Mehrtägige Radtour durch Europa planen: Routen, Tipps und Checkliste

Eine mehrtägige Radtour zu planen, kann eine Herausforderung sein. Immer beliebter werden mehrtägige Radtouren. Das Schöne dabei: Du entdeckst mit dem Rad unbekanntes Terrain und bist in der Natur unterwegs. Egal, ob Du Gelegenheitsradler oder ambitionierter Radsportler bist: Radfahren hält gesund, stärkt deine Ausdauer und dein Herz-Kreislaufsystem.

Die Auswahl der geeigneten Tour

Für welche Tour du dich letztendlich entscheidest, ist sicher von deinen persönlichen Vorlieben abhängig. Allein in Deutschland gibt es unzählige Radfernwege, die allesamt empfehlenswert sind. Zu den schönsten zählen:

  • Elberadweg
  • Moselradweg
  • Bodenseeradweg
  • Donauradweg
  • Weserradweg
  • Rhein-Radweg

Wie du siehst, führen viele der Radwege in Deutschland unmittelbar an Flüssen entlang. Für Naturliebhaber sind diese daher bestens geeignet. Dennoch kann es ratsam sein, wenn du einen Fahrradroutenplaner zu Hilfe nimmst.

Der ADFC klassifiziert jedes Jahr Fern­radwege, und unter den Top-Platzierten finden sich stets viele Fluss­radwege. Sie sind aus mehreren Gründen besonders beliebt: An den Ufern reihen sich interes­sante Städte und Sehens­würdig­keiten, die Wege sind meist gut beschildert, das Navigieren entlang des Flusses fällt ohnehin leicht. Oft fahren auch Bahn­linien parallel zu den Flüssen, sodass im Notfall oder bei Mist­wetter auch mal eine Etappe mit dem Zug zurück­gelegt werden kann. Außerdem sind - von den Quell­regionen abge­sehen - selten große Höhen­unterschiede zu über­winden.

Im Folgenden listen wir die fünf beliebtesten Fern­radwege in Deutsch­land 2023 auf (Quelle: ADFC-Radreiseanalyse 2024).

Bedenke bei der Planung deiner Fahrradtouren dein persönliches Fitnesslevel. Donau- und Bodenseeradweg sind zum Beispiel hervorragend für Anfänger geeignet, da sie keine nennenswerten Steigungen haben. Eine Alpenüberquerung mit dem Rad hingegen ist nur etwas für ambitionierte und trainierte Radler.

Der Stre­cken­radweg führt Sie jeden Tag weiter weg vom Start­punkt. Viele der beliebtesten Fern­radwege in Deutsch­land sind Stre­cken­radwege, die mehrere hundert Kilo­meter quer durchs Land oder sogar über Grenzen hinweg führen. In wenigen Tagen lassen sich auf diesen Wegen schon unterschiedliche Regionen, Naturformen und Städte erleben. Wer viel Zeit hat, kann den gesamten Radweg fahren. Üblich ist es aber, sich einen Abschnitt heraus­zupicken, der interes­sante Zwischen­stopps ermöglicht und dessen Start- und Ziel­punkt gut mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln erreich­bar sind. Start und Ziel sind hier identisch.

Ausgewiesene Rund­wege führen oft durch eine bestimmte Region oder haben thematische Schwer­punkte. Rund­wege in Deutsch­land sind beispiels­weise der Müritz-Radweg (90 Kilo­meter, Meck­lenburg-Vorpommern), der Mauer­radweg rund um Berlin (160 Kilo­meter) oder der Kocher-Jagst-Radweg in Baden-Württem­berg (330 Kilo­meter). Für die Etappen der Rund­touren müssen zwar auch unterschiedliche Unterkünfte gebucht werden.

Anders als beim Stre­cken­radweg sind die An- und Abreise mit dem Auto und einem Fahr­radträger aber problemlos möglich, da das Ziel ja identisch mit dem Start ist. Den geringsten Planungs­aufwand macht eine Stern­radtour, auch Stand­orttour genannt. So brauchen Sie lediglich diese eine Unterkunft zu buchen, können mit vergleichs­weise leichtem Gepäck radeln, und auch die An- und Abreise mit dem Pkw plus Fahr­radträger ist möglich. Außerdem sind Sie nicht gezwungen, sich bei schlechtem Wetter auf den Sattel zu schwingen. Verglichen mit den anderen Formen der Radreise hat die Stern­radtour aber weniger Abenteuer­charakter.

Ausgewiesene Fern­radwege führen Radreisende oft über land­schaftlich schöne Stre­cken, abseits großer Straßen. Wer eine Radreise plant, kommt am Allgemeinen Deutschen Fahr­rad-Club (ADFC) kaum vorbei. Er liefert Empfehlungen zu Routen und Regionen, die für Fahr­radreisende besonders geeignet sind. Außerdem vergibt der ADFC das Siegel „Qualitäts­radroute“. Diese Stre­cken sind gut ausgebaut, durch­gehend beschildert und bieten ausreichend Rast­plätze und Unterkünfte. Insgesamt gibt es 48 zertifizierte Routen.

Die Top 5 der beliebtesten Fernradwege in Deutschland (2023):

  1. Weser-Radweg: 520 km, von Hanno­versch Münden bis Cuxhaven.
  2. Elbe-Radweg: Von der tschechisch-polnischen Grenze durch Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Hamburg bis Cuxhaven.
  3. Ostseeküsten-Radweg: 1.140 km, von Usedom bis Flens­burg entlang der Küste.
  4. Donau-Radweg: Ca. 600 km in Deutschland, von Donau­eschingen bis Passau.
  5. Main-Radweg: Vom Fichtel­gebirge bis Mainz.

Radfahren kann man fast über­all, aber es ist empfehlens­wert, nach speziellen Radreise­regionen zu suchen. Sie sind auf Rad-Touristen einge­stellt, bieten beispiels­weise gebündelte Informationen zu Touren und Unterkünften, eine einheitliche Beschil­derung und andere Service-Leistungen. Auch die beliebtesten Radregionen fragt der ADFC in seiner Radreiseanalyse ab.

  • Bodensee
  • Grafschaft Bent­heim/Emsland/Osnabrü­cker Land
  • Allgäu.
  • Schleswig Holsteinische Ostseeküste, zum Beispiel mit der Rad-Region Ostsee.

EuroVelo ist ein Fern­radwege-Netz, das quer durch Europa vom Nord­kap bis nach Sizilien aufgespannt ist. Insgesamt werden 19 Routen beschrieben, darunter die Atlantic Coast Route, die allein 11 150 Kilo­meter lang ist und vom Nord­kap bis nach Portugal führt. Oft führen die EuroVelo-Routen über nationale Fern­radwege. Auf EuroVelo gibt eine digitale Karte einen Über­blick über alle Routen.

Sobald das Ziel für die Radreise klar ist, stehen weitere Planungs­schritte und Entscheidungen an.

Diese Fahrradtour durch Europa endet in Flensburg. Zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark gibt es die 130 Kilometer lange Grenzroute. Die Route ist Deutschlands nördlichste und Dänemarks südlichste Fahrradstrecke.

Insgesamt überqueren Fahrradfahrende dabei 13-mal die deutsch-dänische Grenze. Für diese Fahrradtour durch Europa solltest du insgesamt etwa drei Tage einplanen. Du startest dabei in der dänischen Stadt Højer. Diese kannst du gut per Zug und Bus erreichen. Die Tour endet in Flensburg. Aufstieg: ca.

Diese Tour bringt dich bis nach Montpellier ans Mittelmeer. Für diese Fahrradtour durch Europa bist du auf dem Rhone-Radweg unterwegs. Hier kannst du vom beeindruckenden Panorama in Genf über idyllische kleine Dörfer, große Naturschutzgebiete und die französische Großstadt Lyon bis nach Montpellier ans Mittelmeer fahren. Grundsätzlich gibt es auf dem Rhone-Radweg einige Steigerungen. Zudem ist der gesamte Radweg größtenteils asphaltiert. Aufstieg: ca.

Für eine Tour durch Osteuropa kannst du mit dem Fahrrad von Warschau nach Vilnius fahren. Du willst Osteuropa auf dem Fahrrad erkunden? Dann eignet sich diese Fahrradtour, die dich durch das Landesinnere Polens bis nach Vilnius, das sogenannte „Rom des Nordens„, bringt. Insgesamt bist du dabei 459 Kilometer unterwegs und kannst imposante Denkmäler, Wälder und Nationalparks bestaunen - darunter auch die letzten zusammenhängenden Urwaldregionen Europas. Aufstieg: ca.

Auf dieser 330 Kilometer langen Fahrradtour durch Europa kannst du das Panorama der Alpen Südtirols genießen, romantische Kleinstädte erkunden und dich schließlich im klaren Wasser des Gardasees abkühlen. Du bist dabei größtenteils auf gut ausgebauten und beschilderten Radwegen oder auf ruhigen Nebenstraßen unterwegs. Da du für einen großen Teil der Strecke in den Alpen unterwegs bist, hält diese Route einige schwere und lange Steigerungen für dich bereit. Die Fahrradtour ist dementsprechend anspruchsvoll und nur für Menschen geeignet, die regelmäßig Ausdauersport betreiben. Aufstieg: ca.

Planung und Vorbereitung

Neben der Frage nach der geeigneten Route musst du dir ebenfalls den Zeitpunkt genau überlegen. Am schönsten sind Radtouren im Frühjahr oder Frühsommer und auch der Herbst mit seiner bunten Laubfärbung hat durchaus seinen Reiz. Der Hochsommer ist dagegen wenig empfehlenswert.

Alle bekannten Radwege sind hervorragend ausgeschildert. Solche Fahrradroutenplaner werden oftmals von Tourismusverbänden oder ähnlichen Organisationen angeboten. Das Prinzip ist einfach: Du gibst deinen Start- und Zielpunkt in den Fahrradroutenplaner ein und dieser errechnet dir die Gesamtstrecke und wie viel Zeit du ungefähr einplanen musst. Diese Daten kannst du dir dann auf deinem Smartphone speichern und von unterwegs aus aufrufen.

Wenn du deine Route selber planst und nicht so trainiert bist, plane maximal 50 bis 60 Kilometer am Tag ein. Für die dritte und vierte Etappe wähle am besten einen kürzeren Abschnitt, denn erfahrungsgemäß lässt dann die Kondition etwas nach.

Diese Daten kannst du dir dann auf deinem Smartphone speichern und von unterwegs aus aufrufen.

Wenn das Ziel der Reise steht, bleibt zumindest für Stre­cken­radwege noch die Frage: In welche Richtung fahren wir: von A nach B oder umge­kehrt?

  • Steigungen. Fluss­radwege werden in der Regel strom­abwärts gefahren. Der Grund: Das Gelände fällt in diese Richtung ab, und die Tour ist weniger kräftezehrend als in entgegen­gesetzter Richtung.
  • Haupt­wind­richtung. Wind, der beharr­lich von vorn pustet, kann die Kräfte schnell schwinden lassen.
  • Moti­vierendes Ziel. Eine Radreise kann immer mal auch Durst­stre­cken bedeuten - Pannen, mieses Wetter oder Stre­cken­abschnitte, auf denen wenig Spannendes passiert.

An- und Abreise

Da sich Start und Ziel bei Radurlauben oft unterscheiden, bietet sich die An- und Abreise mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln an. Laut ADFC-Radreiseanalyse 2023 nutzen rund 40 Prozent der Radreisenden diese Variante. Die Stell­plätze im Fern­verkehr sind aber leider oft Mangelware.

Fern­verkehr. Ohne Stell­platz dürfen Räder im Fern­verkehr der Deutschen Bahn nicht trans­portiert werden. Sie sind aber insbesondere in der Haupt­saison und an Wochen­enden knapp. Wir empfehlen deshalb, die Fahr­radkarte immer weit im Voraus und zeitgleich mit der Personenfahr­karte zu kaufen. Wer flexibel ist, sollte auf Rand­zeiten - früh am Morgen oder unter der Woche - ausweichen. Dann sind oft noch Fahr­radstell­plätze verfügbar und die Zugtickets ohnehin güns­tiger.

Sonderfall Fern­verkehr ins Ausland. Noch etwas komplizierter ist die Buchung von Bahnreisen mit Rad ins Ausland.

Regional­verkehr. Im Regional­verkehr haben die Verkehrs­verbünde und Bahn­unternehmen keine einheitlichen Rege­lungen für die Fahr­radmitnahme - zumindest muss man aber meist nicht reser­vieren. Die Deutsche Bahn gibt für alle Bundes­länder einen Über­blick über die Fahrradmitnahme im Nahverkehr. Wichtig zu wissen: Wer den Regional­verkehr der DB nutzt, braucht eine DB-Fahr­radkarte.

Fernbus. Auch Fernbus­unternehmen wie Flixbus nehmen eine begrenzte Zahl an Fahr­rädern im Gepäck­raum oder auf einem Heck­träger ihrer Busse mit. Hier zu schauen, lohnt sich nicht nur dann, wenn bei der Bahn alle Stell­plätze ausgebucht sind. Denn: Zum einen lässt sich auch die Fahr­radmitnahme ins Ausland bei Bus-Unternehmen problemlos online buchen, außerdem über­nehmen die Fahrer das Auf- und Abladen der Räder. Bei der Bahn müssen Sie das oft binnen weniger Minuten allein schultern.

Gepäck­träger am Auto. Für Rund- und Stern­radtouren bietet sich grund­sätzlich auch die An- und Abreise mit dem Auto und einem Fahr­radgepäck­träger an.

Um in den Tritt zu kommen, empfehlen wir, Ihre Tour mit zwei einfacheren Etappen starten. Radreise-Neulingen empfehlen wir, Tages­etappen mit im Durch­schnitt 50 bis 60 Kilo­metern zu planen.

Weitere Tipps zur Etappenplanung

  • Wie gut sind die Wege befahr­bar? Informieren Sie sich bei der Etappenplanung unbe­dingt darüber, wie die Wege beschaffen sind: Sind sie asphaltiert oder verlaufen sie über Stock und Stein?
  • Ebensowichtig ist das Höhen­profil der Strecke: Gibt es viele Steigungen, wie stark sind sie?
  • Motor oder Muskel? Ein E-Bike hilft, Kräfte zu sparen. Deshalb dürfen Tages­etappen mit Motor auch mal länger sein.
  • Sind Unterkünfte verfügbar? Gerade in ländlichen Regionen können radfreundliche Unterkünfte oder Camping­möglich­keiten spärlich gesät sein.
  • Bleibt Zeit für Erholung? Optimal ist es, kürzere und längere Etappen im Wechsel zu planen, damit der Körper sich zwischen­durch immer wieder etwas erholen kann. An Tagen mit kürzeren Etappen bleibt zudem Zeit, sich Sehens­wertes unterwegs anzu­schauen.
  • Fahren Kinder mit? Planen Sie Ihre Tour nach den Bedürf­nissen aller Teilnehmer - besonders, wenn Kinder dabei sind. Dann sollte eine Tages­etappe grund­sätzlich nicht länger als 40 Kilo­meter sein.

Wenn die Etappen stehen, können Sie sich um die Über­nachtungen kümmern. Ansprech­partner sind die örtlichen Tourismusbehörden, die oft auch weitere Informationen für Radreisende ausgeben. Empfehlens­werte Unterkünfte für Radreisende listet zudem die ADFC-Seite Bett&Bike auf. Radwanderer mit Zelt verzichten auf Komfort, können ihre Etappen dafür aber flexibler gestalten und über­nachten oft preisgüns­tiger.

Die richtige Ausrüstung

Auch wenn du in der vermeintlich warmen Jahreszeit unterwegs bist: Eine Jacke zum Überziehen solltest du immer dabei haben. Für eine kurze eintägige Radtour genügt sicher ein Rucksack mit ein wenig Proviant, etwas zu Trinken und Flickzeug. Eine mehrtägige Tour aber solltest du gut planen. Am besten besorgst du dir eine Fahrradtasche, die du am Gepäckträger befestigen kannst. Neben deinen persönlichen Utensilien kannst du hier ein Reparaturset, einen leichten Regenponcho, dein Smartphone und diverses anderes Fahrradzubehör verstauen. Eine Luftpumpe, ein Reparaturkit und das Fahrradschloss sind wichtige Dinge, mit denen du dich während einer mehrtägigen Radtour sicherer fühlen wirst.

In der Nähe von Flüssen können Mücken zur echten Plage werden. In diesen Fällen ist ein Mückenspray durchaus hilfreich. Auch ein Helm hat sich für längere Touren bewährt, wenngleich dieser nicht zwingend vorgeschrieben ist. Sinnvoll kann dann eine Lenkertasche mit Sichtschutzfenster sein, in welcher du die Karte befestigen kannst. So kannst du den Verlauf der Strecke die ganze Zeit über verfolgen.

Ein wenig Proviant für unterwegs gehört ebenso in deine Radtasche. Gut geeignet sind Nüsse oder leichte Proteinriegel. Zu guter Letzt: Möchtest du deine Erfolge kontrollieren und wissen, wie weit du gefahren bist, schaff dir einen Fahrradcomputer an.

Alle Ausrüstungsgegenstände, die bei keiner Fahrradtour fehlen dürfen, findest du in unserer übersichtlichen Checkliste als PDF.

Weitere Tipps zur Ausrüstung

  • Fahr­radtasche. Wie viel Platz muss sie bieten? Wie sollte sie ausgestattet sein?
  • Fahr­radhelm. Die Stiftung Warentest empfiehlt Radfahrern - egal welchen Alters - einen Fahr­radhelm zu tragen, weil sie bei Unfällen und Stürzen schlimmere Verletzungen verhindern können.
  • Fahr­radkleidung. Zu empfehlen sind gepols­terte Hosen, die auf langen Touren einem schmerzenden Po vorbeugen. Etwas unge­wohnt, aber sinn­voll: Die Unter­wäsche weglassen, damit nichts scheuert.
  • Fahr­radflasche. Wer viele Kilo­meter hinter sich legt, muss viel trinken. Eine Trink­flasche sollte deshalb stets greif­bar sein, damit nicht für jeden Schluck Wasser eine Pause einge­legt werden muss.
  • Regen­schutz. Regenjacke und -hose sind auf längeren Touren unver­zicht­bar. Praktisch ist auch ein Über­zug für den Fahr­radhelm, damit kein Wasser durch die Lüftungs­löcher eindringt.
  • Sonnen­schutz. Wer den ganzen Tag radelt, ist selten im Schatten. Ein Fahr­radhelm schützt den Kopf - auch vor der Sonne. Gegen schädliche UV-Strahlung und Sonnenbrand hilft lange, luftige Kleidung.
  • Karte und wichtige Dokumente. In einer Tasche am Lenker sollten Sie Karte beziehungs­weise Navi oder Smartphone sowie wichtige Papiere trans­portieren - dort sind die Sachen stets griff­bereit.
  • Fahr­radschloss. Ein möglichst leichtes, aber aufbruchsicheres Fahrradschloss verhindert, dass Ihr Reisegefährt ungewollt den Besitzer wechselt.
  • Reise­apotheke. Auch wenn der Platz in den Fahr­radtaschen begrenzt ist: Eine gut sortierte Reise­apotheke gehört hinein.
  • Desinfektionsgel für die Hände.

Der Fahrrad-Check vor jeder mehrtägigen Tour

Nichts ist ärgerlicher als wenn dein Bike dich während einer Fahrradtour im Stich lässt. Kontrolliere also vor einer längeren Tour alle wichtigen Funktionen deines Fahrrads oder lass einen Fahrrad-Check im Fachgeschäft durchführen. Führst du den Check selber durch, kontrolliere vor allem die Bremsen, justiere sie neu und statte sie wenn nötig mit neuen Bremsbelägen aus. Kontrolliere Licht und Schaltung und pumpe vor allem deine Reifen auf. Bist du mit halbplatten Reifen unterwegs, kostet dich das unnötig Kraft.

Weitere Tipps für den Fahrrad-Check

  • Sattel einstellen. Der Sattel sollte waagerecht ausgerichtet sein. Ist die Neigung nach vorn zu stark, rutscht der Po nach vorn. Das Gewicht des Fahrers ruht dann auf der Sattelnase. Das belastet Damm und Genitalien und führt schnell zu Taub­heits­gefühlen, wunden Stellen und Schmerzen. In der Folge werden auch die Hand­gelenke stärker belastet. Optimal ist es, nur auf den Sitz­knochen zu sitzen. Übrigens ist ein weicher Sattel auf langen Touren oft unbe­quemer.
  • Gepäck­träger-Zuladung checken. Bei einer Fahr­radreise kann viel Gepäck zusammen­kommen. Und Menschen, die mit dem Zelt unterwegs sind, können allein dafür locker 20 Kilogramm extra rechnen. Prüfen Sie deshalb, wie viel Gepäck der Anbieter Ihres Gepäck­trägers zulässt.
  • Flaschenhalterung anbringen. Wenn Sie für jeden Schluck Wasser eine Pause einlegen müssen, besteht die Gefahr, dass Sie unterwegs nicht genug trinken. Deshalb sollte ein Getränk stets greif­bar sein.
  • Pannen trainieren. Manche Touren führen Radler durch Gegenden, in denen der nächste Fahr­radladen fern oder am Wochen­ende geschlossen ist.
  • Mobile Werk­statt. Auch eine Tasche mit Flick­zeug und Werk­zeug ist auf jeder längeren Radtour unabding­bar.

Organisierte Radreisen und Gepäcktransport

Aus diesem Grund entscheiden sich die meisten Radurlauber dazu, eine organisierte Radreise zu buchen. In diesem Fall wird dein Gepäck in den meisten Fällen vom Radreiseunternehmen von Unterkunft zu Unterkunft transportiert. Oder aber du buchst selbst deine Unterkünfte während der Radtour und beauftragst einen Gepäcktransport, der in einigen Gegenden Deutschlands angeboten wird.

E-Bike Reisen

Interes­sant sind E-Bike-Reisen insbesondere dort, wo das Radeln mit einem normalen Fahr­rad anstrengend wird, etwa in Mittel­gebirgs­regionen und den Alpen. Grund­sätzlich nimmt die Deutsche Bahn E-Bikes genauso wie Fahr­räder ohne Motor mit. In vielen Zügen müssen die schweren Räder aber in den Zug gehievt und dort in Fahr­radständer einge­hängt werden. In der Regel helfen andere Reisende gern dabei, stellen Sie sich aber darauf ein, im Notfall allein mit diesem Kraft­akt fertig werden zu müssen. Und: Viele E-Bike-Modelle kommen mit sehr breiten Reifen daher - mitunter zu breit für die Fahr­rad­aufhängung in der Bahn. Kann das Fahr­rad darin nicht befestigt werden, darf es nicht mitfahren.

Für Pedelec-Fahrer empfiehlt sich die Über­nachtung in einer Unterkunft mit abschließ­barem Fahr­radraum und ausreichender Strom­versorgung, damit die Elektroräder vor Diebstahl geschützt sind und der Akku über Nacht laden kann. Klären Sie vorab mit der Unterkunft ab, ob E-Bike-Akkus über Nacht aufgeladen werden dürfen.

Der Trans­port normaler Fahr­räder im Flugzeug ist als Sonderge­päck möglich. Mit dem E-Bike ist eine Flugreise hingegen ausgeschlossen: Wie alle mit Lithium­batterien betriebenen Fortbewegungs­mittel dürfen sie nicht im Flugzeug trans­portiert werden. Vielfach können aber am Reiseort Räder gemietet oder eine organisierte Radreise mit Leihrädern gebucht werden.

Europäische Fernradwege: Inspiration für Ihre nächste Tour

Fernradwege in Europa bieten alles: Natur, Kultur und echte Bikepacking-Erlebnisse. Hier finden Sie eine Auswahl schöner Routen für Ihre nächste mehrtägige Radtour - mit Tipps zu Strecke, Etappen und Highlights. Von den Pyrenäen bis zu den Alpen, von der englischen Atlantikküste bis zum Mittelmeer - Europa besitzt eine Vielzahl an Landschaften, die Sie mit dem Fahrrad erkunden können.

Salzkammergutradweg - Rundtour durch Österreichs Seenlandschaft

  • Beschreibung: Rundtour ab Salzburg durch das Salzkammergut mit seinen Bergen, Wäldern und Seen.
  • Länge: 320 km
  • Höhenmeter: ca. 2.000 m
  • Geeignet für: Radfahrer mit Grundfitness

Alpe-Adria-Radweg - Von den Alpen ans Meer

  • Beschreibung: Von Salzburg nach Grado (Italien), durch den Nationalpark Hohe Tauern und vorbei an Udine.
  • Länge: 410 km
  • Höhenmeter: ca. 2.000 m
  • Geeignet für: Rennradfahrer und Naturliebhaber

Von Triest nach Pula - Radreise entlang der Adriaküste

  • Beschreibung: Entlang der Adriaküste von Triest über Slowenien nach Kroatien (Pula).
  • Länge: ca. 187 km
  • Höhenmeter: ca. 1.620 m
  • Geeignet für: Radfahrer mit guter Kondition

Traversée Bretonne - Frankreichs grüne Küstentour

  • Beschreibung: Von Nantes durch die Bretagne bis zum Ärmelkanal, vorbei an sehenswerten Städten und Küstenorten.
  • Länge: 500 km
  • Höhenmeter: 740 m
  • Geeignet für: Anfänger und Naturliebhaber

Weichsel-Radweg - Entlang von Polens größtem Fluss

  • Beschreibung: Von Dobrzyń nad Wisłą nach Danzig entlang der Weichsel, vorbei an historischen Städten und der Marienburg.
  • Geeignet für: Radfahrer, die das Abenteuer suchen

Algarve-Radweg - Entlang Portugals wilder Südküste

  • Beschreibung: Von Vila Real nach Sagres entlang der Algarve-Küste, vorbei an Stränden, Fischerdörfern und Naturschutzgebieten.
  • Länge: 214 km
  • Geeignet für: Radfahrer, die Abwechslung suchen

Mjølkevegen - Norwegens spektakulärer Hochland-Radweg

  • Beschreibung: Von Gol oder Vinstra durch Norwegens Hochland, vorbei an Almwiesen, Wäldern und Tundren.
  • Länge: 230 km
  • Höhenmeter: ca. 4.000 m
  • Geeignet für: Erfahrene Bikepacker mit guter Kondition

Coast-to-Coast - Quer durch Nordengland auf zwei Rädern

  • Beschreibung: Von Whitehaven nach Tynemouth durch den Lake District, Eden Valley und Yorkshire Dales.
  • Länge: 230 km
  • Höhenmeter: 3.200 m
  • Geeignet für: Radfahrer mit Erfahrung

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