Lidl-Trek Rennrad Test: Eine umfassende Analyse

Das Trek Madone Gen 8 soll das ultimative Race-Bike sein: leicht wie ein Émonda und schnell wie ein Madone. Dieser Artikel fasst alle Informationen, Preise und einen ersten Fahreindruck zusammen.

Die Entwicklung des Lidl-Trek Teams

Lidl-Trek ist ein US-amerikanisches Radsportteam, das seit 2011 in der höchsten Kategorie des Straßenradsports antritt. Ursprünglich als luxemburgisches Projekt gestartet, durchlief das Team mehrere Namenswechsel und Fusionen. Heute zählt es mit Fahrern wie Mads Pedersen und Tao Geoghegan Hart zu den stärksten Mannschaften der UCI WorldTour.

Gegründet wurde die Mannschaft 2011 unter dem Namen Leopard Trek mit luxemburgischer Lizenz. Damals galt das Team um die Schleck-Brüder und Fabian Cancellara als stärkste Straßenradsport-Mannschaft der Welt. Seit 2023 tritt die Mannschaft unter dem Namen Lidl-Trek an, nachdem der internationale Lebensmitteleinzelhändler Lidl als neuer Hauptsponsor gewonnen werden konnte.

In den Anfangsjahren setzte das Team vor allem auf die luxemburgischen Brüder Andy und Fränk Schleck sowie den Schweizer Fabian Cancellara als Kapitäne. In den folgenden Jahren konnten Fahrer wie Bauke Mollema, Jasper Stuyven und Mads Pedersen wichtige Siege für die Mannschaft einfahren. In der Saison 2023 belegte Lidl-Trek den fünften Platz in der UCI-Teamwertung.

Das neue Trek Madone Gen 8

Mit dem Versprechen präsentiert Trek sein Madone der 8. Generation. Unter dem bekannten Namen führt Trek seine Leichtbau- und Aero-Linien Émonda und Madone zusammen. Ziel dieser Hochtzeit: das ultimative Race-Bike für Sprints, Bergetappen und Frühjahrsklassiker gleichermaßen. Als Familiennamen trägt das neue Modell künftig den Namen Madone, die Emonda-Serie entfällt.

Die Profis der Frauen- und Männerteams von Lidl-Trek gehen mit dem Trek Madone Gen 8 auf Erfolgsjagd. In die Entwicklung waren die Profis vom Team Lidl-Trek involviert - sowohl die Männer als auch die Frauen. Denn ihr Wunsch war es, sich nicht vor den Etappen für ein Rad entscheiden zu müssen, sondern auf jedem Terrain mit demselben und zugleich optimalen Setup anzutreten.

Leicht und aerodynamisch

Dazu hat das Gen 8 satte 320 Gramm abgespeckt und kommt nun in mittlerer Größe an das UCI-Limit von 6,8 kg heran - so wie zuvor auch das Kletterrad Emonda. Gleichzeitig spart der neue Racer gegenüber dem Emonda jedoch 77 Sekunden pro Stunde ein, bei einer Leistung von 200 Watt - ein Tempo, das auch von vielen Hobbysportlern erbracht werden kann.

Damit liegt das Gen 8 auf dem Aero-Niveau des Vorgänger-Madones, obwohl die flächigen Rahmenformen weitestgehend der Vergangenheit angehören. Das liegt am überarbeiteten Rohrprofil und Carbon der Serie OCLV 900, die 20 Prozent fester sein soll und deshalb weniger Material benötigt.

Weitere Features

Mit dem neuen Trek Madone bieten die USA-Amerikaner zudem spezielle Trinkflaschen an, die dank ihrer kantigen Form zum Aerogewinn mit 3 Watt beitragen sollen. In die dazugehörigen Halter passen jedoch auch runde Flaschen, sodass auch die Profis im Rennen nicht auf die Aero-Bottles angewiesen sind und auch klassische Flaschen vom neutralen Service oder anderen Teams annehmen können.

Die Sitzposition fällt nun etwas kürzer aus, das neu entworfene Aero-Cockpit gibt’s aber in vielen Abmessungen - für alle, die gerne "länger" sitzen. Der Lenker selbst "biegt" um einige Millimeter nach hinten, weshalb die Position an den Hoods etwas kürzer ausfällt, als es die Vorbaulänge vermuten lässt.

Die aktualisierte IsoFlow-Technologie mit markanter Aussparung am Sitzknoten soll vertikal 80 % nachgiebiger sein als beim Vorgänger - für noch mehr Komfort als bisher. Für manche optisch immer noch gewöhnungsbedürftig, soll das System den Heckkomfort verbessern, ohne dabei die Kraftübertragung zu hemmen.

Bis zu 33 mm breite Reifen passen durch den Rahmen des Trek Madone Gen 8, ab Werk sind 28er-Reifen montiert. Komplettiert wird das Gen 8 mit elektronischen Gruppen von Shimano und Sram, auch eine mechanische 105-Version ist erhältlich. Kompletträder kosten ab 3.499 Euro, für die Topversion sind 16.399 Euro fällig. Das Rahmenset ist für Individualaufbauten ab 2.999 Euro zu haben.

Fahreindruck

ROADBIKE konnte das Trek Madone Gen 8 beim Launch in Spanien bereits fahren. Auffällig: die direkte Kraftübertragung bei hohen Wattleistungen am Berg oder Sprint bei zugleich angenehmem Heckkomfort auf schlechten Straßen. Der sehr agile Charakter liegt auch an der etwas kürzeren Geometrie gegenüber dem Vorgänger.

Trek Madone SLR 9 AXS im Test

Die achte Generation des Madone SLR nimmt den Platz des Race-Allrounders ein, der den Leichtbau des nicht mehr erhältlichen Émonda SLR mit der aerodynamischen Qualität des Vorgängers kombinieren will. Mit dem als “Isoflow” bezeichneten Knotenpunkt zwischen Ober- und Sitzrohr besitzt es zudem ein markantes Alleinstellungsmerkmal.

Nach dem Test des günstigeren SL 7 waren wir umso mehr auf das exklusive SLR 9 gespannt, das bis auf die Reifen dem Arbeitsgerät der Lidl-Trek-Profis entspricht. Die hohen Erwartungen wurden jedoch schnell gedämpft. Vor allem im Windkanal enttäuscht das Trek: Mit 216 Watt fährt es der Top-Konkurrenz hinterher, gegenüber der siebten Generation sind neun Watt mehr nötig, um den eigenen Luftwiderstand bei 45 km/h zu überwinden.

Konkurrenzfähiger ist der Allrounder beim Gewicht, lässt wegen relativ schwerer Laufräder allerdings auch in dieser Disziplin einen Abstand zu den leichtesten Rennmaschinen. Doch die größte Stärke des SLR 9 ist dessen Dämpfung.

Komfort und Handling

Mit fast acht Millimetern Federweg am Heck gehört das Trek zu den komfortabelsten Race-Bikes. Voluminöse Reifen verstärken den Effekt, womit das Madone selbst vor Schotterpisten nicht Halt macht. Ein Allrounder eben.

Details zum Trek Madone SLR 9 AXS

Hier sind die wichtigsten Informationen zum Trek Madone SLR 9 AXS:

  • Preis: 13.999 Euro
  • Gewicht Komplettrad: 7,1 Kilo
  • Aerodynamik: 216 Watt
  • Rahmengrößen: XS, S, M, ML, L, XL
  • TOUR-Note: 1,9

Geometriedaten:

  • Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 505/555/140 Millimeter
  • Stack/Reach/STR: 569/382 Millimeter/1,49
  • Radstand/Nachlauf: 980/59 Millimeter

Ausstattung Details Note
Antrieb/Schaltung SRAM Red AXS (2x12; 48/35, 10-33 Z., PM) 1,0
Bremsen SRAM Red HRD (160/160 mm) 1,0
Reifen Pirelli P Zero Race TLR 28 mm (eff.: 31 mm) 1,0
Laufräder Bontrager Aeolus RSL 51

Messwerte des Trek Madone SLR 9 AXS:

  • Gewicht Komplettrad: 7120 Gramm | Note: 2,0
  • Luftwiderstand: 216 Watt | Note: 2,3
  • Frontsteifigkeit: 8,3 N/mm | Note: 1,7
  • Tretlagersteifigkeit: 54 N/mm | Note: 2,0
  • Komfort Heck: 134 N/mm | Note: 2,0
  • Komfort Front: 96 N/mm | Note: 2,7

Plus: sehr guter Heckkomfort

Minus: schwache Aero-Leistung, schwerer Laufradsatz

Trek Madone SL 7: Ein genauerer Blick

Mit sechs Etappensiegen war das Madone das mit Abstand erfolgreichste Rennrad beim diesjährigen Giro d’Italia. Die Lidl-Trek-Profis um Mads Pedersen pilotierten zwar eine exklusive Top-Version, aber unabhängig vom Grand-Tour-Dekor darf auch das Mittelklassemodell für sich in Anspruch nehmen, derzeit zu den auffälligeren Wettkampfrädern auf dem Markt zu zählen.

Verantwortlich dafür zeichnet die fast skulptural anmutende Konstruktion am Sitzknoten, die von den US-Amerikanern als „Isoflow“ bezeichnet wird. Die Aussparung im Hinterbau charakterisierte bereits den Vorgänger, ansonsten teilt das aktuelle Race-Modell jedoch nicht mehr viele Gemeinsamkeiten mit dem einstigen Aero-Rennrad.

Schweres Ding und wenig aerodynamisch

Zwar braucht sich das Rahmen-Set mit rund 1.500 Gramm nicht vor der Konkurrenz verstecken; der schwere Laufradsatz der Eigenmarke Bontrager treibt aber das Gewicht nach oben. In steilem Terrain muss das Madone SL 7 dadurch eine Lücke zu den bis zu 700 Gramm leichteren Kandidaten aus der Ultegra-Klasse reißen lassen.

Auch in dieser Disziplin muss sich das Trek Kritik gefallen lassen. Nachdem bereits die Profi-Maschine mit 216 Watt für 45 km/h sowohl hinter den Erwartungen als auch dem Vorgänger zurückblieb, kommen bei der Testversion weitere fünf Watt hinzu. Im Vergleich reicht es damit erneut nur zu einem hinteren Platz, das letzte Top-Modell des Émonda schnitt im Windkanal nicht viel langsamer ab.

Gute Steifigkeit

Trotz einfacherer Carbonqualität erreicht das Chassis das Niveau des Top-Boliden und hält auch bei hohem Tempo die Spur. Durch die erstklassige Tretlagersteifigkeit lässt sich die Kraft effizient auf die Straße bringen. Ob die besseren Messwerte auf die unterschiedlichen Rahmengrößen oder auf Schwankungen in der Produktion zurückzuführen sind, lässt sich nicht beurteilen.

Die größte Stärke des Madone gegenüber der teils harten Konkurrenz ist der hohe Fahrkomfort. Durch die „Isoflow“-Technologie können sich Sitzdom und Sattelstütze im Vergleich zu konventionellen Konstruktionen frei bewegen, der Federweg ist damit überdurchschnittlich groß.

Details zum Trek Madone SL 7

Hier sind die wichtigsten Informationen zum Trek Madone SL 7:

  • Preis: 6499 Euro
  • Gewicht Komplettrad: 8 Kilo
  • Rahmengrößen: XS, S, M, ML, L, XL
  • TOUR-Note: 2,3

Geometrie:

  • Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 469/545/125 Millimeter
  • Stack/Reach/STR: 549/383 Millimeter/1,43
  • Radstand/Nachlauf: 980/65 Millimeter

Ausstattung Details Note
Antrieb/Schaltung Shimano Ultegra (2x12; 50/34, 11-34 Z.) 1,0
Bremsen Shimano Ultegra (160/160 mm) 1,0
Reifen Bontrager R3 TLR 28 mm (eff.: 28 mm) 1,0
Laufräder Bontrager Aeolus Pro 51

Messwerte:

  • Gewicht Komplettrad: 7.950 Gramm | Note: 3,0
  • Aerodynamik: 221 Watt | Note: 3,0
  • Fahrstabilität: 8,1 N/mm | Note: 1,7
  • Komfort Heck: 139 N/mm | Note: 2,0
  • Komfort Front: 92 N/mm | Note: 2,7
  • Antritt/Tretlagersteifigkeit: 58 N/mm | Note: 1,3

Plus: guter Heckkomfort, markantes Rahmendesign

Minus: hohes Gesamtgewicht, schwache Aerodynamik

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