Light Wolf Laufräder im Test: Innovation und Individualisierung

Enve Composites stehen seit Jahren für kompromisslose Carbon-Felgen. Um die neuen Felgen kennenzulernen, lud Enve nach Girona ein. Dort warteten schon die Experten von Enve, einige Vertriebler und Influencer auf die Vorstellung der neuen Felgengeneration.

Enve SES 3.4 AR: Die Allroad-Revolution

Enve Composites präsentiert heute die neuen Felgen „Enve SES 3.4 AR“ - die Allroad-Variante der von uns so gern verbauten „Enve SES 3.4“. Es ist der universellste Felgensatz, den Enve je auf die Straßen und Wege gebracht hat. Neben einer theoretischen Vorstellung am ersten Tag war das Highlight die Testfahrt der 3.4 AR Felgen.

Auf von The Service Course bereitgestellten Rädern ging es über 60km und 1000 Höhenmeter auf schönen spanischen Hinterlandstraßen. Von gut asphaltiert bis grob geschottert konnten wir hier alle möglichen Wege unter die Räder nehmen. Und dabei konnten die Allroad-Laufräder ihre ganzen Stärken ausspielen. Mit wenig Druck schmiegen sie sich die Tubeless-Reifen den Wegen an und bieten so schon fast unerzogen viel Grip. Das begünstigt auch das 25 mm breite Felgenbett. Minimum 28mm Reifen gibt Enve vor, die Breite schließt dann auch sauber mit der Felge ab und bietet so den größten aerodynamsichen Vorteil. Aber auch bis 35mm können die Felgen gefahren werden.

Dabei bleibt der Druck immer sehr niedrig - Enve empiehlt bei einem typischen 75-80kg Fahrer bei 3.4 - 3.8 Bar im 28mm Reifen zu fahren. Aus unserer Sicht bieten sie das Beste aus allen Welten und deswegen den perfekten Universalsatz in der Carbon-Welt. Sie nehmen das Felgenhorn von Enves Gravelfelgen „G23“, verbinden diese mit der Steifigkeit des Rennrad-Bruders „Enve SES 3.4“ und sind eben nicht so brutal und hoch wie die schon bekannten „Enve SES 4.5 AR“, die eher für den Rennsport a la Paris-Roubaix gedacht sind.

Light-Wolf: Handwerkskunst und Individualität

Felix Wolf drückt ab. Mit rotem Kopf über die glänzende Felge gebückt, walkt er mit beiden Händen die frisch gespannten Speichen in die Felge. Abdrücken, so heißt dieser letzte Arbeitsschritt. Das Rad ist jetzt "zusammengefädelt", wie Wolf sagt. Wolf, 28 Jahre alt, baut Laufräder fürs Fahrrad. Bis vor ein paar Jahren in seinem WG-Zimmer zwischen Sofa und Schreibtisch, für die Freunde von Freunden.

Weil das "Finanzamt auf der Matte stand", zog er mit seinen Werkzeugen in ein Bürogebäude nahe des Dresdner Hauptbahnhofs und meldete sein Geschäft an: "Light-Wolf". Das Maschinenbaustudium schmiss er, "ich wollte einfach nur Laufräder bauen". Marktkenntnis, Startkapital? Es gab kein Konzept, aber das ging auf. Wolf ist Profiteur einer Bewegung, losgetreten vornehmlich von Großstädtern, die das Zweirad zum Statussymbol erkoren haben.

Natürlich fahren die Salon-Radler auf handgespeichte Edelreifen ab, wie Wolf und eine Handvoll weiterer Laufradbauer sie bieten; ultraleicht, trotzdem robust. Im Schnitt 1000 Euro kostet ein Laufradsatz bei ihm, manchmal auch über 3000 Euro, wenn mal wieder einer anruft und sagt: "Einmal das Beste, bitte!" Das Telefon steht selten still. Aktuell sind 60 Leute auf der Warteliste, Nummer 60 wird sich sechs Wochen gedulden müssen.

Zwei bis drei Sätze schafft Light-Wolf am Tag. Laufräder bestehen aus einer Felge, einer Nabe, 24 oder 32 Speichen, die mit Nippeln an der Felge verschraubt werden. Alle Speichen müssen die gleiche hohe Spannung aufweisen, damit das Rad rund läuft, sich später beim Fahren kein Nippel lockert. Sonst droht Speichenbruch, mindestens eine fette Acht. Mit dem Tensiometer misst er, wie stark sich jede Speiche biegen lässt.

Per Hand lassen sich individuelle Wünsche in die Felge flechten. Der eine will die Keramik-Nabe, der andere Nippel in Orange. Die Kunden zahlen Vorkasse, erst dann bestellt er bei den Herstellern die Teile. Mit der Marge aus Einkaufspreis und Verkaufspreis deckt Wolf die Aufbaukosten.

Nicht nur in puncto Präzision liegt die manuelle Fertigung vor der maschinellen.

„Ich provoziere bewusst, damit ich im Gespräch bleibe“, sagt Wolf dazu. "Oft reicht es, dass ich inmitten einer Materialdebatte einwerfe: 'Damit fährst du? Die Masche scheint aufzugehen.

„Ich wollte den Felix mal kennenlernen“, sagt der Kunde, der gegen Mittag plötzlich in der Werkstatt auftaucht - Anfang 30, rasierte Beine, eigens aus Leipzig angereist. Er hat sich ein Hinterrad mit einer Leistungsmessnabe zusammenbauen lassen, die die Wattleistung auswertet.

Darum stellte er dieses Jahr einen Mitarbeiter ein, "der Ronny" nimmt ihm Arbeit ab. "Mein Plan ist jetzt, aus einem Hobby, das zum Beruf geworden ist, wieder mehr ein Hobby zu machen", sagt Wolf.

Custom-Aufbauten und besondere Projekte

Neben den Laufrädern von Light Wolf und Enve gibt es auch andere interessante Projekte im Bereich des Custom-Radbaus:

  • veloheld.lane stnlss: Ein Supersonderaufbau mit feinsten Komponenten, angetrieben mit dem wartungsarmen Gates Carbondrive Riemenantrieb im Singlespeed-Modus über die Race Face Carbonkurbel.
  • No.22 Great Divide: Ein in New York handgebauter Titanrahmen mit außenverlegten Bremszügen für bessere Wartung und einen klassischen Look. Ausgestattet mit Chris King R45CL Naben und Continental GP5000 TT Reifen.

Mietoptionen für Enve Laufräder

Für Interessenten besteht die Möglichkeit, Enve Laufräder vor dem Kauf zu testen:

Die Leihe kann für 3 Tage oder eine Woche genutzt werden. Wir berechnen dafür 50,00€ bzw 100,00€ inklusive Montage und Demontage hier vor Ort. Voraussetzungen sind für den SES 2.2: Maximal 85kg Fahrergewicht und mindestens 27mm Reifenbreite im Rahmen möglich.

Überblick über Enve Laufradmodelle

Hier ist ein kurzer Überblick über einige der genannten Enve Laufradmodelle:

Modell Gewicht Eigenschaften Empfohlene Reifengröße
Enve 2.2 1208 Gramm Spezialist für Bergrampen Mindestens 27mm
Enve 3.4 N/A Aerodynamik und Bergtauglichkeit N/A
Enve SES 3.4 AR N/A Allroad-Variante, vielseitig 28-32mm (bis 35mm möglich)
Enve SES 4.5 AR N/A Für den Rennsport, z.B. Paris-Roubaix N/A

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