Mavic Comète Ultimate und Cosmic SLR 45 im Test: High-End für Rennradfahrer

Der Mavic Comète Ultimate soll der neue Superlativ unter den Rennradschuhen sein und mit innovativen Technologien entscheidende Sekundenvorteile auf dem Weg zum Sieg liefern. Soweit die Theorie, doch was kann der neue Schuh wirklich? Der Mavic Comète Ultimate ist ein einzigartiger Schuh: Nicht nur wegen seines Preises, sondern vor allem wegen seines interessanten Konzepts. Der Schuh ist nämlich zweiteilig und setzt sich aus einem herausnehmbaren Innenschuh und einer 135 g leichten, sehr sauber verarbeiteten Carbonschale zusammen.

Mavic Comète Ultimate: Der Rennradschuh im Detail

4,2 Watt weniger pro Pedaltritt. 15 % Watt Energieersparnis und weniger Ermüdung - damit bewirbt Mavic den neuen Ultra-Schuh. In der Praxis spürt man die sehr geringe Bauhöhe der Sohle, wodurch der Fuß näher an der Pedalachse sitzt. Das bringt ein deutlich direkteres Gefühl am Pedal. Die erhöhte Bewegungsfreiheit und die steife Carbonschale sorgen ebenfalls für ein freieres und präziseres Gefühl.

Für klare Kritik sorgt die sehr geringe Auswahl an Größen: Mit nur 6 verfügbaren Größen (unser Testschuh war 44-45) beschränkt sich der mögliche Kundenkreis - auch wenn wir verstehen, dass eine extra Form für jede Schuhgröße mit sehr hohen Investitionskosten verbunden ist. Die Innensohle soll die Zwischengrößen hinfällig machen, aber dem war nicht so. In unserem Fall ließ sich der Innenschuh trotz der zwei sehr gut funktionierenden Mavic-eigenen ErgoDial-Drehverschlüsse mit super Quick-Release-Funktion nicht ausreichend fixieren und hatte Spiel.

Da die sehr steife Carbonschale eine starr vordefinierte Form besitzt, gibt es auch keine Möglichkeit zur Anpassung - die wir insbesondere im Fersenbereich vermissten. Das Fuß-Schuh-Verhältnis ist sehr individuell, weshalb die Anpassbarkeit extrem wichtig ist.

Summa summarum liefert der Mavic Comète Ultimate interessante neue Denkanstöße und schöne technische Details mit super Finish. Die effektiven Vorteile dieses Schuhs erkauft man sich für den Preis von 1000 € jedoch teuer. Wer diesen Schuh aus Prestigegründen kauft, kann sich sicher sein, dass er damit auffällt.

Mavic Cosmic SLR 45 Laufradsatz: Der Allrounder im Test

Der Mavic Cosmic SLR 45 Laufradsatz knüpft an die Erfolgsgeschichte des französischen Herstellers an und bringt hochwertige Allroundeigenschaften an jedes Rennrad. Mit seinen leichteren, 45 mm hohen Felgen und dem neuen UD²-Finish soll dieser Carbon-Laufradsatz der schnellste, steifste und leichteste Allrounder für Rennräder mit Scheibenbremsen sein.

Weitere Testeindrücke und Vergleiche

Mavic präsentiert mit dem neuen Comète Ultimate II die zweite Version des exklusiven Race-Performance-Schuhs. Wurden die Schwächen des ersten Modells ausgebügelt und lohnt sich das kostenintensive Upgrade auf die zweite Generation? Mavic zeigt mit dem neuen und überarbeiteten Comète Ultimate II, wie viel Hightech in einen Schuh passt - die erste Version hatten wir bereits 2017 im Exklusiv-Test.

Der zweiteilige Aufbau aus Carbon-Außenschale und Innenschuh soll Rekordwerte in der Kraftübertragung erzielen und den Träger zu einer Einheit mit seinem Bike verschweißen. Dabei wurden nun Carbonfäden in den Innenschuh eingewebt, um die Stabilität weiter zu erhöhen und das Gewicht (210 g pro Schuh in Gr. 42,5 laut Herstellerangabe) zu reduzieren. Trotzdem soll sich der Comète Ultimate II präziser und komfortabler an den Fuß des Fahrers schmiegen als zuvor, die Größenauswahl wurde dafür von 6 auf 12 Modelle (40 bis 47 ⅓) verdoppelt und das Futtermaterial wurde überarbeitet.

Gleich geblieben ist die sehr flache Bauhöhe zwischen V-Platte und Außensohle von 4,5 mm und der niedrig geschnittene Knöchelbereich; auch die zwei Mavic Ergo-Drehverschlüsse wurden vom ersten Modell übernommen. Anmutig und mit einem edlen Finish kommt er daher, der neue Comète Ultimate II. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, der zweiteilige Aufbau wie aus einem Guss.

Die Passform ist natürlich individuell und für jeden Menschen eine rein subjektive Empfindung. Im Vergleich zum Vorgänger können wir aber sagen, dass sich nun auch breitere Füße im Comète Ultimate II wohlfühlen können, die Leisten des Schuhs sind nicht mehr ganz so schmal geschnitten. Die nun flexibel gestalteten Seitenteile der Innenseite sorgen für einen deutlichen Komfortgewinn, lediglich bei sehr flachen Füßen kann es im Einzelfall noch zu Druckstellen kommen - die Mavic Ergo-Verschlusssysteme müssen dann sehr weit geschlossen werden. Der „Durchschnittsfuß“ sollte jedoch keinerlei Probleme haben.

Im Vergleich zu den flexiblen Seitenteilen ist das Exoskelett extrem steif und dehnt sich keinen Nanometer aus. Drückt der Schuh also beim ersten Reinschlüpfen an irgendeiner Stelle, wird er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immer drücken - die Passform ist, wie gesagt, rein subjektiv und der Schuh sollte auf alle Fälle anprobiert werden.

Die Stack-Höhe, also der Abstand zwischen V-Platte und Außensohle, ist mit 4,5 mm ausgesprochen niedrig und führt zu einer super direkten Kraftübertragung. Das wird mit einer sehr hohen Steifigkeit kombiniert, wodurch der Comète Ultimate II zu einem klaren Race-Performance-Schuh wird, der einen einfach nur sprinten lassen möchte! Für die gemütliche Ausfahrt am Sonntagnachmittag gibt es definitiv weniger sportive Modelle mit mehr Stretch und einer weicheren Sohle. Durch die Carbon-Außenschale ist der Kontakt mit dem Reifen kein Problem - andere Schuhe verfärben sich da gerne mal.

Der neue Mavic Comète Ultimate II ist die logische Weiterentwicklung des Vorgängermodells für alle Mavic-Fans und Performance-orientierten Fahrer. Das niedrige Gewicht, gepaart mit dem extrem steifen Außenskelett und der niedrigen Stack-Höhe, resultiert in einem konsequenten Produkt, das absolute Hochleistung erlaubt.

Aero-Laufräder im Test: Details und Ergebnisse

Roadbike hat fünf der angesagtesten Modelle getestet - im Labor, auf der Straße und im Windkanal. Die Tests wurden mit den Disc-Versionen durchgeführt, da die Hauptkritik an Carbon-Laufrädern - Bremsverhalten, besonders bei Nässe, und Defekte durch Bremshitze - hier nicht mehr gilt. Die Versionen, die auch für den Felgenbrems-Einsatz verfügbar sind, sparen gegenüber den von RB ermittelten und hier abgedruckten Lufwiderstandswerten etwa zwei Watt ein.

Klare Erkenntnis der Tests im Windkanal: Aero-Laufräder sind messbar schneller als Modelle mit flacheren Felgen. Über 10 Watt sparen die Hochprofillaufräder gegenüber einer Referenz mit 30 Millimeter hohen Felgen. Das bedeutet: Ohne mehr Leistung erbringen zu müssen, wäre ein 75 Kilogramm schwerer Rennradfahrer auf einer 100-Kilometer-Strecke mit 1500 Höhenmetern deutlich über eine Minute schneller.

Egal von welcher Seite der Wind kommt, bleibt der Luftwiderstand bei flachen Felgen nahezu unverändert oder steigt sogar an. Bei Hochprofilfelgen ist der Luftwiderstand hingegen schon bei normalem Fahrt- und frontalem Gegenwind geringer, bei Seitenwind sinkt er sogar noch einmal deutlich: Bei Anströmwinkeln der Luft zwischen zehn und fünfzehn Grad muss ein Fahrer mit Aero-Laufrädern für dieselbe Geschwindigkeit 20 Watt weniger Leistung aufwenden als ein Fahrer mit 30 Millimeter-Felgen.

Vor- und Nachteile von Aero-Laufrädern

Trotz dieser messbaren Vorteile sind Aero-Laufräder nicht pauschal und uneingeschränkt zu empfehlen, warten sie doch auch mit einigen Nachteilen auf. Jeder Rennradfahrer muss deshalb für sich entscheiden, was überwiegt.

Was gegen Aero-Laufräder spricht? Beispielsweise das veränderte Fahr- und Lenkverhalten sowie die höheren Kosten: Hohe Felgen bedeuten mehr Material und folglich auch mehr Gewicht. Um das so gering wie möglich zu halten, kommen zwar alle Testkandidaten mit teuren Carbon-Felgen, wiegen aber trotzdem zwischen knapp 1600 und fast 1800 Gramm - manches deutlich günstigere Disc-Laufrad aus Alu ist leichter. Und höheres Gewicht macht sich beim Fahren bemerkbar: Schwere Laufräder beschleunigen weniger spritzig.

Wer über die Anschaffung eines Aero-Laufradsatzes nachdenkt, sollte sich folglich fragen: Bin ich bereit, ein höheres Gewicht und verändertes Handling in Kauf zu nehmen, um aerodynamische Vorteile zu erzielen?

Die Beantwortung dieser Frage hängt auch davon ab, wie ambitioniert Rennrad gefahren wird: Leistungsorientierte Wettkampfsportler bewerten auch geringe Zeitersparnisse sicher anders als reine Hobby- und Genussfahrer.

Betrachtet man vor diesem Hintergrund die „klassischen“ Kriterien von RoadBIKE-Laufradtests, setzen sich DT Swiss und Mavic mit soliden Steifigkeitswerten von der Konkurrenz ab - freilich ohne dabei selbst Fabelwerte zu erreichen. Mavic lässt dagegen, wie schon in der Vergangenheit, Punkte bei der Torsionssteifgikeit liegen und leidet etwas an Übergewicht.

Mavic Comete Pro Carbon SL UST Disc im Detail

Im hochpreisigen Aero-Segment liefert Mavic den günstigsten Laufradsatz im Test. Im Windkanal halten die Räder dennoch problemlos das hohe Niveau des Testfelds. Dazu gibt’s den besten Wert bei der Seitensteifigkeit, allerdings den schlechtesten bei der Torsionssteifigkeit. Ärgerlich: Vorder- und Hinterrad waren aus der Mitte zentriert. Zudem war kein Testlaufradsatz schwerer. Im Sattel zeigt sich auch ein vergleichsweise träges Fahrgefühl.

Positiv: Zum Lieferumfang gehören Tubeless-Reifen. Die zweijährige Garantie können Käufer bei Registrierung der Räder um ein weiteres Jahr verlängern, ein Crash-Replacement von 40 % Rabatt bei Neukauf gegenüber.

Der Mavic-Satz zeigt Licht und Schatten. Ärgerlich ist der nicht mittige Aufbau der Räder. Letztlich kosten die kleineren Schwächen Punkte - Mavic verpasst so haarscharf die Note sehr gut.

Zusammenfassung der Testergebnisse

Die folgende Tabelle fasst die Testergebnisse der im Artikel erwähnten Aero-Laufräder zusammen:

Laufrad Gewicht (LRS) Aerodynamik Seitensteifigkeit Torsionssteifigkeit Fahreindruck
DT Swiss ARC 1100 Dicut 62 db 1613 g 86,8 W/0,9 Nm VR 86/HR 86 Nm/° 5,14 mm Recht flink, vorhersehbar, aber Seitenwind spürbar
Enve SES 5.6 Disc 1582 g 87,1 W/0,69 Nm VR 76/HR 72 Nm/° 6,67 mm Unruhige Lenkung, Seitenwind deutlich spürbar
Mavic Comete Pro Carbon SL UST Disc 1762 g 87,1 W/0,89 Nm VR 86/HR 89 Nm/° 7,52 mm Etwas träge, ruhige Lenkung, nervös bei Seitenwind

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