Moderne Race-Schuhe sind effizient, leicht und dennoch komfortabel genug für lange Touren. MOUNTAINBIKE hat die aktuellen Modelle ausführlich getestet. Marathonisti und Cross-Country-Racer sind eine eigene Spezies: immer hart am Gas, das Bike samt Zubehör und auch den Körper auf Gewichtsersparnis getrimmt. Weiche, instabile, locker sitzende Bike-Schuhe? Ein Alptraum!
Dabei hat sich das Ideal des Race-Schuhs in den letzten Jahren gewandelt: weg vom knüppelharten Schraubstock. Druckstellen im Schuh können die Blutversorgung des Fußes beeinträchtigen oder eine unbewusste Belastungsverlagerung bewirken, wodurch der Athlet weniger effizient tritt. Dass ein gewisser Komfort schnell macht, gilt unter Racern inzwischen als akzeptiert. Positiver Nebeneffekt: Die Schuhe in diesem Test sind auch für Tourenbiker sehr interessant. Gerade wenn die Ausritte nicht nur durch hartes Gelände, sondern auch über lange Schotterpisten führen, freuen sich Langstreckenfans über die Effizienz dieser Klicker.
Denn Vortrieb generieren bedeutet nicht bloß treten. Auch die Hub-, Zug- und Schubphasen des Pedalierkreises profitieren von verlustfreier Kraftübertragung, benötigen dafür einen passgenau sitzenden, verwindungsarmen Oberschuh. Dazu können die Hersteller bei der Konstruktion auf zähe, dehnfeste Stoffe nicht verzichten. Vor dem Kauf sollten Sie daher die Passform des favorisierten Modells checken. Nur wenn der Schuh einen lückenlosen Sitz ohne Reibepunkte und Druckstellen erzielt, sollte er in die engere Auswahl genommen werden. Wichtig: Denken Sie bei der Passprobe daran, dass der Fuß beim Biken durch die höhere Belastung und Durchblutung leicht anschwillt.
Testkriterien und Ergebnisse
Unsere Testrunden beinhalteten Sprintpassagen, knackige Anstiege, knifflige Trail-Abschnitte und kurze Gehpassagen. Unsere Gewichtsmessung zeigte einen Abstand von 122 Gramm zwischen leichtestem (Bontrager) und schwerstem Schuh (Cube). Bei einer Trittfrequenz von 90 U/min müssten die Beine beim Bontrager auf einer Zwei-Stunden-Runde 1318 kg weniger Hubarbeit leisten!
Punktgleich erringen Bontrager und Giant den Testsieg, sprechen in puncto Passform aber "unterschiedliche Füße" an: Der Bontrager fällt weit aus, der Giant schmal und flach. Bei den preiswerteren Modellen bis 200 Euro überragt der Shimano.
Zwei Carbon-Sohlen brachen im Test
Zwar sind Race-Klickschuhe nicht für lange Gehpassagen konzipiert, kurze Schiebestrecken müssen aber auch in dieser Klasse selbstverständlich möglich sein. Schließlich kann es auch bei Marathon-Rennen vorkommen, dass Absteigen und Schieben erforderlich ist. Etwa, wenn ein Fahrerstau entsteht. Schlussendlich werden die von uns getesteten Schuhe nicht nur von Profis gekauft, sondern auch von "Normalos", die nicht jede Stelle auf dem Trail fahrend bewältigen können.
Die Carbon-Sohlen der Modelle Scott MTB Premium und Suplest Edge+ Crosscountry Performance brachen dabei nach wenigen Schritten im Bereich des Vorfußes durch.
MOUNTAINBIKE hat Scott und Suplest die gebrochenen Schuhe zum Check zurückgeschickt, neue Testmodelle geordert.
Einzelbewertungen ausgewählter MTB-Schuhe
Shimano SH-XC501 (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Sehr leicht, starke Kraftübertragung und komfortabler Sitz - der Shimano erfüllt alle Tugenden eines modernen Race-Schuhs, ist dabei auch noch erfreulich günstig. Die Boa-Klett-Kombi fixiert den Fuß nicht spürbar schlechter als Doppel-Boa-Systeme.
Bontrager Recon 2
Voluminös kommt der Recon 2 daher, sitzt luftig-weit und trägt sich tourig-bequem. Auch die weiche, grobstollige Gummisohle bietet massig Grip und erzielt die beste Gehleistung im Test, ist aber nicht sonderlich steif. Handlicher, gut anpassbarer Verschluss.
Cube Peak Pro
Bei einem Preis von 150 Euro ist der Cube Peak Pro der günstigste Schuh in diesem Test und verfügt über eine faserverstärkte Nylonsohle mit einer griffigen Gummierung. Beim Verschluss setzt Cube auf einen einzelnen Atop-Drehverschluss, mit dem der komplette Fuß fixiert werden muss. Durch den sehr breiten, voluminösen Schnitt des Schuhs gelingt die ausreichende Fixierung nur bei entsprechend breiten Füßen. Der Fersenhalt beim Gehen könnte trotz angerauten Fersenmaterials besser sein. Die Steifigkeit der Sohle fällt gering aus.
DMT KM30
Der DMT KM30 geht eigene Wege und setzt auf einen flexiblen Strickstrumpf als Obermaterial, was ordentlich Gewicht spart. Durch die starke Gummierung der Ferse und die enge Öffnung gelingt der Einstieg nur sehr fummelig. Da der Schuh der italienischen Marke für einen breiten Fuß geschnitten ist und viel Platz im Zehenbereich bietet, reicht die Fixierung mit nur einem Boa-Rädchen oftmals nicht aus. Vor allem in Schiebepassagen entsteht durch die steife Carbon-Sohle Schlupf. Die Zunge könnte stärker gepolstert sein, die Profilblöcke sind wenig griffig.
Fizik Vento Overcurve X3
Der Fizik Vento Overcurve X3 besitzt einen breiten Schnitt und eine recht geräumige Zehenbox. Bei schlanken Füßen stößt man mit dem einen Boa-Verschluss an die Grenzen der Anpassbarkeit. Vor allem bei steilen Schiebepassagen entsteht Schlupf an der Ferse. Durch die vorgeformte Sohle kann der Fuß gut abrollen. Das harte Profil und die fehlende Gummierung unter dem Mittelfuß bieten wenig Grip. Im Pedal sorgt die ordentlich steife Sohle für eine gute Kraftübertragung. Zudem zählt der Fizik zu den leichtesten Modellen im Test.
Garne G.Dare
Die großflächige Zunge und der Fersenbereich sind beim Garne G.Dare dick gepolstert, wodurch der Fuß bei warmen Temperaturen schnell schwitzt. Während der Zehenbereich eher schmal ausfällt, könnte die Ferse kompakter sitzen und in steilen Laufpassagen besseren Halt bieten. Durch das harte und hohe Profil gibt es griffigere und standsicherere Modelle in diesem Test. Da das montierte Cleat nicht so tief in der Sohle sitzt, stützen sich die Stollen auch nicht optimal auf dem Pedalkörper ab. Der Zehen- und Fersenschutz fällt vorbildlich aus.
Giant Charge Elite MTB
Mit 249,90 Euro ist der Giant Charge Elite MTB einer der teuersten Race-Schuhe im Vergleich und kommt mit dem typischen Giant-Kanal in der Sohle, der Steifigkeit und geringes Gewicht vereinen soll. Die griffige, aber wenig konturierte Gummierung verschenkt Potenzial, das schmale Profil macht den Schuh leicht kippelig. Abrollverhalten und Fersenhalt sind jedoch sehr gut. Durch das tief sitzende Cleat liegt die Sohle stramm auf dem Pedalkörper für eine gute Kraftübertragung. Die Innensohle mit auswechselbarer Längsgewölbeunterstützung gefällt.
Giro Sector
Der teure Giro Sector bringt alles mit, was ein Race-Schuh können muss und lässt sich dank seinem schmalen Schnitt auch an schlanken Füßen optimal fixieren. Zudem besitzt die mit Carbon-Fasern verstärkte Kunststoffsohle eine gute Steifigkeit, was ordentlich Druck aufs Pedal bringt. Auch abseits der Pedale kann der Giro mit seiner griffigen Gummisohle und einem sehr guten Abrollverhalten überzeugen. Trittsicher und ohne Fersenschlupf meistert der Sector auch steile Schiebepassagen. Sogar bis Größe 50 erhältlich.
Mavic Crossmax Elite
Der Mavic Crossmax Elite liegt deutlich unter der 200-Euro-Marke und ist damit einer der günstigsten Schuhe im Vergleich. Die Passform fällt eher breit aus und bietet vor allem im Vorfußbereich viel Volumen. Schmale Füße finden im Mavic-Schuh zu wenig Halt und lassen sich nur unzureichend fixieren. Die CFK-Sohle besitzt eine gute Steifigkeit, die Profilblöcke fallen allerdings sehr hart aus und erzeugen nur wenig Grip und Laufkomfort. Durch die geringe Profilbreite an der Ferse ist der Mavic zudem sehr kippelig, mit nur 705 Gramm aber ein Leichtgewicht.
Northwave Rebel 3
Dank der steifen Carbon-Sohle und des zugfesten Obermaterials bringt der Northwave Rebel 3 viel Kraft aufs Pedal. Durch den anatomisch geformten Oberschuh lassen sich auch schlanke Füße gut fixieren, so ist der Halt im Schuh auf dem Pedal wie zu Fuß ausgezeichnet. Lediglich die Zehenbox fällt etwas voluminös aus. Mittels der beiden Northwave-Drehverschlüsse lässt sich der Schuh gut anpassen. Allerdings erfordern die Verschlüsse einen höheren Kraftaufwand im Vergleich zu Boa. Die Profilblöcke dürften griffiger und an der Ferse breiter sein.
Scott Vertec
Mit seiner breiten und griffigen Gummisohle erzielt der Scott Vertec Besturteile beim Gehen, was ihn zu einem trittsicheren Begleiter in unwegsamem Gelände macht. Nur beim Abrollen auf hartem Untergrund stören die entfernbaren Kunstoffstollen. Mittels der beiden Boa-Verschlüsse sitzt der Schuh sehr fest ohne Fersenschlupf, lediglich die Zehenbox fällt geräumig aus. Auch die anatomische Einlegesohle sticht positiv heraus und bietet eine gute Unterstützung für den Fuß. Kritik gibt es fürs hohe Gewicht und den geringen Zehenschutz.
Shimano XC7
Der klare Testsieger in diesem Vergleich leistet sich keinerlei Schwächen und liefert alles, was Racer brauchen. Der Shimano XC7 besitzt die steifste Sohle, bringt wenig auf die Waage und hinterlässt auch in Schiebepassagen mit viel Grip und Standsicherheit eine erstklassige Figur.
Weitere betrachtete Aspekte
- Steifigkeit der Sohle: Die Steifigkeit der Sohle bestimmt maßgeblich darüber, wie gut der Fahrer seine Kraft aufs Pedal bringt. Um zu überprüfen, wie hoch die jeweilige Steifigkeit ausfällt, ermittelten wir die Durchbiegung der Sohle bei einer Last von 20 Kilogramm. Je höher der erreichte Wert in Newton pro Millimeter, desto höher fällt die gemessene Steifigkeit aus.
- Gewichte: Genau wie Laufräder, Pedale oder Kurbeln zählen auch die Schuhe zur rotierenden Masse im Gesamtsystem Fahrrad. An diesen Stellen macht sich ein niedriges Gewicht am stärksten bemerkbar. Der leichteste Schuh in unserem Test kommt von DMT und wiegt in Größe 44 gerade einmal 646 Gramm. Auch Testsieger Shimano und Fizik bleiben unter 700 Gramm. Der schwerste Schuh kommt von Vaude und belastet die Waage mit 810 Gramm.
Klick-Schuhe mit Grip
Kletterpartien über nasse Felsen oder glitschige Stämme waren mit Klickies früher echte Mutproben. Bei vielen Schuhherstellern sind diese Zeiten zum Glück vorbei. Auch dank Markensohlen von Vibram, Michelin und Co., die griffige Treter schnell erkennbar machen. Die drei hier gezeigten Mountainbike-Schuhe Mavic Crossmax Elite SL, Crankbrothers Mallet E und Shimano SH-AM903 setzen zwar auf eigene Sohlenkonzepte, Grip zu Fuß ist dennoch massig vorhanden. Der Crossmax Elite SL nimmt mit Carbon-Glasfaser-Sohle und geringem Gewicht Racer ins Visier. Die groben TPU-Stollen greifen tief in weiche Böden und sind mit einem Mikro-Profil versehen, um auch auf glattem Untergrund nicht zu rutschen. Für Trailbiker sind die neuen Modelle von Crankbrothers und Shimano heiße Tipps. Beide Schuhe stehen mit flachem Profil im Mittelfußbereich auch gut auf breiten Pedalkäfigen. Im Ballen- und Fersenbereich fällt das Profil aber gröber aus, um beim Laufen mehr Traktion zu erzeugen.
Tabelle: Übersicht der getesteten MTB-Schuhe
| Schuhmodell | Preis | Gewicht (Größe 44) | Sohlenmaterial | Verschluss | Passform | Fazit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Cube Peak Pro | 150,00 Euro | 790 g | Faserverstärktes Nylon mit Gummisohle | 1 x Atop-Drehverschluss | Sehr breiter Schnitt | Günstig, aber breite Passform und geringe Steifigkeit. |
| DMT KM30 | 239,00 Euro | 646 g | Carbon-Sohle | 1 x Boa-Drehverschluss | Sehr breiter Schnitt | Leicht, aber fummeliger Einstieg und wenig Grip. |
| Fizik Vento Overcurve X3 | 219,00 Euro | 699 g | CFK-Sohle | 1 x Boa-Drehverschluss | Breite Passform | Leicht, gute Kraftübertragung, aber wenig Grip. |
| Garne G.Dare | 209,00 Euro | 750 g | GFK-Sohle | 2 x Boa-Drehverschluss | Schmale Zehenbox, breite Ferse | Dick gepolstert, schwitzt schnell, mäßiger Halt. |
| Giant Charge Elite MTB | 249,90 Euro | 722 g | CFK/Glasfaser | 1 x Boa-Drehverschluss + Klett | Mittelbreiter Schnitt | Gute Kraftübertragung, sehr gutes Abrollverhalten. |
| Giro Sector | 250,00 Euro | 737 g | CFK mit Gummisohle | 2 x Boa-Drehverschluss | Schmaler Schnitt | Sehr guter Race-Schuh, optimal für schlanke Füße. |
| Mavic Crossmax Elite | 175,00 Euro | 705 g | CFK/Glasfaser | 1 x Boa-Drehverschluss + Klett | Breiter Schnitt | Günstig, aber breite Passform und wenig Grip. |
| Northwave Rebel 3 | 209,00 Euro | 736 g | Carbon-Sohle | 2 x Northwave-Drehverschluss | Mittelbreiter Schnitt | Gute Kraftübertragung und Halt, voluminöse Zehenbox. |
| Scott Vertec | 199,95 Euro | 801 g | CFK mit Gummisohle | 2 x Boa-Drehverschluss | Mittelbreiter Schnitt | Sehr guter Grip, aber hohes Gewicht. |
Mavic XA Pro - Ein besonderes Highlight
Trev hatte während eines Großteils der letzten Saison das zweifelhafte Vergnügen, den Mavic XA Elite zu tragen. Der Schuh bot besten Sitz und Halt, aber die steife, ungelenkige Sohle bescherte Trev Höllenqualen während langer Wanderungen oder beim Bier danach. Mavic hat nun ein neues Modell herausgebracht, den XA Pro-Schuh, und behauptet: „Dieser MTB-Schuh mit guten Laufeigenschaften wurde designt, um euch bei jeder Sorte von Trail-Abenteuern auf Kurs zu halten.“ Trev bestätigt das Versprechen: Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die neuen XA Pro-Schuhe haben eine Carbon-Composite-Innenplatte, die flexibel genug für Laufpassagen ist. Hält man beide Modelle in der Hand, sind die Unterschiede deutlich spürbar - das neueste Modell besitzt einen weitaus geschmeidigeren Flex.
Der XA Pro hat dieselbe geliebte, riesige Aussparung für die Cleats, mit genug Spielraum, um sie ganz nach hinten zu schieben. Die Energy Grip Trail-Außensohle wartet mit aggressiven, weit auseinanderliegenden Stollen auf und bietet großartige Bodenhaftung, falls ihr mal wieder eine schmuddelige Schiebepassage absolvieren müsst. Wichtig für Allwetter-Fahrer: Die Schuhe nehmen nur 90 ml Wasser pro Schuh auf, was wirklich beeindruckend ist. Mavic hatte schon immer die verblüffende Fähigkeit, passgenaue Schuhe herzustellen, und die XA Pro sind da keine Ausnahme. Sie schmiegen sich an den Fuß wie eine Katze an die Heizung. Mavic verwendet das firmeneigene Ergo Dial-Schnellverschlusssystem für eine straffe und präzise Einstellung. Die Verstellrädchen sind dabei hoch genug angebracht, um ein Abreißen bei einem Crash zu verhindern. Die Passform wird abgerundet durch ein starkes Klettverschlussband, das felsenfest und fein säuberlich sitzt.
Auf dem Bike sind die Präzision und die Kraftübertragung sehr gut, aber eher für Fahrer gemacht, die einen leichten und effizienten Schuh statt eines gepanzerten Holzpantoffels wollen. Nach rund 30 Fahrten sehen die Schuhe noch äußerst gut aus und die thermoverklebte Konstruktion erweist sich als zäh genug für harte Traileinsätze. Leicht, robust und komfortabel, sowohl auf dem Bike als auch zu Fuß - Mavic hat mit den XA Pro-Schuhen wirklich einen Volltreffer gelandet. Gewicht 387 g pro Schuh in Gr.
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