Mavic Rennradfelgen: Information und Ratgeber

Der Markt für Rennrad-Laufräder ist ungeheuer vielfältig. Die richtigen Felgen sind von zentraler Bedeutung für die Leistung, den Komfort und die Sicherheit des Fahrers, unabhängig von ihrer Verwendung oder dem Fahrradtyp.

Materialien und ihre Eigenschaften

Zu den wichtigsten Fragen, die sich Radsportlerinnen und Radsportler stellen, gehören die Unterschiede zwischen den gängigen Materialien, insbesondere Carbon und Aluminium:

  • Carbon: Laufräder aus Carbon sind bekannt für ihr geringes Gewicht, ihre Steifigkeit und ihre Aero-Effizienz, die für eine schnelle Beschleunigung und ideale Klettereigenschaften sorgen.
  • Aluminium: Aluminium hingegen zeichnet sich durch Langlebigkeit, geringere Kosten und hohe Zuverlässigkeit aus. Aluminiumfelgen sind für ihre Robustheit, ihre Korrosionsbeständigkeit und ihre günstigeren Kosten bekannt. Sie bieten einen hervorragenden Kompromiss für die meisten Zwecke.

Felgen waren früher oft aus Stahl, werden mittlerweile meist aus Aluminium und immer öfter aus Carbon hergestellt.

Laufradgrössen und ihre Auswirkungen

Die Laufradgrösse hat einen direkten Einfluss auf das Handling, die Beschleunigung und den Fahrkomfort.

  • Herkömmliche Rennräder haben in der Regel 700c-Laufräder.
  • MTBs sind mit 26“-, 27,5“- oder 29“-Laufrädern ausgestattet.

Natürlich sollte der Durchmesser Deiner Felgen zu Deinem Fahrradrahmen beziehungsweise Bike passen. Angaben wie 29 Zoll oder 27,5 Zoll sind gerundete Werte des Reifenaußendurchmessers. Die dazu passenden Felgen sind am Reifensitz genormt - dem Bead Seat Diameter (BSD). Die wichtigsten Maße sind hier 622 Millimeter (für 28- wie 29-Zoll-Bereifung), 584 Millimeter (für 27,5-Zoll-Bereifung, oft auch 650B genannt) und 559 Millimeter (für 26-Zoll-Bereifung).

Im Rahmen der ETRTO (European Tyre and Rim Technical Organisation) findest Du den Felgen-Durchmesser oft zusammen mit der Maulweite angegeben.

Wichtig für die Speichenlänge: Der Felgenwirkdurchmesser (ERD)

Mit dem ERD (Effective Rim Diameter) wird ein weiterer Durchmesser angegeben, nämlich der des Felgenbodens. Da hier die Speichennippel sitzen, ist das Maß unerlässlich für die Berechnung der korrekten Speichenlänge Deiner neuen Laufräder. Beachte unbedingt, wie gemessen wurde! Manche Hersteller korrigieren den Wert schon um die Höhe der Nippel, andere nicht. Die Messmethode sollte zur Formel passen, mit der Du die Speichenlängen berechnest, sonst könnte es passieren, dass Du zu lange oder zu kurze Speichen bestellst.

Als Orientierung gilt: Liegst Du bei der Speichenlängenberechnung zwischen zwei Größen, dann runde die Speichenlänge immer auf, wenn Du Felgen von NoTubes oder Mavic hast. Bei allen anderen Felgen runde klassisch auf oder ab zur nächsten Speichenlänge. Wenn Du Dir unsicher bist, melde Dich gern bei uns im Service. Wir helfen Dir, die korrekte Speichenlänge für Deine Felge zu finden.

Mittelprofilfelgen: Ein Kompromiss zwischen Aerodynamik und Gewicht

Mittelprofilfelgen für Fahrräder stoßen auf wachsendes Interesse, wobei viele Fragen zum Vergleich ihrer Eigenschaften mit denen von Tiefprofilfelgen gestellt werden. Felgen mit mittlerem Profil bieten einen hervorragenden Kompromiss zwischen Aerodynamik und Gewicht. Ihr spezielles Design verringert den Luftwiderstand und verbessert so die Geschwindigkeit und Effizienz, vor allem bei Abfahrten oder auf ebenem Gelände.

Felgen mit mittlerem Profil (oder Intermediate) sind so konzipiert, dass sie bei Seitenwind eine bessere Stabilität bieten als Felgen mit hohem Profil. Durch ihre moderate Höhe minimieren sie die störenden Auswirkungen des Windes und sorgen so für eine bessere Kontrolle über das Fahrrad. Während in den Bergen aufgrund ihres geringen Gewichts oftmals Felgen mit niedrigem Profil bevorzugt werden, bieten Felgen mit mittlerem Profil einen interessanten Kompromiss. Sie bieten aerodynamische Vorteile bei Abfahrten und auf flachen Streckenabschnitten, während sie gleichzeitig ein angemessenes Gewicht für das Erklimmen von Steigungen beibehalten.

Aerodynamik und Felgenhöhe

Die Höhe des Felgenprofils hat einen direkten Einfluss auf die Aerodynamik, die Steifigkeit und die Stabilität des Fahrrads. Ein hohes Profil ist aerodynamischer und fördert die Geschwindigkeit auf geraden Strecken, kann aber anfälliger für Seitenwind sein.

Richtige Hochprofilfelgen findet man vor allem an Zeitfahrmaschinen. Das hochgezogene Profil verringert Luftstromabrisse und Verwirbelungen. Du musst aber kein Triathlet oder Zeitfahrer sein, um davon zu profitieren. Auch mit Deinem normalen Rennrad erreichst Du Geschwindigkeiten, bei denen der Unterschied spürbar ist. Je höher Deine Felgen, desto windschnittiger wird Dein Rad. Im Englischen spricht man hier übrigens nicht von der Höhe, sondern der Tiefe der Felge. In Produktbezeichnungen kann dann schon mal von „depth“ oder „deep section“ die Rede sein.

Einige Hersteller gehen noch einen Schritt weiter und gestalten die Oberfläche der Felge wie die eines Golfballs mit lauter kleinen, regelmäßig angeordneten Vertiefungen. Diese sogenannten „Dimples“ helfen, den Strömungswiderstandskoeffizienten und damit den Luftwiderstand noch weiter zu reduzieren. Hochprofilfelgen reduzieren Verwirbelungen am Laufrad.

Felgenbreite und Maulweite

Parallel zum Trend breiterer Reifen haben sich sowohl auf der Straße als auch im Gelände in den letzten Jahren breite Felgen durchgesetzt. Hatten Mountainbikes vor zwanzig Jahren oft noch 17 bis 19 Millimeter schmale Felgen, so sind heute 25 oder sogar mehr als 30 Millimeter normal. Bei Rennrädern sind um die 21 Millimeter keine Seltenheit mehr. Die Felgen Deines Gravelbikes liegen wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Dabei sprechen wir nicht von der Breite der Felgen außen, sondern von der sogenannten Maulweite. Das ist der Abstand zwischen den beiden Felgenflanken, also innen gemessen. Die Maulweite bestimmt, wie Dein Reifen sitzt und beeinflusst dessen Querschnitt. Man kann den Querschnitt eines breiten Reifens auf einer schmalen Felge mit der Form einer Birne vergleichen . Auf einer breiten Felge hingegen wird der gleiche Reifen mehr Volumen aufbauen. Die Reifenflanken laufen nicht so weit zusammen, sondern stehen aufrechter und stützen den Reifen insgesamt besser ab. Dadurch kannst Du einen niedrigeren Luftdruck fahren, bevor Dir der Reifen in Kurven oder an Hindernissen wie Wurzeln oder Bordsteinkanten wegknickt. Das heißt aber nicht, dass breiter automatisch besser ist. Bei gleicher Steifigkeit und Stabilität sind breite Felgen etwas schwerer. Es gilt, einen guten Kompromiss zu finden. Und die Felge muss natürlich zum Reifen passen.

Ist die Felge zu schmal für Deinen Reifen, wird die Lauffläche an den Seiten weiter heruntergezogen. Die Seitenstollen eines Mountainbike-Reifens stehen dann in einem anderen Winkel und greifen in Kurven erst bei deutlich mehr Schräglage. Ist die Felge hingegen zu breit für den Reifen, wird sich das Profil eher „eckig“ aufbauen und kann ebenfalls nicht so funktionieren, wie vom Hersteller konzipiert. Der Übergang von Lauffläche zu Reifenflanke wird dadurch sehr unharmonisch. Bei hoher Schräglage kann der Grip im schlimmsten Fall unvermittelt abreißen.

Bremskompatibilität

Die Kompatibilität der Felge mit dem Bremssystem ist entscheidend, um die Sicherheit des Radfahrers zu gewährleisten. Felgen, die für Felgenbremsen ausgelegt sind, haben eine spezielle Bremsfläche, während Felgen für Scheibenbremsen keine Bremsfläche haben.

Willst Du Felgen- oder Scheibenbremsen? Eine ganz banal erscheinende Frage solltest Du vorab klären: Fährst Du eine Felgenbremse oder eine Scheibenbremse? Die Frage ist wichtig, da die beiden Systeme nicht uneingeschränkt kompatibel miteinander sind. Felgengebremste Räder benötigen eine Felge mit sogenannter Bremsflanke, auf der die Beläge der Bremse greifen können. Disc-Felgen haben diese Flanke nicht, deshalb kannst Du diese nicht für eine felgengebremstes Rad benutzen.

Damit Du hier gleich die richtige Ausgangsbasis für alle weiteren Kriterien bei der Suche nach der richtigen Felge für Dich hast, hilft Dir unser Filter „Bremssystem“ im Shop, die Auswahl an geeigneten Felgen einzugrenzen.

Die Rückkehr der silbernen Felgen: Mavic Open Pro

Silberne Rennradfelgen sind wieder im Kommen. Die Mavic Open Pro macht es möglich, endlich wieder silbernen Glanz ans Laufrad zu bringen. Zur silbernen Felge passt am besten eine silberne Nabe. Ein solcher Laufradsatz dürfte um 1500g wiegen - damit kann man leben.

Die Open Pro ist geöst, was den Laufradbau enorm erleichtert. Alunippel „flutschen“ richtig und wer möchte, kann sich auch farbige Naben und Nippel einbauen und hat nicht nur einen individuellen, sondern auch einen dauerstabilen Laufradsatz.

Tubeless-Ready oder Tubeless?

Mittlerweile sind die meisten Felgen Tubeless-Ready, also für die Benutzung ohne Schlauch und mit Dichtmilch geeignet und vom Hersteller freigegeben. Das bedeutet, dass der Reifensitz genauer gefertigt ist und Dein Tubeless-Reifen exakt darauf passt. Damit die Luft nicht einfach durch die Speichenlöcher entweicht, müssen die meisten Felgen mit speziellem Felgenband abgeklebt werden. Das machst Du am besten nach dem Einspeichen.

Geschlossene Tubeless-Systeme wie Mavics UST setzen auf noch engere Toleranzen bei den Passungen und auf Felgen mit geschlossenem Boden, bei denen ein zusätzliches Felgenband unnötig wird. Sie sind auf dem Markt allerdings klar in der Minderheit, da der Felgenhersteller wiederum die Fertigungstoleranzen der Reifenhersteller nur durch extrem aufwändige Zertifizierungen beeinflussen kann.

Tubeless-Felgenband dichtet die Felgen ab, so dass die Luft nicht durch die Speichenlöcher entweichen kann.

Stabilität und Haltbarkeit

Nach den Reifen müssen die Felgen mehr einstecken als alle anderen Komponenten am Fahrrad. Haltbarkeit und Stabilität sind also ein wichtiger Aspekt. Zu weiche Felgen verlieren schneller den Rundlauf oder bekommen bei Durchschlägen Dellen. Außerdem kann es durch häufige Lastwechsel zu Speichenbrüchen kommen, auch wenn die Speichenspannung eigentlich hoch genug ist. Steifere Felgen schaffen Abhilfe, sind aber, wie schon besprochen, oft etwas schwerer und weniger komfortabel.

Die Lochzahl der Felge

Achte beim Bestellen unbedingt darauf, dass Du Felgen mit der korrekten Anzahl an Speichenlöchern auswählst! Die Anzahl muss zu der an Deinen Naben passen. Generell verleihen mehr Speichen Deinem Laufrad mehr Stabilität und Haltbarkeit. Der Preis dafür ist ein leicht höheres Gewicht. Während am Mountainbike 32 oder seltener 28 Speichen üblich sind, werden am Rennrad gerne 24 oder weniger verbaut. Für ein mit viel Gepäck beladenes Reiserad oder ein Cargo-Bike bist Du mit 36 oder mehr Speichen gut beraten.

Pflege und Wartung

Die richtige Pflege verlängert die Lebensdauer der Laufräder und sorgt für optimale Performance. Es empfiehlt sich, die Laufräder regelmässig mit Wasser zu reinigen, die Felgen auf Verschleiss zu überprüfen und die Speichenspannung zu kontrollieren.

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