Mavic Carbon Laufräder Rennrad Test: Ein umfassender Überblick

Als die Konstrukteure Rudolf Dierl und Heinz Obermayer vor 30 Jahren ein Speichenrad aus Carbon für Rennräder entwickelten, war das eine Sensation. Felge, Nabe und Speichen der Lightweight-Laufräder, wie sie später genannt wurden, waren fest zusammenlaminiert und klassischen Konstruktionen haushoch überlegen: Geringes Gewicht und höchste Steifigkeit verbanden sie auf eine Art, wie sie mit den damals üblichen Alu-Felgen und Stahlspeichen nicht ansatzweise zu erreichen war.

Spätestens mit den ersten prominenten sportlichen Erfolgen - 1996 wurde Johan Museeuw mit den neuartigen Laufrädern Straßenweltmeister und Bjarne Riis gewann damit die Tour de France - wurden sie bei Profis wie Hobbyfahrern so begehrt, dass die Nachfrage über Jahre hinweg nicht gesättigt werden konnte.

Drei Jahrzehnte später werden die Lightweight-Laufräder noch immer nach ähnlichem Prinzip hauptsächlich in Handarbeit gebaut, unter professioneller Ägide bei der Carbovation Group in Friedrichshafen. Bis heute gelten sie als Inbegriff des technisch Machbaren, auch wenn ihr Vorsprung beim Gewicht über die Jahre kleiner wurde.

Doch mehrere Hersteller rütteln am Thron des Leichtbau-Pioniers und wollen das leichtfüßige Fahrgefühl eines Carbonspeichen-Laufrades zu günstigeren Preisen einem breiteren Publikum zugänglich machen. Gegen sieben neue Laufradsätze, allesamt mit Felgen und Speichen aus Carbon, muss sich Lightweight in unserem aufwendigen Vergleichstest bewähren. Darunter sind fünf klassisch eingespeichte Modelle und zwei neuartige Fertigungskonzepte.

Schon 2006 stellte Mavic mit dem Cosmic Ultimate ein Lightweightähnliches Laufrad vor, das 2023 eine Neuauflage erfährt - TOUR konnte es exklusiv bereits vor dem offiziellen Marktstart testen. Die Franzosen betreiben extremen Aufwand, um das Optimum aus geringem Gewicht, hoher Steifigkeit und guter Aerodynamik zu erreichen.

Ebenfalls exklusiv testen wir erstmals ein Produkt mit völlig neuem Ansatz: One-K, eine Ausgründung der Technischen Universität Kaiserslautern, flicht zusammenhängende Faserstränge sternförmig um ausgeformte Zapfen am Nabenflansch und spezielle Titannippel, die in einer handelsüblichen Aero-Felge von Duke stecken.

Zudem drängen chinesische Anbieter mit Speichen aus Carbon auf den Markt, die sich mit handelsüblichen Felgen kombinieren lassen. Die Laufräder brauchen spezielle Naben, können aber klassisch zentriert und die Speichen einzeln ausgetauscht werden. Über das Zusammenspiel von Speichenzahl, -kreuzung und -spannung lassen sich die Eigenschaften des Laufrades beeinflussen.

Michael Grätz, Chef der deutschen Marke Newmen, baut unter dem Markennamen Vonoa einen Europa-Vertrieb für diese Speichen auf und erklärt weitere Vorteile des Materials gegenüber klassischen Speichen aus Stahl: “Carbon ist, relativ gesehen, nicht nur leichter, sondern auch steifer. Das heißt, die Laufräder werden stabiler, oder umgekehrt brauche ich für eine vergleichbare Steifigkeit etwa drei Speichen weniger”, berichtet er.

Weil sich Carbonspeichen nicht dehnen, vertragen sie eine höhere Spannung. Zudem soll die Dauerhaltbarkeit der Laufräder besser sein, weil Carbon im Gegensatz zu Stahl nicht ermüdet.

Gewicht und Stabilität

Dabei zeigt sich: Durch Carbonspeichen können die Laufradsätze gegenüber vergleichbaren Konstruktionen mit Stahlspeichen gut und gerne 100 Gramm leichter werden. Manche der Kandidaten rücken dem aktuellen Lightweight-Vorbild (1247 Gramm für Vorder- und Hinterrad) tatsächlich auf den Pelz; Storck und das flache Cadex verfehlen die Marke nur knapp. Das liegt daran, dass auch die Felgen leichter wurden, wie Giants hakenlose Konstruktion, die alle Cadex-Laufräder auszeichnet.

Konkurrenzlos leicht sind die Vollcarbon-Räder also nicht mehr - und werden in diesem Test sogar überholt: Mavics neues Cosmic Ultimate ist auf den Punkt gleich schwer; die extravaganten Laufräder von K-One stellen alles bisher Dagewesene in den Schatten: Mit einem Set-Gewicht von nur 947 Gramm, 300 Gramm weniger als die Vollcarbon-Modelle, sind sie die neuen Könige des Leichtbaus. Solche niedrigen Gewichte waren seit dem Abschied von Felgenbremsen und Schlauchreifen nicht mehr möglich.

Ein Indiz dafür ist die Seitensteifigkeit, also die Verformung des Laufrades bei seitlicher Belastung. Hier muss das One-K Punkte lassen: Bei moderater Seitenlast von 100 Newton an der Felge geben die Laufräder rund 3 Millimeter nach. Im Sattel bedeutet das besonders für schwerere Fahrer ein leicht “teigiges” Fahrgefühl und weniger Lenkpräzision, die Rückmeldung des Laufrades ist weniger direkt.

Ganz anders das Lightweight-Laufrad: Mit großflächig verklebten Speichen und umwickelten Speichenkreuzungen steht besonders das Vorderrad wie eine Eins: Die Verformung beträgt bei gleicher Last nicht halb so viel, nur 1,4 Millimeter.

Aerodynamik im Test

Da sich Felgen und Speichen der meisten Kandidaten nur wenig unterscheiden, liegen die Werte recht nahe beieinander. Kleine Überraschungen sind das gute Abschneiden der mit 36 Millimeter vergleichsweise flachen Cadex-Laufräder; auch die heute veraltete, spitz zulaufende Felgenform von Lightweight schneidet gut durch den Wind.

Aero-Sieger mit kleinem Vorsprung von 2 Watt werden die 50 Millimeter hohen Cadex-Laufräder mit flächigen Aero-Speichen. Das Schlusslicht bildet das Modell von One-K, was an den recht voluminösen Speichennippeln an der Felge liegen dürfte. Der Abstand zu den Besten liegt aber bei überschaubaren 5 Watt.

Alltagstauglichkeit und Fazit

Klar ist: Auf äußere Einwirkungen wie Schläge reagiert das Material empfindlich. Besonders beim Transport ist Vorsicht geboten, nach Stürzen sollten die Speichen genau auf Beschädigungen kontrolliert werden. Vorteil der klassisch eingespeichten Varianten ist, dass sich Speichen einzeln tauschen lassen.

Die Hersteller verweisen aber allesamt darauf, dass der Service nur beim Hersteller selbst geschehen sollte. Die Laufräder von Lightweight und Mavic, die sich nicht ohne Weiteres reparieren lassen, sollen durch großzügige Garantien und Unfall-Ersatz-Regelungen das Vertrauen der Kunden gewinnen.

Mavic schnürt mit den neuen Cosmic Ultimate ein interessantes Paket, in Gewicht und Aerodynamik ebenbürtig, bei ebenfalls sehr guten Steifigkeitswerten und mit deutlichem Preisunterschied zur deutschen Konkurrenz. Wer bei klassischen Aero-Laufrädern bisher nichts vermisste, sollte einen Blick auf die neuen Modelle mit Carbonspeichen werfen.

Sie versprechen viel Gewichtsersparnis zu Preisen, die kaum über vergleichbaren Laufrädern mit Stahlspeichen liegen - das gilt vor allem für die Modelle von Newmen und Storck.

Technische Herausforderungen bei Carbonspeichen

Eine der größten technischen Herausforderungen bei Carbonspeichen ist die Anbindung von Nabe und Felge, weil die Verbindungen hohen Zugkräften standhalten müssen. Bewährt hat sich das großflächige Einlaminieren wie bei Lightweight, das jedoch die Felgenform limitiert und ungeheuer aufwendig zu fertigen ist.

Mavic setzt bei den Cosmic Ultimate auf zusammenhängende, gegenüberliegende Speichen. Die Fasern sind felgenseitig formschlüssig mit einem Aluminium-Insert verbunden, das sich großflächig im Felgenboden abstützt. Erst nachdem Felge und Speichen verbunden sind, wird der geschlossene Reifensitz auflaminiert; an der Nabe werden die Speichen in vorgefräste Nuten des Flanschs eingelegt und einlaminiert.

One-K flicht einen langen Faserstrang sternförmig um Naben und Speichennippel aus Metall. Am Nabenflansch sind das einfache Zapfen, an der Felge kompliziert gestaltete Formteile, die in den Nippelsitz handelsüblicher Felgen geschraubt und auch gespannt werden können. An den Anbindungen bilden die Fasern Schlaufen, die hohe Zugkräfte aushalten.

Die Speichen von Cadex, Hunt, Newmen und Storck besitzen an jeder Seite ein Endstück aus Aluminium mit Außengewinde. Diese werden zunächst über den noch nicht gehärteten Faserstrang gefädelt, dann werden die Enden verdickt, indem man sie mit Carbonfäden umwickelt. Anschließend werden die Endstücke auf das konische Ende gezogen und mit 3000 Newton verpresst.

Testmethoden

Die Laufräder sind identisch bereift (Continental Grand Prix 5000 S, 25 Millimeter) und werden jeweils in einem Komplettrad gemessen (Canyon Ultimate Disc, Baujahr 2018), auf dem ein tretender Beindummy sitzt. Die kontinuierliche Messung erstreckt sich über einen Anströmwinkel von +/-20° bei 45 km/h, wie er durch Seitenwind entsteht. Die Ergebnisse bei den verschiedenen Winkeln werden unterschiedlich gewichtet, gemäß ihrer Wahrscheinlichkeit bei mittlerem Wind (10 km/h), und zu einer Wattzahl verdichtet.

Gewichte und Steifigkeiten werden im TOUR-Labor erfasst. Die Laufräder werden ohne Zubehör (z.B. Tubeless-Ventile), jedoch mit Felgenband gewogen, falls benötigt. Die Steifigkeitsprüfung erfolgt mit 100 Newton seitlicher Last am Außendurchmesser.

Die Massenverteilung der Laufräder wird mit einem Trägheitsmessgerät bestimmt und mit dem Gewicht verrechnet zur notwendigen Energie, um beide Laufräder von 0 auf 30 km/h zu beschleunigen.

Acht Rennrad-Laufräder mit Carbonspeichen im Test

Hier eine Zusammenfassung von Testergebnissen einiger Laufräder:

Cadex 36

  • Preis pro Satz: 2700 Euro
  • Gewicht v. / h.: 590 / 710 Gramm
  • Seitensteifigkeit v. / h.: 59 / 49 N/mm
  • Aerodynamik bei 45 km/h: 221 Watt
  • Gesamtnote: 2,0
  • Fazit: Leicht und stabil, für die Höhe auch aerodynamisch gut. Breite, hakenlose Felge, Keramiklager.

Cadex 50 Ultra

  • Preis pro Satz: 2800 Euro

Sieben Carbon-Laufradsätze im Test: Der Vergleich zeigt: Die Unterschiede sind größer als erwartet. Und: Junge Laufradmarken setzen die etablierten unter Druck - nicht nur in Sachen Preis/Leistung.

Mit Aerycs, Leeze, Newmen und Winspace unterbieten gleich vier junge Anbieter im Test die 1500-Gramm-Grenze deutlich - zu attraktiven Konditionen. Fulcrum, Mavic und Shimano halten mit Prestige, verzweigtem Händlernetz und - teilweise - nachhaltiger Produktion in Europa dagegen.

Große Unterschiede gibt’s dagegen bei den Punkten Garantie, Crash Replacement und Lieferumfang. Wettbewerb belebt das Geschäft - gut für potenzielle Kunden. Der ROADBIKE-Test hilft bei der Entscheidung.

Aerycs Aero WT 30

  • Satte 23 Millimeter Maulweite
  • Laufradsatz aus Vorder- und Hinterrad bringt es so auf gerade mal 1321 Gramm.
  • Die soliden DT Swiss 350-Naben laufen fast widerstandsfrei.
  • In Kombination mit dem sehr ordentlichen Lieferumfang, drei Jahren Garantie und einem Crash-Replacement-Angebot bietet Aerycs so wieder ein sehr attraktives Gesamtpaket.

Fulcrum Wind 42

  • Die Lager laufen leicht, die Räder rund.
  • Die Carbon-Hakenfelge kommt mit exakt den gleichen Dimensionen, verwendet aber etwas einfachere Naben, Lager und Speichen.
  • Die sehr seitensteifen Laufräder gehen sportlich-agil nach vorn, lenken messerscharf ein und stehen auch im Wiegetritt und im Sprint wie eine Eins.
  • Die höchste Felge in diesem Vergleich schneidet zudem pfeilschnell durch die Luft und zeigt sich selbst bei böigem Wind und hohem Tempo absolut fahrstabil.
  • Die Laufräder fahren sich recht komfortabel, was durch breit bauende Reifen dank 23er-Maulweite verstärkt wird.

Leeze CC 38 Basic R

  • Dank des geringen Gewichts gehen die hervorragend aufgebauten Laufräder gut nach vorn, halten dank der aerodynamischen 38-Millimeter-Hakenfelge sehr gut hohes Tempo und bleiben dabei jederzeit fahrstabil.
  • Was die Kraftübertragung und Lenkpräzision angeht, fühlte sich ein Testfahrer gar an Laufräder mit Carbon-Speichen erinnert.
  • Die Felge wurde im Windkanal weiterentwickelt, bei den Naben setzt Leeze nun auf Straightpull-Einspeichung, und anstelle von Pillar- kommen neuerdings Sapim-Messerspeichen zum Einsatz.

Mavic Cosmic SL 32

  • In der Fahrpraxis gefällt vor allem der hohe Dämpfungskomfort.
  • Dieser wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass die Maulweite gegenüber früheren Ausführungen der Laufräder auf nun 21 Millimeter angewachsen ist und Reifen entsprechend breiter bauen und noch besser dämpfen können.
  • Bemerkenswert und schade, denn die Fulcrum Wind 42 hatten trotz eines ähnlich hohen Gewichts und deutlich höherer Felgen für ihren Antritt allgemeines Lob geerntet.
  • Einmal auf Touren gebracht, rollen die Laufräder mit tief röhrendem Freilauf und lassen sich von böigem Seitenwind nicht aus der Ruhe bringen.

Newmen Streem Climbing

  • Die neuen Streem Climbing-Laufräder von Newmen wiegen als Set unter 1200 Gramm!
  • Felgen 35 bzw. 38 Millimeter hoch und innen immerhin 22 Millimeter weit sind.
  • Leicht wie eine Feder katapultiert man sich im Wiegetritt nach vorn, bergauf scheint man zu fliegen.
  • Nach Hunderten Kilometern und etlichen Pässen attestierte Testfahrer Jakob Heni den Newmen-Laufrädern zudem beeindruckende Spurtreue bergab.
  • Nach über 3500 Testkilometern geben die Laufräder in puncto Verschleiß keinen Anlass zur Klage.

Shimano Ultegra WH-RS8170 C36

  • Der Laufradsatz ist ausgewogen, laufruhig und grundsolide.
  • Der WH-RS8170 C36 überzeugt in der Praxis mit guter Kraftübertragung, stoischer Ruhe bei Seitenwind und angenehmem Dämpfungskomfort.
  • Im Labor punktet er mit soliden Messwerten, im Dauertest mit Verlässlichkeit und Haltbarkeit.

Winspace Lún Grapid

  • Die chinesische Marke produziert seit 2008 Rahmen, Laufräder und weitere Fahrradprodukte aus Kohlefaser und drängt mit aggressiven Preisen zunehmend auch in Europa auf den Markt.
  • Mit 1355 Gramm Set-Gewicht spielt er ganz vorne mit und gefällt mit sportlich-agilem Handling.
  • Auf böigen Seitenwind reagieren die 38 Millimeter hohen Felgen allerdings recht sensibel.
  • Die knapp 1000 Testkilometer hinterließen keine nennenswerten Spuren: Die Naben mit überdimensionierten Edelstahllagern laufen leicht, die Räder drehen sich mittig und ohne Höhen- oder Seitenschlag.

Aero-Laufräder im Test

Die „goldene Mitte“ bilden hier in der Regel die Varianten mit Felgenhöhen zwischen 45 und 55 Millimetern. Alle getesteten Laufräder sind mit Carbonfelgen aufgebaut und für Scheibenbremsen ausgelegt.

Die Aerodynamik-Messungen nahmen wir im GST-Windkanal in Friedrichshafen vor. Die beiden Parameter, die im Mittelpunkt standen: Luftwiderstand und Seitenwind-Empfindlichkeit.

Bei der alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus - das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht.

Mit dem Aero-Testsieger Swiss Side würde man nun mit 45,43 km/h statt der Basisgeschwindigkeit von 45 km/h fahren.

Ein wichtiges Ergebnis: Die 65-Mililimeter-Modelle weisen gegenüber den flacheren Felgen mit 50 bis 55 Millimetern Höhe einen rund doppelt so großen Lenkmomentbeiwert auf, was auf der Straße bei böigem Seitenwind sehr deutlich spürbar und bei Stürmen teils kaum noch beherrschbar ist.

Testsieger beim Gewicht wurden die Aero-Laufräder von Newmen mit 1429 Gramm - gefolgt von den Engage-, 1487, und den Specialized-Roval-Modellen, 1503 Gramm.

Die Lösung ist plausibel und smart zugleich: In beiden Laufrädern befinden sich jeweils 21 Carbon-Speichen. Newmen spricht in diesem Zusammenhang von 140 Gramm Gewichtsersparnis.

Mavic Cosmic Carbone Ultimate 45 Disc

Die Neuauflage des Cosmic Carbone Ultimate 45 Disc soll der Startschuss für einen Neuanfang beim französischen Konzern sein.

Im Cosmic Carbone Ultimate 45 Disc steckt das konzentrierte Carbon-Knowhow der Franzosen.

Die 45 Millimeter hohe Aero-Felge ist ein typischer Allrounder und ein guter Kompromiss zwischen guter Aerodynamik und geringem Gewicht. Der Laufrad-Verbund ist auf den ersten Blick ähnlich aufgebaut wir vom bisherigen Cosmic Ultimate bekannt: Felgen und Naben sind mit fest laminierten Carbonspeichen verbunden.

Mit 579 Gramm und 680 Gramm für Vorder- bzw. Hinterrad treffen die Mavic Cosmic Carbone Ultimate 45 das Gewicht der bislang konkurrenzlos leichten Lightweight Obermayer-Laufräder auf den Punkt.

Auch die Steifigkeiten sind mit 58 N/mm vorne und 47 N/mm hinten auf Top-Niveau, wenngleich Lightweight hier mit exorbitant hohen Steifigkeitswerten noch stabiler dasteht.

Die Mavic Cosmic Carbone Ultimate Laufräder sind bis 120 Kilogramm Fahrergewicht freigegeben, auf die Laufräder gibt es zudem eine lebenslange Garantie.

Der Preis ist mit 3900 Euro für den Satz durchaus happig. In Anbetracht der Leistung und im Vergleich zur Konkurrenz sind sie aber fair kalkuliert: Die Lightweight Obermayer Evo, die technisch als einziges auf Augenhöhe sind, kosten atemberaubende 6500 Euro.

Laufräder im Test: Performance und Handling

Laufräder bestimmen das Fahrgefühl und Feeling des Bikes wie kein anderes Bauteil am Rad. Ja, Steifigkeit ist nicht gleich Compliance.

Mit Carbonspeichen, wie sie an den Rädern der 50-mm-Gang HUNT und CADEX verbaut sind, ergeben ein einzigartiges Fahrgefühl. Durch die hohe Zugfestigkeit der Speichen lässt sich ein steifes Laufrad bauen.

Die Reserve 52|63-Laufräder sind die unangefochtenen Sieger der Herzen. Mit klassischer behakter Felgenkonstruktion, überraschend starker Aero-Performance und einem vielseitigen Fahrgefühl bestechen die Räder durch verlässliche und ausgewogene Leistung in fast jeder Situation.

Geht die Tubeless-Montage noch einfacher? Ein ungebohrtes Felgenbett, wie es Syncros, Lightweight und Mavic bieten, macht selbst den größten Tubeless-Skeptikern richtig Spaß.

Breitere Reifen bieten dank geringerem Druck mehr Grip und Compliance, das schont auf der großen Fahrt und macht einfach mehr Spaß.

Mavic Cosmic SLR 45 Disc-Laufräder

Mit cleveren Nippeln und ungebohrtem Felgenbett trumpft Mavic mit Innovationen auf.

Mit knapp 20 mm Maulweite und 28 mm Felgenbreite passen die Cosmic SLR zwar noch für 28C-Reifen, breitere Reifen in Kombination mit der Mavic-Felge geben optisch aber kein schönes Bild und versprechen auch keine gute Aerodynamik.

Mit 1.419 g sind die Laufräder zwar etwas schwerer als der Durchschnitt, bestechen aber vor allem durch ein sehr gutes Preisverhältnis. Denn preislich liegen die Räder mit 2.249 € am günstigen Ende des Testfelds.

Ähnlich der DT Swiss ERC sind die Mavic-Räder unglaublich ausgewogen, dabei aber weniger auf Endurance, sondern als Race-Allrounder ausgelegt.

Mit der durchschnittlichen Compliance und dem richtigen Maß an Steifigkeit performt der Cosmic-Laufradsatz im Sprint und bei Antritten, ist dabei aber nicht zickig oder unberechenbar in Kurven oder schnellen Abfahrten.

Im Windkanal zeigt sich, wie viel tatsächlich zwischen den einzelnen Rädern liegt. Zwischen Testsieger Syncros und Mavic liegen gemittelt ganze 5,5 Watt.

Mavic Cosmic Carbone 40 C

Im Lieferumfang sind Reifen und Schläuche enthalten, die vormontiert sind. Die 40 mm hohen Carbonfelgen haben als Basis einen Alufelgenring, auf dem das Carbonprofil aufgebracht ist. Diese Konstruktion verleiht dem Laufrad eine sehr hohe Steifigkeit.

Das Bremsverhalten der Cosmic Carbone 40 C ist in Kombination mit den speziellen Bremsbelägen sehr gut. Im Trockenen ist die Bremskraft überragend und die Beläge packen sehr gut zu.

Durch die Alu-Carbon-Konstruktion hat man eine sehr gute Wärmeableitung, wodurch die Felgen nicht wirklich heiß werden. Die Bremsflanke zeigt bisher auch nicht die geringste Verschleißerscheinung.

Bei Geschwindigkeiten über 30 km/h spürt man den Vorwärtsdrang. Je schneller man fährt, desto stärker ist dieser Effekt spürbar. Der Kraftaufwand lässt nach, da die Aerodynamik der Felgen hier immer mehr zum Tragen kommt.

Im Wind verhalten sich die Cosmic Carbone 40 C sehr sicher. Die Felgenprofilform ist so beschaffen, dass sie sehr windunempfindlich ist. Sogar meine niedrigeren Ksyriums fühlen sich im Wind unruhiger an. Selbst starke Böen spürt man kaum und ich kann weiterhin sicher die Spur halten.

Carbon-Laufräder: Vorteile und Pflege

Carbon-Laufräder bieten klare Vorteile: Sie sind leichter, was eine schnellere Beschleunigung und leichteres Klettern ermöglicht. Ausserdem sind sie steifer, was für eine bessere Kraftübertragung und höhere Agilität als bei Aluminium sorgt.

Laufräder aus Carbon brauchen besondere Pflege, um ihre Langlebigkeit zu gewährleisten. Es ist ratsam, sie mit Wasser und Neutralseife zu reinigen und aggressive Chemikalien zu vermeiden. Eine regelmässige Sichtprüfung ist wichtig, um Anzeichen von Schäden oder Rissen zu erkennen.

Carbon-Laufräder sind so konzipiert, dass sie unter verschiedenen Bedingungen hervorragende Performance bieten. Bei Rennrädern mit Felgenbremsen kann die Bremswirkung bei Nässe jedoch etwas eingeschränkt sein.

Laufrad Modell Preis (ca.) Gewicht (Satz) Material Besonderheiten
Lightweight Obermayer 6500 € 1247 g Carbon Handarbeit, höchste Steifigkeit
Mavic Cosmic Ultimate 3900 € gleichwertig Lightweight Carbon Gute Aerodynamik, günstiger
Cadex 36 2700 € 1300 g Carbon Leicht, stabil, aerodynamisch
Newmen Streem Climbing k.A. unter 1200 g Carbon Sehr leicht, gute Performance

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