Makita Akku Fahrrad Umbau: So rüsten Sie Ihr Fahrrad zum E-Bike um

Keine Lust mehr auf strampeln? Wer schon ein gutes Fahrrad hat, kann mit einem E-Bike-Nachrüstsatz für wenige hundert Euro ein in die Jahre gekommenes Fahrrad mit Motor, Akku und Display upgraden. Die einfache Montage ist selbst von Laien zu stemmen, erfordert aber Zeit. Dafür spart man sich eine ganze Menge Geld - und letztlich wäre es auch schade, ein ansonsten gutes Fahrrad im Keller verstauben zu lassen.

E-Bike Nachrüstsätze: Eine Übersicht

Wer ein neues E-Bike mit Motorunterstützung kaufen will, sollte einen prall gefüllten Geldbeutel mitbringen. Nicht nur, dass die Pedelecs gut und gerne etliche tausend Euro kosten können.

Die Vorteile eines Nachrüstsatzes

  • Kosteneffizienz: E-Bike-Nachrüstsätze mit Front-, Heck- oder Mittelmotor samt Display und Akku gibt es ab 300 Euro.
  • Einfache Montage: Die einfache Montage ist selbst von Laien zu stemmen, erfordert aber Zeit.
  • Nachhaltigkeit: Es wäre auch schade, ein ansonsten gutes Fahrrad im Keller verstauben zu lassen.

Rechtliche Aspekte beim E-Bike Umbau

Wie kann ich mein Fahrrad legal zum E-Bike umbauen? Grundsätzlich darf man sein eigenes Fahrrad umrüsten, das ergab zuletzt auch ein gemeinsames Interview 2021 mit Deutschlandfunk, ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e. V.) und TechStage (ab Minute 20).

Viele Nachrüst-Kits bieten zudem einen Gashebel. Den sollte man nicht anbringen, da solch ein Hebel im öffentlichen Verkehr auf deutschen Straßen nicht erlaubt ist. Der Motor darf ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h beschleunigen; das gilt in Deutschland als Schiebehilfe. Generell darf ein Pedelec, also ein E-Bike ohne Versicherungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung fahren. Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.

Wichtige Hinweise

  • Der Motor darf ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h beschleunigen; das gilt in Deutschland als Schiebehilfe.
  • Generell darf ein Pedelec, also ein E-Bike ohne Versicherungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung fahren.
  • Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.

Worauf Sie beim Umbau achten sollten

Der ADFC und das Institut für Fahrradtechnik und -sicherheit raten allerdings von einem Umbau ab (Stellungnahme des ADFC), da die Bauteile herkömmlicher Räder nicht auf zusätzliche Belastungen ausgelegt wären. Entsprechend kann man nur festhalten: Das nachzurüstende Fahrrad sollte in einem einwandfreien Zustand sein.

Das Material sollte keine Ermüdungserscheinungen aufweisen. Idealerweise rüstet man am besten ein neues oder junges Fahrrad auf. Wer sich unsicher ist, sollte zu einem Fachhändler gehen.

Die verschiedenen Varianten von Nachrüstsätzen

werden 450 Euro und mehr fällig für einen Umbausatz. Käufer können sich bei Nachrüst-Kits grundsätzlich zwischen drei Varianten entscheiden: Mittelmotor, Vorderrad- oder Hinterradmotor. Passende Räder mit integriertem Antrieb und teilweise sogar integriertem Akku gibt es für gängige Reifengrößen in 26 und 28 Zoll.

Frontmotor

Der Frontmotor ist der günstigste Einstieg bei den Nachrüst-Sets; ab 300 Euro geht es inklusive Akku los. Man kann ihn mit allen Schaltungen nutzen (Ketten- und Nabensysteme) und binnen weniger Minuten über den Schnellspanner an der Gabel austauschen. Auch Fahrräder mit Rücktrittbremse sind mit dieser Variante kompatibel. Mit der Motorbremse kann man bei einigen Modellen sogar Energie zurückgewinnen. Fahrdynamisch ist der Frontantrieb allerdings nicht die beste Wahl. Die Lenkung ist schwieriger, sandiger Grund oder feiner Schotter liefern wenig Grip. Einfach dran: Ein Frontantrieb ist auch für ungeübte Bastler kein Thema.

Mittelmotor

Ein Mittelmotor ist in den meisten Fällen leistungsstärker als ein Motor im Vorder- oder Hinterrad. Hier sitzt der Antrieb direkt am Tretlager. Zudem bietet diese Variante einen komfortablen Schwerpunkt, der sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkt. Noch dazu läuft der Antrieb über die Schaltung des Fahrrads. Das erhöht zwar den Verschleiß, ermöglicht aber auch das Fahren steiler Anstiege in den Bergen mit adäquater Unterstützung. Auch die Rutschgefahr ist deutlich geringer als mit einem Vorderradantrieb. Dafür ist der Einbau anspruchsvoll: Der Nutzer muss das komplette Tretlager austauschen, bei einigen Modellen sogar schweißen. Kostenseitig liegt diese Variante ab 400 Euro.

Heckmotor

Bei einem Heckmotor kann man wie bei Frontmotoren die Motorbremse nutzen und so Energie zurückgewinnen. Er unterstützt beim Anfahren schneller als ein Frontmotor, hat aber einen schlechteren Schwerpunkt (Hinterrad) und ist beim Einbau komplizierter als etwa ein Vorderradmotor. Einen Heckantrieb gibt es ebenfalls ab 400 Euro.

Wer sich eine der drei Varianten als Nachrüstsatz holt, wird sich wahrscheinlich für den Front- oder Mittelmotor entscheiden. Der Frontmotor ist sehr günstig, der Mittelmotor leistungsstark und komfortabel.

Praxistest: Frontmotor am Vorderrad

Für unseren Praxistest haben wir uns mit dem Kit iMortor für die einfachste Nachrüstlösung entschieden, das man ab 320 Euro bekommt. Im Lieferumfang sind Vorderrad mit integriertem Nabenmotor (240 Watt), Controller, Smartphone-Halterung, Akku (130 Wattstunden), Netzteil (Achtung: Chinesischer Stecker) sowie Werkzeug und Schrauben enthalten.

Der Austausch gelingt ungeübten Bastlern in 30 Minuten, geübten in gut 15 Minuten. Zuerst kommt das alte Vorderrad vom Fahrrad ab. Danach schraubt man die mitgelieferte Bremsscheibe ans neue Rad und setzt es in der Fahrradgabel ein. Bei uns waren nicht alle Löcher für die Befestigung der Bremsscheibe sauber gefräst. Das Resultat: Nur fünf von sechs Schrauben haben gepasst. Das hält ausreichend, deutet aber auf minderwertige Verarbeitung hin. Mit Beilagscheiben und Muttern befestigen wir das neue Rad in der Gabel. Es sitzt fest und macht einen sicheren Eindruck.

Im Anschluss ziehen wir die Kabel vom Rad zur Lenkstange und befestigen sie mit zwei mitgelieferten Kabelbindern. Die Motoreinheit in der Mitte des Reifens dreht sich übrigens nicht mit - so bleibt das Kabel sauber an einer Stelle.

Als Nächstes kommen Controller und Smartphone-Halterung an die Reihe. Beide kann man an der Lenkstange befestigen. Wer hier keinen Platz mehr hat, findet in der Verpackung von iMortor eine zusätzliche Schelle und Aluminiumstange, um die Komponenten anzubringen. Dann verbindet man die Kabel von Controller und Smartphone-Halterung mit dem Motor - eine farbliche Kennzeichnung macht die Arbeit einfach. Zwei Anschlüsse bleiben frei. Hier können Nutzer noch andere Sensoren oder etwa ein Display für die Geschwindigkeitsanzeige nachrüsten.

Die Inbetriebnahme

Nun kommt der spannende Teil, die Inbetriebnahme. Denn wo die Montage einfach ist, gestaltet sich die Aktivierung unseres neuen Pedelecs als Stresstest. Das Set funktioniert nämlich nur mit aktiver App. Deshalb gibt es auch die Smartphone-Halterung, die speist immerhin das Smartphone mit Strom, damit das nicht bei der Nutzung leer läuft. Zum Vergleich: Das deutlich teurere Pendix-Kit (Testbericht) für gut 1200 Euro kommt ohne App-Zwang aus.

Laut Anleitung sollen Nutzer sich die App iMortor herunterladen. Die funktioniert aber nicht mehr. Stattdessen gibt es die App iMortor 2 für Android und iOS; über die Suchmaske der App-Stores findet man sie leicht. Um Fahrrad und App zu koppeln, schaltet man zuerst den Controller ein und startet dann die App.

Fahrgefühl und Leistung

Das iMortor unterstützt nicht automatisch beim ersten Tritt in die Pedale. Wer dieses Verhalten von teuren E-Bikes kennt: Verantwortlich dafür zeigt sich ein Drehmomentsensor in der Nabe der Kurbel. Den gibt es bei dieser Variante nicht; wir mussten nur das Vorderrad austauschen. Der iMortor löst es noch einfacher. Eine automatische Erkennung des Vortriebswuschnes gibt es hier nicht. Der Fahrradfahrer drückt den Gashebel - je nach gewünschter Unterstützung stark oder weniger stark.

Die Fahrt mit dem iMortor macht trotz fehlender Tretunterstützung Freude. Der Motor ist kaum bis gar nicht hörbar. Mit 240 Watt Motorenleistung kommen gut statuierte Männer auf rund 20 km/h ohne zusätzliches Treten auf ebenen Strecken. Wer aber sein altes Mountainbike mit iMortor aufrüstet, wird mit Gangschaltung und Motorunterstützung eine angenehme Bergfahrt machen, selbst in hohen Gängen.

Alles in allem macht iMortor richtig Spaß. Wer gerne kurze Touren fährt, bekommt hier eine nette Unterstützung. Durch den notwendigen Gashebel ist das Set für die Fahrt auf deutschen Straßen aber verboten.

Alternativ entscheidet man sich für ein anderes Nachrüst-Kit. Viele günstige Sets stammen aus China. Hier ist ein Gashebel erlaubt. Ein vergleichbares Set gibt es etwa bei Amazon für rund 500 Euro inklusive Akku oder bei Banggood für rund 265 Euro ohne Akku.

Praxistest: Mittelmotor am Tretlager

Für unseren Praxistest mit Mittelmotor haben wir uns für das Nachrüst-Kit Bafang MM G340 mit dem Akku Haniwinner H193 im Gesamtwert von rund 750 Euro entschieden.

Mit dem Bafang-Set erhält man 750-Watt-Motor, Farb-Display, Steuereinheit, Sensor, Pedale, Kabel und Zubehör. Sogar ein Gashebel ist mit dabei, aber erfreulicherweise optional. Damit unser Bike legal auf Straßen fahren darf, lassen wir den weg. Der E-Antrieb von Bafang erkennt das Treten in die Pedale und unterstützt automatisch.

Als Akku kommt ein Haniwinner HA193 mit 624 Wattstunden zum Einsatz. Er kostet rund 200 Euro. Alternativ kann man auch zu einem HA194 mit 561 Wattstunden oder HA074-04 greifen - hier variiert Formfaktor und Akkuleistung. Auch Amazon bietet vergleichbare Akkus. Hier geht es ebenfalls ab etwa 150 Euro los.

Die gesamte Montage des Nachrüstsatzes kostet uns Laien sechs volle Stunden. Geübte Fahrradbastler werden wohl schneller sein. Trotzdem gibt es viel zu tun. Das Tretlager muss ausgetauscht werden, hier kommt der Motor rein. Der Akku findet im Rahmen Platz, die Bremshebel werden ausgetauscht, die Steuereinheit und das Display kommen an den Lenker, das Frontlicht an die Gabel und der Geschwindigkeitssensor ans Hinterrad. Zudem muss man noch die Kabel entlang des Rahmens befestigen.

Alles in allem gelingt das selbst blutigen Anfängern. Schweißen am Rahmen oder Löten an der Elektronik war nicht notwendig. Das Set ist gut verarbeitet und alle Komponenten lassen sich einfach miteinander verbinden. Der Lohn kommt postwendend nach der Arbeit: Das neu umgerüstete E-Bike ist sofort einsatzbereit.

Der Bafang Mittelmotor reagiert fast unmittelbar auf Tritte in die Pedale. Fast, weil Bafang in unserem Modell keinen Drehmomentsensor eingebaut hat. Entsprechend reagiert der Motor erst ab der ersten Umdrehung der Pedale. Das ist dennoch deutlich direkter als bei vergleichbaren Front- oder Heckantrieben. Danach läuft die Unterstützung mit voller Leistung; hier macht sich der 750-Watt-Motor bemerkbar.

Makita Akkus für E-Bike Beleuchtung nutzen

Meine Frage: leuchten die Akkulampen während ich diese über den Makita-Akku lade? Ein Nachladen im Betrieb ist übrigens nicht möglich, sobald ein Ladegerät angeschlossen wird schaltet die Lampe ab.

Es gibt für eBikes Scheinwerfer die mit 6-48V Eingangsspannung, die kannst Du direkt mit Deinem Akku betreinen. Gibt es günstig mit 70 Lux für 15€ z.B. von nean. Wenn man es heller will, einfach zwei Scheinwerfer nehmen, dann kann man mit den zwei Scheinwerfern den Lichtkegel einstellen. Diese günstigen Scheinwerfer brauchen 1,5W.

Habe diesen Adapter gefunden (und bestellt), der mir durch 2 Kabel die 18V des Akkus "nach außen" liefert, so dass ich sie an E-Bike-Beleuchtung anschließen kann. Den Schalter habe ich auch weggelassen. Gibt auch Powerbanks, Akkupacks und Ladegeräte mit diesen Steckern bzw. Dosen.

Weitere Überlegungen

Frontantrieb beim Fahrrad macht m.M. keinen Sinn. Ich hab mehrere im weitläufigen Bekanntenkreis, die deswegen schon gestürzt sind. Mitte ist die beste Lösung, weil der Motor da auch die Schaltung als Getriebe nutzen kann.

Unsere Räder sind auch schon ein paar Jährchen alt, aber wie neu (wenig benutzt), aber ich habe mit mehreren Personen hier gesprochen und gesagt bekommen, dass man Räder nicht umbauen sollte, die unter nem Tausender neu kosteten.

Moin zusammen .... das Problem ist ja nicht, dass man mit einem E-Bike schneller fährt .... 1. deutlich schwerer ist und deswegen auch mehr Masse Abbremsen muss ..... 2. was meiner Meinung nach viel wichtiger ist, durch den Antrieb kommt deutlich mehr Belastung auf das gesammte Fahrrad weil man mit deulich mehr Drehmonent anfährt.

Zusammenfassung

Der Umbau eines Fahrrads zum E-Bike mit einem Makita Akku ist eine interessante Option, um Kosten zu sparen und ein vorhandenes Fahrrad weiter zu nutzen. Es ist jedoch wichtig, die rechtlichen Aspekte und die technischen Anforderungen zu beachten, um ein sicheres und zuverlässiges E-Bike zu erhalten.

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