methoden orientiert.

Für den Test wird der Helm auf einen 4,9 Kilogramm schweren Prüfkopf aus Aluminium angepasst.

Helm und Kopf werden beim simulierten Sturz auf einem Schlitten geführt und treffen mit 21 km/h auf eine im Winkel von 45 Grad geneigte Stahlfläche auf.

Schleifpapier in 40er-Körnung imitiert die Rauheit des Untergrunds - damit gehen wir analog zu den Prüfeinrichtungen Virginia Tech, Folksam und anderen Forschungseinrichtungen vor.

Der Schlitten saust an der Auflagefläche vorbei und gibt den Helm frei, der nach dem Aufprall wegspringt.

Ein Sechs-Achsen-Sensor im Prüfkopf zeichnet Beschleunigung und Drehraten um die drei Achsen im Raum beim Aufprall und in der sich anschließenden Flugphase auf.

Im ersten Anlauf trifft der Helm frontal auf, im zweiten seitlich.

Die Beschleunigung werten wir nach dem größten resultierenden Wert aus - je niedriger desto besser.

Angegeben wird der Mittelwert aus vier Messungen.

Die Kopfrotation rechnen wir um zum BrIC-Kriterium (Brain Injury Criterion), das aussagt, wie schädlich die Bewegung für das Gehirn ist.

Diese Methode ist in der Wissenschaft verbreitet und ermöglicht über den sogenannten AIS-Code Aussagen zur Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung.

  • Anpassung (20 Prozent): Hierbei bewerten wir die Ausführung und Einstellbarkeit des Kopfrings sowie den Verlauf, Sitz und den Verschluss des Gurtsystems.
  • Kühlung (15 Prozent): Die Belüftung testen wir mit einem starken Gebläse, das die Strömung auf bis zu 30 km/h beschleunigt. Der erhitzte, behelmte Kopf wird der Strömung ausgesetzt, und wir ermitteln die Kühlleistung.
  • Gewicht (15 Prozent): Auf das Gewicht reagiert der Kopf besonders sensibel. 50 Gramm mehr oder weniger machen einen deutlichen Unterschied. Unser Test zeigt: Mehr Gewicht bedeutet nicht automatisch besseren Schutz.

Ergebnisse der Sicherheitsprüfung

Das Diagramm zeigt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Radler bei dem von uns simulierten Sturzszenario eine mittlere Gehirnerschütterung erleiden würde.

Diese lässt sich aus den gemessenen Drehbewegungen (BrIC, Brain Injury Criterion) errechnen.

Der Zusammenhang zwischen BrIC und der Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung (nach AIS-Code) ist nicht linear.

Für die Bewertung bietet sich daher eher die Wahrscheinlichkeit an.

Das Risiko für eine Gehirnerschütterung liegt zwischen 8 und 31 Prozent und beträgt im Mittel knapp 13,3 Prozent.

Das Risiko, mit einem Helm ohne Mips eine Gehirnerschütterung zu erleiden, liegt laut unserem Test bei durchschnittlich 27,5 Prozent.

Alle Helme im Test bleiben bei den Beschleunigungswerten, also den Kräften, die bei einem Aufprall noch auf den Kopf wirken, weit unterhalb der Norm (250 g).

Die Spanne reicht jedoch von 90,4 g (Uvex Surge Aero Mips) bis zu 130,6 g (Uvex Rise) und zeigt, dass die Helme durchaus unterschiedlich gut schützen.

Alle 20 Helme im Test bieten einen vernünftigen Schlagschutz.

Viele haben Rotationseinbauten, um die Drehbelastung des Kopfes bei schrägen Stößen zu reduzieren, was das Schutzniveau verbessert, aber nicht immer gleich gut funktioniert.

Weder Schutz noch Komfort sind eng an den Preis geknüpft, es gibt gute und günstige Helme, die leicht, sicher und gut belüftet sind.

Kaufberatung für Rennradhelme

Rennradfahren ist nach wie vor im Trend, und die Sicherheit sollte dabei nicht zu kurz kommen.

Die Wahl des richtigen Helms ist entscheidend, und es gibt einige Kriterien, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollten.

Sicherheitsstandards und Prüfzeichen

Alle Fahrradhelme, die auf dem europäischen Markt vertrieben werden, müssen ein CE-Prüfzeichen vorweisen und einer DIN-Sicherheitsnorm entsprechen.

Das heißt aber noch nicht, dass jeder Helm wirklich sicher ist.

Für die Erfüllung der Sicherheitsnorm werden Helme nämlich nicht zwangsläufig bei hohen Geschwindigkeiten getestet, die man auf dem Rennrad ja durchaus erreicht.

Wer sich daher besonders für das Thema Sicherheit interessiert, sollte sich die Listung des Virginia Tech Insitute anschauen.

Die wird von vielen Experten als eine Art »Goldstandard« angesehen.

MIPS und andere Sicherheitssysteme

Immer mehr Helme tragen außerdem den Zusatz »Mips« im Namen.

Mips ist ein eigenes Unternehmen und steht für »Multi-Directional Impact Protection System« - ein spezielles Schutzsystem also, mit dem mittlerweile Helme vieler Hersteller ausgestattet werden.

Die Idee ist, den Fahrer gerade bei einem schrägen Aufprall besser zu schützen.

Dafür wird eine zusätzliche Schale in den Helm eingesetzt.

Manche Hersteller haben aber auch ihre eigenen Sicherheitssysteme entwickelt.

Beispiele dafür sind »KinetiCore« des belgischen Herstellers Lazer oder »WaveCel«, das man bei Helmen der Marken Trek und Bontrager findet.

Größe und Passform

Leider gibt es keine absolut einheitlichen Rennradhelm-Größen.

Wem bei einem Hersteller M passt, benötigt bei einem anderen vielleicht L.

Daher sollte man beim Kauf nicht nur auf die Angaben von XS bis XL achten, sondern immer auch die zugehörigen Zentimeterangaben anschauen.

Um den eigenen Kopfumfang herauszufinden, setzt man das Maßband etwas überhalb der Ohren an.

Natürlich passt nicht jeder Rennradhelm zu jeder Kopfform - selbst wenn man die korrekte Größe gefunden hat.

Hat man schließlich einen Rennradhelm gefunden, der zum Kopfumfang passt und nirgends drückt, sollte man dennoch die Einstellungsmöglichkeiten nutzen, die viele Helme bieten, damit er wirklich perfekt sitzt.

In aller Regel kann man Helme mittels Schnallen oder Drehrad am Hinterkopf etwas weiter oder enger machen, bis sie den Kopf sicher umschließen, ohne dabei unangenehm zu drücken.

Ist das der Fall, schließt man die Gurtbänder so ums Kinn, dass sie straff anliegen, aber nicht einschneiden.

Im Idealfall befindet sich die Kante des Rennradhelms einen guten Finger breit über den Augenbrauen, damit auch die Stirn ausreichend geschützt ist.

Dann sollte der Rennradhelm - und auch jeder andere Fahrradhelm - so sitzen, dass man problemlos eine mehrstündige Ausfahrt meistern kann, ohne dass sich Druckstellen bilden.

Denn mit Fahrradhelmen ist es genauso wie mit Kleidungsstücken: Wenn sie nicht bequem und komfortabel sitzen, zieht man sie nicht an.

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