Die E-Bike-Entwicklung der letzten Jahre hat einen klaren Trend zu immer mehr Power und größeren Akkus gezeigt. Doch nun zeichnet sich eine Gegenbewegung ab: Leichte E-Mountainbikes (E-MTBs) werden immer beliebter. In diesem Vergleichstest werden 9 spannende Light-E-MTBs unter die Lupe genommen, um herauszufinden, welches Rad das richtige ist und welche Trends die Zukunft bestimmen werden.
Die Evolution der Light-E-MTBs
Die ersten Ansätze von Light-E-MTBs gab es bereits vor über 8 Jahren. Vorreiter wie FOCUS präsentierten schon früh Konzepte in diese Richtung. Der Durchbruch gelang jedoch mit der ersten Generation des Specialized Levo SL. Seitdem folgten viele weitere Light-E-MTBs mit unterschiedlichen Motorkonzepten, wie z. B. FAZUA- oder TQ-Motoren. Im Jahr 2023 kam der Bosch Performance Line SX-Motor hinzu, der das Segment erneut aufmischte.
Die Definition von Light-E-MTB: Eine Herausforderung
Schon immer war die Definition von Light-E-MTBs umstritten. Ist es das niedrige Gesamtgewicht, die reduzierte Motorpower, die kleine Akkugröße oder das leichtfüßige Handling? Die technologische Entwicklung hat klare Definitionen immer wieder umgeworfen. Achtung Spoiler: In Zukunft braucht es gar keine Definition mehr, da Light-E-MTBs in den nächsten Jahren aussterben könnten. Dieser Vergleichstest setzt Trends und Impulse, der die Bike-Entwicklung der nächsten Jahre beeinflussen wird.
Die Vorteile der neuesten E-MTB Generation
Die neueste Generation an E-MTBs ist spaßiger und potenter denn je. Die Grenzen zwischen Light-E-MTBs und Full-Power-E-MTBs verschwimmen immer mehr. Entscheidend ist das richtige Gesamtkonzept, das Zusammenspiel von Motorpower, Akkukapazität, Gewicht, Geometrie, Hinterbaukinematik und Ausstattung.
Das Problem der Light-E-MTBs
Die Light-E-MTBs mit schwachem Motor und kleinem Akku bekommen durch die neueste Generation an Full-Power-E-MTBs immer mehr Konkurrenz. Denn die großen und starken Full-Power-Motoren werden kleiner, leichter und effektiver. Zugleich bewegen sich Akkukapazitäten wieder in einem sinnvollen Maß. Das Resultat sind Full-Power-E-MTBs mit niedrigem Gewicht, die den Markt ordentlich aufmischen. Sie pendeln sich nämlich alle wieder bei einem Bike-Gewicht von 20-22 kg und 150-160 mm Federweg ein. So kommen sie in Sachen Gewicht mittlerweile an Light-E-MTBs ran - und das mit kraftvollem Motor und großem Akku. Dazu beigetragen haben u. a. die Fortschritte in der Akku- und Zellentwicklung und die daraus resultierenden leichteren Batterien. Und auch die Carbonrahmen werden immer leichter.
Herausnehmbare Akkus: Ein Auslaufmodell?
Außerdem gehören - zumindest bei den meisten Performance-orientierten E-MTBs - entnehmbare Akkus der Vergangenheit an. So kann man auf die zusätzlichen Halterungen, die zum Herausnehmen benötigt werden, verzichten und spart somit nochmal einige Gramm an Gewicht. Auch preislich kommen die Light-E-MTBs in die Bredouille, da Full-Power-E-MTBs durch größere Stückzahlen erschwinglicher sind.
Die Testkandidaten im Überblick
Für den Light-E-MTB-Vergleichstest wurden 9 Bikes mit unterschiedlichen Konzepten und Motorsystemen eingeladen. Darunter:
- Specialized Turbo Levo SL S-Works: Das leichteste Bike im Test (17,9 kg) mit selbst entwickeltem Motor, Akku und Hardware.
- YT DECOY SN: Das günstigste Bike im Test (8.500 €) mit FAZUA Ride 60-Motor und 430-Wh-Akku.
- Santa Cruz Heckler SL: Ebenfalls mit FAZUA Ride 60-Motor und 430-Wh-Akku.
- SCOTT Voltage eRIDE 900 Tuned: Mit TQ-HPR50-Motorsystem und im Rahmen verstecktem Dämpfer.
- Mondraker Dune RR: Mit Bosch Performance Line SX-Motor (55 Nm) und 400-Wh-Akku.
- Orbea Rise LT M-Team: Mit Shimano EP801-Motor (85 Nm) und umfangreichem Konfigurator.
- Cannondale Moterra SL1: Mit Shimano EP801-Motor und 600-Wh-Akku.
- MERIDA eONE-SIXTY 10K: Ebenfalls mit 600-Wh-Akku und praktischen Features wie Lampe und Multitool.
- GIANT Trance X Advanced E+ Elite 0 V2: Mit GIANT SyncDrive Pro 2 MG-Motor (85 Nm) und 400-Wh-Akku.
Das richtige Gesamtkonzept zählt
Es macht keinen Sinn, die nackten Eckdaten von Motoren zu vergleichen. Entscheidend sind Kraft, Ansprechverhalten, Dosierbarkeit, Kraftentfaltung und das Ökosystem um den Motor. Auch die Zuverlässigkeit und ein gut ausgebautes Service-Netzwerk spielen eine wichtige Rolle.
Testbedingungen und Ergebnisse
Der Test fand im Paganella Bikepark in den Dolomiten statt, mit einer Mischung aus technischen Trails und flowigen Kurven. Die Teststrecke brachte nicht nur die Bikes, sondern auch die Testcrew an ihre Grenzen. Es zeigte sich, dass das richtige Setup entscheidend ist, um das volle Potenzial der E-MTBs auszuschöpfen.
Weitere leichte E-Bike Modelle und Konzepte
Neben den bereits genannten Modellen gibt es weitere interessante Ansätze im Bereich der leichten E-Bikes. Einige Hersteller setzen auf spezielle Konzepte, die auf ein geringes Gewicht und eine hohe Agilität abzielen. Hier sind einige Beispiele:
- Thömus Lightrider/SCOTT Lumen eRIDE: Diese Bikes sind speziell für Cross-Country (CC) orientierte Fahrer konzipiert und setzen auf schwächere Motoren und kleine Akkus.
- E-Gravel und Road-Bereich: Auch in diesen Segmenten werden leichte E-Bikes immer beliebter, da sie ein natürliches Fahrgefühl und eine gute Balance zwischen Unterstützung und Eigenleistung bieten.
E-Bikes mit herausnehmbarem Akku: Eine Übersicht
Obwohl der Trend eher zu fest verbauten Akkus geht, gibt es weiterhin Modelle mit herausnehmbaren Akkus, die verschiedene Vorteile bieten. Hier eine kleine Übersicht:
- HEPHA Trekking 7: Dieses Trekking-E-Bike bietet eine Reichweite von bis zu 200 km und ist mit einem robusten Aluminiumrahmen und einem leistungsstarken Motor ausgestattet.
- Heybike EC Compact Sport: Ein kompaktes E-Bike, ideal für Stadtfahrten, mit einer Reichweite von bis zu 110 km und pannensicheren Reifen.
- iScooter U2/U3: Günstige E-Bike-Optionen mit herausnehmbarem Akku, ideal für Pendler und den Stadtverkehr.
Vor- und Nachteile von integrierten und herausnehmbaren Akkus
Die Entscheidung zwischen einem integrierten und einem herausnehmbaren Akku hängt von den individuellen Bedürfnissen und Präferenzen ab. Hier eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile:
| Merkmal | Integrierter Akku | Herausnehmbarer Akku |
|---|---|---|
| Optik | Aufgeräumt, modern | Kann weniger elegant wirken |
| Gewicht | Kann leichter sein (keine Halterungen) | Kann schwerer sein |
| Reichweite | Oft ausreichende Kapazität | Zusätzliche Reichweite durch Wechselakku möglich |
| Laden | E-Bike muss in der Nähe einer Steckdose sein | Akku kann unabhängig vom E-Bike geladen werden |
| Flexibilität | Weniger flexibel | Mehr Flexibilität (z.B. Laden im Büro) |
Leichte E-Bikes im Alltag: Einsatzbereiche und Überlegungen
Leichte E-Bikes sind vielseitig einsetzbar und eignen sich für verschiedene Zielgruppen. Hier sind einige Aspekte, die bei der Wahl eines leichten E-Bikes berücksichtigt werden sollten:
- Gewicht: Ein geringes Gewicht erleichtert den Transport und das Handling, insbesondere in der Stadt oder bei häufigem Tragen.
- Motorleistung und Akkukapazität: Die Motorleistung sollte den individuellen Bedürfnissen entsprechen. Für flaches Gelände reichen oft schwächere Motoren aus, während hügeliges Gelände stärkere Motoren erfordert. Die Akkukapazität bestimmt die Reichweite des E-Bikes.
- Komfort: Ein bequemer Sattel, eine gute Federung und ein verstellbarer Lenker sorgen für ein angenehmes Fahrerlebnis.
- Ausstattung: Schutzbleche, Gepäckträger und eine gute Beleuchtung erhöhen die Alltagstauglichkeit des E-Bikes.
- Preis: Leichte E-Bikes sind oft etwas teurer als herkömmliche E-Bikes. Es lohnt sich, verschiedene Modelle zu vergleichen und auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu achten.
Wie immer ist es eine Frage der eigenen Ansprüche und Bedürfnisse, die letztlich den Ausschlag geben, ob ein Full-Power-Bike, ein absolutes Leichtgewicht oder eine Mischung aus beidem die beste Wahl ist.
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