Elektrobikes liegen voll im Trend und verdrängen das normale Fahrrad immer mehr. Doch hat das E-Bike auch in Sachen Trainingseffekt seine Berechtigung? KARL räumt mit Vorurteilen auf, stellt eine Studie vor und hat bei Fitness-Experte Tim Böhme nachgefragt. Lange galten Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung lediglich als Fortbewegungsmittel für Versehrte oder bequeme Menschen. Doch die Forschung zeigt: Auch das Fahren mit einem E-Bike, wie Pedelecs häufig genannt werden, kann Herz und Muskulatur trainieren. E-Bikes sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Ein Motor unterstützt das Treten und beschleunigt bis zu 25 Stundenkilometer, bevor er automatisch gedrosselt wird. Doch das E-Bike ist für viele nicht nur ein praktischer Alltagsbegleiter, sondern auch ein beliebtes Gerät für mehr Bewegung. In einer Studie aus dem Jahr 2022 dachte jeder fünfte Befragte darüber nach, in den nächsten drei Jahren ein E-Bike zu kaufen. Und das auch, weil E-Bike fahren gesund sein soll. In einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) waren jedenfalls Fitness und Gesundheit wichtige Gründe, sich ein Fahrrad mit Tretunterstützung anzuschaffen.
Für ihre Forschungsarbeit hatten die Sportwissenschaftlerinnen Hedwig Boeck und Johanna Boyen gemeinsam mit ihrem Team die Daten von 1.250 E-Bikerinnen und E-Bikern und noch mal halb so vielen Menschen, die ein Fahrrad ohne Motor nutzen, gesammelt. Eine Smartwatch maß die Herzfrequenz am Handgelenk und erfasste Zeiten und Strecken. Wie weit, wie schnell, wie viele Herzschläge pro Minute - insgesamt brachten knapp 60.000 Ausflüge die Datengrundlage. Die Auswertung überraschte selbst die Forscherinnen: „Bei der Herzfrequenz unterschieden sich die beiden Gruppen mit und ohne Antrieb nur geringfügig“, erzählt Boeck. „Der Herzschlag lag jeweils in einem Bereich, der gute Trainingseffekte hat.“ Gute Nachrichten also für Gesundheit und Fitness: Auch beim E-Bike fahren wird das Herz gefordert.
Die Vorteile des E-Bike-Fahrens
E-Bikes im Speziellen können uns dazu bringen, dass wir uns mehr bewegen. Auch wenn die Intensität dabei niedriger ist als beim konventionellen Radeln, strengt das Fahren mit dem Pedelec Studien zufolge mehr an als etwa Spazierengehen. Das hat positive Effekte: Untersuchungen zeigen, dass E-Bike fahren Fitness und Gesundheit verbessern kann. Pedelec fahren kann außerdem dafür sorgen, dass wir uns insgesamt wohler fühlen.
Gelenkschonung
Vorteil: E-Bike fahren schont die Gelenke Während beim Joggen bei jedem Schritt ein Vielfaches des Körpergewichts auf den Fuß- und Kniegelenken landet, schont Radfahren die Gelenke. Damit kann Fahrradfahren für Menschen mit Gelenkproblemen bei Übergewicht oder entzündlichen Erkrankungen wie einer Arthritis vorteilhaft sein. Die Betroffenen können mit dem E-Bike aktiv sein, ohne die Gelenke übermäßig zu beanspruchen.
Das kontinuierliche Treten beim Radfahren stärkt unter anderem die Beinmuskulatur. Auch Po und Arme, Rücken und Füße werden beansprucht. Eine starke Muskulatur entlastet wiederum die Gelenke.
E-Bike fahren bei Vorerkrankungen
Der „elektrische Rückenwind“ ermöglicht es auch Menschen mit Vorerkrankungen oder solchen, die sich nicht ganz so fit fühlen, in die Pedale zu treten. Das bestätigte sich auch bei der Hannoveraner Fahrrad-Studie: „Die Teilnehmenden der E-Bike-Gruppe waren deutlich älter, hatten einen höheren BMI, häufiger chronische Erkrankungen und nahmen mehr Medikamente ein“, sagt Boeck. Auf ein normales Rad hätten sie sich vielleicht nicht getraut. „Das E-Bike gibt ihnen die Sicherheit, dass sie körperlich aktiv sein können, ohne sich zu überanstrengen.“
Vorerkrankte sollten dennoch ärztlichen Rat einholen, bevor sie mit dem E-Bike fahren anfangen. Denn es gibt einiges zu beachten: Jemand, der sich Insulin spritzt, etwa wegen eines Typ-2-Diabtes, und plötzlich eine lange Strecke fährt, muss seinen Blutzucker im Auge behalten. Menschen mit Bluthochdruck sollten vor allem am Anfang die Anstrengung gut dosieren, um Herz und Kreislauf nicht zu überlasten. Als Faustregel empfiehlt Boeck: „Fahren Sie so, dass Sie sich beim Fahren noch unterhalten können, ohne aus der Puste zu kommen.“
Motivation und psychisches Wohlbefinden
Sportwissenschaftlerin Boyen, die ebenfalls an der Hannoveraner E-Bike-Studie beteiligt war, ist überzeugt, dass viele ihrer Probandinnen und Probanden ohne E-Bike kaum auf das Rad steigen würden oder anderweitig aktiv wären: „Einige haben sich vor dem Kauf ihres Pedelecs nur wenig oder gar nicht bewegt. Mit dem E-Bike steigern sie ihre körperliche Aktivität enorm.“ Der Motor nimmt die Sorge vor hügeligem Gelände, starkem Gegenwind und öden Strecken. Auch längere Distanzen oder Steigungen lassen sich damit problemlos bewältigen. „Das Schönste wäre, wenn sich die Leute, die sich das mit dem normalen Rad noch nicht oder nicht mehr zutrauen, durch unsere Studie ermutigt fühlen, ein E-Bike auszuprobieren und sich dadurch mehr bewegen“, so Boyen.
Gerade Ältere, die mit der Zeit auf natürliche Weise geistig abbauen, können vom Pedelec fahren besonders profitieren. Eine im Jahr 2019 veröffentlichte Studie ergab, dass dreimal wöchentlich eine halbe Stunde radeln den Kopf fitter macht: Die Reaktionszeiten, die sogenannten exekutiven Funktionen - also die Fähigkeit, Aufgaben zu planen, zu organisieren und zu erledigen - waren nach zwei Monaten merklich besser.
E-Bike vs. Mountainbike: Wer hat den größeren Trainingseffekt?
Studie belegt: E-Bike fahren macht fitter Im Juni 2022 wurde im European Journal of Apllied Physiology eine Studie veröffentlicht, in der sich Forscher der University of Colorado mit dem Thema E-Bikes befassten. Dabei ging es den Amerikanern vor allem darum, zu testen, ob das Fahren auf dem E-Bike für Menschen, welche sonst nicht oft trainieren, ein vollwertiges Workout sein kann.
20 Probanden - männlich wie weiblich - sollten mindestens dreimal pro Woche 40 Minuten mit dem E-Bike unterwegs sein. Einen Monat lang. Die Geschwindigkeit sollte nach eigenem Wohlbefinden frei gewählt werden. Dabei benutzten die Teilnehmer der Studie Pedelecs, also E-Bikes, die nicht von allein fahren. Im Voraus wurden die Probanden im Labor auf Herz und Nieren geprüft.
Das Ergebnis: Alle Teilnehmer hatten sich an die zeitliche Vorgabe gehalten, die meisten saßen sogar bis zu 50 Prozent länger im Sattel als verlangt. Auch die Intensität war durchaus hoch. Der durchschnittliche Puls lag bei 75 Prozent der jeweiligen Höchstgrenze. Die Probanden hatten also ein moderates Workout. Und am wichtigsten: Jeder einzelne hatte deutlich bessere Fitness- und Gesundheitswerte im abschließenden zweiten Labor-Test.
Diese beiden Ergebnisse der Studie zeigen, dass das E-Bike allein schon durch die sich bietenden erweiterten Möglichkeiten positive Effekte mit sich bringt. Die Motivation, sich öfter und länger zu bewegen, stieg bei allen Studienteilnehmern. Die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Gesundheit und Fitness sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.
Auch eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigte außerdem einen weiteren positiven Effekt der elektrisch unterstützten Räder. Das norwegische Institut für Transportwirtschaft ermöglichte 66 Norwegern aus der Hauptstadt Oslo für zwei bis vier Wochen unbegrenzten Zugang zu E-Bikes und verglich im Anschluss deren Fahrgewohnheiten mit 160 Teilnehmern mit Fahrrädern.
Die Auswertung der Daten ergab, dass die Probanden mit Elektrobike-Zugang signifikant öfter und auch länger unterwegs waren. Der Studie nach war die durchschnittliche Anzahl an täglichen Fahrten mit dem E-Bike höher (1,4) als die Fahrten mit dem normalen Rad (0,9). Auch die durchschnittlich zurückgelegte Distanz betrug bei den E-Bike-Fahrern mit 10,3 Km deutlich mehr als die Fahrten mit dem unmotorisierten Pendant (4,8 Km).
Trainingseffekt dank E-Biken?
Wenn es um den Trainingseffekt von Elektrobikes geht, könnte man sich vorstellen, dass dieser lediglich für nicht ganz so fitte Hobbysportler relevant ist. Doch auch der Mountainbike-Marathon-Profi Tim Böhme vom Team Bulls, der zudem als Fitness-Experte für das Radlabor Frankfurt aktiv ist, sitzt immer wieder gerne auf dem E-Bike. So startete Böhme im April 2022 auch bei einem E-Bike-Rennen in den USA.
"Das war ein großer Spaß", berichtet der MTB-Profi. "Zwar war es eher ein Show-Event mit noch relativ losen Regeln, doch da steckt unheimliches Potenzial darin." Vor allem habe er gemerkt, dass der athletische Anspruch auf dem Elektrobike "um einiges höher" als beim normalen Bike sei, da man Masse bewege. "Das habe ich auch am Muskelkater am Tag danach festgestellt", so der Fitness-Experte weiter, "außerdem hatte es den positiven Nebeneffekt, dass das normale Rad danach vom Handling her leichter wirkte."
Auch sonst sei der Trainingseffekt beim E-Bike fahren nicht zu unterschätzen - nicht nur für Hobbysportler. "Grundsätzlich ist es gleich anstrengend", vergleicht Böhme die beiden Rad-Typen. "Man ist auf dem E-Bike nur schneller unterwegs." Zwar verleitet die Motorunterstützung laut Böhme dazu, sich weniger anzustrengen und mit weniger Aufwand das gleiche Tempo wie sonst zu fahren, "aber es macht doch viel mehr Spaß, mit 18 km/h bergauf zu fahren als mit 10 km/h oder weniger. Das spornt sogar an, noch eher an die Belastungsgrenze zu gehen."
Für sich selbst als MTB-Marathon-Fahrer könne er sich zudem durchaus einen positiven Effekt für die Rennvorbereitung vorstellen. "Downhill-Fahrer fahren ihren Kurs vor dem Rennen mit Motocross-Bikes ab, um die hohen Geschwindigkeiten zu trainieren", weiß der Fitness-Experte. "Als Marathon-Fahrer könnte man mit einem E-Bike die Strecke mit Trainingsanstrengung abfahren und durch die Unterstützung dennoch Renngeschwindigkeit fahren - und die richtige Linienwahl trainieren."
Von Vorurteilen gegenüber den elektrisch unterstützten Rädern hält Böhme nichts. "Mit dem E-Bike ist es im Prinzip wie mit dem Handicap im Golf, nur gesellschaftlich nicht so toleriert", so der Mountainbike-Profi. "Das muss jeder selbst mal probieren." Beim Golf bietet das Handicap schwächeren Spielern die Möglichkeit, mit stärkeren zusammenzuspielen.
Für Fahrten in Gruppen mit Sportlern auf unterschiedlichem Leistungsstand könnte das E-Bike genauso Abhilfe schaffen, spinnt Böhme den Gedanken weiter. "So könnte man ohne Probleme zusammenfahren und dennoch kann jeder seinen eigenen Möglichkeiten entsprechend fahren. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das für Pärchen eine interessante Sache wäre." Nur, dass eben beim E-Bike der Profi nicht wie beim Golf ein Handicap bekommt, sondern der Hobbyfahrer einen unterstützenden Elektromotor.
Tipps, um mit dem E-Bike fit zu werden
Um das E-Biken als Sportart optimal zu nutzen, ist es ratsam, verschiedene Fahrtechniken und -stile zu erlernen. Dies kann helfen, die Muskeln effektiver zu trainieren und das Training abwechslungsreicher zu gestalten.
Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihr E-Bike-Training optimieren können:
- Starte mit kurzen Strecken: Wenn du dich noch nicht so fit fühlst, beginne mit kürzeren Fahrten auf einfachen Strecken. So bekommst du ein Gefühl für dein E-Bike und dafür, zu was du im Stande bist. Versuche dann auch längere Strecken zu fahren, um den geringeren Kraftaufwand im Vergleich zum Fahrrad zu kompensieren. Steige vor allem häufig und regelmäßig auf dein E-Bike.
- Plane deine Route: Versuche am Anfang, nicht zu anspruchsvolle Strecken zu wählen. Auch mit Motor kannst du bergauf an deine Grenzen gehen. Wenn du zu häufig in einer höheren Unterstützungsstufe unterwegs bist, verkürzt sich automatisch auch deine Reichweite. Plane deine Route also mit Bedacht, damit dir am Ende nicht der Akku ausgeht.
- Wähle eine niedrige Unterstützungsstufe: Sobald du dir deiner Fitness bewusst bist, kannst du die Unterstützungsstufe verringern, damit du schlussendlich einen größeren Trainingseffekt hast. Auf der flachen Straße kannst du mit minimaler Unterstützung oder ausgeschaltetem Motor durchaus gut fahren. Spare dir die Top-Unterstützung für die steilsten Steigungen oder die letzten Kilometer.
- Erholung einplanen: Gönne dir nach deinen E-Bike-Touren auch etwas Ruhe. Die Erholung ist genauso wichtig wie für Fahrer:innen, die mit einem Fahrrad ohne Motor unterwegs sind. Schließlich kann eine anspruchsvolle Fahrt auf deinem E-Bike genauso ermüdend sein - insbesondere wenn du mit deinem E-Bike länger als üblich unterwegs bist.
- Entscheide dich für das E-Bike und lass das Auto stehen: Der Weg ins Büro ist eine gute Gelegenheit zum E-Biken. Auch ein Treffen mit Freunden im Nachbarort oder kleine Besorgungen in der Stadt lassen sich mit dem E-Bike problemlos meistern. Schlussendlich geht es darum, dich im Alltag so viel wie möglich zu bewegen und damit deine Fitness zu steigern.
- Hab Spaß!: Genieße die frische Luft, die Natur und neuen Eindrücke. Jede Minute, die du draußen verbringst, wird dir dein Körper danken. Denn dein Körper braucht das Sonnenlicht unter anderem für die Produktion von Vitamin D.
E-Bike Typen
Als E-Bike werden umgangssprachlich alle Zweiräder betitelt, die durch einen Elektromotor unterstützt werden.
- Pedelec: Pedelecs sind Fahrräder mit elektrischer Unterstützung, bei denen der Motor nur dann aktiv ist, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Die Motorunterstützung erfolgt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Sobald der Fahrer aufhört, zu treten oder schneller als 25 km/h fährt, schaltet sich der Motor ab. Pedelecs sind rechtlich dem Fahrrad gleichgestellt.
- S-Pedelec: Die schnellen Pedelecs funktionieren ähnlich wie die normalen Pedelecs. Ihre Motorunterstützung schaltet sich aber erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab. Sie gehören rechtlich zu den Kleinkrafträdern.
- E-Bike ohne Strampeln: Wer vorwärtskommen, sich dabei aber nicht anstrengen möchte, der kann auf ein E-Bike umsteigen. E-Bikes haben einen Elektroantrieb, der durch einen Drehgriff oder einen Schaltknopf angeschaltet wird. Der Fahrer muss dabei nicht selbst in die Pedale treten.
Das Unfallrisiko
Größte Kritik am flotten Vergnügen: die Unfallgefahr. Zumindest in den Sommermonaten vergeht kaum ein Tag, ohne dass die Nachrichten einen Pedelec-Unfall melden. Die hohen Geschwindigkeiten, mit denen viele unterwegs sind, führen zu häufigeren und zu schwereren Stürzen. Das Risiko einer ernsthaften Verletzung ist bei älteren Menschen höher als bei jüngeren. Um das Unfallgeschehen genauer beleuchten zu können, führen die beiden Hannoveraner Forscherinnen aktuell eine groß angelegte Unfallstudie durch.
Tipps für sicheres E-Bike fahren
Schon heute lautet die wichtigste Empfehlung der Sportwissenschaftlerinnen Boeck und Boyen: vor dem Kauf eines E-Bikes ein Fahrtraining machen, um den sicheren Umgang zu lernen. Spezielle Kurse für sicheres E-Bike fahren bieten beispielsweise Verkehrsschulen und -wachten an. „Die hohen Geschwindigkeiten beim E-Biken erfordern wichtige Kompetenzen, etwa eine schnelle Reaktionsfähigkeit, gutes Gleichgewicht, Sicherheit beim Ausweichen von Hindernissen“, betont Boyen. Denn: E-Bikes sind meist um einiges schwerer als ein normales Fahrrad. Man erreicht, wenn man Turbo fährt, Hindernisse rasch und manchmal schneller als einem lieb ist. Durch das Gewicht ist der Bremsweg außerdem länger als bei einem herkömmlichen Fahrrad.
Spezielle Fahrtrainings sind vor allem für Leute sinnvoll, die vorher noch nie auf dem Rad saßen oder bei denen die letzte Tour schon eine Weile zurückliegt. Die vermittelten Tipps und Tricks verhindern unnötige Stürze, sorgen für optimalen Fahrspaß und verbessern die Sicherheit, wie eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg mit älteren Menschen bestätigte. Zwingend notwendig ist in jedem Fall ein Helm. Er verhindert unter anderem Kiefer- und Gesichtsverletzungen - eine häufige Folge von Unfällen mit dem Fahrrad. E-Bike fahren birgt ein größeres Unfallrisiko als Touren mit einem „normalen“ Fahrrad.
Mythen über das E-Bike fahren
Es gibt viele Vorurteile gegenüber dem E-Bike-Fahren. Hier sind einige der häufigsten Mythen:
- E-Bike fahren ist nur etwas für alte Menschen? E-Bikes erfreuen sich in allen Altersgruppen großer Beliebtheit.
- E-Bike fahren ist unsportlich? Von wegen. Die am meisten verkauften Pedelecs waren zuletzt Mountainbikes. Mountainbiking gilt als besonders effektives Ausdauertraining. Mittlerweile haben zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt, dass regelmäßige Fahrten mit dem Pedelec gesund sind und fit halten.
- Beim E-Bike fahren hat man keinen Trainingseffekt? In der Studie der MHH lag die Herzfrequenz der Teilnehmenden mit E-Bike nur geringfügig unter der von Radlerinnen und Radlern mit klassischem Fahrrad. Damit war der Herzschlag in einem Bereich, der gute Trainingseffekte hat. Das zeigt: Auch beim E-Bike fahren wird die Fitness gefördert.
- E-Bike fahren vor allem Frauen? Eine Umfrage, die im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit durchgeführt wurde, hat gezeigt: Die meisten E-Bike-Käufer sind Männer.
Die Vorteile des Radfahrens im Allgemeinen
Körperlich aktiv zu sein ist gesund. Regelmäßiges Radfahren senkt das Risiko, vorzeitig zu versterben im Mittel um 10 Prozent. Radfahren nützt Menschen mit Diabetes: Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass schon eine Stunde Fahrradfahren pro Wochen über fünf Jahre ausreicht, um das Sterblichkeitsrisiko bei Diabetes zu senken.
Radfahren kann einen positiven Effekt auf die Psyche haben: Studien legen zudem nahe, dass Radfahren mit weniger Stress, einer besseren Stimmung und einer höheren Lebenszufriedenheit verbunden sein kann. Wer statt Bus, Bahn oder Auto das Rad nimmt, um zur Arbeit zu fahren, kann wissenschaftlichen Ergebnissen zufolge mehr Spaß am täglichen Arbeitsweg empfinden, weil besonders auf der Rückfahrt nach der Arbeit durch das Fahrradfahren vermehrt Stresshormone abgebaut werden.
Radfahren stärkt den sozialen Zusammenhalt: Eine Studie der Fernuni Hagen zeigt: Radfahren scheint mit einem guten Miteinander in der Stadt einherzugehen. Die Forscher der Uni analysierten Umfragedaten aus deutschen Städten und fanden heraus, dass Radfahren unter anderem mit nachbarschaftlicher Solidarität verknüpft zu sein scheint. Gründe hierfür könnten sein, dass Radfahrer ihre Umgebung bewusster wahrnehmen, weil sie etwas langsamer unterwegs sind. Außerdem hören sie eher das Grüßen der Nachbarn und können auf dem Rad leichter mit anderen ins Gespräch kommen. Forscher mutmaßen, dass solche alltäglichen Begegnungen die eigene Nachbarschaft stärken.
E-Bike fahren ist gesund für das Herz-Kreislauf-System:
Die Auswertung der fast 60.000 Fahrten zeigten: E-Bike-Fahrer waren 135 Minuten pro Woche auf ihren motorisierten Bikes unterwegs. Allein dadurch konnten sie zwei Drittel des WHO-Bewegungsziels von 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche erreichen und damit ihrer Gesundheit Gutes tun. Weiterhin zeigte die Analyse der Fahrten: Das Herz-Kreislauf-System wurde nahezu genauso intensiv gefordert wie beim herkömmlichen Radfahren. Diese sportliche Betätigung wiederum hilft, das Herzinfarkt-, Krebs- und Diabetes-Risiko zu senken.
Ein weiteres Ergebnis: Fahren mit dem E-Bike ist gut für Muskeln und Gelenke. Während beim Joggen ein Vielfaches des Körpergewichts auf den Fuß- und Kniegelenken lastet, schont E-Bike-Fahren die Gelenke. Für Menschen mit Gelenkproblemen wie Arthrose oder bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis kann das E-Bike also vorteilhaft sein. Das kontinuierliche Treten beim E-Bike-Fahren stärkt insbesondere die Beinmuskulatur. Auch Po und Arme, Rücken und Füße werden beansprucht.
Ein E-Bike kann auch Menschen, die chronisch krank sind oder an Übergewicht leiden, ein Gefühl von mehr Freiheit geben. Sie können körperlich aktiv sein, ohne Angst haben zu müssen, der körperlichen Belastung nicht gewachsen zu sein.
Eine weitere Studie zeigte, dass E-Bike-Fahren wichtige Gehirnfunktionen verbessern kann. Teilnehmende, die dreimal pro Woche 30 Minuten Fahrrad fuhren, schnitten bereits nach acht Wochen bei kognitiven Tests besser ab als Kontrollpersonen, die nicht Rad fuhren. Egal, ob die Radler ein herkömmliches Fahrrad oder ein E-Bike nutzten: Sie waren schneller und genauer bei Wahrnehmungs- und Denkaufgaben. Auch das Wohlbefinden und der psychische Zustand besserten sich.
Wie man den Kalorienverbrauch auf dem E-Bike berechnet
- MET-Methode (Metabolic Equivalent of Task): Die MET-Methode basiert auf dem Konzept der metabolischen Äquivalente (METs), die den Energieverbrauch während einer bestimmten Aktivität im Verhältnis zum Ruheumsatz messen. Der Ruheumsatz beträgt ungefähr 1 MET. Der MET-Wert beim Radfahren variiert je nach Intensität.
- Einige E-Bikes oder Fitness-Tracker verfügen über Sensoren und Algorithmen, die den Kalorienverbrauch anhand von Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Herzfrequenz und anderen Faktoren schätzen können. Diese Geräte berechnen den Kalorienverbrauch in Echtzeit während der Fahrt und können genauere Ergebnisse liefern als die MET-Methode.
Wichtig: Diese Berechnungen sind nur Schätzungen und individuelle Unterschiede wie Gewicht, Geschlecht, Fitnessniveau und Terrain berücksichtigt werden müssen.
E-Biken als Verjüngungskur?
e-Bike fahren und Stress senkenAuch die psychischen Nebeneffekte des e-Bikens machen wortwörtlich glücklich. Ausdauersportler sind psychisch und physisch belastbarer als Untrainierte und lassen sich nicht so leicht stressen. Noch dazu lässt das e-Bike Fahren das Stresslevel im Alltag von vornherein sinken. Weniger anstrengendes Stehen im Stau, Warten auf den Zug oder Suchen nach einem Parkplatz spart Nerven und gestaltet den Tag flexibler. e-Bikes machen das Leben einfach leichter!
Zusammenfassung
Das E-Bike ist eine großartige Möglichkeit, Gewicht zu verlieren und fit zu bleiben. Es ermöglicht Ihnen, Kalorien zu verbrennen und gleichzeitig den Spaß am Radfahren zu erleben. Das E-Bike-Fahren kann also trotz des Elektromotors als sportliche Aktivität angesehen werden. Es erfordert den Einsatz von Muskeln, insbesondere der Beine und des Rumpfes, um das Fahrrad zu bewegen und das Gleichgewicht zu halten. Und wissenschaftliche Studien bestätigen, dass das E-Bike-Fahren zu einer vergleichbaren muskulären Beanspruchung führt wie das konventionelle Fahrradfahren.
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