Fahrrad Licht Vorne Arten: Ein umfassender Überblick

Wer in Deutschland mit dem Fahrrad am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen möchte, muss dieses unter anderem mit einem Vorder- und einem Rücklicht ausstatten. Diese müssen jedoch vom Gesetzgeber zugelassen sein. Ob dies der Fall ist, erkennt man an einer Wellenlinie, gefolgt von dem Großbuchstaben K und einer Nummer. Sämtliche Fahrradlichter, die Sie in unserem Online-Shop kaufen können, sind selbstverständlich gesetzeskonform.

Welche Beleuchtungsarten gibt es?

Unterscheidet man die Fahrradbeleuchtungen anhand ihrer Energieversorgung, gibt es 3 Arten:

Akku

Diese Fahrradleuchten sind kompakt und können mit wenigen Handgriffen am Fahrrad montiert oder demontiert werden. Dadurch können sie auch abseits des Fahrrads als Taschenlampe verwendet werden. Jedoch sollte man sie immer abnehmen, wenn man sein Fahrrad abstellt, um zu verhindern, dass sie gestohlen werden. Sie sind wiederaufladbar, wodurch Müll vermieden wird. Ist der Akku jedoch entladen, dauert es ein bisschen, bis er wieder voll aufgeladen und einsatzbereit ist. Bei elektronischen Fahrrädern, sogenannten E-Bikes, ist die Beleuchtung in der Regel an den Akku angeschlossen, der auch den Antrieb mit Strom versorgt.

Batterie

Sie sind ebenso wie Akku-Lampen handlich und leicht zu montieren. Der einzige Unterschied ist, dass die Batterie schnell gewechselt werden kann und das Licht anschließend sofort wieder einsatzbereit ist. Jedoch ist diese Variante nicht umweltfreundlich.

Dynamo

Um die Lampen zu betreiben, wandelt der fest montierte Dynamo die Bewegungsenergie des Fahrrads in elektrischen Strom um, somit wird keine zusätzliche Energiequelle benötigt. Das ist die umweltfreundlichste und, da die Bauteile fest montiert sind, auch eine diebstahlsichere Variante. Jedoch sind die Bauteile im Vergleich zu den anderen Varianten etwas schwerer und können nicht mit wenigen Handgriffen montiert oder demontiert werden.

Unterscheidet man nach Leuchtmitteln, gibt es 2 verschiedenen Ausführungen:

LED

Eine Leuchtdiode kann sehr energiesparend betrieben werden und ist somit äußerst effizient. Zudem besitzt sie eine lange Lebensdauer, deshalb sind LED-Beleuchtungen inzwischen der Standard.

Halogen

Vereinzelt findet man noch Fahrrad-Lichter mit einer Halogenbirne. Der Vorteil dieser Bauart ist, dass die Birne in der Regel einzeln gewechselt werden kann. Jedoch sind sie nicht so effizient und langlebig wie LED-Scheinwerfer, daher liegt die Vermutung nahe, dass sie in absehbarer Zeit komplett verschwinden werden.

Naben- und Seitendynamo

Nabendynamo

Dieser Dynamotyp ist fest in der Nabe des Vorderrads verbaut. Im Vergleich zu Seitendynamos sind diese etwas schwerer, jedoch werden sie von schlechten Witterungsbedingungen nicht beeinflusst und erzeugen nahezu widerstandslos Energie. Das funktioniert genauso wie bei einem Wechselstromgenerator. Die mechanische Drehbewegung wird genutzt, um ein Magnetfeld zu erzeugen, das die Energie in elektrischen Strom umwandelt.

Seitendynamo

Ein Seiten-Dynamo kann auch als Felgendynamo bezeichnet werden. Wie sich von dem Namen bereits ableiten lässt, werden sie seitlich am Fahrrad montiert. Der Name Felgendynamo ist jedoch irreführend, da diese eben nicht auf die Felge drücken, um Energie zu erzeugen, sondern auf den Reifen. Hierzu dient eine Mechanik, die mit einem Hebel oder einem Knopf bedient werden kann. Um die Beleuchtung einzuschalten, klappt man den Dynamo auf den Reifen. Durch die Reibung dreht sich ein Rädchen, das die Bewegungsenergie in elektrischen Strom umwandelt. Dieser wird nun verwendet, um die Fahrbahn zu erleuchten. Im Vergleich zu einem Nabendynamo sind sie sehr leicht, jedoch erhöht die zusätzliche Reibung auch den Widerstand und wenn der Reifen nass ist, wird die Energieausbeute verringert.

Was ist die StVZO?

Diese Abkürzung steht für Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Sie regelt, womit ein Gefährt ausgestattet sein muss, wenn man es in Deutschland auf öffentlichen Straßen bewegen möchte.

Welche Sicherheitseinrichtungen sind für ein Fahrrad gesetzlich vorgeschrieben?

  • Zwei voneinander unabhängige Bremsen
  • Eine Klingel
  • Gesetzlich zugelassene weiße Beleuchtung in Fahrtrichtung
  • Gesetzlich zugelassene rote Beleuchtung nach hinten
  • Ein weißer Reflektor in Fahrtrichtung und ein roter nach hinten
  • An beiden Pedalen jeweils ein oranger Reflektor in Fahrtrichtung und einer nach hinten
  • Min. 2 orange Reflektoren pro Laufrad

Zusätzliche Hinweise

  • Sowohl das Vorder- als auch das Rücklicht müssen mit einer konstanten Helligkeit leuchten. Blinkende Beleuchtung ist nicht gestattet. Ob das Licht mit Batterien, einem Dynamo oder Akku betrieben wird, ist nicht relevant.
  • Einige Front- und Rücklichter vereinen die Funktion von Beleuchtung und Reflektor
  • Ersatzweise können auch weiße Speichenreflektoren an jeder Speiche oder Reifen, die mit einem weißen Reflexstreifen ausgestattet sind, verwendet werden.

Für den Fahrer gelten keine gesetzlichen Vorschriften. Daher ist es erlaubt, zusätzlich eine Leuchte am Helm oder am Rucksack zu befestigen. Jedoch gelten diese nicht als Ersatz für das Licht, welches am Fahrrad vorhanden sein muss.

IP-Schutzklassen

Die Abkürzung IP steht für „International Protection“, wird aber auch oftmals als „Ingress Protection“ ausgeschrieben. Mithilfe der IP-Kennzahlen lässt sich die Staub- und Wasserdichtigkeit von Taschen, Schutzhüllen, Kleidung, Gehäusen und vielen weiteren Gegenständen klassifizieren. Sie sind genormt, um dem Kunden den Vergleich zu erleichtern. Die erste Kennzahl gibt an, wie gut der Inhalt gegen Staub geschützt ist, und die zweite, wie gut er gegen das Eindringen von Wasser geschützt ist - Bsp: IP67.

In der folgenden Tabelle finden Sie die Definitionen zu den Kennzahlen.

Kennzahl I Definition Kennzahl II Definition
1 Schutz vor Fremdkörpern > 50 mm 1 Schutz vor senkrecht fallenden Tropfen
2 Schutz vor Fremdkörpern > 12,5 mm 2 Schutz vor leicht schräg fallenden Tropfen
3 Schutz vor Fremdkörpern > 2,5 mm 3 Schutz vor Regen und Sprühwasser
4 Schutz vor Fremdkörpern > 1 mm 4 Schutz vor Spritzwasser aus allen Richtungen
4K Schutz vor Spritzwasser mit erhöhtem Druck aus allen Richtungen 5 / 5K Schutz gegen vor Staub in schädlichen Mengen
5 / 5K Schutz gegen vor Staub in schädlichen Mengen 5 Schutz vor Strahlwasser aus allen Richtungen
6 / 6K Komplette Staubdichtigkeit 6 Schutz vor Strahlwasser aus allen Richtungen
6 / 6KK Komplette Staubdichtigkeit 6K Schutz vor Strahlwasser mit erhöhtem Druck aus allen Richtungen
6K Schutz vor Strahlwasser mit erhöhtem Druck aus allen Richtungen 6K Schutz vor Strahlwasser mit hohem Druck aus allen Richtungen
7 7 Wasserdicht bis zu einer Tiefe von 1 m für bis zu 30 min.
8 8 Wasserdicht beim Untertauchen für unbestimmte Zeit
X Keine Angabe zum Staubschutz (Bsp.: IPX6) Zu 8 Keine exakte Definition!

Warum ist eine Fahrradbeleuchtung wichtig?

Da sich der Mensch im Gegensatz zu Fledermäusen und Co. eher schwertut, im Dunkeln die Orientierung zu behalten, liegt der Nutzen einer Fahrradbeleuchtung quasi auf der Hand. Zum einen sieht man als Radfahrer ohne Licht keine Hindernisse und zum anderen bleibt man ohne Beleuchtung auch für andere Verkehrsteilnehmer quasi unsichtbar. Wer nachts auf einer Landstraße einmal Radfahrer ohne Beleuchtung gesehen hat, weiß wovon die Rede ist. Daher sollte eine Fahrrad Vorderlampe und ein Fahrrad Rücklicht standard sein. Diese gibt es oft als Beleuchtungssets zu kaufen. Durch eine Änderung der StVZO Anfang Juni 2017 ist der Rahmen zulässiger Leuchten mittlerweile sehr groß, so dass jedes Fahrrad einfach ausgestattet werden kann. Ausreden gibt es daher keine mehr.

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