Fahrradlenker wechseln: Eine ausführliche Anleitung

Bequemes Sitzen auf dem Fahrrad ist eines der wichtigsten Dinge beim Rennradfahren. Schmerzen beim Rennradfahren können durch viele Faktoren verursacht werden. Ein wichtiger Faktor ist die Einstellung deines Rennrads. Wenn dein Sattel zu hoch oder dein Lenker zu niedrig eingestellt ist, wirkt sich das auf deine Sitzposition aus, was mit der Zeit zu Muskelkater führen kann.

Es kann auch vorkommen, dass der Lenker deines Rennrads überhaupt nicht zu dir passt. In diesem Fall ist es ratsam, einen neuen Lenker zu wählen, der besser zu dir passt. Ein anderer Rennradlenker kann dir helfen, Beschwerden wie Nackenschmerzen, taube Hände oder Rückenschmerzen zu vermeiden. Auch der Austausch des Lenkers deines Rennrads ist eine Arbeit, die du leicht selbst erledigen kannst.

Werkzeuge und Materialien

Mit diesem Werkzeug kannst du den Lenkervorbau deines Rennrads austauschen:

  • Inbusschlüssel 3 mm, 4 mm und (oder) 5 mm
  • Drehmomentschlüssel
  • Ein neuer Lenkervorbau

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Lenkerwechsel

1. Vorbereitung

Zunächst einmal muss der alte Lenker mit sämtlichen Armaturen, wie Schalt- und Bremshebel, ausgebaut werden. Dies ist in der Regel mit wenig Werkzeug und ohne großes Fachwissen durchführbar.

2. Schrauben am Lenker lösen

An der Vorderseite des Vorbaus/Lenkers befinden sich 2 oder 4 Inbusschrauben. Diese kannst du mit einem 4 oder 5 mm Inbusschlüssel ganz herausdrehen.

3. Topcap-Schraube lösen

Oben auf dem Vorbau befindet sich die Topcap des Steuersatzes.

4. Den neuen Vorbau montieren

Um eine ausreichende Klemmkraft auf die Topcap zu bekommen und ein eventuelles Spiel ausgleichen zu können, ist es wichtig, die obere Vorbauklemmung ca. 3 - 5 mm überstehen zu lassen. Ist alles in der richtigen Höhe, kann der Vorbau montiert werden.

5. Topcap-Schraube wieder eindrehen

Platziere die Topcap mit Schraube wieder auf dem Steuerrohr. Schraube leicht, aber noch nicht fest anziehen.

6. Lenker wieder einsetzen

Stecke den Lenker wieder in den Vorbau und befestige die Kappe mit den 2 bzw. 4 Schrauben und ziehe sie an, bis sich der Lenker gerade noch verstellen oder drehen lässt.

7. Schraube der Topcap fest anziehen

Zuerst ziehst du die Schraube der Topcap an, bis kein Spiel mehr vorhanden ist und du den Lenker noch leicht drehen kannst. Du brauchst etwas Fingerspitzengefühl, um das richtige Drehmoment zu finden. Um es zu ermitteln, kannst du auch die Vorderradbremse betätigen und den Lenker hin und her bewegen, dann den Lenker um eine Vierteldrehung drehen und das Steuerrohr hin und her bewegen. Wenn du noch Spiel spürst, obwohl sich der Lenker leichtgängig drehen lässt, ziehe die Topcap-Schraube etwas fester an.

8. Ausrichtung prüfen

Überprüfe als nächstes, ob der Lenkervorbau und der Lenker gerade nach vorne zeigen. Kontrolliere dazu die Position beider zum Vorderrad.

9. Den Vorbau fest anziehen

Zieh den Vorbau auf beiden Seiten vorsichtig fest.

Werkzeug, das man zu Hause haben sollte

Die meisten Einstellarbeiten an Rennrad-Lenker und Sattel kann jeder selbst erledigen, das nötige Werkzeugarsenal ist überschaubar. Ein Überblick, was Sie dafür im Haus haben sollten.

  • Innensechskante oder Torx-Schlüssel, je nach Modell.
  • Ein kleiner Drehmomentschlüssel (bis ca. 10 Nm) ist deshalb Pflicht.
  • Montagepaste (auch Carbonpaste genannt) erhöht mit kleinen Partikeln die Reibung zwischen den Teilen und schützt nebenbei vor Korrosion.
  • Fett gehört an alle Schraubengewinde; Alu-Sattelstützen schützt es außerdem davor, in Metallrahmen festzubacken.
  • Wasserwaage als Hilfsmittel für die Position von Sattel und Lenker; für manche Arbeiten ist auch ein Maßband sinnvoll.

Die wichtigsten Drehmomente

Für die meisten Verbindungen ist ein maximales Drehmoment vorgeschrieben, das man nicht überschreiten sollte.

Komponente Drehmoment (Nm)
Schaltgriffe 5-6
Lenkerklemmung 4-6
Vorbaukappe 1-2
Vorbauklemmung 4-6
Sattelstütze 3-5 (variiert stark je nach Klemmprinzip)
Sattel 5-7 (bei zwei Schrauben)

Allgemeine Profi-Tipps

  • Entwickeln Sie mithilfe des Drehmomentschlüssels ein Gefühl dafür, wie fest die einzelnen Schrauben angezogen werden müssen.
  • Verwenden Sie keine korrodierten oder beschädigten Schrauben. Fetten Sie alle Schraubengewinde, auch unter dem Schraubenkopf.
  • Manche Schrauben sind ab Werk mit Schraubensicherung versehen - dann wird das Gewinde nicht gefettet. Tragen Sie nur unter dem Schraubenkopf etwas auf.
  • Sicherheitsrelevante Klemmungen (Lenker, Schaltgriffe, Gabelschaft) und Carbonteile immer fettfrei halten! Im Zweifel Montagepaste verwenden.
  • Klemmverbindungen setzen sich nach einiger Zeit, die Spannkraft der Schrauben lässt nach. Kontrollieren Sie deshalb nach rund 200 bis 300 Kilometern das Drehmoment sowie den festen Sitz der Teile.

Wichtige Hinweise und Sicherheitstipps

Einen Fahrradlenker selbst an seinem Bike zu montieren gelingt oftmals den meisten Bikern. Doch auch wenn der Lenker „dran“ ist und „hält“, kann es sein, dass bei der Montage Fehler aufgetreten sind, die sich erst später bemerkbar machen. Ein häufiger Fehler kann bei den Befestigungsschrauben liegen. Tendenziell werden diese zu fest angezogen, zumindest wenn kein Drehmomentschlüssel verwendet wird. Hierzu gibt es spezielle Herstellervorgaben in der Gebrauchsanweisung, die unbedingt beachtet werden sollten. Anderenfalls kann eine zu fest angezogene Schraube Einschnürungen im empfindlichen Aluminium verursachen. Diese können mit der Zeit zu einem unvorhergesehenen Lenkerbruch und somit zu schweren Unfällen führen.

Zudem sollten verschiedene Materialien nicht miteinander kombiniert werden. Ein Alu-Lenker gehört nicht an einen Vorbau aus Stahl. Beide Materialien unterscheiden sich unter anderem in ihrem Ausdehnungsverhältnis bei Wärme, und zwar in einem nicht unerheblichen Maß von 1:2.

Generell ist aber das „Haltbarkeitsdatum“ eines Fahrradlenkers aus Aluminium zu beachten. Diese Regel ist den wenigsten Bikern bekannt: ein Austausch des Lenkers sollte, auch gemäß den meisten Herstellerangaben zufolge, spätestens nach fünf Jahren, oft auch schon nach zwei Jahren erfolgen, egal ob eine Beschädigung vorhanden ist oder nicht. Das Risiko eines Unfalls durch Lenkerbruch steigt nach einer gewissen Zeit durch Materialermüdung enorm.

Lenkerband wickeln

Ein Lenkerband zu wickeln ist nicht schwer, man sollte nur ein paar Dinge beachten. Hier zeigen wir Dir die klassische Variante. Mit etwas Bremsenreiniger wird der Lenker fettfrei. Bei der ersten Wicklung sollte das Lenkerband zur Hälfte überstehen. Achte dabei auf die Klebefläche.

Benötigtes Werkzeug

Um Dein Lenkerband zu wechseln, brauchst Du neben etwas Geschick, und einem neuen Band natürlich, nicht wirklich viel. Eigentlich nur eine Schere zum Zurechtschneiden des Lenkerbands und etwas Isolierband, um den Abschluss schön zu kleben. Die Plastik-Reifenheber kannst Du nutzen, um die Lenkerstopfen und die alten hartnäckigeren Klebereste zu entfernen. Der Vorteil beim Arbeiten mit den Plastik-Reifenhebern ist, dass Du Dir Deinen Lenker nicht zerkratzt.

Entfernen des alten Lenkerbands

Zum Entfernen des alten Lenkerbandes musst Du zuerst die Griffgummis so zurückklappen, dass Du vernünftig am Lenker arbeiten kannst. Entferne auch die Lenkerstopfen.

Ist das alte Lenkerband entfernt, prüfe noch die Führung der Schalt-und Bremszüge. Ist die Führung beschädigt, solltest Du diese mit Isolierband erneuern. Beim Fixieren der Züge solltest Du darauf achten, dass sie Dich beim Umgreifen des Lenkers nicht stören.

Damit das neue Lenkerband auch richtig hält, sollte der Lenker frei von Fett und Kleberesten sein. Hartnäckige Kleberreste kannst Du gut mit einem Plastik-Reifenheber vorsichtig wegkratzen. Um den Lenker von Fett zu befreien, nimmst Du Dir am besten ein Tuch und wischst den Lenker gründlich mit Bremsenreiniger ab.

Wickeln des neuen Lenkerbands

Bevor Du anfängst zu wickeln, musst Du zuerst die Schutzfolie der Klebefläche am Lenkerband entfernen. Ziehe aber nicht die komplette Schutzfolie auf einmal ab, immer nur so viel, wie Du für die nächsten 3-4 Wicklungen brauchst. Also ca. 20-30 cm.

Nun kannst Du das Lenkerband zu den ersten Wicklungen ansetzen. Dazu zeigt die Schnittkante des Bandes in Richtung Vorderrad. Das Lenkerband muss bei der ersten Wicklung ungefähr zur Hälfte überstehen. Die Klebefläche des Lenkerbands sollte nur halb vom Lenker bedeckt sein.

Das Wichtige beim Lenkerbandwickeln ist, dass das Band immer unter Spannung steht. Es sollte sich aber nicht dehnen. Um ein ordentliches Ergebnis zu erzielen, musst Du darauf achten, dass die Überlappung des Lenkerbandes und der Winkel der Wicklungen immer gleich bleiben. Das Lenkerband sollte sich bei jeder Wicklung halb überlappen.

Um das Lenkerband schon mal zu fixieren und den Sitz des Stopfens zu Überprüfen ist es ratsam, nach den ersten Wicklungen den Lenkerbandanfang mit den Lenkerstopfen bereits abzuschließen. Noch vielleicht notwendige Korrekturen sind in diesem Stadium wesentlich einfacher zu realisieren.

Im nächsten Schritt muss das Lenkerband um den Griff gewickelt werden. Das ist ein bisschen kniffeliger. Dazu musst Du zuerst das kleine Stück extra Lenkerband nehmen und zurechtschneiden.

Danach geht es weiter wie vorher. Jetzt kannst Du ganz normal weiter wickeln. Wie weit Du bis zur Lenkermitte wickeln willst, ist Deine Entscheidung. Je nach Lenkerband wirst Du auch häufig durch die Länge begrenzt.

Damit man die letzte Wicklung schön sauber abschließen kann, muss man sich das Ende des Lenkerbands ein wenig zurechtschneiden. Dafür lässt Du Dir am besten ca. 15 cm des Lenkerbandes übrig.

Im nächsten Schritt musst Du das Lenkerband mit etwas Isolierband fixieren. Das kannst Du Dir schon mal zurechtlegen.

Das zurechtgeschnittene Stück Lenkerband kann jetzt stramm um den Lenker gewickelt werden.

Um die Wicklung sauber abzuschließen, fixierst Du das Lenkerband am besten vorm Anbringen des Abschlussbandes mit Isolierband.

Hast Du den Startpunkt ermittelt, kannst Du das Abschlussband endgültig wickeln. Abschlussband drum, fertig.

Mit dem Aufkleben des Abschlussbandes bist Du fertig. Aber leider erst mit der ersten Seite. Also noch viel Spaß beim Auf- und Abdrehen.

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