Mit dem neuen Cosmic S 42 Disc Laufradsatz von Mavic soll der Traum von einem Carbon Rennrad-Laufradsatz zum erschwinglichen Preis jetzt Realität werden. Angeboten wird der Satz von der französischen Marke zu einem Preis von unter 1000,00 Euro. Aber widersprechen sich ein Rennrad-Laufradsatz aus Carbon und ein erschwinglicher Preis? Nicht unbedingt: mit dem neuen Cosmic S 42 Disc tritt Mavic den Gegenbeweis an. Die Zutatenliste klingt wahrlich sehr vielversprechend.
Technische Details und Design
Die Vollcarbonfelge weist eine Profilhöhe von 42 Millimetern auf und unterstreicht mit den im Windkanal getesteten flachen Speichen den aerodynamischen Anspruch des Laufrades. Das Design soll zudem Seitenstabilität bei hohen Geschwindigkeiten gewährleisten. Die Innenbreite von 21 Millimetern maximiert das Reifenvolumen, wodurch sowohl die Effizienz verbessert als auch die Kurvenleistung optimiert werden sollen. Die hochwertigen Speichen, die langlebigen Lager und die ID360 Freilauftechnologie versprechen ihrerseits Langlebigkeit. Selbst seichten Offroad-Einsätzen steht nichts im Wege.
Tubeless-Technologie: Komfort und Sicherheit
Mavic hat sich nun dafür entschieden, im neuen Modelljahr alle Laufräder mit der Tubeless-Technologie „UST“ auszustatten. Bei Mountainbikern und am Automobil längst etabliert, stößt der Begriff „Tubeless“ bei Rennradfahrern noch immer auf Skepsis. Dabei liegen die Vorteile der Tubeless-Technik auf der Hand: geringeres Gewicht bei gleichzeitig erhöhter Pannensicherheit, verbesserter Traktion, Kontrolle und Fahrkomfort. Klingt gut? Ist es auch!
Vorteile und Nachteile von Tubeless
- Vorteile: Geringeres Gewicht, erhöhte Pannensicherheit, geringerer Rollwiderstand, verbesserte Traktion, erhöhter Komfort.
- Nachteile: Bisher nur zwei Mavic UST-Road Reifen verfügbar.
„UST“ steht hier für „Universal Standard Tubeless“ und ist die Bezeichnung für Mavics Tubeless-Technologie, die erstmalig im Rennrad-Sektor ein komplettes Tubeless-System bietet, bei dem Laufrad und Reifen zusammen entwickelt wurden. Das sorgt zum einen dafür, dass eine exakte Passung zwischen Felge und Reifen gewährleistet wird und zum anderen, dass die Vorteile des Systems durch die Harmonisierung von Felge und Reifen maximiert werden. Gerade hohe Reifendrücke am Rennrad machten es bisher schwer, die Reifen auf Dauer abzudichten. Mavic löst das mit einer überdurchschnittlich exakten Felgenfertigung und einer sehr steifen Reifenwulst aus Kevlar, die keine Luft zwischen Felge und Reifen entweichen lässt.
Praxistest und Fahrgefühl
Nach der Montage ging es sofort auf eine Probefahrt. Schon nach kurzer Zeit vermittelt das UST-System Sicherheit, der Grip und die Traktion sind hervorragend und „trotz“ der für Rennradfahrer ungewohnten 6,5 Bar rollen die Reifen sehr schnell. Ich war wirklich überrascht, wie positiv sich die Umstellung auf Tubeless auf das Fahrgefühl und die Performance auswirkt. Ich hatte das Gefühl nichts verloren zu haben, dafür jedoch eine Menge Komfort und Sicherheit gewonnen zu haben. Das Fahrgefühl ist komfortabler, der Speed und (Kurven-)Grip sind jedoch voll da!
In 700 km auf teils sehr schlechten Straßen, scharfkantigem Schotter und dem ein oder anderem unvorhersehbaren Schlagloch habe ich es wirklich drauf angelegt, hatte aber nicht einen Defekt. Woran das liegt? Ganz klar an der Dichtmilch, denn nach der Tour konnte ich genau sehen, wo kleinere Löcher verschlossen wurden. Nach meinem Test bin ich wirklich überrascht, wie gut und unkompliziert der Umstieg auf Tubeless geklappt hat. Selbst als Tubeless-Neuling wie mich, stellte die Montage keine Probleme dar und ging einfach von der Hand. Das Fahrverhalten spricht für sich - sicher, komfortabel und keinen Deut langsamer als ein Setup mit Schlauch, wieso auch? Der Rollwiderstand ist erwiesenermaßen geringer.
Alternativen und Wettbewerb
Mavic schickt mit den Cosmic SLR 45 Disc-Laufrädern einen echten Allrounder in den großen Laufrad-Vergleichstest. Doch wie kann sich der Klassiker am Laufrad-Himmel gegen die neuesten Performance-Laufräder behaupten? Mit cleveren Nippeln und ungebohrtem Felgenbett trumpft Mavic mit Innovationen auf. Mavic als einstige Institution im Laufrad-Segment musste in den letzten Jahren ordentlich einstecken. Doch langsam, aber stetig kommt der französische Hersteller zurück.
Zurück zu alter Stärke? Mavic geht mit den Cosmic SLR 45 nicht nur technisch neue Wege, auch optisch grenzen sich die Laufräder von der Konkurrenz ab. Die Felgengeometrie ist dagegen etwas oldschool. Mit knapp 20 mm Maulweite und 28 mm Felgenbreite passen die Cosmic SLR zwar noch für 28C-Reifen, breitere Reifen in Kombination mit der Mavic-Felge geben optisch aber kein schönes Bild und versprechen auch keine gute Aerodynamik. Dafür verspricht der klassische Mavic-Haken viel Sicherheit und einen breiten Einsatzbereich der Felge mit Reifen- und Druckkombinationen.
Weitere getestete Laufradsätze im Vergleich
Im Folgenden werden einige weitere Laufradsätze kurz vorgestellt, die im Rahmen von Tests ebenfalls berücksichtigt wurden:
- Aerycs Aero WT 30: Leicht, agil, breite Felge, DT Swiss Naben und Speichen.
- Fulcrum Wind 42: Stabil, seitensteif, aerodynamisch, komfortabel, in der EU hergestellt.
- Leeze CC 38 Basic R: Leicht, schnell, fahrstabil, aerodynamisch, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Mavic Cosmic SL 32: Fahrstabil, komfortabel, lebenslange Garantie, aber träge Beschleunigung.
- Newmen Streem Climbing: Sehr leicht, spurtreu, kaum Verschleiß, großzügiger Lieferumfang.
- Shimano Ultegra WH-RS8170 C36: Solider Dauerläufer, einfaches Tubeless-Setup, kein Gewichtslimit.
- Winspace Lún Grapid: Leicht, agil, Gravel-Laufradsatz, aber sensibel bei Seitenwind.
Fazit
Der Mavic Cosmic S 42 Disc Laufradsatz verspricht einen erschwinglichen Einstieg in die Welt der Carbon-Rennrad-Laufräder. Mit seiner aerodynamischen Felge, der Tubeless-Technologie und dem komfortablen Fahrgefühl könnte er eine interessante Option für viele Rennradfahrer sein. Die Konkurrenz ist jedoch groß, und es lohnt sich, verschiedene Modelle zu vergleichen, um den passenden Laufradsatz für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
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