Eine Radreise durch die idyllische Landschaft des Mains beginnt idealerweise in Bayreuth und verläuft über Bamberg und Aschaffenburg nach Mainz. Die gut ausgeschilderte Route des Main-Radwegs mit seinem flachen Relief, führt zwischen Weinreben und Hopfen hindurch und begeistert Jung und Alt mit einer abwechslungsreichen Landschaft. Dichte Wälder wechseln sich mit den charakteristischen Weinanbaugebieten ab.
Etappe 1: Bayreuth und Umgebung
Die Anreise nach Bayreuth wird am besten individuell mit dem eigenen Fahrzeug oder mit der Bahn geplant. Eine frühzeitige Anreise ist empfehlenswert, um sich in der Stadt noch ein bisschen umzusehen, bevor es mit dem Rad weiter geht. Wer an die Wagnerstadt denkt, dem kommt zuerst das berühmte Festspielhaus, das der Komponist eigens für seine Zwecke erbauen ließ, in den Sinn. Auch das Wohnhaus Richard Wagners, die Villa Wahnfried, ist Besuchern der Innenstadt teilweise zugänglich.
Bayreuth liegt in Bierfranken - also im bayerischen Teil Frankens und ist somit auch besonders prädestiniert, um den lokalen Gerstensaft in der prachtvollen Innenstadt zu verkosten. Wer in Bayreuth die Tour auf dem Mainradweg beginnt, fährt zu Beginn Richtung Lichtenfels und kann einen Abstecher nach Kulmbach einlegen. In der oberfränkischen Stadt wird seit über 600 Jahren Bier gebraut - ein Besuch im Bayerisches Brauerei- und Bäckereimuseum lohnt sich also. Über der Stadt thront die Plassenburg.
Etappe 2: Lichtenfels, Hallstadt und Bamberg
Nach einem Frühstück in der Kreisstadt Lichtenfels ist Hallstadt schnell erreicht. Kurz vor den Toren Bambergs liegt Hallstadt. Im beschaulichen Fachwerkstädtchen Bamberg, das seit 1993 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, gibt es viel zu sehen. Zum Beispiel eines der schönsten Rathäuser Deutschlands. Das historische Gebäude prangt direkt über den seichten Wellen der Regnitz und ist mit seinen gotischen Stilelementen sofort zu erkennen. Die gemütlichen engen Gassen laden zu einem Spaziergang ein.
„Klein Venedig“ wird das Wasserviertel der Stadt auch liebevoll genannt. Denn hier haben die kleinen Häuschen im Vorgarten alle direkten Zugang zum Fluss. Im historischen Brauereiausschank der Stadt kann man das „Schlenkerla“, das berühmte Rauchbier, sowie ein „Schäuferle“, einen zarter Braten aus der Schweinsschulter, probieren und mit diesen oberfränkischen Spezialitäten auch die kulinarische Entdeckungsreise am Main fortsetzen.
Etappe 3: Durch das Fränkische Weinland
Die dritte Etappe führt durch das zunächst weite Tal des Mains, ehe sich die Hänge des Steigerwaldes und der Haßberge immer mehr dem Fluss nähern. Kurz nachdem Eltmann passiert ist, öffnet sich das Maintal erneut und das Fränkische Weinland breitet sich aus. Mit der fränkischen Leichtigkeit im Rücken führt es die Radfahrer auf der Route an den traumhaft gelegenen Regionen der Weinberge vorbei, wobei es vereinzelt Gelegenheit zu einer Weinprobe gibt.
Die Wallfahrtskirche Maria Limbach, kurz hinter der Ortschaft Eltmann, ist ein erstes kulturelles Highlight des Tages. Auf dem weiteren Weg zum Etappenziel radelt man noch durch das malerische Winzerstädtchen Zeil. Sehenswert sind außerdem die gut erhaltenen Teile der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert und der markante Stadtturm mit dem ehemaligen Jagdschloss von 1695. In Haßfurt angekommen, empfiehlt sich noch ein Rundgang durch die Altstadt mit der sehenswerten Stadtpfarrkirche St.
Etappe 4: Theres und Schweinfurt
Auf halbem Weg nach Schweinfurt bietet sich das Örtchen Theres für eine erste Pause an. Zu den Sehenswürdigkeiten von Theres gehören das Historische Rathaus, das ehemalige Kloster und das Schloss Theres. Gemütlich geht es anschließend bis Schweinfurt, einem wichtigen Industriestandort Frankens. Die Stadt hat erstaunlich viele Gesichter und besitzt Sehenswürdigkeiten vergangener Jahrhunderte, aber auch moderne Industriekultur.
In der Altstadt sind das Rathaus, die Heilig-Geist-Kirche und der Pulverturm am östlichen Teil der Stadtmauer von besonderer Bedeutung. Typisch für das Schweinfurter Umland sind die sogenannten “Heckenwirtschaften”.
Etappe 5: Wipfeld und Volkach
Heute nähert man sich immer mehr dem Zentrum des Fränkischen Weinlandes und zahlreiche Rebhänge sind ständiger Wegbegleiter. Auf dem Weg liegt das kleine und geschichtsträchtige Wipfeld, das vor allem durch seine berühmte Weinlage Zehntgraf bekannt ist. Hier lohnt sich eine Pause inmitten historischer Gebäude. So stehen rund um den Marktplatz schöne Fachwerkhäuser, das Rathaus und das ehemalige Würzburger Amtshaus.
Nach dem Mittag wird auf dem weiteren Weg nach Volkach zunächst Fahr, die Stadt des Bocksbeutels passiert. Volkach, das heutige Etappenziel, wurde ebenfalls durch seine Weine sehr berühmt und liegt direkt im mainfränkischen Weinanbaugebiet. Auch hier, wie im gesamten Weinland, wartet die eine oder andere Rebensaftprobe auf die Radler, nachdem ein Spaziergang durch die romantische Altstadt innerhalb der gut erhaltenen Stadtmauern unternommen wurde. Volkach ist besonders bekannt für die Mainschleife, an deren Scheitelpunkt der Ort liegt.
Auf dieser Höhe des Mains wurde durch den Bau eines 6 km langen Kanals, die sogenannte Weininsel geschaffen, auf der sich die Orte Sommerrach und Nordheim befinden. “Das Beste, das uns Gott gesandt, ist edler Wein vom Frankenland” - lautet ein Spruch auf einer Mauer in der Nordheimer Innenstadt.
Etappe 6: Schwarzach, Dettelbach und Kitzingen
Heute führt der Main-Radweg zunächst am Mainkanal entlang, bevor man in Schwarzach wieder auf den Fluss trifft. Auf Höhe der Schleuse Gerlachshausen vereinigt sich der Kanal wieder mit dem Fluss und die Fahrradreise geht entlang des Mainufers weiter. Ein erster Höhepunkt des Tages ist, das von einer Stadtmauer umgebene, Dettelbach. Innerhalb der von 30 Türmen und zwei Stadttoren gekrönten Mauer befindet sich das mittelalterliche Zentrum, das zum Verweilen einlädt.
Anschließend geht es auf ebener Strecke nach Kitzingen. Highlights dieser sehenswerten Stadt sind der historische Marktplatz und Deutschlands ältester Weinkeller. Im Deutschen Fastnachtmuseum dreht sich alles um den Karneval.
Etappe 7: Würzburg
Auf dem Weg bis in die alte Universitätsstadt Würzburg passieren die Radfahrer kleine idyllische Orte in Unterfranken. Doch bevor das heutige Etappenziel Würzburg erreicht ist, radeln die Urlauber durch Marksteft, Segnitz sowie Randersacker. Bei der Ankunft in der Residenzstadt Würzburg erblicken die Radfahrer zuerst die Festung Marienburg, die stolz über der Stadt thront und einen wunderbaren Ausblick bietet.
Mit zahlreichen Museen und Galerien bietet die Stadt Tag für Tag ein anderes Bild. Die imposante Fassade des Kiliansdoms mitten in der Altstadt wirkt nicht nur auf den ersten Blick mächtig. Die Würzburger Residenz ist einer der Touristenmagnete der Stadt und zählt zu den wichtigsten Bauten des süddeutschen Barocks. Heute sind rund mehr als 40 der insgesamt 320 Räume für die Öffentlichkeit zugänglich.
Weinstuben mit viel Lokalkolorit laden bei einem Spaziergang durch die Innenstadt immer wieder zu einer Pause ein, um die lauschige Atmosphäre der Stadt zu genießen. Hier werden aus den Bocksbeuteln die Schoppen gefüllt und andere kulinarische Genüsse wie die Fränkische Bratwurst oder Knödel serviert.
Etappe 8: Von Würzburg nach Gemünden
Heute betrachtet man zunächst in nördlicher Richtung den Main abwärts. Nach etwa 5km erwartet die Radfahrer die erste Sehenswürdigkeit des heutigen Tages: das Kloster Oberzell. Nachdem die Uferseite gewechselt wurde, sind es nur noch wenige Kilometern bis in das Örtchen Veitshöchheim. In Veithöchheim lohnt sich ein Abstecher zum Schloss und ein Spaziergang durch den herrlichen Rokokogarten.
Gegen Mittag gelangt man nach Karlstadt. Die Stadt “Karscht”, wie sie im mainfränkischen Dialekt heißt, beeindruckt mit seinem historischen Stadtbild, zu dem auch zahlreiche Fachwerkhäuser und das historische Rathaus mit Treppengiebel gehört. Schon bald ist nun das Tagesziel in Gemünden erreicht. Die Stadt präsentiert sich als Drei-Flüsse-Stadt.
Der MainRadweg: Ein Paradies für Flussgenießer
Der MainRadweg ist die Paradestrecke für Flussgenießer: Er folgt dem Lauf des Mains von seinen Quellen bis zur Mündung. Im Fränkischen Weinland ist der MainRadweg besonders schön, vereint die Radtour hier doch das Panorama der Weinberge mit herausragenden Städtehöhepunkten. Wer dem Main folgt, taucht aus dem Steigerwald kommend ins Fränkische Weinland ein und erreicht dabei auf dem MainRadweg mit Schweinfurt gleich den ersten Städtehöhepunkt. Von dort begleiten die Radler die vielen Flusswindungen am Main-Dreieck und genießen den Blick auf die Weinberge, die sich steil aus dem Maintal erheben. Dann empfängt Würzburg die Radler auf dem MainRadweg: Hier zählt die fürstbischöfliche Residenz zum Welterbe der UNESCO.
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