Leichtes Motorrad unter 100 kg: Modelle und Tipps für Camper

Im Urlaub mit dem Wohnmobil ein Motorrad oder einen Motorroller dabei zu haben, ist praktisch. Für Ausflüge und Besorgungsfahrten bieten sich dann kleine und leichte motorisierte Zweiräder an. Doch was müssen Camper beachten, die ein Bike ohne Anhänger transportieren möchten?

Worauf Camper achten müssen

Wer ein möglichst kompaktes "Moped" an oder in seinem Wohnmobil in den Urlaub mitnehmen will, muss unbedingt die Abmessungen und Leergewichte der Maschinen kennen. Einen Überblick schafft hier der ADAC Motorradkatalog.

Besonders wichtig für die Mitnahme eines Motorrads oder Motorrollers ist natürlich dessen Leergewicht. Hier entscheiden die Rahmenbedingungen, die das Transportfahrzeug in Sachen Achslasten und Radstand vorgibt. In den meisten Fällen sind die rahmenfesten Träger für maximale Ladungsgewichte von 150 Kilogramm zugelassen.

Es muss unbedingt geprüft werden, welche Grenzen der Be- und Entlastung für beide Achsen seitens des Fahrzeugherstellers vorgegeben sind.

Rechenbeispiel zur Achslast

Die Be- und Entlastung der Achsen kann bei Kenntnis der wichtigsten Daten relativ einfach berechnet werden. Bedeutsam dafür sind die Maße für den Abstand (a) zwischen Hinterachse (HA) und Transportplattform und dem Radstand (b).

Wegen der Entlastung der Vorderachse (GVA) wird die Hinterachse höher belastet (GHA), als das Gewicht an der Transportplattform bewirkt.

Beispiel:

  • G (Motorrad und Transportplattform) = 180 kg
  • a = 1,5 m
  • b = 3,3 m

Zusätzliche Last an der Hinterachse GHA: 180 kg x (1,5:3,3 + 1) = 262 kg

Entlastung an der Vorderachse GVA: 262 kg - 180 kg = 82 kg

Weitere Tipps für den Transport

Ähnlich verhält es sich, wenn die Maschine in einer möglichen Heckgarage untergebracht werden soll. In diesem Fall sind die Abmessungen von besonderer Bedeutung. Im Zweifel müssen Sie für eine Unterbringung die Rückspiegel oder auch ein Windschild des Motorrads abmontieren. Zudem muss geklärt werden, ob die Bodenplatte der Heckgarage für die Belastung mit einem Motorrad ausgelegt ist.

Leichtes Motorrad unter 100 kg: Modelle

Hier sind einige Modelle, die besonders leicht sind und sich gut für den Transport eignen:

  • Montesa 4Ride: Mit nur 84 kg fahrbereit das leichteste Motorrad in dieser Liste.
  • Tromox MC 10 Elektro-125er: Lockt mit nur 90 Kilogramm Gewicht und 90 km/h Höchstgeschwindigkeit.
  • Yamaha PG-1: Wiegt mit vollem Tank knapp über 100 kg und ist ein Leichtkraftrad im Retro-Scrambler-Stil.

Yamaha PG-1 neu für 2024

Yamaha Motor Thailand präsentierte Ende November 2023 die neue Yamaha PG-1 für 2024. Als Modell-Neuheit für 2024 kommt die Yamaha PG-1 in den Handel, zuerst in Thailand, wo Yamaha sie vorstellte und anscheinend auch produziert. Das Grundkonzept der PG-1 ist auf das in vielen Ländern Asiens seit Jahrzehnten übliche, klassische Leichtkraftrad-Layout aufgebaut.

Besonderes Merkmal der Yamaha PG-1 ist das Retro-Design mit Scrambler-Stilelementen: grobes Reifenprofil, Faltenbälge an der Gabel und zumindest optisch leicht angehobenes Fahrwerk. Scrambler-typisch ist zudem ein hochgelegter Auspuff, bei der Honda Hunter Cub Standard, für die Yamaha PG-1 immerhin als Zubehör verfügbar.

Als Antrieb für die Yamaha PG-1 kommt eine ältere Triebwerkskonstruktion zum Einsatz: ein luftgekühlter Viertakt-Einzylinder-Motor mit einer obenliegenden Nockenwelle (ohc) und 2 Ventilen. Wie in dieser Fahrzeugkategorie üblich, ist die 4-Gang-Fußschaltung mit einer Fliehkraft-Kupplung kombiniert, ein Kupplungs-Handhebel ist nicht vorhanden. Der Hinterradantrieb erfolgt per Kette.

Mit vollem 5-Liter-Benzintank wiegt die Yamaha PG-1 angeblich nur knapp über 100 Kilo, genauer: 107 Kilogramm. Klassisch einfach gestrickt ist das Stahl-Chassis der Yamaha PG-1 mit Telegabel an der Front und 2 Federbeinen am Heck. Damit stehen immerhin 130 Millimeter Federweg vorn und 109 Millimeter Federweg hinten zur Verfügung.

Aufgezogen sind die grobstolligen Reifen der Yamaha PG-1 auf 16-Zoll-Drahtspeichenräder, vorn und hinten im gleichen Schmal-Format: 90/100-16. Eine Scheibenbremse am Vorderrad und eine Trommelbremse am Hinterrad sind für diese Leistungs- und Gewichtsklasse selbst nach heutigen Maßstäben völlig ausreichend.

Tromox MC 10 als Elektro-125er

Mit ihrem bis zu 10 kW (rund 14 PS) starken elektrischen Mittelmotor beschleunigt die Tromox MC 10 angeblich auf bis zu 90 km/h. Damit qualifiziert sie sich für die europäische Leichtkraftrad-Kategorie (125er). Schwerpunktgünstig und geschützt im Aluminium-Brückenrahmen platziert sind ein oder zwei Lithium-Akku-Packs mit jeweils 72 Volt und 30 Ah.

Je nachdem, ob mit einem oder zwei Akku-Packs bestückt, soll die MC 10 entweder bis zu 60 oder bis zu 120 Kilometer Reichweite bieten.

"Klassisch" per Kette wird das Hinterrad angetrieben, direkt am Hinterreifen sollen bis zu 280 Nm Drehmoment wirken. Gebremst wird die MC 10 mit jeweils einer Scheibenbremse pro Rad. Ein Verbundbremssystem (CBS) ist als Mindeststandard vorhanden, ABS soll optional angeboten werden.

Montesa 4Ride

Mit nur 84kg fahrbereit ist die Montesa 4Ride ohne Zweifel das leichteste Motorrad in dieser Liste. Soviel zu den technischen Daten. Diese Daten verraten aber nicht, was für ein faszinierendes Fahrzeug die Montesa 4Ride ist. Als Trial mit Straßenzulassung wird der Trialsport auch für normale Menschen zugänglich, da man mit ihr auch kurze Strecken auf der Straße fahren kann. Durch ihr geringes Gewicht kann sie auch einfach auf jedem Wohnmobil oder einem kleinen Anhänger transportiert werden. Als Teil des Honda Konzerns gilt die Montesa als sehr zuverlässig, Ersatzteilkosten halten sich ebenfalls in Grenzen.

Führerschein für Leichtkrafträder

Um ein Motorrad mit einem Hubraum von höchstens 125 Kubikzentimetern (ccm) fahren zu dürfen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder du absolvierst ganz klassisch die Ausbildung zum Führerschein der A1-Klasse, oder du machst eine Erweiterung zum B-Führerschein.

Fahrerlaubnis für Krafträder der Klasse A1 vereinfacht

Autofahrer können für kleines Geld den vereinfachten Führerschein Klasse B196 für Leichtkrafträder machen. Um ein 125er-Bike mit dem Autoführerschein zu fahren, bedarf es nur einer Fahrerschulung. Die sonst vorgeschriebene Ausbildung samt Prüfungen muss für die Fahrerlaubnis der Klasse B196 nicht mehr durchlaufen werden. Voraussetzung ist lediglich, dass man älter als 25 Jahre ist und seit über fünf Jahren den Pkw-Führerschein Klasse B besitzt.

Moderne 125er-Motorräder, offiziell Leichtkrafträder genannt, dürfen maximal 125 cm³ Hubraum und 11 kW/15 PS haben, Elektro-Leichtkrafträder entsprechend eine Nenndauerleistung von 11 kW.

Neue 125er im Jahr 2025

Hier die Neuheiten, die die Hersteller im Jahr 2025 mit 125 cm³ Hubraum auf den Markt bringen: Es sind fünf Modelle, von der Aprilia 125 SX/RX bis zur KTM 125 Enduro R. Der weiterhin 11 kW/15 PS starke Einzylindermotor wurde für die Abgasnorm Euro 5+ fit gemacht.

Weitere Modelle und Neuheiten für 2025:

  • Aprilia 125 SX/RX: Supermoto und Enduro Varianten mit LED-Leuchten, Farbdisplay und optionalem USB-Anschluss.
  • Benelli BKX 125 und BKX 125 S: Leicht-Enduro und Supermoto mit 11 kW/15 PS und 12-Liter-Tank für 500 Kilometer Reichweite.
  • Honda Grom: Erhält Zubehörteile wie Handprotektoren, Windschild, Satteltaschen und neue Individualisierungsoptionen.
  • KTM 125 Enduro R: Einzylinder mit 11 kW/15 PS, 152 Kilogramm leicht und mit WP-Fahrwerk.

Top 5 der leichtesten Motorräder, die richtig leiwand fahren

Die 1000PS Crew fährt seit 15 Jahren sämtliche neuen Motorräder aller Kategorie und Leistungsklassen. Die Erfahrungen geben wir gerne in unseren Tests und Videos weiter. Um unseren Userinnen und Usern bei der Suche nach einem neuen Motorrad oder einen neuen Roller einen einfachen Überblick geben zu können, bieten wir seit 2017 die Top 5 Listen der 1000PS Crew an.

  • Platz 1: Montesa 4Ride
  • Platz 2: KTM 390 Duke
  • Platz 3: Husqvarna 701 Supermoto
  • Platz 4: Suzuki DR-Z 400 SM
  • Platz 5: Kawasaki KLX 250

Roller vs. Motorrad

Worin unterscheiden sich eigentlich Motorräder vom Roller, auch wenn beide über einen 125 ccm Motor verfügen? Hier sind die wesentlichsten Unterschiede zusammengefasst:

  • Schaltung vs. Automatik
  • Fahrverhalten
  • Stauraum
  • Optik

Elektro vs. Verbrenner

Wenn du auf der Suche nach einer umweltfreundlichen Alternative zu Verbrennern bist, aber nicht auf Fahrspaß verzichten willst, könnten diese drei Modelle genau das Richtige für dich: die Super Soco TCmax, die NIU RQi und die Kawasaki Ninja e-1.

Wenn du täglich nur 50-80 km pendelst, sind diese Modelle ideal. Längere Touren können allerdings herausfordernd werden, besonders wenn du auf eine begrenzte Ladeinfrastruktur triffst. Ein Pluspunkt: Aufgrund der kleinen Batterie kannst du alle genannten Elektromotorräder problemlos zuhause aufladen, ohne dass du in eine Wandladestation (Wallbox) investieren musst - eine Haushaltssteckdose genügt.

Tipps fürs Motorradfahren im Ausland

In den meisten europäischen Ländern sind abweichend von Deutschland ECE-geprüfte Motorradhelme verbindlich vorgeschrieben. Zudem sollten feste Schuhe, Handschuhe und zumindest stabile, abriebfeste Jacken und Hosen getragen werden, um sich bei einem leichten Sturz nicht den gesamten Urlaub zu "versauen".

In Frankreich besteht zum Beispiel die Pflicht, beim Motorradfahren Handschuhe zu tragen. Viele EU-Länder schreiben zudem das Mitführen von Warnwesten oder Verbandspäckchen vor.

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