Der Lenker am Rennrad muss mit einem guten Lenkerband umwickelt werden, um bei Touren und Rennen angemessen Komfort und Sicherheit zu bieten. Lenkerband gibt dem Fahrer einen festen Halt, egal ob man mit Fahrradhandschuhen oder ohne unterwegs ist. Gerade ohne Handschuhe sorgt das Lenkerband am Rennrad auch dafür, dass überschüssiger Schweiß direkt aufgesaugt wird. Lenkerband gibt es in vielen verschiedenen Farben und Varianten.
Warum ein gutes Lenkerband wichtig ist
Ein gutes Lenkerband kann den Unterschied zwischen einer komfortablen Langstreckenfahrt und tauben Händen nach wenigen Kilometern ausmachen. Jede Fahrt beginnt mit dem Kontakt zum Lenker - und genau hier entscheidet sich, wie komfortabel und kontrolliert du unterwegs bist. Ein hochwertiges Lenkerband reduziert Vibrationen, verbessert den Grip und kann sogar Ermüdungserscheinungen in den Händen und Handgelenken vorbeugen.
Materialien und Eigenschaften von Lenkerbändern
Frühere Lenkerbänder bestanden überwiegend aus Leder, Stoff oder Schaumstoff mit hohem Korkanteil. Heute bestehen Lenkerbänder überwiegend aus verschiedenen Arten von synthetischen Kunststoffen und sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Begriffe wie EVA, PU, Silikon, Gel und Mikrofaser fallen. Oft werden auch unterschiedliche Arten aufwendig kombiniert, um bestimmte Produkteigenschaften gezielt einzusetzen. So bieten etwa BBB, Brooks, Cadex, Fizik, FSA, Odi, Pro, Prologo, Selle Italia, Spank oder Wittkop bis zu drei aufwendig miteinander verbundene Lagen. Ein möglicher Lagenaufbau kann wie folgt aussehen:
- Die Oberfläche besteht aus griffiger, haltbarer Mikrofaser, während eine Schaumstofflage in der Mitte die Dämpfung übernimmt.
- Eine Basislage aus Gel sorgt für gute Druckverteilung und eine mehrfache Wicklungsfähigkeit.
Die Oberflächen sind heute so gestaltet, dass sie sich auch ohne Handschuhe angenehm greifen lassen und auch keine Abdrücke in der Hand hinterlassen. Manche Hersteller setzen auf eine leichte Struktur, da diese gerade bei schlechtem Wetter mehr Griffigkeit bringt.
Auswahl des richtigen Lenkerbands
Je nachdem, ob man mit oder ohne Handschuhe fährt, sollte man auch das Lenkerband darauf anpassen, denn viele Handschuhe haben schon Polster integriert. Dann bietet es sich an, auf eher dünnes bis mittelfestes Lenkerband zu setzen. Wer aber aus Komfort-, Style- oder Bräunungsgründen auf Handschuhe verzichtet, ist gut beraten eher dickeres Lenkerband zu nutzen. Und auch die Handgröße spielt eine Rolle, weil große Hände mehr Volumen umgreifen können. Die Auswahl auf dem Markt reicht in der Regel von 1 bis zu 5 Millimetern. Und während Stärken von 1 bis 2,5 Millimetern heutzutage eher von Rennfahrern und Leichtbaufans genutzt werden, spielen gerade Dicken ab 2,5 Millimetern für Hobby- und Tourenfahrer die wichtigste Rolle.
Wer auf Komfort und beste Druckverteilung steht, sollte zu dickeren Modellen greifen. Hier werden Vibrationen und Schläge deutlich besser absorbiert. Etwas dichtere und straffere Materialien sind vorteilhaft, weil sie sich durch das aufliegende Körpergewicht nicht so schnell durchdrücken. Ein probates Mittel für gute Druckverteilung und Stoßabsorption sind Polster. Integrierte Gelpolster sind meist dünn verarbeitet, langlebig und drücken sich nicht so schnell durch wie Schaumstoffpolster (BBB, Fizik, FSA, Pro, Prologo, Wittkop). Externe Polster haben mehrere Vorteile: Sie bieten meist eine größere Auflagefläche und sind nur dort zu finden, wo man sie auch wirklich braucht: Auf der Lenkeroberseite. Allerdings ist ihre Montage aufwendiger, da sie vor dem Wickeln fixiert werden müssen, damit sie später nicht verrutschen. Und sie können wiederverwendet werden, sind somit nachhaltiger.
Haftung und Fixierung
Damit Lenkerbänder auf lange Sicht perfekt am Lenker halten, müssen sie beim Wickeln auf dem Untergrund haften und an beiden Enden fixiert werden. Als Haftgrund setzen 17 Hersteller auf klassisches Klebeband. Dieses hält günstig, leicht und sicher, ist aber meist nur schwer zu entfernen. Eine Gellage bietet auch hohe Haftkraft, kann aber mehrfach ab- und aufgewickelt werden, was gerade bei der Montage ein echter Vorteil ist. Zudem können solche Modelle auch wiederverwendet werden, was nachhaltiger ist (BBB, Fizik, FSA, Pro, Prologo, Ritchey, Selle Italia, Spank, Syncros, Voxom, Wittkop, Wolf Tooth). Grepp setzt auf unempfindliche, eingewebte Gummifäden.
Am Lenkerende gibt es zwei Varianten. Der Klassiker ist günstig, leicht und wird einfach ins Ende eingedrückt. Allerdings kann sich dieser auf Dauer lockern und verloren gehen. Edler, schwerer und teurer sind geschraubte Endstopfen, wie sie bei Cadex, Ergotec, Jagwire, Lizard Skins, NG, Redshift, Silca, Spank, Supacaz, Wittkop zum Einsatz kommen.
Wickeltechnik und Pflege
Je flexibler ein Lenkerband ausfällt, umso besser lässt es sich in der Regel auch gerade im Bereich der Schalt-Bremshebel-Einheit verarbeiten. Die ideale Breite beträgt seit Jahrzehnten 30 Millimeter. Je nach Länge des Bandes kann mehr oder weniger überlappend gearbeitet werden, wodurch man die Dicke und Oberflächenstruktur anpassen kann. Über den Zug kann beim Wickeln auch die Länge sowie das Dämpfungsverhalten beeinflusst werden. Je stärker man zieht, desto strenger sitzt das Lenkerband, was mit einer dünneren Ausführung sowie strafferen Polsterung einhergeht. Und wer beim Wickeln stärker überlappt, bekommt mehr Volumen und damit bessere Komfortwerte.
Schweiß oder Rückstände vom Straßendreck oder des Handschuhs lassen gerade helle Farben schnell alt aussehen. Daher sollten Lenkerbänder ab und an mit milder Seife gereinigt werden. Wer mit Radreiniger arbeitet, sollte diesen nicht zu lange einwirken lassen und gut mit Wasser abspülen. Manche Lenkerbänder saugen sich dabei stärker als andere mit Wasser voll. Dieses kann anschließend über Händedruck in einen Lappen eingearbeitet werden.
Austausch und Farbwahl
Ein Lenkerband ist ein Verschleißteil. Der Druck durch den Oberkörper lässt die Materialien ermüden, wodurch die Stoßdämpfung nachlässt. Oder das Lenkerband längt sich und wickelt sich teils auf. Aber auch UV-Strahlung, Schweiß oder Stürze machen dem Lenkerband zu schaffen. Über die Farbe bekommt jedes Rad schnell und einfach ein neues Gesicht. Zudem ist diese Art von Farbtuning recht günstig, weil die Kosten für ein Lenkerband im Vergleich zu anderen Anbauteilen nicht hoch sind. Gedeckte Farbtöne sind dezent und zeitlos, während schrille Farben die rassigen Linien moderner Carbonflitzer nochmals unterstreichen können. Aber auch das Zusammenspiel der Farben bei Schriftzügen und Satteln kommt gut!
Testberichte und Empfehlungen
Ich habe über die Jahre unzählige Lenkerbänder getestet - von billigen No-Name-Produkten bis hin zu High-End-Bändern, die fast so viel kosten wie ein guter Reifen. Ein Highlight war definitiv das Ergon BT Gravel - das weichste und komfortabelste Tape, das ich je gefahren bin. Auf langen Gravel-Touren war es eine Wohltat für die Hände.
Einige getestete Lenkerbänder im Überblick:
- Fizik Vento Solocush Tacky: Vielseitiges Band, das Komfort, Grip und Langlebigkeit vereint.
- Ergon BT Gravel: Bietet unschlagbare Stoßdämpfung, hervorragenden Grip und eine angenehme Haptik.
- Silca Nastro Piloti: Leichtes, minimalistisches und griffiges Lenkerband für Rennradfahrer.
- Arundel Rubber Gecko: Top Wahl für Fahrer, die Wert auf extrem guten Grip legen - besonders bei Nässe.
- Lizard Skins DSP: Überzeugt durch hervorragenden Grip, widerstandsfähige Materialien und ein angenehmes Griffgefühl.
- Supacaz Super Sticky Kush: Eines der besten Lenkerbänder für Komfortliebhaber und Vielfahrer mit hoher Griffigkeit und exzellenter Dämpfung.
Weitere getestete Lenkerbänder
Im Folgenden werden einige weitere Lenkerbänder aus einem Test von TOUR (04/2020) vorgestellt:
| Lenkerband | Preis | Bewertung (Gesamtnote) | Fazit |
|---|---|---|---|
| Bike Ribbon Grip Evo | 14 Euro | 3,4 | Die Schutzfolie reißt dauernd. Das Band ist zwar leicht, aber sehr starr, daher viel zu kurz und wellt sich. |
| Bike Ribbon Maze | 29 Euro | 2,2 | Das Maze lässt sich gut wickeln. Sein Klebeband klebt auch ein zweites Mal. |
| Btwin Comfort Gel | 8 Euro | 2,8 | Lässt sich gut wickeln, reißt bei zu viel Zug jedoch schnell, bietet gute Dämpfung, jedoch nur befriedigenden Grip. |
| Btwin Light Tape Handlebars | 12 Euro | 3,0 | Flexibles Band, das sich leicht wickeln lässt. Die Oberfläche glänzt auffällig und bietet wenig Grip. |
| Cinelli Cork Ribbon | 16 Euro | 3,0 | Ausreichend lang, ordentlich verarbeitet, jedoch wenig flexibel und wenig Grip bei Nässe. |
| Cinelli 3D Ribbon | 37 Euro | 2,9 | Zu kurz, da kaum dehnbar; sehr steif, lässt sich lediglich mit viel Geschick wickeln; viel Grip, wenig Dämpfung. |
| Fizik Tempo | 20 Euro | 2,3 | Das lange Band passt für jeden Lenker, erfordert beim Wickeln aber Übung, weil es etwas steif ist. |
| Fizik Vento | 38 Euro | 1,8 | Das lange, dünne Band lässt sich auch von Unerfahrenen leicht wickeln. Es bietet viel Grip, dämpft jedoch kaum. |
Diese Tabelle zeigt, dass es eine große Bandbreite an Lenkerbändern gibt, die sich in Preis, Eigenschaften und Leistung unterscheiden. Die Wahl des richtigen Lenkerbands hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben des Fahrers ab.
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