Wenn Sie auf einer Fahrradtour plötzlich das typische leise Klackern oder eine leichte Unwucht am Laufrad bemerken, könnte eine gerissene Speiche der Grund sein. Für viele Radfahrer ist das erst einmal ein Schock, besonders wenn man sich abseits der nächsten Werkstatt oder mitten im Gelände befindet. Doch keine Sorge - auch ohne professionelle Hilfe lässt sich eine gebrochene Speiche meist provisorisch reparieren, sodass Sie Ihre Fahrt sicher fortsetzen können. Es kommt darauf an, vorbereitet zu sein, ruhig zu bleiben und die richtigen Handgriffe zu kennen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine gerissene Speiche erkennen, wie Sie das Problem ohne Werkstatt beheben und worauf Sie bei der Notfall-Reparatur achten müssen. Neben einer klaren Anleitung erhalten Sie auch Tipps für Ihre Ausrüstung, Fehlerquellen und Hinweise, wie Sie weiteren Schäden am Laufrad vorbeugen.
Warum sind intakte Speichen so wichtig?
Speichen sind weit mehr als nur unscheinbare Metallstäbchen, die das Rad zusammenhalten. Sie sorgen dafür, dass die Kräfte, die beim Fahren, Bremsen oder in Kurven auf das Rad wirken, gleichmäßig verteilt werden. Intakte Speichen sind daher essenziell für die Stabilität, Langlebigkeit und Sicherheit Ihres Fahrrads.
Reißen eine oder mehrere Speichen, kann das zu einer Unwucht führen, die nicht nur das Fahrgefühl beeinträchtigt, sondern auch die Belastung für die verbleibenden Speichen und die Felge deutlich erhöht. Das Risiko für Folgeschäden steigt und im schlimmsten Fall kann es zu einem Totalausfall des Laufrads kommen. Ein Speichenbruch unterwegs ist also keinesfalls ein rein kosmetisches Problem, sondern ein echtes Sicherheitsrisiko.
Wer sich mit der Funktion und dem Aufbau der Laufräder beschäftigt, kann im Ernstfall besser einschätzen, wie gravierend der Schaden ist und wie dringend gehandelt werden muss.
Ursachen für Speichenbrüche
Speichen reißen meistens nicht grundlos, sondern das Resultat mehrerer Faktoren, die sich über längere Zeit summieren. Häufigste Ursache ist eine falsche oder ungleichmäßige Speichenspannung, die zu einer Überlastung einzelner Speichen führt. Auch Materialermüdung durch langjährigen Gebrauch, Stöße auf Schlaglöchern oder Bordsteinen, oder Korrosion an den Speichenköpfen können einen Bruch begünstigen.
Oft ist es auch eine Kombination aus zu hoher Last, schlechter Wartung und den Beanspruchungen im Gelände, die schließlich dazu führen, dass eine Speiche nachgibt. Besonders problematisch wird es, wenn das Rad bereits einen leichten Seitenschlag hat - die Spannung verteilt sich dann nicht mehr optimal, und das Rad wird immer anfälliger.
Wie erkenne ich eine gebrochene Speiche?
Das typische Anzeichen für eine gerissene Speiche ist ein klirrendes Geräusch, das plötzlich beim Fahren auftritt. Oft macht sich die gebrochene Speiche aber auch durch eine leichte Unwucht des Rades bemerkbar, die dazu führt, dass das Laufrad an den Bremsbelägen schleift oder bei jeder Umdrehung „eiert“.
Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass eine der Speichen lose herunterhängt oder im schlimmsten Fall sogar komplett herausgefallen ist. Ein weiteres Symptom ist eine veränderte Spannung der Nachbarspeichen - diese fühlen sich im Vergleich zu den anderen oft deutlich lockerer oder strammer an. Wichtig ist: Reagieren Sie möglichst schnell, wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken.
Die Notfallausrüstung für unterwegs
Um eine Speiche unterwegs zu reparieren, reicht meist ein kleines Multitool mit Speichenschlüssel aus. Für eine provisorische Lösung benötigen Sie zudem eine Ersatzspeiche, alternativ können auch Kabelbinder, Draht oder Klebeband hilfreich sein, um die gebrochene Speiche zu sichern oder zu fixieren.
Wer häufiger längere Touren unternimmt, sollte einen kleinen Vorrat an passenden Ersatzspeichen, Nippeln und eventuell auch einen kleinen Felgenschneider oder Zange dabeihaben. Ein kleiner, stabiler Schraubenzieher kann ebenfalls nützlich sein, falls der Speichennippel entfernt oder nachgezogen werden muss. Manche Radfahrer führen auch einen Notfall-Speichenspanner oder sogar spezielle „Not-Speichen“ mit, die sich ohne Laufrad-Ausbau einsetzen lassen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur provisorischen Reparatur
Bevor Sie mit der Reparatur beginnen, sollten Sie den Schaden sorgfältig begutachten. Stellen Sie das Fahrrad auf den Kopf oder in einen stabilen Stand, sodass das defekte Rad frei drehbar ist. Suchen Sie die gebrochene Speiche - sie ist entweder mitten durchgerissen oder am Speichenkopf bzw. am Nippel abgebrochen.
Prüfen Sie dabei gleich, ob noch weitere Speichen gelockert oder beschädigt sind und ob die Felge selbst einen Schlag bekommen hat. Falls Sie eine Ersatzspeiche dabei haben, achten Sie darauf, dass diese in Länge und Material zur restlichen Bespeichung passt. In manchen Fällen ist auch der Speichennippel (das kleine Teil, das die Speiche mit der Felge verbindet) beschädigt oder verloren gegangen.
Entfernen der defekten Speiche
Die Entfernung der gerissenen Speiche ist der nächste Schritt. Ist die Speiche am Kopf (am Nabenflansch) abgebrochen, lässt sich der Rest meist einfach aus dem Rad herausziehen. Ist sie am Nippel gerissen, kann es sein, dass das abgebrochene Ende noch im Felgenkanal steckt.
Hier hilft ein kleiner Schraubenzieher oder das Multitool, um den Speichennippel herauszudrehen und den Speichenrest zu entfernen. Falls Sie keine Ersatzspeiche zur Hand haben, sollten Sie die defekte Speiche zumindest so befestigen, dass sie nicht lose im Rad herumklappert - hier helfen Kabelbinder oder etwas Klebeband. Achtung: Lassen Sie die Speiche nicht einfach hängen, denn sie könnte beim Weiterfahren das Ventil beschädigen oder sich im Antrieb verfangen.
Notlösungen ohne Ersatzspeiche
Wenn Sie keine passende Ersatzspeiche dabeihaben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Rad dennoch fahrbereit zu halten. Die einfachste Methode ist, die Nachbarspeichen mit einem Speichenschlüssel minimal nachzuspannen, um den Seitenschlag etwas auszugleichen. Achten Sie dabei darauf, die Spannung nicht zu stark zu erhöhen, da sonst die Belastung auf diese Speichen steigt.
Eine weitere Notlösung besteht darin, die gebrochene Speiche provisorisch durch einen starken Draht, Kabelbinder oder ein Stück stabilen Schnur zu ersetzen und diese fest am Nabenflansch und an der Felge zu befestigen. Zwar ersetzt das keinen fachgerechten Speichentausch, kann aber verhindern, dass sich das Rad während der Fahrt weiter verzieht oder andere Speichen überlastet werden.
Speichenspannung anpassen
Speichen funktionieren nur dann optimal, wenn ihre Spannung möglichst gleichmäßig ist. Nach einer provisorischen Reparatur ist es daher wichtig, die benachbarten Speichen mit dem Speichenschlüssel vorsichtig nachzuspannen oder zu lockern, um das Rad wieder möglichst rund laufen zu lassen.
Drehen Sie die betroffenen Nippel immer in kleinen Schritten und kontrollieren Sie zwischendurch die Laufruhe, indem Sie das Rad drehen und auf Seitenschläge achten. Bei dieser Gelegenheit sollten Sie auch die anderen Speichen auf gleichmäßige Spannung überprüfen. Achtung: Zu fest gespannte Speichen können die Felge verbiegen oder weitere Brüche verursachen, während zu lose Speichen das Rad instabil machen.
Laufrad auf Rundlauf prüfen
Nach dem Austausch oder der Fixierung der defekten Speiche sollten Sie unbedingt kontrollieren, ob das Laufrad noch einigermaßen rund läuft. Drehen Sie das Rad und beobachten Sie, ob es einen deutlichen Seitenschlag aufweist oder an den Bremsbelägen schleift.
Kleine Unwuchten lassen sich oft durch vorsichtiges Nachspannen der benachbarten Speichen ausgleichen. Nutzen Sie dafür den Speichenschlüssel und drehen Sie jeweils nur eine Vierteldrehung am Nippel. Bei größeren Schlägen ist es besser, die Geschwindigkeit zu reduzieren und möglichst ohne weitere Belastung zur nächsten Werkstatt zu fahren.
Sichere Weiterfahrt
Nachdem die defekte Speiche entfernt oder provisorisch ersetzt und das Laufrad bestmöglich ausgerichtet wurde, können Sie die Fahrt fortsetzen. Fahren Sie jedoch vorsichtig, vermeiden Sie starke Schläge und große Belastungen wie Bordsteine oder grobes Gelände. Kontrollieren Sie regelmäßig während der Fahrt, ob sich das Rad weiter verzieht oder zusätzliche Geräusche auftreten. Falls Sie mehrere Ersatzspeichen dabeihaben und weitere Brüche auftreten, können Sie die Reparatur auch mehrmals durchführen.
Planen Sie dennoch möglichst bald einen Stopp in einer Fahrradwerkstatt ein, um das Laufrad professionell zentrieren und alle beschädigten Speichen ersetzen zu lassen.
Wann ist ein Werkstattbesuch unumgänglich?
Es gibt Situationen, in denen eine provisorische Reparatur nicht mehr ausreicht und ein sofortiger Werkstattbesuch unumgänglich ist. Das gilt zum Beispiel, wenn mehrere Speichen gleichzeitig gerissen sind, die Felge einen deutlichen Schlag hat oder sich das Laufrad überhaupt nicht mehr drehen lässt.
Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass die verbleibenden Speichen überlastet sind oder weitere Risse drohen, sollten Sie das Rad nicht mehr nutzen. Ebenso ist bei hochwertigen Renn- oder Mountainbikes, die besonders hohen Belastungen ausgesetzt sind, eine professionelle Reparatur ratsam.
In der Werkstatt wird das Rad nicht nur mit neuen Speichen versehen, sondern auch komplett zentriert, die Spannung geprüft und die Felge auf Schäden untersucht.
Vorbeugende Maßnahmen
Damit es gar nicht erst zu einem Speichenbruch unterwegs kommt, lohnt es sich, regelmäßig die Spannung und den Zustand der Speichen zu kontrollieren. Viele Fahrradläden bieten eine kostenlose Sichtkontrolle an oder prüfen das Laufrad im Rahmen einer Inspektion. Wer häufiger selbst Hand anlegt, sollte einen Speichenschlüssel und ein wenig Übung im Zentrieren haben, um kleinere Schäden direkt zu beheben.
Achten Sie beim Kauf neuer Laufräder auf hochwertige Speichen und Felgen und kontrollieren Sie diese regelmäßig auf Korrosion und Risse. Für längere Touren empfiehlt es sich, mindestens eine oder zwei passende Ersatzspeichen, einen Nippel und ein kleines Multitool dabeizuhaben.
Laufrad zentrieren: Der richtige Schlüssel fürs Reparieren
Zentrierschlüssel gibt es in unterschiedlichen Größen. Besorgen Sie sich das zu Ihrem Laufrad passende Werkzeug, nicht passende Schlüssel können Speichennippel irreparabel beschädigen. Laufräder mit Alu-Speichen (z. B. von Campagnolo, Fulcrum oder Mavic) brauchen spezielle Schlüssel, die den Laufrädern beiliegen. Zumindest auf mehrtägigen Touren ist so ein Schlüssel im Bordwerkzeug sinnvoll, denn nicht jeder Radhändler hat sie vorrätig.
Zentrierhilfen fürs Selbst-Reparieren
An Rädern mit Felgenbremsen können Sie die Bremse als Hilfe zum Laufrad zentrieren nutzen. Richten Sie die Bremse mittig aus, stellen Sie sie möglichst eng und fixieren Sie sie gut mit der Befestigungsschraube, damit sie sich nicht leicht verdreht. Da Sie nicht direkt unter der Bremse arbeiten können, markieren Sie die Stellen, an denen das Laufrad aus der Spur läuft, damit Sie nicht die Orientierung verlieren!
Bei Rennrädern mit Scheibenbremsen fehlt oft jede Orientierung für die Mitte. Hier können Sie sich behelfen, indem Sie Kabelbinder (oder Klebeband) um die Sitzstreben bzw. die Gabelscheiden zurren. Suchen Sie sich eine Stelle, an der die Felge mittig läuft und schneiden Sie die überstehenden Enden möglichst knapp neben der Felge ab. Achten Sie darauf, dass die Kabelbinder beim Zentrieren am Platz bleiben.
Laufrad zentrieren: Welche Speiche in welche Richtung drehen?
Für die richtige Drehrichtung gibt es eine Eselsbrücke: Umfassen Sie die Speiche mit der rechten Hand so, dass der Daumen in Richtung Nabe zeigt. Die Finger der geschlossenen Hand zeigen die Drehrichtung an, mit der die Speiche gespannt wird, also die Felge in ihre Richtung zieht.
Werkzeugtipp für Aero-Messerspeichen
Aerodynamische Messerspeichen müssen beim Laufrad Zentrieren festgehalten werden, damit sie sich nicht verdrehen. Bewährt hat sich der Speichenhalter von DT Swiss, mit dem die Speiche nah am Nippel gehalten werden kann. Als Provisorium tut es auch ein passend geschlitzter, kleiner Hartholz-Block.
Mavic setzt sich für Reparierbarkeit ein
Da die Umwelt und die Abfallvermeidung zu unseren wichtigsten Anliegen gehören, sind alle unsere Produkte für eine längere Lebensdauer konzipiert und auf Reparierbarkeit ausgelegt. Die meisten Ersatzteile sind bei Ihrem Mavic-Händler erhältlich oder bestellbar.
Reparieren Sie Ihr Rad selbst
- 1.000 Ersatzteile & Referenzen verfügbar
- Mindestens fünf Jahre nach dem letzten Verkaufsjahr eines Rades erhältlich, bei Lagern, Freilaufkörpern oder bestimmten Speichen sogar noch länger.
Regelmäßige Wartungstipps für Mavic Laufräder
Wenn man etwas oder jemanden liebt, kümmert man sich darum. Das gilt auch für Ihre Räder (und sie werden es Ihnen danken!). Es mag selbstverständlich klingen, aber es ist ein wesentlicher Parameter, den Sie vor der Fahrt überprüfen sollten, zumal Reifen bei der Lagerung dazu neigen, Luft zu verlieren, insbesondere bei schlauchlosen Reifen.
Es ist wichtig, dass Sie den auf der Felge und auf dem Reifen angegebenen Höchstwert nicht überschreiten. Die Wetterbedingungen, die Reifenbreite und das Gewicht des Fahrers beeinflussen den richtigen Luftdruck. Ein weiterer grundlegender, aber wichtiger Aspekt ist das Festziehen der Radachse. Denken Sie schließlich beim Anziehen daran, das vom Hersteller Ihres Rahmens empfohlene Anzugsmoment einzuhalten, das in der Regel auf der Achse angegeben ist. Ein geeigneter Drehmomentschlüssel ermöglicht diese Genauigkeit und wird oft vom Hersteller mitgeliefert.
Es ist wichtig, dass Sie überprüfen, dass es kein übermäßiges Spiel gibt, wenn Ihre Laufräder festgeschraubt sind. Bewegen Sie das Rad im Stand seitwärts und halten Sie dabei den Rahmen oder die Gabel fest. In diesem Fall sollten Sie sich an Ihren Fachhändler wenden, um das Problem genauer zu analysieren und eine Feineinstellung oder eine Reparatur (z. B. Führen Sie zu Beginn einer Fahrt auf ebener Strecke bei niedriger Geschwindigkeit eine kurze Bremsung durch.
Es ist wichtig, dass Sie Ihre Laufräder nach jeder Fahrt reinigen, vor allem wenn die Fahrt in feuchtem Zustand oder auf schlechten Straßen stattfindet. Achten Sie darauf, keine aggressiven Reinigungsmittel zu verwenden. Trocknen Sie abschließend jeden Teil des Laufrads (Felgen, Naben, Speichen) gründlich mit einem sauberen, trockenen Tuch.
Wenn Sie Bremsklötze verwenden, sollten Sie diese auf Verunreinigungen überprüfen, damit die Bremsfläche nicht zerkratzt und ausgehöhlt wird. Überprüfen Sie auch den Gesamtzustand der Bremsklötze und den Verschleißgrad, den Sie an den Kontrollleuchten ablesen können. Wenn diese erreicht sind, müssen die Bremsbeläge ausgetauscht werden, auch wenn Sie das Gefühl haben, gut zu bremsen.
Überprüfen Sie auch die Abnutzung des Bremsbandes: Wenn das Band tief erscheint, gehen Sie zu Ihrem Mavic-Händler, um die Abnutzung überprüfen zu lassen. Wenn Ihre Laufräder Scheibenbremsen haben: Prüfen Sie, ob die Bremssättel richtig zentriert sind, kontrollieren Sie den Verschleißgrad der Bremsbeläge und tauschen Sie sie gegebenenfalls aus. Vergessen Sie nicht, die Scheiben mit dem vom Hersteller empfohlenen Drehmoment an die Naben zu klemmen und prüfen Sie bei dieser Gelegenheit, ob sie beim Drehen der Räder nicht wackeln.
Auch wenn dieser Vorgang auf den ersten Blick kompliziert erscheint, sollten Sie sich nicht täuschen lassen. Alle unsere aktuellen Laufräder sind mit dem ID360-System ausgestattet, das so konzipiert ist, dass es sowohl leistungsstark als auch leicht zu warten ist.
Die Speichenspannung Ihrer Laufräder ist ein wichtiger Faktor, damit sie ihre Leistung behalten. Um die Speichenspannung zu überprüfen, nehmen Sie die Speichen paarweise und versuchen Sie, sie aufeinander zuzubewegen. Es gibt eine einfache Technik, um den Schleier Ihrer Laufräder zu überprüfen. Heben Sie das Fahrrad an und drehen Sie das Rad. So können Sie leicht erkennen, ob Sie das Rad enthüllen (lassen) müssen, wenn der Abstand mehr als 0,3 mm beträgt.
Um zu überprüfen, ob sie in gutem Zustand sind, drehen Sie das Rad in Ihren Händen und achten Sie auf Geräusche und Vibrationen/Haken. Auch die allgemeine Abnutzung der Lauffläche sollte überprüft werden: Sie ist der Garant für die Haftung und damit für Ihre Sicherheit. Denken Sie schließlich bei Tubeless-Reifen daran, mindestens einmal im Jahr die vorbeugende Flüssigkeit nachzufüllen, da diese im Laufe der Zeit im Inneren des Reifens eintrocknet und ihre Funktion nicht mehr erfüllt. Bei einem Reifenwechsel sollten Sie daran denken, die Flüssigkeit komplett zu erneuern, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Die richtige Menge hängt von Ihrer Fahrpraxis und dem Volumen des Reifens ab. Beachten Sie die Angaben auf der gekauften Flasche mit Präventivflüssigkeit (normalerweise ca.
Die "Acht" in der Felge - Laufrad zentrieren
Früher oder später ist er da: Der Seitenschlag in der Felge. Wie Du Dein Laufrad wieder zurück in die Spur bekommst, erfährst Du hier. Die "Acht" in der Felge - wer kennt sie nicht? Wenn der Schlag nicht zu extrem ist, bekommst Du ihn meistens wieder herauszentriert. Aber wie geht das?
Beim Zentrieren veränderst Du die Spannung der Speichen. Durch diese Speichenspannung wird die Felge gleichzeitig von beiden Seiten nach außen und Richtung Nabe gezogen, wodurch das Laufrad eine enorme Steifigkeit erlangt. Ähnlich wie beim Tauziehen, wenn beide Parteien gleich stark sind, stabilisiert sich das System. Im Idealfall ziehen alle Speichen gleichmäßig, dann läuft die Felge gerade.
Lokalisieren des Seitenschlags
Um das Laufrad zu zentrieren, musst Du natürlich zuerst einmal wissen, wo an der Felge der Seitenschlag sitzt und zu welcher Seite er ausschlägt. Dazu hängst Du Dein Laufrad in den Zentrierständer. Stelle die Schenkel der sogenannten Justierzange so nahe an die Felgenflanke, dass sich das Laufrad gerade noch frei drehen kann. Der Abstand zwischen der Justierzange und der Flanke sollte also möglichst klein sein.
Wenn Du nun das Laufrad im Zentrierständer drehst und währenddessen die Justierzange noch näher an die Felge heranfahren lässt, wirst Du sehen, wie die Felge seitlich taumelt. Die Felgenflanke wird bald die Justierzange touchieren, aber nur an einem Teil der Felge. Dies macht sich durch ein kurzes, schabendes Geräusch bemerkbar. Genau dort sitzt Dein Seitenschlag! Schau Dir genau an, wo der Schlag beginnt und wo er wieder aufhört. Mit zwei Aufkleber-Schnipseln kannst Du Anfang und Ende des Schlags markieren.
Noch keinen Zentrierständer zur Hand?
Wenn Du keinen Zentrierständer zu Hause hast, kannst Du Dir aber auch mit einem kleinen Trick behelfen. Lass das betroffene Laufrad im Bike und spanne einfach einen Kabelbinder in Höhe der Felgenflanke um Deine Gabel oder Sitzstrebe, je nachdem ob Du das Vorder- oder Hinterrad zentrieren willst. Schneide ihn soweit ab, dass er so gerade kurz vor der Felgenflanke steht. Du kommst mit dieser Methode nicht auf die Präzision eines Zentrierständers - für den Notfall reicht es aber so. Wenn Du öfters ran musst, ist solch ein Ständer aber ganz klar zu empfehlen. Für eine grobe Zentrierung reicht sogar ein Kabelbinder. Dennoch empfehlen wir einen ordentlichen Zentrierständer.
Vorsicht bei Messerspeichen
Wenn Du Messerspeichen (also abgeflachte Speichen) hast, musst Du sie mit einem Speichenhalter festhalten. Sonst kann es sein, dass sie sich verdrehen. Das hat zwei Folgen: Die Speiche hat dann kaum noch Steifigkeit in die Belastungsrichtung und kann schnell brechen. Außerdem "schneidet" die auf Aerodynamik optimierte Speiche nun nicht mehr durch die Luft, sondern wirkt wie ein Segel. Der Vorteil der Messerspeiche ist damit dahin und kehrt sich gar zum Nachteil um.
Platziere den Speichenhalter beim Anziehen der Speichen so nah wie möglich am Speichennippel, um so wenig Torsion (Verdrehung) wie möglich zu erreichen. Wichtig: Messerspeichen immer vor Verdrehung schützen.
Zentrieren
Schau, dass Du einen passenden Nippelspanner (auch: Speichenschlüssel) zur Hand hast, der exakt auf die Breite des Nippels passt. Hier gibt es kleine Unterschiede. Am Besten nimmst Du Dir einen Messschieber zur Hand und misst die Nippel aus. Viele Nippelspanner haben mehrere Größen integriert, damit Du immer den passenden Spanner hast.
Nun geht´s los. Drehe das Laufrad im Zentrierständer oder am Bike an. Schau genau hin, ob die Felge nach links oder rechts auslenkt. Zieht sie nach rechts, müssen die Speichen gespannt werden, die vom Felgenring aus zur Gegenseite hin zeigen, also zum linken Nabenflansch (Nicht-Antriebsseite). Zieht sie nach links, müssen die Speichen gespannt werden, die vom Felgenring aus zur Gegenseite hin zeigen, also zum rechten Nabenflansch (Antriebsseite).
Die Speichenspannung wird in Schritten von einer viertel Umdrehung des Speichennippels erhöht. Achtung: Dafür muss der Speichenschlüssel, wie abgebildet, von oben betrachtet gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Um die Speiche zu spannen, muss der Nippelspanner (von oben betrachtet) gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Ziehe alle Speichen der entsprechenden Seite an, die sich auf dem Kreisbogen befinden. Gehe dabei kleinschrittig vor, am Besten in viertel Umdrehungen. Kontrolliere den Schlag direkt nach dem ersten Durchgang. Er wird nun dezenter als zuvor ausfallen, sowohl in der Auslenkung als auch in der Länge des Kreisbogens. Taste dich nun weiter vor, bis der Schlag gänzlich oder fast ganz verschwunden ist.
Wenn Du dich dem Optimalzustand annäherst, in dem die Felge schnurgerade ist, musst Du beim Anziehen noch kleinschrittiger werden. Lässt sich eine Speiche nur extrem schwer drehen, da sie schon stark gespannt ist, müssen zuerst die benachbarten Speichen der Gegenseite links und rechts davon etwas gelöst werden (Nippelspanner im Uhrzeigersinn drehen). Beim Anziehen einer Speiche hörst Du hier und da sicher mal ein Knarren oder Knarzen. Das ist nicht schlimm und kommt durch die Reibung zwischen Nippelkopf und Felgenbett unter Druck.
Als Faustregel für eine vernünftig Zentrierung gilt: Ein Laufrad für Felgenbremsen sollte nahezu perfekt gerade sein, da sich beim Bremsen sonst ein störendes Pulsieren bemerkbar machen kann. Ein Scheibenbrems-Laufrad ist da unkritischer: Da ist 1mm Seitenschlag gar nicht schlimm und kann ohne weiteres toleriert werden, solange die Speichenspannung stimmt.
Bitte bei der ersten Fahrt nach dem Zentrieren nicht erschrecken: Die Speichen haben nun mehr Spannung als vorher und können sich daher noch an den Speichenkreuzungen „setzen“. Dies macht sich durch ein deutlich hörbares Knarzen bemerkbar. Dieser Effekt ist ganz normal, sollte aber schon nach kurzer Fahrt aufhören.
Alles wieder im Lot? Dann kanns ja wieder losgehen! Wenn Du noch Fragen hast oder unsicher bist, melde Dich einfach bei uns - wir helfen Dir weiter!
Verwandte Beiträge:
- Mavic Instant Drive 360 & Shimano Micro Spline 12: Kompatibilität & Unterschiede
- Mavic Laufrad registrieren: Anleitung & Vorteile der Garantieverlängerung
- Mavic Mountainbike Schuhe: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Mavic Open Pro Laufräder: Test, Preisvergleich & Kaufberatung
- Moped Führerschein Kosten Sachsen: Preise & Gebühren im Überblick
- Schockierende Fakten zu Verkehrsunfällen in Nürnberg – Die Statistik, die jeder kennen muss!
Kommentar schreiben