Die ligurische Küste ist eine der abwechslungsreichsten Urlaubsregionen Italiens und bietet viele Möglichkeiten für Outdooraktivitäten. Zwischen Meer und Bergen, waldreichen Tälern und einsamen Buchten, steil ins Meer abfallende Klippen und langen Sandstränden kann man wunderbar erholen und eine einmalig schöne Natur genießen.
In Ligurien fehlt es aber auch nicht an historischen Sehenswürdigkeiten, herrlichen Barockkirchen, antiken Ölmühlen und idyllisch gelegenen Dörfern. Allen, die diese Region in Ruhe mit dem Fahrrad erkunden möchten, stehen unzählige leicht zu befahrende Fahrradwege, aber auch herausfordernde Mountainbike-Routen zur Verfügung.
Besonders im Hinterland locken viele gut erhaltene mittelalterliche Dörfer mit den typischen Steinhäusern und kopfsteingepflasterten Gässchen zu Exkursionen. Die weithin sichtbaren Glockentürme und verfallene Burgen weisen hier den Fahrradfahrern den Weg. Auf den tollen Fahrradwegen, die parallel zum Meer verlaufen, kann man dagegen einsame Buchten, steil abfallende Felsen und die wild brausende Brandung bewundern und die frische Brise des Meeres genießen.
Einst führte hier, nicht weit von der französischen Grenze entfernt, die Eisenbahnstrecke Genua-Ventimiglia direkt am Meer entlang. 2001 wurde sie dann ins Landesinnere verlegt, weil sie vergrößert werden musste und dafür an dieser Stelle nicht genügend Platz war.
Heute lassen wir die Tour mit einer leichten Etappe entlang der Küste ausklingen. Das Wetter ist ideal. Vom Start weg haben wir angenehme Temperaturen. Wir fahren überwiegend auf der Küstenstraße, nur auf einem ca. 15 - 20 km langen Abschnitt zwischen San Lorenzo und San Remo nehmen wir einen Radweg, über dessen Existenz ich in einem Rad-Forum erfahren habe.
Die Pista Ciclabile del Ponente Ligure
Die sogenannte Pista ciclabile del Ponente Ligure in der norditalienischen Provinz Ligurien ist ein Highlight für alle, die gerne mit Meerblick radeln. Die 24 Kilometer lange Strecke führt auf einer ehemaligen Bahntrasse von Ospedaletti unweit der französischen Grenze bis nach San Lorenzo al Mare weiter östlich. Sie ist asphaltiert, meist flach und auch für Anfängerinnen und Anfänger sowie für Familien mit Kindern gut zu befahren.
Der Radweg wurde auf einer alten Bahntrasse hergerichtet (die Bahn wurde hier weiter ins Landesinnere verlegt, so dass die Trasse frei wurde) und soll in Zukunft noch weiter verlängert werden. Er ist sehr gut ausgebaut (zwei Radspuren, eine Fußgängerspur, Notrufsäulen, zahlreiche Rastplätze mit Bänken, Toilettenhäuschen und Wasserhähne, beleuchtete Tunnel), weist keine nennenswerten Steigungen auf und führt außerorts in Sichtweite der Küste entlang. Auch innerorts kommt man zügig voran.
Im Gegensatz dazu steht die Küstenstraße. Die zahlreichen Ortsdurchfahrten erfordern erhöhte Aufmerksamkeit und nehmen viel Zeit in Anspruch, da starker Verkehr, viele Abbieger, Ampeln, kleine Rückstaus, sowie Fußgänger am Zebrastreifen. Außerorts ist der Verkehr etwas weniger und erträglich, da wenig Schwerlastverkehr unterwegs ist und die Italiener wie gewohnt sehr rücksichtsvoll fahren.
Es geht unter anderem durch das Val Menaggio sowie das Naturschutzgebiet Lago di Piano mit Alpen-Panorama. Dort hast du gute Chancen, Wasservögel zu beobachten sowie je nach Jahreszeit nistende Zugvögel. Auch die kleinen Städte Menaggio und Porlezza selbst laden zum Bummeln ein. Eine Top-Attraktion von Menaggio ist die lange Promenade am Comersee mit zahlreichen Cafés und Restaurants, ebenso wie die Altstadt. Besonders imposant ist das Herrenhaus Villa Mylius Vigoni aus dem 19. Jahrhundert.
Besonders im Hinterland locken viele gut erhaltene mittelalterliche Dörfer mit den typischen Steinhäusern und kopfsteingepflasterten Gässchen zu Exkursionen. Die weithin sichtbaren Glockentürme und verfallene Burgen weisen hier den Fahrradfahrern den Weg.
Vorbei an alten Bahnhöfen und durch spektakuläre Tunnels immer am blauen Meer der Ligurischen Küste entlang ohne vom Autoverkehr gestört zu werden- so radeln wir stundenlang auf der ehemaligen Bahntrasse „Pista-Ciclabile della Liguria“. Auf fast 30 Kilometern Länge, ohne nennenswerte Steigungen, können wir die herrliche Atmosphäre der wunderschönen ligurischen Blumenriviera genießen!
Streckenhighlights und Sehenswürdigkeiten
- Sanremo: Bekannt für seine Blumenzucht und das jährliche Musikfestival.
- Arma di Taggia, Riva Ligure, Santo Stefano al Mare: Malerische Strände laden zu Pausen und Abkühlung im Meer ein.
- Ospedaletti: Ein schönes Dorf, das wie ein natürliches Amphitheater eingebettet ist.
Entlang der Strecke bieten sich zahlreiche Stopps an: Ein Highlight ist Sanremo, das sich zunächst wegen seiner Blumenzucht einen Namen machte, aber auch wegen seines jährlichen Musikfestivals. Zwischendurch laden malerische Strände zu Pausen oder zur Abkühlung im Meer ein, zum Beispiel in Arma die Taggia, Riva Ligure oder Santo Stefano al Mare. Letzteres gilt als eins der schönsten Fischerdörfer an diesem Abschnitt der Blumen-Riviera.
Auch für Einkehr ist überall entlang der Strecke gesorgt. Du kannst dich an Bars, in Cafés oder Restaurants stärken oder dein eigenes Picknick an einem Strand genießen.
Die Strecke bietet die Möglichkeit, in die natürliche und kulturelle Schönheit der Region einzutauchen. Man kann (auch zu Fuß) auf Küstenwegen fahren, die einst von Zügen befahren wurden. Der Radweg verläuft exakt auf der alten Bahntrasse, ist sehr gepflegt, mit zwei breiten Fahrspuren, perfektem Asphalt, Fahrradverleihstationen sowie zahlreichen Rastplätzen mit Brunnen und Bänken. Parallel dazu verläuft ein Fußweg.
Unterwegs bewundert man das funkelnde Meer, terrassierte Landschaften und jahrhundertealte Olivenhaine. All das, während man durch Tunnel fährt und wunderschöne mittelalterliche Dörfer besucht. Der Radweg ‚dei Fiori‘ ist ein Beispiel für die grüne Wiederverwendung alter Eisenbahninfrastruktur. Er bietet ein einzigartiges Radfahrerlebnis zwischen Geschichte und landschaftlicher Schönheit.
Erfahrungen entlang der Strecke
Einige persönliche Eindrücke von der Tour:
- Santo Stefano al Mare: In diesem sehr hübschen Ort haben wir den Radweg kurz verlassen und eine erste Cappuccino-Pause eingelegt.
- Arma di Taggia: Im Ort gibt es eine kleine Umleitung, die aber gut beschildert ist. Sie hat den Vorteil, dass man am Strand entlangradelt, an dem es auch Einkehrmöglichkeiten gibt.
- Ospedaletti: Zuerst geht es wieder durch den sehr langen, aber toll ausgebauten Tunnel. Wir haben auf dem Rückweg einen kleinen Abstecher zum Hafen gemacht.
Die reine Radelzeit liegt hin und zurück bei etwa drei Stunden. Mit Einkehr und vielleicht einem Badestopp kann man sie leicht zu einer Tagestour ausdehnen. Wir hatten unsere eigenen Räder dabei, man kann aber auch problemlos welche mieten (hatten wir im Jahr zuvor auch gemacht). Da der Radweg so gut ausgebaut und flach ist, braucht man kein besonders tolles Bike dafür.
Entlang der Strecke gibt es immer wieder Pausenplätze mit schöner Aussicht, wo man sein mitgebrachtes Picknick verzehren kann. Wer lieber einkehrt, findet am Radweg von Imperia nach San Remo aber auch reichlich Möglichkeiten.
Weitere Bahntrassen-Radwege in Italien
Italien ist nicht nur ein tolles Reiseland für den Strand- und Kultururlaub. Es eignet sich auch für Fahrradtouren entlang stillgelegter Bahngleise. Hier sind einige weitere Beispiele:
- Lombardei: Rad- und Wanderroute des Greenway Voghera-Varzi durch das Staffora-Tal.
- Lombardei: Radstrecke vom Comer- zum Luganersee.
- Trentino: Greenway Val di Fiemme und Fassatal entlang der einstigen Fleimstalbahn.
- Venetien: Pontebbana-Radweg, Teil des Alpe-Adria-Fernradwegs.
Die Entwicklung von Bahntrassenwegen hat in Italien in den letzten Jahren aufgeholt, dank bemerkenswerter Initiativen, unter anderem der italienischen Radfahrerorganisationen, die Bahntrassenwege als einen zentralen Bestandteil beim Aufbau eines nationalen Radroutennetzes sehen. Seit dem ersten "Nationalen Tag der vergessenen Eisenbahnen" am 2. März 2008 (Giornata Nazionale delle Ferrovie Dimenticate) sind die Anstrengungen um eine neue Nutzung des Eisenbahnerbes endgültig in der breiten Öffentlichkeit angekommen.
Bei den italienischen Bahntrassenwegen findet sich eine ganze Reihe ehemaliger Schmalspurbahnen mit - historisch bedingt - verschiedenen Spurweiten. Eine weitere Besonderheit sind mehrere Wege, die nach der Verlegung von Bahnstrecken und Tunnelneubauten bzw.
Die Via Verde dei Trabocchi nutzt mehrere Abschnitte der alten Streckenführung der Ferrovia Adriatica, die durch eine Neubaustrecke mit längeren Tunneln ersetzt wurde.
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