Es ist durchaus möglich, einen Leistungsprüfstand für Mopeds selber zu bauen. Im Prinzip bräuchte man "nur" eine Last und dann einerseits einen Sensor und andererseits etwas, das die gewonnene Energie wieder "vernichtet". Mir würde nämlich eine Aussage "ist besser/schlechter geworden" reichen, das muss nicht in PS ausgedrückt sein.
Ideen und Diskussionen aus Foren
In verschiedenen Foren wurden unterschiedliche Ideen diskutiert, wie man einen solchen Prüfstand realisieren könnte:
- Mechanische Bremse: Eine (LKW-) Bremsscheibe an den Motor flanschen und den Bremssattel in ein Gestell mit Federwaage einbauen. So kann man den Motor bremsen und das Drehmoment messen.
- Wasserbremse: Eine in Wasser eintauchende Bremsscheibe könnte zur Energievernichtung dienen und wäre handlicher als ein E-Motor/Generator.
- Elektrische Bremse: Einen Elektromotor als Bremse nutzen, indem man anstelle der Einspeisung einen regelbaren Widerstand nimmt, um das Magnetfeld zu belasten.
- Generator: Einen alten Stromgenerator als Last dranhängen. Wenn der Generator fremderregt ist, muss man nur die Leistung irgendwohin abführen.
Es gibt auch die Möglichkeit, die Leistung während der Fahrt zu messen. Man muss nur das Gewicht kennen und die Drehzahl messen z.B. 100x in der Sekunde. Daraus kann man die Winkelbeschleunigung berechnen und aus dem Massenträgheitsmoment die Leistung errechnen.
Eine weitere Idee ist, eine LKW-Starrachse mit Differential zu verwenden. Einen Generator antreiben und Heißwasser erzeugen wäre auch eine Vorstellung gewesen.
Probleme und Herausforderungen
Beim Bau eines Leistungsprüfstandes gibt es einige Herausforderungen zu beachten:
- Stabilität des Rahmens: Er muss alle Kräfte sicher zusammenhalten, einschließlich der Gewichtskräfte und der Kräfte, die beim Beschleunigen des Fahrzeuges entstehen.
- Messgenauigkeit: Die Messung der Drehzahl und des Drehmoments muss genau erfolgen, um verlässliche Ergebnisse zu erhalten.
- Energievernichtung: Die beim Bremsen entstehende Energie muss abgeführt werden, um eine Überhitzung zu vermeiden.
- Sicherheit: Es ist wichtig, dass der Prüfstand sicher zu bedienen ist, um Unfälle zu vermeiden.
Ein Problem ist, dass die Rollendrehzahl usw. an die maximale Rollendrehzahl anzupassen ist; dem entsprechend ändert sich dann auch die Auflösung!
Alternative: Benzindruckmessgerät selber bauen
Da ich an meine Mopeds nur Wasser und mich selber lasse, wollte ich diesbezüglich ein Diagnoseinstrument haben. In Amiland gibt es sowas schon für unter 200 Dollar (immer noch zu teuer für ab und zu), in Deutschland habe ich aber nichts Erschwingliches gefunden.
Materialien
- Schnellverschlüsse von Chrysler/Force/Suzuki Bootsmotoren
- Manometer
- T-Stück
- Hochdruckschläuche
- Fitting, das die Verbindung zum Rohrgewinde herstellt
- Schlauchschellen
- Loctite Pipe Sealing
Anleitung
- Das Fitting links braucht einen dickeren Schlauch als das Fitting rechts. Das T-Stück kann beides.
- Eine Seite des T-Stücks kürzt man auf den dicken Querschnitt (muss man aber nicht zwingend) und schiebt das dicke Schlauchstück aus dem Set drauf.
- Mit einem langen Schlauch aus dem Set (Fittings abgeknipst) kann man den Druckprüfer komplettieren.
- Die Gewinde habe ich mit Loctite Pipe Sealing abgedichtet, das sonst für Ölablassschrauben zum Einsatz kommt.
Wichtig: Da sind >4 bar Druck auf dem Tester. Das ist der Druck, den man auch im heimischen Gartenschlauch hat! Entsprechend können bei Undichtheiten meterhohe Sprühfontänen entstehen. Leider mit hochentzündlichem Spritt statt mit Wasser! Also unbedingt ordentliche Schlauchschellen verwenden und auf dichte Schraubverbindungen achten!
Nach Einschalten der Zündung und vorsichtigem Betätigen des Kill-Schalters springt die Druckanzeige auf 53 psi. Nach dem Motorstart zappelt der Zeiger im Takt der Einspritzventile um einen Wert von 60 psi. Alles gut, weil der Sollwert laut Handbuch bei 55 bis 62 psi liegen soll!
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