Lohnt sich die Investition in Carbon Laufräder? Erfahrungen und Testberichte

Radsportler legen häufig großen Wert darauf, mit ihrem Zweirad hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Besonders im professionellen Radsport ist das schnelle Fahren eine Grundvoraussetzung für den Erfolg. Aufgrund seiner Eigenschaften ist deshalb in den vergangenen Jahren vermehrt der Carbon Laufradsatz in Mode gekommen.

Was sind Carbon Laufräder?

Es handelt sich bei Carbon um ein industriell gefertigtes Gemisch aus Kohlenstoff-Fasern und verschiedenen Kunststoffen. Eine Matrix aus Kunststoff verbindet in der Mischung die Fasern aus Kohlenstoff und füllt die Lücken zwischendrin aus. Ein Carbon Laufradsatz besteht aus Laufrädern, in denen mehrere Schichten aus Carbon mit einem speziellen Harz verklebt sind. Die enthaltenen Kunststoffe lassen sich nach dem Aushärten durch Hitze nicht mehr verformen. Dadurch halten solche gefertigten Laufradsätze hohen mechanischen Belastungen stand. Die Laufräder weisen zudem eine hohe Zugfestigkeit und Steifigkeit auf. So richtig stabil ist der Verbundwerkstoff allerdings nur in Faser-Richtung. Carbon kommt vor allem bei Rennrad Laufrädern zur Anwendung.

Vorteile von Carbon Laufrädern

Es gibt mehr oder weniger drei relevante Merkmale von Carbon Laufrädern, die zur Bewertung der Sinnhaftigkeit herangezogen werden können.

Geringes Gewicht

Ein Carbon Laufradsatz für das Fahrrad punktet ganz klar durch sein leichtes Gewicht, vor allem im Gegensatz zu Laufradsätzen aus Aluminium. Das Gewicht ist also für die Wahl eines Carbon Laufrades das entscheidende Kriterium. Laufräder mit Carbon gibt es für das Mountainbike, Rennrad oder Trekkingrad. Meist spielt die Masse des Fahrrads im Alltag nur eine Nebenrolle. Wesentlich wichtiger ist das Gewicht für die Nutzer eines Rennrades oder für sportlich orientierte MTB-Fahrer. Je leichter ein Fahrrad ist, desto weniger Kraft muss der Fahrer beim Treten aufbringen. Das geringere Gewicht sorgt dafür, dass du danach schnell wieder Fahrt aufnehmen und die Geschwindigkeit erhöhen kannst.

Erhöhte Steifigkeit

Aufgrund seiner hohen Steifigkeit erhöht ein Carbon Laufradsatz beim Fahren auf dem Rad die Präzision, was sich vor allem beim Lenken in einer Kurve sehr deutlich bemerkbar macht.

Bessere Aerodynamik

Ein weiterer Vorteil ist die bessere Aerodynamik. Die eher hohe Felge bei einem Carbon-Laufradsatz sorgt für eine verbesserte Leitung des Luftstroms. Somit verringert sich der Luftwiderstand und optimiert sich demzufolge die Aerodynamik. Der Fahrer auf dem Rennrad oder MTB muss weniger Energie investieren, was sich mittel- bis langfristig positiv auf sein sportliches Leistungsvermögen auswirkt. Dieser Faktor spielt bei einem Zeitfahren oft eine große Rolle. Neben der Sitzposition des Rennfahrers verschafft der aerodynamische Vorteil eines Carbon Laufradsatzes vielleicht die Sekunde im Ziel, die am Ende zum Sieg reicht.

Optik

Radfahrer wissen, dass die Funktionalität eines Fahrrads sehr viel ausmacht, aber auch die Optik stimmig sein muss. Das Design eines Laufradsatzes aus Carbon verschafft Liebhabern daher durchaus ein individuelles Glücksgefühl.

Nachteile von Carbon Laufrädern

Vor einem Kauf sollten die Nachteile jedoch nicht gänzlich unberücksichtigt bleiben.

Anfälligkeit bei Beschädigungen

Die bereits genannte hohe Steifigkeit des Materials ist gleichzeitig auch der größte Nachteil. Es kommt nicht selten vor, dass ein Fahrradfahrer mit seinem Bike durch ein Schlagloch fährt oder in einen Unfall verwickelt wird. Felgen aus Alu, mit Speichen, herkömmlichen Naben und Reifen, tragen in diesen Fällen meist nur eine Delle davon. Einzelteile wie Naben oder Reifen können separat ersetzt oder repariert werden. Eine Felge aus Carbon ist dagegen sehr wahrscheinlich als Totalschaden nicht mehr brauchbar. Auch ohne äußerlich sichtbaren Schaden ist das Laufrad meistens innen gebrochen. Bei einer Weiterfahrt mit kaputten Felgen ist es nur eine Frage der Zeit, bis das ganze Laufrad unbrauchbar wird.

Gewicht nicht immer entscheidend

Auch das als Vorteil genannte Gewicht ist nicht immer das alleinige Kriterium für einen Carbon Laufradsatz, denn es gibt durchaus auch Aluminium-Laufräder, die leichter sind als ihre Pendants aus Carbon.

Bremsleistung

Ein weiteres Manko von Carbon-Rädern ist die vergleichsweise schlechtere Bremsleistung, die sich vor allem bei Regen zeigt. Das Wasser fließt durch fehlende Speichen und die höheren Felgen anders ab als bei einem normalen Speichenrad. Bei Feuchtigkeit auf der Felge kann eine einfache Felgenbremse ihren Dienst verweigern. Abhilfe schafft hier eine Scheibenbremse. Wer generell dazu neigt, auf Abfahrten oder im Gelände häufig und intensiv zu bremsen, ist mit einem Laufrad aus Aluminium besser aufgehoben. Die entstehende Wärme beim Bremsen bewirkt unter Umständen, dass sich die enthaltenen Harze in der Carbon-Felge auflösen. Die Bremsflanke wird instabil und die Felge verformt sich. Schlimmstenfalls platzt der Schlauch im Reifen.

Preis

Fakt ist, dass ein Carbon Laufradsatz deutlich mehr kostet, als eine herkömmliche Alu-Felge. Laufräder für das Vorder- und Hinterrad aus Vollcarbon sind im günstigsten Fall erst ab 1.000 Euro erhältlich, andere Modelle sogar für 5.000 Euro.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Die Bewertung des Laufradsatzes ist am Ende ein Zusammenspiel aus Gewicht, Material und Preis. Denn je besser das Verhältnis vor allem von Material und Gewicht ausfällt, desto höher ist der finanzielle Aufwand für die Anschaffung von Carbon-Laufrädern.

Geschwindigkeit

Anfangs haben wir auch die höheren Geschwindigkeiten angesprochen, die sich durch den geringen Luftwiderstand etwa bei Rennrad Laufrädern ergeben. Hier ist jedoch zu bedenken, dass vor allem bei Profis über eine lange Distanz hohe Geschwindigkeiten gefahren werden. Im normalen Alltag sind Radfahrer dagegen wesentlich langsamer unterwegs.

Testberichte und Erfahrungen

Tiefe Carbonlaufräder am neuen Rennrad - und dank perfekter Felgen- und Reifenkombination auch noch schneller? Kaum ein anderes Update verspricht so viel wie ein Satz begehrter Laufräder. Doch auch keine anderen Komponenten kosten so viel.

Wir hatten die elf spannendsten und einzigartigsten Modelle im Laufrad-Test, waren auf der lokalen Feierabendrunde und fernen Anstiegen unterwegs und haben die Räder auf Herz und Nieren getestet. Doch gerade bei dem Performance-Upgrade schlechthin sind Zahlen und Fakten ebenso wichtig.

Im Laufrad-Test sind alle großen und wichtigen Hersteller vertreten. Von Carbon-Pionieren wie Lightweight, absoluten Klassikern wie Mavic und DT Swiss über etablierte Hausmarken der großen Bike-Hersteller zu den neuesten Playern in der Laufradwelt.

Bei uns messen sich Weightweenie-Träume mit Performance-Monstern, 60-mm-Aero-Felgen mit Allround-Endurance-Laufrädern und Allrounder mit Spezialisten. Das heißt, wir vereinen die begehrtesten und bekanntesten Laufräder mit Performance-Anspruch.

Wir testen Laufräder im „Allround”-Segment, heißt: Räder mit Aero-Anspruch, aber ohne das Gewicht zu vernachlässigen. In diesen Bereich fallen Laufräder, die sowohl auf schnellen, flachen Strecken als auch in den Bergen die richtige Wahl sind. Also keine 80-mm-Carbon-Bomber oder extreme Kletter-Spezialisten.

Weil alle getesteten Wheels für moderne Reifen, ob tubeless oder nicht, geeignet sein sollen, achten wir auf modern gewählte Felgenbreiten und Maulweiten. Ebenfalls zur Felge gesellt sich das aktuell heiß diskutierte Hookless-Thema. In unserem Testfeld sind hakenlose sowie klassisch behakte Modelle vertreten.

Um die Unterschiede im Handling und Fahrgefühl bestimmen zu können, haben wir unter einer Vielzahl an Bedingungen getestet, waren in Südschweden auf der Suche nach den windigsten Crosswind-Passagen, haben in der Provence den Mont Ventoux erklommen und um unser Office herum den heimischen Schwarzwald unsicher gemacht.

Im Back-to-back-Testing haben wir innerhalb kurzer Zeit alle Laufräder mit gleicher Bereifung, auf gleicher Strecke und mit vergleichbaren Wetterbedingungen getestet. Dabei waren alle Laufräder mit Contis GP5000 S TR in 28C und tubeless ausgestattet.

Ein steifes Laufrad bedeutet vor allem ein reaktives und agiles Rad, das auf Lenkimpulse und Antritte flink reagiert und den Input direkt umsetzt. Eine Kombination aus Compliance und Steifigkeit, die aber auch stark von individuellen Präferenzen abhängt.

Wir waren mit den Laufrädern in Deutschlands neuestem radsport-spezifischen Windkanal. THE AEROW aus Bad Wörishofen und die Spezialisten von HYCYS haben sich ganz dem Sport verschrieben und standen uns für den Test zur Seite.

Getestet wurden dabei alle Laufräder im Bike bei 45 km/h Windgeschwindigkeit und mit angetriebenen Rädern. Ein aktuelles Canyon Ultimate CFR dient uns als Benchmark für moderne Racebikes.

Alle Laufräder wurden mit Continental GP 5000 S TR Reifen in 28 mm Breite und Schläuchen für einen schnelleren Umbau getestet. Der Reifendruck im Test lag bei 5 bar.

Schon während der ersten Meter stellte sich heraus, es gibt zwar Ähnlichkeiten, doch kein Laufrad gleicht dem anderen. Und so zeigen sich auch im Fahrtest unterschiedlichste Charaktere.

So kristallisieren sich beispielsweise die sehr leichten Lightweight Obermayer EVO als absolute Kletter-Freunde heraus. Dank der extrem steifen und leichten Bauweise machen die Räder besonders am Berg absolut Spaß. Kein anderes Laufrad kann da mithalten. Oder das DT Swiss ERC 1100, ein unglaublich ausgeglichenes Laufrad ohne Zicken oder unerwartetem Verhalten. In jeder Situation machen die Räder exakt was man will und braucht. Auch Carbonspeichen, wie sie an den Rädern der 50-mm-Gang HUNT und CADEX verbaut sind, ergeben ein einzigartiges Fahrgefühl. Durch die hohe Zugfestigkeit der Speichen lässt sich ein steifes Laufrad bauen.

Hier zeigt sich, wie schnell die Räder wirklich sind und ob die hochlobenden Marketing-Versprechen der Realität entsprechen. Erstens: Der Wert der aerodynamischen Belastung, hier angegeben mit Cx*A (aus dem Englischen als CdA-Wert bekannt), gibt an, wie viel Luftwiderstand ein Objekt hat. In unserem Fall bezieht sich dieser Wert auf das Gesamtsystem Fahrrad. Da das Canyon Ultimate CFR, in dem die Laufräder verbaut werden, jedes Mal dasselbe ist, vergleichen wir lediglich die Unterschiede zwischen den Laufrädern.

Zweitens: Die im Radsport beliebte Kennzahl Watt. Beide Werte stellen über die gemessenen Gierwinkel gemittelt eine Vergleichbarkeit zwischen den Laufrädern dar. Außerdem ist der Gierwinkel, aus dem Englischen als Yaw Angle bekannter Anströmwinkel, relevant. Dieser bezeichnet den Winkel, aus dem der Luftstrom auf das zu messende Objekt trifft, in unserem Fall das Bike mit den Testlaufrädern.

Zum Vergleich hatten wir ein Einsteiger-Alu-Laufrad im Windkanal, und im Schnitt lagen die Performance-Laufräder über 12 Watt weiter vorn. Doch auch unter den Laufrädern gibt es klare Unterschiede. Räder mit geringer Felgentiefe wie Mavic und Lightweight schneiden tendenziell am schlechtesten ab. Laufräder mit gemischten Tiefen liegen knapp darüber. Roval und Reserve setzen an Front und Heck auf verschieden profilierte Felgen mit unterschiedlicher Tiefe. Dabei ist der Gedanke, die Anfälligkeit für Seitenwind an der sensiblen Front zu minimieren und mit einem tiefen Hinterrad für gesteigerte Effizienz und einen höheren Segeleffekt zu sorgen. Und der Gedanke scheint aufzugehen, denn trotz flacherem Vorderrad performen sowohl Roval als auch Reserve besser als die 60 mm tiefen Vision Metron SL.

Eine weitere Überraschung ist die sehr gute Performance der Bontrager Aeolus RSL 51 TLR. Denn trotz etwas veraltet wirkender Felgengeometrie funktioniert die Aerodynamik weit besser als bei der Konkurrenz mit gleicher Felgenhöhe. Beachtet man den Verzicht auf tiefe Messerspeichen, wird das Ergebnis umso beachtlicher. Vermutlich erkauft sich das Bontrager-Entwicklungsteam durch eine vergleichsweise schmale Felge und eine daraus resultierende kleinere Stirnfläche, also durch schmalere Felgen und Reifen, viel Performance bei niedrigen Gierwinkeln.

Der Laufrad-Testsieger Syncros Capital SL Aero kann auf ganzer Linie überzeugen. Als modernstes Laufrad mit One-Piece-Konstruktion, innovativen Aero-Reifen und 60 mm Felgen erfüllt es sämtliche Punkte auf unserer Wunschliste mit Bravour. Dazu kommen das geringe Gewicht und ein perfekt ausbalanciertes Fahrgefühl.

Die Reserve 52|63-Laufräder sind die unangefochtenen Sieger der Herzen. Mit klassischer behakter Felgenkonstruktion, überraschend starker Aero-Performance und einem vielseitigen Fahrgefühl bestechen die Räder durch verlässliche und ausgewogene Leistung in fast jeder Situation. Auch das Gewicht von 1.455 g, zwar etwas schwerer als der Schnitt im Laufrad-Vergleichstest, ist für Räder mit solch hohen Felgentiefen auf einem sehr guten Niveau.

Carbonspeichen machen ein steifes Laufrad, was wiederum ein reaktives und agiles Rad bedeutet, meist geht das aber auf Kosten der Compliance. Für Racing und das letzte bisschen Performance zwar die richtige Wahl, doch für die entspannte Wochenendtour etwas zu hart.

Ein ungebohrtes Felgenbett, wie es Syncros, Lightweight und Mavic bieten, macht selbst den größten Tubeless-Skeptikern richtig Spaß. Ventil rein und schon ist die Felge ready, kein Tape und keine schleichenden Platten.

je tiefer die Felge und je mehr Fläche durch breite Speichen, desto mehr Angriffsfläche für den Wind.

Breitere Reifen bieten dank geringerem Druck mehr Grip und Compliance, das schont auf der großen Fahrt und macht einfach mehr Spaß.

Im Laufrad-Test hatten wir allerdings keine Probleme, ganz im Gegenteil: Die hakenlosen Räder funktionieren problemlos und teils besser als die behakte Konkurrenz.

Praktisch alle Hersteller bieten eine Garantieverlängerung sowie ein Crash Replacement über die gesetzlichen Ansprüche hinaus.

Auch kleine Unterschiede in der Effizienz lassen sich im Back-to-back-Test herausfahren.

Gute Laufräder sind teuer.

Zwischen den Testkandidaten gab es große Unterschiede, bei einem war sich die Testcrew aber direkt einig: Die Syncros Capital SL Aero sind der verdiente Testsieger. Doch auch die restlichen Kandidaten haben es in sich. Mit so vielen cleveren Features und eigenen Ansätzen hatten wir schon lange keinen so spannenden Vergleichstest mehr.

Carbon Laufräder für Gravel Bikes

Wir haben zehn verschiedene Laufradsätze im Labor und in der Praxis getestet. Um den Trend zu schnellen, aerodynamischen Hochprofil-Laufrädern abzubilden, haben wir alle Modelle im Windkanal unter realen Fahrbedingungen untersucht. Wir wollten wissen: Machen hohe Felgen auch Gravel-Bikes klar schneller?

Noch vor einigen Jahren waren an den ersten Gravel-Rädern in der Regel stabile Rennrad-Laufradsätze mit Innenmaulweiten von 19 bis 21 Millimetern verbaut. Damit harmonieren sie besonders gut mit 40 Millimeter breiten profilierten Reifen oder 30er Slicks.

Serien-Laufräder wiegen oftmals zwischen 1900 bis 2100 Gramm - sie sind damit vergleichsweise schwer. Die beiden leichtesten Test-Laufradätze von Specialized und Leeze wiegen 1263 beziehungsweise 1363 Gamm. Aktuelle Modelle weisen oft höhere Felgen im Bereich von 40 bis 45 Millimetern auf.

Einige Hersteller wie DT Swiss und Scope haben inzwischen Laufräder mit 50 Millimetern Felgenhöhe und mehr im Portfolio. Als „aerodynamisch“ erachten wir Felgen ab 30 Millimetern Höhe. Die zehn Laufräder in diesem Vergleich weisen Felgenhöhen zwischen 18 und 42 Millimeter auf.

Im GST-Windkanal in Immenstaad am Bodensee prüften wir den Luftwiderstand der zehn Gravel-Laufräder, genauer: die benötigte Leistung bei 35 km/h. Bei einer alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus, das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht.

Alle Messungen wurden mit einer Windgeschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde durchgeführt. Während der Messungen dreht sich der Prüfstand von plus nach minus 20 Grad - damit fließen auch Seitenwindverhältnisse, wie sie in der Realität vorkommen, in das Gesamtergebnis ein.

Für unsere zehn Testlaufräder ergaben sich bei 35 km/h gewichtete Leistungen von 15,6 bis 19,4 Watt. Niedrige Werte sind besser, da weniger Leistung benötigt wird, um die gleiche Geschwindigkeit zu halten. Die niedrigsten und damit besten Werte erzielen die 40 Millimeter hohen Leeze CC40 Allroad Evo Waso. Ihre gewichtete Leistung: 15,6 Watt. Es folgen, knapp dahinter, mit jeweils 16,3 Watt gewichteter Leistung, die Laufradsätze von DT Swiss und Swiss Side - beide sind 42 Millimeter hoch.

Grundsätzlich erzeugen breitere Reifen einen höheren Luftwiderstand, da sie dem Wind eine größere Anströmfläche bieten. Exemplarisch montierten wir deshalb einen 35 Millimeter breiten Terra-Speed-Reifen auf den DT-Swiss-GRC-1400-Laufradsatz.

Je höher die Felgen sind, desto „empfindlicher“ sind sie auch für Seitenwind. Dieser Effekt ist messbar.

Die niedrigsten und damit besten Werte erzielten die Modelle von DT Swiss und SwissSide - mit je 42 Millimetern Felgenhöhe sind sie die höchsten Modelle im Test. Sie stehen damit stellvertretend für einen Trend im Gravel-Race-Sektor zu höheren und damit aerodynamisch günstigeren Laufrädern.

DT Swiss präsentierte kürzlich mit dem Modell GRC Dicut einen neu entwickelten Laufradsatz mit 50er Felgenhöhe, der für 40 Millimeter breite Reifen optimiert ist.

Auch für Gravel-Bikes gilt: Ab einer Geschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Stunde ist der Luftwiderstand der größte Fahrwiderstand, gefolgt vom Rollwiderstand der Reifen.

Weiter nehmen die Laufräder beim Beschleunigen eine Sonderstellung ein, da sie zwei Mal beschleunigt werden müssen: Erstens in die Vorwärtsbewegung des Systems aus Rennrad und Fahrer. Zweitens als Beschleunigung bei der Drehbewegung des Laufrades selbst.

Weitere Testberichte

Hunt Sub 50 Limitless UD Carbon Spoke

ROADBIKE-Testerin Emilia Welte war begeistert: "Die Beschleunigung ist mega, die Räder rollen leicht, halten spielerisch hohes Tempo, und auch bei High Speed bergab fühle ich mich jederzeit sicher". Das Gewicht beträgt 1356 Gramm.

Fulcrum Sharq

Diese Laufräder sind mit 25 Millimetern Maulweite für üppige Bereifung geeignet. Das Set-Gewicht beträgt 1462 Gramm. Die Seitensteifigkeit ist sehr hoch.

Black Inc 28/33

Diese Laufräder sind leicht und steif zugleich. Das Handling ist agil, und auch bei hohem Tempo und Seitenwind kommt nie Unruhe auf.

Scope Cycling Artech 4

Diese Laufräder überzeugen mit nur 1124 Gramm Set-Gewicht und hoher Fahrstabilität bei böigem Wind.

DT Swiss ARC 1100 Dicut 38

Diese Aero-Laufräder mit 38-Millimeter-Felge wiegen 1324 Gramm. Fahrt- und Seitenwind heften sich an und tragen zum Vortrieb bei.

Newmen Streem Allround Vonoa

Diese Laufräder sind mit 1305 Gramm sehr leicht und bieten eine tolle Kraftübertragung und hohe Lenkpräzision.

Tabelle: Übersicht Carbon Laufrad-Testwerte

Laufradmodell Gewicht (Set) Felgenhöhe Besonderheiten
Hunt Sub 50 Limitless UD Carbon Spoke 1356 g Variabel Carbon-Speichen, Hakenlose Felgen
Fulcrum Sharq 1462 g Variabel 25 mm Maulweite, Minihook-Felge
Black Inc 28/33 - 28/33 mm Carbon-Speichen, leicht und steif
Scope Cycling Artech 4 1124 g 45 mm Carbon-Speichen, 3D-gedruckte Naben
DT Swiss ARC 1100 Dicut 38 1324 g 38 mm Aero-Felge, geringe Maulweite (20 mm)
Newmen Streem Allround Vonoa 1305 g Variabel Carbon-Speichen, Aero-Ventil-Kit

Hersteller bieten zudem auch viele andere Fahrradteile aus Carbon an. Wer möglichst schnell, wendig und windschnittig auf seinem Rad fahren will, findet mit Carbon-Laufrädern eine gute Lösung für seine Bedürfnisse. Hinter einem Carbon Rennrad kommt so schnell kein Bike mit herkömmlichen Laufrädern hinterher.

Mehrere Hersteller reagierten bereits auf die steigende Nachfrage von Radfahrern, die eher hobbymäßig auf ihrem Zweirad unterwegs sind. Sie haben Laufräder aus Carbon in guter Qualität für weniger als 1.000 Euro pro Laufradsatz in ihr Angebot aufgenommen.

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