Die wunderbare Landschaft und ein ausgezeichnetes Radwegenetz machen Mallorca zu einem Eldorado für Radsportler. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die Insel mit dem Rad zu entdecken. Nicht umsonst kommen viele Profiradler jährlich zum Trainieren auf die Insel. Doch auch für Hobbyradfahrer bietet Mallorca ideale Voraussetzungen. Ob mit Rennrad, Mountainbike oder Trekking- und Tourenrad, es gibt Touren und Strecken aller Schwierigkeitsgrade quer über die ganze Insel.
Vorbereitung auf die Radreise
Ideale Reisezeit für eine Radreise nach Mallorca ist zwischen Herbst und dem späten Frühjahr. Ihr entflieht dem nasskalten deutschen Wetter und genießt zu dieser Zeit das herrlich milde Klima der Mittelmeerinsel, das perfekt für Radtouren geeignet ist. Zur Zeit der Mandelblüte ab Ende Januar präsentiert sich Mallorca von seiner schönsten Seite.
Transport des Fahrrads
Fahrräder müssen als Sportausrüstung oder Sondergepäck unbedingt bei der Fluggesellschaft angemeldet werden. Die Gebühren liegen bei Flügen innerhalb Europas um 50 Euro. Die Fristen sind bei den Airlines unterschiedlich, sodass Ihr Euch unbedingt bei Buchung erkundigen sollten, bis zu welchem Termin Euer Drahtesel als Sport- oder Sondergepäck gemeldet werden muss. Am einfachsten ist es natürlich, wenn Ihr das Rad direkt bei Buchung anmeldet. Oftmals gibt es bestimmte Gewichts- oder Größenvorgaben, die beachtet werden müssen. Das Lenkrad muss parallel zum Reifen stehen, die Pedale werden zum Transport nach innen gedreht. Nun lasst Ihr noch die Luft aus den Reifen und verpackt das Fahrrad in eine Fahrradtasche* oder einen entsprechenden Karton und los geht es! Bedenkt, dass das Rad nach Eurer Ankunft auf Mallorca in die Unterkunft transportiert werden muss.
Fahrradverleih vor Ort
Wer nicht mit seinem eigenem Rad auf die Insel reisen möchte, kann sich vor Ort unkompliziert ein Fahrrad ausleihen. Es gibt eine Vielzahl von Anbietern, bei denen Gelegenheitsradler ebenso wie Mountainbiker ein passendes Modell finden. Wenn Ihr eine spezielle Marke oder ein besonderes Rad bevorzugt, reserviert Ihr idealerweise vor Reiseantritt.
Ausrüstung und Sicherheit
Nach Sonnenuntergang muss die Fahrradbeleuchtung eingeschaltet werden, in dieser Zeit ist auch reflektierende Kleidung vorgeschrieben. Gerade wenn Ihr zu einer längeren Tour aufbrecht, gehören auf jeden Fall eine Jacke und ein Regenschutz ins Gepäck. Sonnenschutzcreme, eine Kopfbedeckung und eine geeignete Sonnenbrille sind ebenfalls wichtige Begleiter.
Radwegenetz auf Mallorca
Die Insel bietet mit einem ausgezeichnet ausgeschilderten Radwegenetz von 1.250 Kilometern Länge beste Bedingungen für einen gelungenen Aufenthalt. Mehr als die Hälfte der Wege befinden sich auf Nebenstraßen, so dass Ihr die Insel abseits des Verkehrs erkunden könnt. Wenn Ihr einmal von Osten nach Westen radelt, misst die längste Strecke 96 Kilometer, von Norden nach Süden müsst Ihr 76 Kilometer weit strampeln. Ihr wollt zwischendurch eine Erholungspause am Strand einlegen?
Auf der Insel ist man auf den zunehmenden Fahrradtourismus eingestellt. Es gibt ein gut ausgebautes Straßen- und Radwegenetz mit guter Beschilderung, das weiterhin ausgebaut wird. Viele Reiseveranstalter bieten direkte Radsportferien oder Touren an.
Empfohlene Radtouren für Anfänger und Familien
Anfänger und Untrainierte finden die passenden Strecken besonders in Mallorcas großer Ebene oder entlang der Südostküste sowie an as Küste. Ein wunderbar an der Küste gelegener Radweg führt auf einer Länge von rund zehn Kilometern von der Uferpromenade in Palma de Mallorca bis nach Can Pastilla. Für Einsteiger oder Familien mit Kindern ist diese Tour bestens geeignet und kann in rund einer Stunde hervorragend bewältigt werden.
Mit einer Länge von 30 Kilometern ist die Tour von Alcudia rund um den Albufera Park ebenfalls für Anfänger und Einsteiger geeignet. Zwischendurch sorgt ein Besuch des wunderbaren Parks für Abwechslung. Ihr startet am Passeig de Maritim am Hafen von Alcudia und radelt in Richtung Can Picafort. Nach dem Lago de Esperanza geht es rechts in Richtung Sa Pobla. Nach dem Abbiegen passiert hier herrliche Schilfwege, die euch direkt in den Park hineinführen. Auf einer Länge von vier Kilometern begegnet Ihr zahlreichen verschiedenen Vogelarten und habt Gelegenheit, Euch im Besucherzentrum des Parks genauer zu informieren. Danach radelt Ihr auf der Küstenstraße zurück nach Alcudia.
Perfekt zum Einstieg ist die 40 Kilometer lange Strecke, die von Cala Millor über Sant Llorenc über Manacor zurück nach Cala Millor führt. Der Weg führt über kleine hüglige Straßen, insgesamt sind 440 Höhenmeter zu überwinden.
Anspruchsvollere Touren für trainierte Radfahrer
Ebenfalls von Cala Millor aus startet die etwa 71 Kilometer lange Strecke bis Arenal. Hier ist also schon etwas mehr Kondition gefragt. Wer mag, besichtigt unterwegs bei Porto Christo die Coves del Drach. Danach geht es weiter über Felantix und Porrerres bis nach Palma.
Mit dem Mountain- oder Rennrad und einer sehr guten Kondition geht es in die Serra de Tramuntana. Ihr fahrt von Port d’Andratx aus über den Coll de sa Gramila bis in das Örtchen Banyalbufar. Von hier aus bietet sich einer herrliche Aussicht aufs Meer. Weiter geht es über den Coll de Clarte bis nach Deia über Soller bis zum Kloster Lluc auf dem Puig Major. Die Strecke über Serpentinen auf den höchsten Berg der Insel ist sehr anstrengend, dafür wird es aber bergab umso leichter.
Die Via Verde im Nordosten Mallorcas
Durch den Nordosten Mallorcas schlängelt sich auf fast 30 Kilometern die Via Verde, die zu den Besonderheiten unter den Radwegen auf der Baleareninsel gehört. Als Via Verde werden in Spanien stillgelegte Bahnstrecken bezeichnet, die begrünt und als Wander- oder Radwege umgewidmet wurden. Die „Grüne Straße“ ist insgesamt relativ eben und deshalb auch für wenig geübte Fahrradfahrer geeignet. Die Via Verde kann in beiden Richtungen befahren werden. Gute Ausgangspunkte sind die Bahnhöfe von Artà und Manacor, wo Ihr auch Fahrräder leihen könnt. Wer nicht die gesamte Strecke radeln möchte, kann in Sant Llorenc, Son Carrio oder Son Servera beginnen. Ausdauernde Radfahrer schaffen problemlos Hin- und Rückweg an einem Tag. Am besten packt Ihr auf der Tour genügend Wasser* ein, denn Restaurants gibt es auf dem Radweg, der durchgängig wenig Schatten bietet, nur in den umliegenden Ortschaften.
Rennrad-Inselumrundung in 2 Etappen
Mallorca im März - die Mandelblüte ist durch, die Straßen sind frei, und die Insel zeigt sich von ihrer besten Seite. Kein Wunder, dass es uns jedes Jahr aufs Neue mit unseren Rennrädern und ein paar guten Freunden auf die „schönste Insel der Welt“ zieht. Dieses Mal haben wir uns etwas Besonderes vorgenommen: eine entspannte, aber dennoch ambitionierte Inselumrundung mit dem Rennrad. Zwei Etappen, atemberaubende Landschaften und ein bisschen Abenteuer.
Etappe 1: Von Portocolom über Alcúdia zum Cap Formentor und weiter nach Port de Sóller
- Länge: ca. 180 km
- Höhenmeter: rund 2.800 m
Los geht’s in Portocolom, diesem malerischen Hafenstädtchen an der Südostküste Mallorcas. Hier fällt der Startschuss für unsere Tour. Mit frischen Beinen rollen wir erst einmal in Richtung Norden - durch die typisch mallorquinischen Dörfer, vorbei an Mandelbäumen und saftig grünen Feldern. Dort wartet ein erster Höhepunkt: der Abstecher zum legendären Cap Formentor. Wer das Kap schon einmal mit dem Rennrad erklommen hat, weiß, dass es ein absolutes Muss ist. Auf dem Weg dorthin erwarten uns knackige Anstiege, aber auch traumhafte Ausblicke auf das türkisblaue Meer. Am Leuchtturm angekommen, gönnen wir uns eine Pause - und natürlich das obligatorische Foto mit Blick auf die schroffe Küstenlinie.
Zurück in Alcúdia stärken wir uns noch einmal, denn jetzt wird es ernst: die Tramuntana ruft! Der letzte Abschnitt des Tages führt uns in das Herz des Gebirges, nach Port de Sóller, wo wir nach rund 180 Kilometern den Tag ausklingen lassen.
Etappe 2: Von Port de Sóller über Valldemossa und Andratx zurück nach Portocolom
- Länge: ca. 160 km
- Höhenmeter: rund 2.500 m
Am nächsten Morgen starten wir mit einem kurzen Espresso in den Tag - schließlich steht uns die vielleicht schönste Etappe Mallorcas bevor. Über Valldemossa, das für seinen Charme und die berühmten Mandelgebäcke bekannt ist, rollen wir in Richtung Andratx. Die Straßen entlang der Westküste sind ein Traum für jeden Rennradfahrer - fließende Kurven, wenig Verkehr und spektakuläre Ausblicke auf das glitzernde Mittelmeer. Wir lassen uns Zeit, genießen die Abfahrten und die kleinen Cafés, die uns unterwegs zu einem kurzen Zwischenstopp einladen.
Nach Andratx führt die Route durch die pulsierende Hauptstadt Palma. Ein kurzer Blick auf die imposante Kathedrale La Seu, bevor wir uns wieder aufmachen, die letzten Kilometer entlang der Südküste in Angriff zu nehmen.
Tipps für die Planung
- Früh starten: Im März ist es morgens noch frisch, und die Tage sind nicht unendlich lang. Ein früher Start gibt euch genügend Puffer.
- Ausrüstung: Nehmt unbedingt eine Windjacke mit - vor allem im Tramuntana-Gebirge kann es schnell abkühlen.
- Trainingsstand: Die Route ist anspruchsvoll, aber machbar, wenn ihr regelmäßig auf dem Rad sitzt. Entspannte Inselumrundung heißt nicht, dass es keine Höhenmeter gibt!
- Verpflegung: Plant genügend Stops für Snacks und Wasser. Die mallorquinischen Dörfer sind perfekt für kleine Pausen.
Informationen zu Anreise und Service
Anreise
Regelmäßig fliegen Lufthansa, Condor, TUIfly, Air Berlin, Ryanair oder Easyjet von deutschen Flughäfen nach Palma de Mallorca. Linienbusse starten vor dem Terminal und fahren in etwa 15 bis 20 Minuten zu unseren Startpunkt an der Bucht von Palma. Mit dem Taxi kostet die Fahrt etwa 12 bis 15 Euro.
Radservice
Laden: Port de Pollença (beim Yachthafen): Pro Cycle Hire, Carrer Temple H. 0034/971/ 866857, www.procyclehire.com
Veranstalter: Mehrtägige Rennrad-Etappentouren auf Mallorca, bei dem das Gepäck vom Veranstalter transportiert wird, bieten z. B. 0511/2157101, www.vuelta.de) und Radissimo (Telefon 0721/354818-0, www.radissimo.de)
Unterkunft
Um Mallorca intensiver kennenzulernen, bieten sich Übernachtungen im Landesinneren an. Für die Fincas sind Ein-Tages-Gäste jedoch eher uninteressant. Vielleicht ist es besser, die Unterkunft gleich mit Halbpension zu buchen?
Detaillierte Routenbeschreibungen
Tag 1: Vom Ballermann zur Badebucht
- 78 Kilometer
- 490 Höhenmeter
- max. 5% Steigung
Die kurze und nur leicht wellige Etappe an der Südküste macht es möglich, die Inselumrundung noch am Ankunftstag zu beginnen. Wer schon früh da ist, plant eine längere Badepause in der hübschen Bucht von Cala Pi ein oder nutzt den Nachmittag für eine Extraschleife zu den ruhigen Stränden des Naturparks Cala Mondrago, etwa zehn Kilometer südwestlich des Zielortes.
Tag 2: Über den Kamelrücken
- 103 Kilometer
- 1070 Höhenmeter
- max. 11% Steigung
Zwei deutliche Zacken im Höhenprofil würzen den langen Ritt durch das Herz der Insel: die aussichtsreichen Kuppen, auf denen die Wallfahrtskirchen Sant Salvador (368 Höhenmeter) und Nostra Senyora de Bonany (150 Höhenmeter) thronen. Die Straßen und Orte im Inselinneren sind oft erfreulich ruhig. Ausnahme: der regelmäßig von Radlern belagerte Hauptplatz von Petra. Um Alcúdia, einen Trainingslager-Standort, haben die Hauptstraßen sogar Radwege.
Tag 3: Karstige Klippen
- Kilometer 99
- Höhenmeter 1900
- max. 10% Steigung
Um die spektakulären Ausblicke am Cap Formentor in Ruhe genießen zu können, kann ein Frühstart sinnvoll sein. Nach der 40-Kilometer-Runde das Frühstückbuffet abweiden und dann der angenehm steigenden Küstenstraße in die Berge folgen, vorbei am Kloster Lluc und dem höchsten Berg der Insel. Grandiose Abfahrt nach Sóller. Anstrengende Extraschleife (bei Km 74): Abfahrt zum Dorf Sa Calobra und der Wiederaufstieg auf die C 710 (zusätzlich 560 Höhenmeter/ 40 Kilometer).
Tag 4: Schleichwege ins Ziel
- Kilometer 89
- Höhenmeter 1550
- max. 11% Steigung
Auch diese Etappe schwelgt in der Schönheit des Tramuntana-Gebirges. Dabei weicht die Route Richtung Hauptstadt auf immer kleinere Sträßchen aus - bis zur Stadtgrenze. Der nervlich anstrengendste Abschnitt ist an Wochenenden der Radweg längs der Strandpromenade zurück zum Start bei S’Arenal: Skater, Köter, Partyvolk. Empfehlenswerter Mittagsstopp: die Bar Es Pont an der Hauptstraße (Sa Travessia 2) von Puigpunyent.
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