Ein Helm sollte jeder tragen, der mit Rad und Co im Straßenverkehr unterwegs ist. Auch wenn es keine Helmpflicht für Fahrradfahrer oder Nutzer von E-Scootern gibt, ist man bei einem Unfall dankbar für Kopfschutz. Der Lumos Street ist ein Helm für Radfahrer oder E-Scooter-Fahrer, der neben einem integrierten Licht über eine Blinker-Funktion verfügt. Wir haben den Helm getestet, um herauszufinden, ob er tatsächlich einen Mehrwert für die Sicherheit im Straßenverkehr bietet.
Design und Tragekomfort
Der Lumos Street passt mit seiner Topfform eher zu Skatern oder BMX-Fahrern als zum klassischen Radfahrhelm. Auf dem Kopf des Testers sitzt er stabil. Im Paket liegen alternativ noch andere Einlagen zum Anpassen des Helms. Wer einen Zopf hat, der kann diesen durch eine Öffnung nach außen führen.
Bequem sitzen tut er - jedenfalls auf meinem Kopf. Den Helm gibt es in 5 verschiedenen Farben für je rund 180 Euro. Beim ersten Aufsetzen fiel mir sofort das recht hohe Gewicht von über 450 Gramm (nachgewogenen) auf.
Funktionen und Bedienung
Der Lumos Street ist ein normaler Helm, der zudem ein paar clevere Zusatz-Features hat: An der Front sitzt eine LED-Leiste, die zusätzlich weißes Licht liefert. Hinten sind rote LEDs eingebaut, zudem kann man links und rechts blinken. Was zunächst wie ein überflüssiges Feature wirkt, ergibt spätestens dann Sinn, wenn man mit einem E-Scooter unterwegs ist. Hier sollte man idealerweise nicht die Hand vom Lenker nehmen - dank des Helms kann man aber dennoch anzeigen, wenn man abbiegen möchte.
Auf der linken Seite sitzt der Schalter, mit dem sich die LEDs an Front und Rückseite einschalten lassen. Standardmäßig leuchtet das vordere Licht dauerhaft, die LEDs auf der Rückseite blinken hektisch. Das ist in diesem Fall auch erlaubt, blinkende Lichter sind nur direkt am Fahrrad verboten. Dazu auch wichtig zu wissen: Das Licht am Helm ist ein Zusatz, es ersetzt nicht die notwendige Beleuchtung, damit das Fahrrad straßentauglich ist.
Die Blinker lassen sich im Test am einfachsten über die mitgelieferte Fernbedienung nutzen. Diese wird über eine Halterung und zwei Gummis am Lenker des Rads oder eines E-Scooters befestigt. Alternativ kann man sie in der Hand halten (etwa auf dem Longboard). Das Prinzip ist simpel: Ein Druck auf L lässt den Helm links blinken, R blinkt auf der rechten Seite. Der Effekt ist klar zu erkennen.
Die Fernbedienung lässt sich zudem als „automatisches Bremslicht” nutzen. Diese Funktion ist noch im Test, aber ziemlich praktisch: Einmal aktiviert, erkennt der Helm, wenn die Fernbedienung ruckartig abbremst. Das interpretiert er als Bremsen und lässt die komplette Rückseite hellrot aufleuchten. Die L- und R-Knöpfe befinden sich analog in der App. Wer sein Handy also am Rad befestigt hat, muss die Fernbedienung nicht zwingend verwenden (wir fanden sie im Test bequemer als die App). Besitzer einer Apple-Watch können diese mit dem Helm koppeln. Sobald man die Hand zum Abbiegen ausstreckt, blinkt der Helm entsprechend. Das funktioniert in beide Richtungen, intuitiv ist es aber vor allem auf der Seite, auf der die Uhr sitzt.
Lichtleistung und Akkulaufzeit
Die Lichtleistung der LEDs hellt Nachts die Gegend auf. Die vordere LED-Leiste liefert ordentlich viel Licht. Im Praxistest hatten wir keine Probleme, einen komplett verdunkelten Raum aufzuhellen. Der stärkste Lichtkegel reicht ca. 3 bis 4 Meter nach vorne, reflektierende Objekte sieht man noch deutlich weiter. Der Nachteil: Die grellen LEDs können durchaus blenden, entsprechend sollte man aufpassen, wenn man andere Fahrer direkt anleuchtet.
Sind alle Leuchten auf Dauerlicht geschaltet, hält der Helm bis zu vier Stunden durch. Die Laufzeit erhöht sich deutlich, wenn man die Lichter, etwa an der Rückseite, dauerhaft blinkend stellt. Wie voll die Batterie noch ist, kann man jederzeit in der App abfragen (mehr dazu im Abschnitt App).
App-Funktionen
Neben der Steuerung des Blinkers liefert die App weitere Funktionen. Sie verbindet sich per Bluetooth mit dem Helm, muss also entsprechend in der Nähe sein. Anschließend sieht man den Ladezustand und kann im Hilfe-Bereich etwa eine neue Firmware einspielen oder in eine (etwas holprig übersetzte) deutsche Version wechseln.
Das Highlight sind aber die drei Konfigurationsmöglichkeiten, in denen man bestimmte Leuchtmuster einstellen kann. Dabei hat man überraschend viele Möglichkeiten. So kann man etwa wilde Blinkmuster für Front- und Rückseite einstellen und zudem mit der Helligkeit spielen. Sobald ein gewünschtes Muster erstellt wurde, kann man es an den Helm schicken. Dort erreicht man es, indem man kurz auf den Power-Schalter drückt. Das ist praktisch gelöst und es macht tatsächlich Spaß, sich ein individuelles Muster zu überlegen.
Laden und Akku
Weniger gut gefällt uns die Ladetechnik. Lumos setzt auf einen magnetischen Adapter, der festgeklippt wird. Auf der anderen Seite ist ein USB-A-Stecker, entsprechend kann man den Helmakku mit einem klassischen Smartphone-Ladeadapter auffüllen. Grundsätzlich funktioniert die Ladetechnik gut, allerdings ist es nervig, dass man einen weiteren Adapter mitschleppen muss. Wir hätten es bevorzugt, wenn am Helm ein Micro-USB- oder USB-C-Anschluss eingebaut wäre, sodass man kein spezielles Kabel benötigt. Der mitgelieferte Adapter lädt nicht nur den Helm, sondern die Fernbedienung, die jedem Helm beiliegt. Helm und Fernbedienung lassen sich zeitgleich laden, dazu muss die Fernbedienung auf der Innenseite in einer speziellen, magnetischen Aussparung stecken.
Sicherheitsaspekte
Der Helm erfüllt die für Europa wichtige Norm EN1078, mit der alle Schutzhelme ausgestattet sein müssen, die in der EU auf den Markt kommen.
Tatsächlich macht er aber den Straßenverkehr deutlich sicherer. Da er höher getragen wird als die meisten anderen Rücklichter, sehen ihn auch hoch sitzende Fahrer von LKWs oder SUVs deutlich.
Alternativen
Der Uvex Urban Planet LED bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich. Er lässt sich sehr angenehm tragen und perfekt auf die Kopfform und Kopfgröße einstellen. Der Urban Planet ist sehr robust und mit einem rückseitigen LED-Licht ausgestattet. Zusätzliche Vorteile sind reflektierende Gurtbänder, ein weiches Kinnpolster und ein durchdachter Verschluss.
Wenn die Insekten fliegen, die Sonne knallt, der Regen peitscht oder der Wind pfeift, ist der Uvex Finale Visor das optimale Modell. Denn er verfügt über ein klappbares Visier. Zudem ist der Fahrradhelm mit Beleuchtung und Insektenschutz ausgestattet.
Dieses Feature ist einmalig: Der Abus Pedelec 2.0 hat einen Regenschutz integriert, der hinten in einem Geheimversteck untergebracht ist. Nasse Haare im Regen gehören somit der Vergangenheit an. Für bestmögliche Erkennbarkeit im Dunkeln ist der Helm zudem mit einem LED-Licht ausgestattet.
Farblich ist der schicke POC Omne Beacon Mips ein echter Hingucker. Speziell in der Lackierung in leuchtendem Orange und mattem Grün ist der POC Omne Beacon Mips ein echter Hingucker.
Ein vernünftiger Helm muss nicht viel kosten: Das beweist der Fischer Urban Plus Brooklyn. Für gerade mal rund 30 Euro bietet er Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, einen gepolsterten Kinnriemen und in die Helmgurte eingewebte Reflexstreifen. Außerdem zeichnet sich der leichte Fahrradhelm durch einen guten Tragekomfort aus.
Der Uvex Urban Planet LED ist der ideale Helm für alle, die auf einem Fahrrad im Straßenverkehr optimal geschützt sein wollen. Aber auch auf Inlineskates, dem E-Scooter oder im Gelände auf dem Mountainbike bietet der extrem robuste Helm sehr guten Schutz.
Testergebnisse
Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8).
»Der etwas schwere, aber gut verarbeitete Helm von Uvex geht als Testsieger hervor. Das Innenfutter dient gleichzeitig als Insektenschutz und vermittelt angenehmen Tragekomfort. Das Kopfband ist 6-fach höhenverstellbar und mittels Drehrad im Umfang verstellbar. Er besitzt Reflektorstreifen in den Trageriemen und ist mit einem aktiven Licht an der Rückseite (3 Modi) ausgestattet.
Technische Daten (Lumos Matrix)
Hier sind die technischen Daten des Lumos Matrix Fahrradhelms:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Größe | Länge: 27cm, Breite: 21cm, Höhe: 18cm |
| Gewicht | 580g (ohne MIPS), 590g (mit MIPS) |
| LEDs | Vorne: 22 weiße LEDs, Hinten: 77 RGB LEDs, Bis zu 1000 Lumen |
| Funktionen | Automatisches Bremslicht, Blinker |
| Batterie | Akkulaufzeit: 4-10 Stunden (je nach Einstellung), 3.7V 1800mAh Lithium Polymer Akku, Ladezeit: 5 Stunden |
| Wireless | Bluetooth 4.0 |
| Kompatibilität | Apple Watch, Apple Health, Strava |
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