Mehrtägige Radtour in Bayern: Planung und Tipps für unvergessliche Erlebnisse

Bayern ist ein Paradies für Radfahrer. Mit einem weitläufigen Netz an Radwegen, malerischen Landschaften und kulturellen Highlights bietet es unzählige Möglichkeiten für mehrtägige Radtouren. Ob gemütlich am Fluss entlang, sportlich durch die Berge oder mit dem E-Bike entspannt die Gegend erkunden - hier findet jeder die passende Route.

Die Qual der Wahl: Bayerns vielfältige Radwege

Bayern bietet eine beeindruckende Vielfalt an Radwegen, die unterschiedliche Ansprüche und Interessen ansprechen. Hier eine Übersicht einiger beliebter Routen:

  • Donau-Radweg: Mit sanftem Gefälle entlang des zweitlängsten Flusses Europas, ideal für entspannte Touren.
  • Isar-Radweg: Wildromantisch durch die bayerische Landschaft, von den Alpen bis zur Mündung in die Donau.
  • Bodensee-Königssee-Radweg: In Alpenstimmung von einem See zum anderen, mit beeindruckenden Panoramen.
  • Main-Radweg: Dem windungsreichen Verlauf des Mains folgend, durch unterschiedliche Landschaften und charmante Orte.
  • Altmühl-Radweg: Fast ohne Steigungen entlang von Tauber und Altmühl, vom Main bis zur Donau.
  • Wasser-Radwege Oberbayern: Ein 1.200 Kilometer langes Netzwerk, bei dem Wasser der ständige Begleiter ist.
  • Ammer-Amper-Radweg: Von den Ammerquellen durch das bayerische Voralpenland, vorbei an Seen und historischen Städten.

Zusätzlich zu diesen bekannten Radfernwegen gibt es zahlreiche regionale Rundtouren, die sich hervorragend für mehrtägige Ausflüge eignen. Einige Beispiele:

  • Schmuggler-Tour: Mountainbike-Rundtour um Waldmünchen mit Grenzübergang nach Tschechien.
  • Lamer-Winkel-Tour: Genuss-Rundtour ab Arrach oder Lam durch den Bayerischen Wald.
  • MTB-Rundtour um Sankt Englmar: Entdecke die atemberaubende MTB-Rundtour rund um das sportliche Bergdorf Sankt Englmar
  • Böhmerwald-Runde: Grenzüberschreitende MTB-Rundtour ab Bayerisch Eisenstein durch zwei Nationalparks.
  • Bike & Hike Harlachberger Spitze: eMountainbiken mit Wandern in Bodenmais.
  • Familien-Rundtour zum Schwellhäusl: Ab Bayerisch Eisenstein mit urigem Biergarten und Streichelzoo.
  • Ohetal-Rundtour ab Niederalteich: Eine wahre Genuss-Rundtour durch das Tal der Ohe.
  • Grafenauer NaturTOUR: Mit Ilztalt, Nationalpark und vielem mehr.
  • eBike-Tour ab Tiefenbach: Entdecke das Passauer Land bei einer abwechslungsreichen eBike-Tour ab Tiefenbach
  • Sonnenwald-Tour zum Brotjacklriegel: Ab Schöllnach mit Aussichtsturm und Holzskulpturen.
  • Grenzlandtour: Rundtour ab Neukirchen b. Hl. Blut durch den Bayerischen Wald und entlang der Grenze zu Tschechien.
  • Großer Falkenstein: Rundtour ab Lindberg über den Falkenstein Gipfel und die Ruckowitzschachten.
  • Bergtour rund um Deggendorf: Mit Ulrichsberg und Panoramablick.

Planung ist das A und O

Eine erfolgreiche mehrtägige Radtour erfordert sorgfältige Planung. Hier einige wichtige Aspekte:

1. Routenwahl und Etappenplanung

Wähle eine Route, die deinen Fähigkeiten und Interessen entspricht. Berücksichtige die Länge der Gesamtstrecke, das Höhenprofil und die Beschaffenheit der Wege. Plane realistische Tagesetappen, die genügend Zeit für Pausen und Besichtigungen lassen. Es kann auch einfach mal schön sein! Axel und ich hatten auf dieser Tour kein Drama, keinen Platten, keine Kettenrisse und einfach nur gutes Wetter.

2. Gepäck und Ausrüstung

Packe leicht, aber vollständig. Nimm nur das Notwendigste mit, um das Gewicht zu reduzieren. Denke an wetterfeste Kleidung, ausreichend Proviant und Getränke, Werkzeug für kleinere Reparaturen und eine gut ausgestattete Reiseapotheke. Mein Learning daraus: Wenn wir aus der Pandemie etwas mitnehmen sollten, dann ist es die Wertschätzung für die lokale, zugängliche Abenteuer vor der eigenen Haustür.

3. Unterkünfte und Verpflegung

Buche Unterkünfte im Voraus, besonders in der Hauptsaison. Informiere dich über Verpflegungsmöglichkeiten entlang der Strecke und plane gegebenenfalls Picknicks ein. Der Radweg ist gut mit Gasthöfen und Hotels erschlossen.

4. An- und Abreise

Plane die An- und Abreise sorgfältig. Nutze öffentliche Verkehrsmittel, um Ausgangs- und Zielort bequem zu erreichen. Viele Orte sind gut mit der Bahn oder dem Bus erreichbar. Das Schöne bei dieser Tour ist, dass viele der genannten Orte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind - mit dem Zug oder der Bayerischen Oberlandbahn.

5. Sicherheit und Fitness

Achte auf deine Sicherheit und Fitness. Trage einen Helm, sorge für gute Sichtbarkeit und halte dich an die Verkehrsregeln. Plane regelmäßige Pausen ein und überfordere dich nicht. Egal, wie fit du bist - die richtige Sitzposition ist Gold wert!

Die richtige Ausrüstung: Dein treuer Begleiter

Die Wahl des richtigen Fahrrads und Zubehörs ist entscheidend für den Komfort und die Sicherheit deiner Radtour. Ob du ein robustes Trekkingrad, ein schnelles Rennrad, ein komfortables Citybike oder ein topmodernes E-Bike bevorzugst - Hauptsache, das Rad passt zu dir und deiner Tour.

Fahrradtypen

  • Trekkingrad: Vielseitig und robust, geeignet für verschiedene Untergründe und lange Strecken.
  • Rennrad: Schnell und leicht, ideal für asphaltierte Straßen und sportliche Fahrer.
  • Citybike: Komfortabel und praktisch, perfekt für kurze Strecken und gemütliche Touren.
  • E-Bike: Mit elektrischer Unterstützung, ideal für hügeliges Gelände und längere Distanzen.

Zubehör

  • Helm: Unverzichtbar für die Sicherheit.
  • Licht: Vorne und hinten, für gute Sichtbarkeit bei Dunkelheit und schlechtem Wetter.
  • Luftpumpe: Für unterwegs, um den Reifendruck anzupassen.
  • Werkzeug-Set: Für kleinere Reparaturen.
  • Gepäckträger und -taschen: Für den Transport von Ausrüstung und Proviant.
  • Navigationsgerät oder Smartphone-Halterung: Für die Routenplanung und Navigation.

Inspiration und Tourenberichte

Lass dich von den Erfahrungen anderer Radfahrer inspirieren. Lies Tourenberichte, schau dir Fotos und Videos an und tausche dich in Foren und Communities aus. Die Fahrradwelt ist in Bewegung - nicht nur auf der Straße!

Bayern mit dem Rad: Ein unvergessliches Erlebnis

Eine mehrtägige Radtour in Bayern ist mehr als nur eine sportliche Aktivität. Es ist eine Möglichkeit, die Schönheit der Natur zu erleben, kulturelle Highlights zu entdecken und unvergessliche Erinnerungen zu schaffen. Also pack deine Sachen, schwing dich auf dein Rad und erlebe Bayern auf zwei Rädern!

Die Wasser-Radwege Oberbayern: Ein besonderes Erlebnis

Die Wasser-Radwege Oberbayern sind ein rund 1.200 Kilometer langes Netzwerk aus drei Hauptschleifen, die die Region von München aus in alle Himmelsrichtungen erschließen. Jede Schleife hat ihren eigenen Charakter: Hopfen und Bier im Norden, Salz im Südosten und Kunst sowie Kultur im Südwesten. Egal, auf welcher Route man unterwegs ist - Wasser begleitet einen überall. Flüsse, Seen und Wassererlebnispunkte prägen die Landschaft und machen die Touren zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Die Salzschleife: Natur, Kultur und Geschichte

Die Salzschleife, eine etwa 380 Kilometer lange Runde, verbindet Natur, Kultur und Geschichte entlang der Flüsse Inn, Salzach und Saalach sowie berühmter Seen wie dem Chiemsee oder Waginger See. Die Tour ist super, wenn du zum allerersten Mal eine Radreise machen möchtest.

Ein Beispiel: 4 Tage auf der Salzschleife

Mit einem Mix aus Vorfreude und ein bisschen Nervenkitzel befestigen wir am Bahnhof in Rosenheim die Bikepacking-Taschen auf unseren Rädern und rollen los. Die ersten Kilometer am Inn sind geprägt von einer unglaublichen Leichtigkeit. Vor uns liegen noch etwa 400 Radkilometer. In den nächsten vier Tagen sind wir auf der Salzschleife unterwegs - einer der Wasser-Radlwege in Oberbayern, im Süden Deutschlands. Sie schlängelt sich mal sanft, mal lebhaft durch die Landschaft Oberbayerns - grüne Wiesen, ruhige Flussufer und ab und zu ein Ort mit bunten Fassaden und teilweise sogar mediterranen Flair. Unterwegs wird es viele Möglichkeiten für Radelpausen geben: am oder im Fluss, mit einem Eis in der Hand spazierend durch eine historische Innenstadt oder einfach mal auf der Wiese in die Ferne blickend.

Etappe 1: Rosenheim - Mühldorf am Inn

Der Start in Rosenheim fühlt sich an wie ein kleiner Neubeginn. Noch ein bisschen aufgeregt, aber voller Energie radeln wir zunächst am Inn entlang. Die Berge verschwinden langsam im Hintergrund. Es dauert nicht lange, bevor wir den ersten schönen Ort erreichen: Wasserburg am Inn überrascht uns mit seinen lebhaften, bunten Fassaden, die in der Sonne leuchten und fast einen mediterranen Flair versprühen. Wir schlendern durch die Gassen, mit einem Eis in der Hand, zum Fluss und hocken uns dorthin. Auch wenn wir dort sicherlich noch eine halbe Ewigkeit hätten sitzen können, wird es irgendwann Zeit, um weiter zu fahren. Die Strecke ist abwechslungsreich: Anfangs viel Schotter, zwischendurch Straßen, aber hauptsächlich abseits großer Verkehrswege - genau unser Ding. Am späten Nachmittag legen wir eine wohlverdiente Pause direkt am Inn ein. Dort kochen wir uns Kaffee, genießen die Ruhe und das Plätschern des Wassers. Bevor es weitergeht, hüpfen wir natürlich selber auch noch kurz rein. Die perfekte Abkühlung für zwischendurch. Am späten Nachmittag erreichen wir dann Mühldorf am Inn. Wir fahren direkt zum Nagelschmiedturm.- aufgrund der ersten urkundlichen Erwähnung des Turms im Jahre 1218 ist es das älteste Bauwerk der Stadt. Dort treffen wir uns mit Kerstin Fottner von der Tourist Information. Sie nimmt uns mit in knappe 30 Meter Höhe. Von dort oben sehen wir, dass die Fassaden teilweise höher als die eigentliche Häuser sind. „Das ist typisch für den Inn-Salzach-Baustiel“, erzählt Kerstin, „Sie lässt das Haus kubisch und monumental erscheinen.“ Von oben zeigt sie uns auf eine Terrasse an der linken Straßenseite: „Dort kann man gut essen gehen.“ Das hört sich doch super an. Also ab ins Altstadthotel Wetzel für eine schnelle Dusche und dann geht’s zum Abendessen ins GOA, wo wir uns leckere Burger und Pommes gönnen.

Etappe 2: Mühldorf am Inn - Waging am See

Am zweiten Tag packen wir unsere Taschen draußen in der Sonne vor dem Hotel wieder an die Räder. Mühldorf ist irgendwie im sanften Morgenlicht noch schöner. Wenn wir am Brunnen vorbei die Stadt verlassen, haben fast das Gefühl in Italien gelandet zu sein. Wir sind aber noch immer auf der Radreise in Bayern. Die zweite Etappe der Salzschleife führt uns zunächst weiter am Inn entlang, bevor wir ihn verlassen, um kleine, historische Orte wie Altötting zu entdecken. Besonders beeindruckend ist Burghausen mit der längsten Burg der Welt. Die Höhenburg befindet sich etwas oberhalb der historischen Innenstadt und bietet deshalb auch einen super Blick auf das bunte Zentrum und den Fluss. Wir schlendern durch die 1051 Meter länge Burganlage mit Toren, Türmen, einer Schlosskapelle, vielen kleinen Häusern und Burghöfen. Danach , setzen wir uns auf die Terrasse eines gemütlichen Café und genießen Polenta-Sticks und Flammkuchen. Die Pause artet etwas aus. „Wieviel Kilometer haben wir eigentlich noch vor uns?“ fragt Simon. Ich schaue auf die Uhr. Gute 60 Kilometer. Und die Weiterfahrt startet erstmal mit einer ziemlich knackigen Anstieg. Puh. Aber nach ein paar Kilometern auf einer geilen Gravelstrecke haben wir die Anstrengung schon wieder vergessen. Bei Tittmoning erreichen wir die Salzach, der zweite Fluss auf diesem Wasserradlweg. Hier muss natürlich erstmal wieder eine erfrischende Badepause eingelegt werden. Der letzte Abschnitt bis Waging am See ist dann entspannt, und wir freuen uns, wenn wir nach etwa 100 Kilometer im Eichenhof ankommen. Das riesige Zimmer mit Blick ins Grüne erlaubt uns, ein paar Klamotten ausspülen zu können. Schließlich haben wir nur wenig auf Gepäck dabei und ein frisches Trikot für die zweite Hälfte wäre ziemlich nice. Danach lassen wir uns noch mit leckeren Essen auf der Terrasse verwöhnen, bevor wir uns müde und zufrieden ins Bett fallen lassen.

Etappe 3: Waging am See - Bad Reichenhall

Am dritten Tag fahren wir nach dem Frühstück zuerst zum Waginger See. Die Wasseroberfläche schaut noch unberührt aus und wir genießen eine „Morgendusche“ im kühlen Wasser. Dann geht’s los, in Richtung Berge. Das Gefühl von Freiheit auf den Nebenstraßen und die fast leeren Wege lässt uns mal wieder den Alltag komplett vergessen. So eine Radreise in Bayern ist einfach Balsam für die Seele. Nach einem kurzen Abstecher in die wunderschöne Stadt Salzburg, wo wir uns einen Kaffee gönnen, ging es weiter Richtung Berchtesgaden. Die Landschaft wird immer beeindruckender: saftige Wiesen, glitzernde Flüsse und langsam auftauchende Berge. Wenn wir Marktschellenberg erreichen, merken wir die Berge auch in den Beinen. Ein knackiger Anstieg bringt uns nach Berchtesgaden, wo wir erstmal eine ausgedehnte Pause einlegen. Weiter führt uns die Strecke an der Berchtesgadener Ache entlang nach Bad Reichenhall. Hey, das kennen wir doch vom Salz? Das stimmt. Die Stadt blickt zurück auf eine über 4000 Jahre alte Salzgeschichte. Spuren davon sind gut sichtbar in der Stadt, wie an der Alten Saline mit ihrer beeindruckenden Fassade aus rotem Backstein. Wenn wir durchgeschlendert sind, fahren wir zum Hotel für die letzte Nacht unserer Radreise in Bayern. Im Amber Hotel Bavaria werden wir nicht nur freundlich begrüßt, sonder auch darauf hingewiesen, dass der Pool mit Wellness-Bereich noch bis 22 Uhr auf hat. „Ich glaube, ich weiß, was wir zunächst machen?“ sage ich Simon. Er knickt bestätigend. Ahhh, herrlich! Wenn wir danach auch noch super lecker im hauseigenen Restaurant essen, finden wir es eigentlich zu schade, dass heute schon der letzte Abend ist. Noch beim Dessert schmieden wir schon Pläne für den nächsten Bikepacking-Trip.

Etappe 4: Bad Reichenhall - Rosenheim

Der letzte Tag beginnt dann aber etwas trüb: es regnet. Also packen wir unser Zeug noch ein bisschen besser weg und ziehen wir Regenbekleidung an. Nach ein paar Kilometer merken wir: halb so wild. Bei uns kommt sogar eine gewisse Abenteuerlust auf. Die ersten Kilometer führen über schöne Gravelwege durch den Wald, vorbei am Höglwörth mit seiner kleinen Kirche am Wasser und den Wasserrosen. In Traunstein angekommen, suchen wir ein gemütliches Café auf, um uns aufzuwärmen - dort blieben wir sogar ein bisschen länger als geplant. Weiter geht es durch Pfützen und immer wieder Regenschauer Richtung Chiemsee. „Riesenpfütze“, sage ich lachend. Ich lieb’s, dass wir trotz Regens noch immer soviel Spaß am Bikepacken haben. Und ja, den Bergblick müssen wir uns selbst dazu denken, aber dafür haben wir mehr Auge für’s Detail. Deshalb halten wir am See auch kurz kurz inne, genießen die Aussicht und kaufen uns am Straßenrand frische Erdbeeren - die schmecken auf jeden Fall nach Sommer. Der letzte Anstieg ist nochmal knackig, dafür werden wir danach mit einer langen, schnellen Schotterabfahrt belohnt. Kurz vor Rosenheim überrascht uns noch ein kräftiger Wolkenbruch, aber nass und voller Glücksgefühle erreichen wir unser Ziel.

Der Innradweg: Eine weitere Option

Von der Quelle des Inn bei Maloja in der Schweiz bis zur Mündung in die Donau in Passau führt der Innradweg über 500 km durch die Schweiz, Österreich und Deutschland. Das Praktische an seinem bayerischen Teil: es lassen sich wirklich gut einzelne Etappen des Innradwegs als Tagestouren fahren.

Meine Empfehlung für den bayerischen Innradweg sind fünf gemütliche Tagesetappen, mit E-bike geht es auch mit weniger Etappen. Wichtig bei Tagestouren ist ja der Rückweg, bei den hier beschriebenen Etappen geht das sehr gut mit Zügen ca alle Stunde und das Fahrrad darf kostenlos in der Südostbayernbahn mitfahren (Ausnahme Simbach-Passau, dazu später mehr). Generell war alles gut beschildert, Karten sind eigentlich nicht notwendig, ab und zu in Google Maps schauen schadet nicht, wenn es einem komisch vorkommt.

Der Fluss Inn selber ist leider relativ langweilig - es fahren keine Schiffe, weder Fracht- noch Personenschiffe, was z.B. den Rhein sehr spannend macht.

Etappe Kiefersfelden - Rosenheim

Geplant ist, demnächst mit dem Auto nach Rosenheim zu fahren, von dort mit dem Zug nach Kiefersfelden und dann mit dem Radl zurück nach Rosenheim. Zum Start in Rosenheim haben wir uns einen Straßenrand-Parkplatz in der Nähe des Mangfallparks gesucht, kostenlos, aber relativ weit weg vom Bahnhof. Trotzdem gefällt mir der Mangfallpark als Startpunkt der Etappe auf dem Innradweg.

Etappe Rosenheim - Wasserburg

Schon bald ist der Inndamm dann leider wegen Bauarbeiten gesperrt und Umleitungsschilder leiten uns so halb-gut um. Diese Etappe des bayrischen Teils des Innradwegs hat sicher das schönste Etappenziel: man erreicht die imposante Innbrücke von Wasserburg, fährt (bzw schiebt) durch das hübsche Stadttor und landet in der Altstadt mit wunderschönen bunten Häusern, mit Eisdielen und Restaurants und viel Leben. Nunja, nach der Eispause geht es noch mal ein paar Kilometer und Höhenmeter weiter, der Bahnhof ist 5 km außerhalb in Reitmehring.

Etappe Wasserburg - Mühldorf

“Am Flussufer geht es ja immer leicht bergab” - das gilt leider nicht für diese Etappe des Innradwegs. Wer von Wasserburg nach Mühldorf radelt, sieht über weite Strecken gar nichts vom Inn und muss mehr als 400 Höhenmeter bergauf und bergab fahren. Für den Frühling für mich aber genau richtig! Im Wald bekommen die Bäume die ersten hellgrünen Blätter, die Wiesen sehen bereits saftig aus und es grasen sogar schon Kühe! In den Vorgärten blühen Osterglocken und die vereinzelten Orte, durch die man fährt, haben Blumen angepflanzt und österlich dekoriert. Kurz vor der Ankunft in Mühldorf verlieren wir tatsächlich den Weg und fahren mit Hilfe von Google Maps durch ein Industriegebiet zum Bahnhof.

Etappe Mühldorf - Simbach

In Bahnhofsnähe Mühldorf gibt es Parkplätze am Straßenrand, die ab 12 Uhr gratis sind. Von dort geht’s bergab ins Stadtzentrum von Mühldorf, was wir in der Vorwoche verpasst hatten, und die Erkenntnis, dass auch Mühldorf einen hübschen, langgestreckten Stadtplatz hat mit zwei Toren, bunten Häusern mit Arkaden und einigen Buchläden. Typische Architektur für die Region an Inn und Salzach. In dieser Etappe des Innradwegs fährt man tatsächlich viel am Flussufer entlang oder höhergelegen auf dem Deich. Vor Marktl kommt man an der Dachlwand vorbei, einer markanten Hangformation gegenüber der Stelle, wo die Alz in den Inn mündet. Die Bushaltestelle von Marktl ist dieses Mal der Ort für ein kleines Picknick mit Kaffee und Kuchen aus der Bäckerei, ein Supermarkt liegt auch direkt am Weg. Hinter Marktl erreicht man dann die Grenze von Oberbayern nach Niederbayern und die Mündung der Salzach in den Inn.

Etappe Simbach - Passau

Auf dieser Etappe ist die Zugrückfahrt komplizierter. Rund 3 Stunden sind wir mit der Bahn unterwegs, von Ruhpolding nach Simbach, auch, weil wir zwischenzeitlich einen anderen Zug abschleppen müssen! Im Simbach angekommen vertrödeln wir ein wenig Zeit, denn die Brücke, die hier über den Inn nach Österreich führt, war ein Jahr vorher gesperrt. Das eigentliche Radeln am Inn Richtung Passau beginnt zäh - der Weg führt schnurgerade auf dem Deich am Fluss entlang. Langweilig und eintönig. Es lohnt sich deswegen, den gelegentlichen Hinweisschildern zu Ortschaften wie Aigen zu folgen (und dann am besten per Google Maps den Weg zurück zum Inn). Unsere erste Pause führt uns über den Fluss nach Österreich, nach Schärding. Der riesigen Stadtplatz mit den bunt gestrichenen Häusern wuselt es wie in einem Ameisenhaufen. Das tolle Wetter lockt viele Leute zum Fahrrad fahren und Eis essen. Hinter Schärding, zurück auf der bayerischen Inn-Seite, wird es abwechslungsreicher. Es geht vorbei an Getreidefeldern mit Mohn und Kornblumen, ein Stück durch den Wald über einen herrlichen Trail, an einem Vogel-Beobachtungsturm vorbei.

Passau ist erreicht, das Ziel ist in Sicht. Die letzte Etappe des Innradwegs. Der offizielle Radweg führt über die wuselige Ufer-Promenade von Passau, durch kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster, an Universitäts-Gebäuden vorbei, unendlich vielen Cafés und Kneipen. Aber wir haben nur Augen für die kleinen grün-weißen Fahrradschilder - bevor wir Passau genießen, müssen wir erst die Mündung des Inn in die Donau erreichen. Links erspähen wir durch die Gassen schon die Donau. Schließlich endet die Straße, wir müssen absteigen und das letzte Stück über eine weite Grasfläche in die Richtung des Punktes schieben, wo sich besonders viele Leute aufhalten. Links von uns die Donau, rechts von uns der Inn, vor uns ein Gedenkstein und dann nur noch Wasser - geschafft.

Etappe Länge Charakteristik
Kiefersfelden - Rosenheim ca. 40 km Gemütlich am Inn entlang
Rosenheim - Wasserburg ca. 50 km Abwechslungsreich, mit Anstieg nach Wasserburg
Wasserburg - Mühldorf ca. 45 km Hügelig, mit wenig direkten Inn-Kontakt
Mühldorf - Simbach ca. 55 km Viel am Flussufer, flach
Simbach - Passau ca. 70 km Teilweise eintönig auf dem Deich, abwechslungsreicher hinter Schärding

Passau - wo der Inn in die Donau mündet und der Innradweg endet. Auch wenn uns „der Anfang“ noch fehlt, sind wir 214 km durch Bayern den Inn entlang geradelt, bis zu seiner Mündung in den Inn. Das beste: für den Inn mag in Passau Schluss sein, für uns aber nicht. Denn wir haben ja noch 3 Tage Zeit und werden einfach weiter die Donau entlang radeln.

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