Eine mehrtägige Radtour zu planen, kann eine Herausforderung sein. Immer beliebter werden mehrtägige Radtouren. Das Schöne dabei: Du entdeckst mit dem Rad unbekanntes Terrain und bist in der Natur unterwegs. Egal, ob Du Gelegenheitsradler oder ambitionierter Radsportler bist: Radfahren hält gesund, stärkt deine Ausdauer und dein Herz-Kreislaufsystem.
Die Auswahl der geeigneten Tour
Für welche Tour du dich letztendlich entscheidest, ist sicher von deinen persönlichen Vorlieben abhängig. Allein in Deutschland gibt es unzählige Radfernwege, die allesamt empfehlenswert sind. Zu den schönsten zählen:
- Elberadweg
- Moselradweg
- Bodenseeradweg
- Donauradweg
- Weserradweg
- Rhein-Radweg
Wie du siehst, führen viele der Radwege in Deutschland unmittelbar an Flüssen entlang. Für Naturliebhaber sind diese daher bestens geeignet. Dennoch kann es ratsam sein, wenn du einen Fahrradroutenplaner zu Hilfe nimmst.
Der ADFC klassifiziert jedes Jahr Fernradwege, und unter den Top-Platzierten finden sich stets viele Flussradwege. Sie sind aus mehreren Gründen besonders beliebt: An den Ufern reihen sich interessante Städte und Sehenswürdigkeiten, die Wege sind meist gut beschildert, das Navigieren entlang des Flusses fällt ohnehin leicht. Oft fahren auch Bahnlinien parallel zu den Flüssen, sodass im Notfall oder bei Mistwetter auch mal eine Etappe mit dem Zug zurückgelegt werden kann. Außerdem sind - von den Quellregionen abgesehen - selten große Höhenunterschiede zu überwinden.
Im Folgenden listen wir die fünf beliebtesten Fernradwege in Deutschland 2023 auf (Quelle: ADFC-Radreiseanalyse 2024).
Bedenke bei der Planung deiner Fahrradtouren dein persönliches Fitnesslevel. Donau- und Bodenseeradweg sind zum Beispiel hervorragend für Anfänger geeignet, da sie keine nennenswerten Steigungen haben. Eine Alpenüberquerung mit dem Rad hingegen ist nur etwas für ambitionierte und trainierte Radler.
Der Streckenradweg führt Sie jeden Tag weiter weg vom Startpunkt. Viele der beliebtesten Fernradwege in Deutschland sind Streckenradwege, die mehrere hundert Kilometer quer durchs Land oder sogar über Grenzen hinweg führen. In wenigen Tagen lassen sich auf diesen Wegen schon unterschiedliche Regionen, Naturformen und Städte erleben. Wer viel Zeit hat, kann den gesamten Radweg fahren. Üblich ist es aber, sich einen Abschnitt herauszupicken, der interessante Zwischenstopps ermöglicht und dessen Start- und Zielpunkt gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Start und Ziel sind hier identisch.
Ausgewiesene Rundwege führen oft durch eine bestimmte Region oder haben thematische Schwerpunkte. Rundwege in Deutschland sind beispielsweise der Müritz-Radweg (90 Kilometer, Mecklenburg-Vorpommern), der Mauerradweg rund um Berlin (160 Kilometer) oder der Kocher-Jagst-Radweg in Baden-Württemberg (330 Kilometer). Für die Etappen der Rundtouren müssen zwar auch unterschiedliche Unterkünfte gebucht werden.
Anders als beim Streckenradweg sind die An- und Abreise mit dem Auto und einem Fahrradträger aber problemlos möglich, da das Ziel ja identisch mit dem Start ist. Den geringsten Planungsaufwand macht eine Sternradtour, auch Standorttour genannt. So brauchen Sie lediglich diese eine Unterkunft zu buchen, können mit vergleichsweise leichtem Gepäck radeln, und auch die An- und Abreise mit dem Pkw plus Fahrradträger ist möglich. Außerdem sind Sie nicht gezwungen, sich bei schlechtem Wetter auf den Sattel zu schwingen. Verglichen mit den anderen Formen der Radreise hat die Sternradtour aber weniger Abenteuercharakter.
Ausgewiesene Fernradwege führen Radreisende oft über landschaftlich schöne Strecken, abseits großer Straßen. Wer eine Radreise plant, kommt am Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) kaum vorbei. Er liefert Empfehlungen zu Routen und Regionen, die für Fahrradreisende besonders geeignet sind. Außerdem vergibt der ADFC das Siegel „Qualitätsradroute“. Diese Strecken sind gut ausgebaut, durchgehend beschildert und bieten ausreichend Rastplätze und Unterkünfte. Insgesamt gibt es 48 zertifizierte Routen.
Die Top 5 der beliebtesten Fernradwege in Deutschland (2023):
- Weser-Radweg: 520 km, von Hannoversch Münden bis Cuxhaven.
- Elbe-Radweg: Von der tschechisch-polnischen Grenze durch Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Hamburg bis Cuxhaven.
- Ostseeküsten-Radweg: 1.140 km, von Usedom bis Flensburg entlang der Küste.
- Donau-Radweg: Ca. 600 km in Deutschland, von Donaueschingen bis Passau.
- Main-Radweg: Vom Fichtelgebirge bis Mainz.
Radfahren kann man fast überall, aber es ist empfehlenswert, nach speziellen Radreiseregionen zu suchen. Sie sind auf Rad-Touristen eingestellt, bieten beispielsweise gebündelte Informationen zu Touren und Unterkünften, eine einheitliche Beschilderung und andere Service-Leistungen. Auch die beliebtesten Radregionen fragt der ADFC in seiner Radreiseanalyse ab.
- Bodensee
- Grafschaft Bentheim/Emsland/Osnabrücker Land
- Allgäu.
- Schleswig Holsteinische Ostseeküste, zum Beispiel mit der Rad-Region Ostsee.
EuroVelo ist ein Fernradwege-Netz, das quer durch Europa vom Nordkap bis nach Sizilien aufgespannt ist. Insgesamt werden 19 Routen beschrieben, darunter die Atlantic Coast Route, die allein 11 150 Kilometer lang ist und vom Nordkap bis nach Portugal führt. Oft führen die EuroVelo-Routen über nationale Fernradwege. Auf EuroVelo gibt eine digitale Karte einen Überblick über alle Routen.
Sobald das Ziel für die Radreise klar ist, stehen weitere Planungsschritte und Entscheidungen an.
Diese Fahrradtour durch Europa endet in Flensburg. Zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark gibt es die 130 Kilometer lange Grenzroute. Die Route ist Deutschlands nördlichste und Dänemarks südlichste Fahrradstrecke.
Insgesamt überqueren Fahrradfahrende dabei 13-mal die deutsch-dänische Grenze. Für diese Fahrradtour durch Europa solltest du insgesamt etwa drei Tage einplanen. Du startest dabei in der dänischen Stadt Højer. Diese kannst du gut per Zug und Bus erreichen. Die Tour endet in Flensburg. Aufstieg: ca.
Diese Tour bringt dich bis nach Montpellier ans Mittelmeer. Für diese Fahrradtour durch Europa bist du auf dem Rhone-Radweg unterwegs. Hier kannst du vom beeindruckenden Panorama in Genf über idyllische kleine Dörfer, große Naturschutzgebiete und die französische Großstadt Lyon bis nach Montpellier ans Mittelmeer fahren. Grundsätzlich gibt es auf dem Rhone-Radweg einige Steigerungen. Zudem ist der gesamte Radweg größtenteils asphaltiert. Aufstieg: ca.
Für eine Tour durch Osteuropa kannst du mit dem Fahrrad von Warschau nach Vilnius fahren. Du willst Osteuropa auf dem Fahrrad erkunden? Dann eignet sich diese Fahrradtour, die dich durch das Landesinnere Polens bis nach Vilnius, das sogenannte „Rom des Nordens„, bringt. Insgesamt bist du dabei 459 Kilometer unterwegs und kannst imposante Denkmäler, Wälder und Nationalparks bestaunen - darunter auch die letzten zusammenhängenden Urwaldregionen Europas. Aufstieg: ca.
Auf dieser 330 Kilometer langen Fahrradtour durch Europa kannst du das Panorama der Alpen Südtirols genießen, romantische Kleinstädte erkunden und dich schließlich im klaren Wasser des Gardasees abkühlen. Du bist dabei größtenteils auf gut ausgebauten und beschilderten Radwegen oder auf ruhigen Nebenstraßen unterwegs. Da du für einen großen Teil der Strecke in den Alpen unterwegs bist, hält diese Route einige schwere und lange Steigerungen für dich bereit. Die Fahrradtour ist dementsprechend anspruchsvoll und nur für Menschen geeignet, die regelmäßig Ausdauersport betreiben. Aufstieg: ca.
Planung und Vorbereitung
Neben der Frage nach der geeigneten Route musst du dir ebenfalls den Zeitpunkt genau überlegen. Am schönsten sind Radtouren im Frühjahr oder Frühsommer und auch der Herbst mit seiner bunten Laubfärbung hat durchaus seinen Reiz. Der Hochsommer ist dagegen wenig empfehlenswert.
Alle bekannten Radwege sind hervorragend ausgeschildert. Solche Fahrradroutenplaner werden oftmals von Tourismusverbänden oder ähnlichen Organisationen angeboten. Das Prinzip ist einfach: Du gibst deinen Start- und Zielpunkt in den Fahrradroutenplaner ein und dieser errechnet dir die Gesamtstrecke und wie viel Zeit du ungefähr einplanen musst. Diese Daten kannst du dir dann auf deinem Smartphone speichern und von unterwegs aus aufrufen.
Wenn du deine Route selber planst und nicht so trainiert bist, plane maximal 50 bis 60 Kilometer am Tag ein. Für die dritte und vierte Etappe wähle am besten einen kürzeren Abschnitt, denn erfahrungsgemäß lässt dann die Kondition etwas nach.
Diese Daten kannst du dir dann auf deinem Smartphone speichern und von unterwegs aus aufrufen.
Wenn das Ziel der Reise steht, bleibt zumindest für Streckenradwege noch die Frage: In welche Richtung fahren wir: von A nach B oder umgekehrt?
- Steigungen. Flussradwege werden in der Regel stromabwärts gefahren. Der Grund: Das Gelände fällt in diese Richtung ab, und die Tour ist weniger kräftezehrend als in entgegengesetzter Richtung.
- Hauptwindrichtung. Wind, der beharrlich von vorn pustet, kann die Kräfte schnell schwinden lassen.
- Motivierendes Ziel. Eine Radreise kann immer mal auch Durststrecken bedeuten - Pannen, mieses Wetter oder Streckenabschnitte, auf denen wenig Spannendes passiert.
An- und Abreise
Da sich Start und Ziel bei Radurlauben oft unterscheiden, bietet sich die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Laut ADFC-Radreiseanalyse 2023 nutzen rund 40 Prozent der Radreisenden diese Variante. Die Stellplätze im Fernverkehr sind aber leider oft Mangelware.
Fernverkehr. Ohne Stellplatz dürfen Räder im Fernverkehr der Deutschen Bahn nicht transportiert werden. Sie sind aber insbesondere in der Hauptsaison und an Wochenenden knapp. Wir empfehlen deshalb, die Fahrradkarte immer weit im Voraus und zeitgleich mit der Personenfahrkarte zu kaufen. Wer flexibel ist, sollte auf Randzeiten - früh am Morgen oder unter der Woche - ausweichen. Dann sind oft noch Fahrradstellplätze verfügbar und die Zugtickets ohnehin günstiger.
Sonderfall Fernverkehr ins Ausland. Noch etwas komplizierter ist die Buchung von Bahnreisen mit Rad ins Ausland.
Regionalverkehr. Im Regionalverkehr haben die Verkehrsverbünde und Bahnunternehmen keine einheitlichen Regelungen für die Fahrradmitnahme - zumindest muss man aber meist nicht reservieren. Die Deutsche Bahn gibt für alle Bundesländer einen Überblick über die Fahrradmitnahme im Nahverkehr. Wichtig zu wissen: Wer den Regionalverkehr der DB nutzt, braucht eine DB-Fahrradkarte.
Fernbus. Auch Fernbusunternehmen wie Flixbus nehmen eine begrenzte Zahl an Fahrrädern im Gepäckraum oder auf einem Heckträger ihrer Busse mit. Hier zu schauen, lohnt sich nicht nur dann, wenn bei der Bahn alle Stellplätze ausgebucht sind. Denn: Zum einen lässt sich auch die Fahrradmitnahme ins Ausland bei Bus-Unternehmen problemlos online buchen, außerdem übernehmen die Fahrer das Auf- und Abladen der Räder. Bei der Bahn müssen Sie das oft binnen weniger Minuten allein schultern.
Gepäckträger am Auto. Für Rund- und Sternradtouren bietet sich grundsätzlich auch die An- und Abreise mit dem Auto und einem Fahrradgepäckträger an.
Um in den Tritt zu kommen, empfehlen wir, Ihre Tour mit zwei einfacheren Etappen starten. Radreise-Neulingen empfehlen wir, Tagesetappen mit im Durchschnitt 50 bis 60 Kilometern zu planen.
Weitere Tipps zur Etappenplanung
- Wie gut sind die Wege befahrbar? Informieren Sie sich bei der Etappenplanung unbedingt darüber, wie die Wege beschaffen sind: Sind sie asphaltiert oder verlaufen sie über Stock und Stein?
- Ebensowichtig ist das Höhenprofil der Strecke: Gibt es viele Steigungen, wie stark sind sie?
- Motor oder Muskel? Ein E-Bike hilft, Kräfte zu sparen. Deshalb dürfen Tagesetappen mit Motor auch mal länger sein.
- Sind Unterkünfte verfügbar? Gerade in ländlichen Regionen können radfreundliche Unterkünfte oder Campingmöglichkeiten spärlich gesät sein.
- Bleibt Zeit für Erholung? Optimal ist es, kürzere und längere Etappen im Wechsel zu planen, damit der Körper sich zwischendurch immer wieder etwas erholen kann. An Tagen mit kürzeren Etappen bleibt zudem Zeit, sich Sehenswertes unterwegs anzuschauen.
- Fahren Kinder mit? Planen Sie Ihre Tour nach den Bedürfnissen aller Teilnehmer - besonders, wenn Kinder dabei sind. Dann sollte eine Tagesetappe grundsätzlich nicht länger als 40 Kilometer sein.
Wenn die Etappen stehen, können Sie sich um die Übernachtungen kümmern. Ansprechpartner sind die örtlichen Tourismusbehörden, die oft auch weitere Informationen für Radreisende ausgeben. Empfehlenswerte Unterkünfte für Radreisende listet zudem die ADFC-Seite Bett&Bike auf. Radwanderer mit Zelt verzichten auf Komfort, können ihre Etappen dafür aber flexibler gestalten und übernachten oft preisgünstiger.
Die richtige Ausrüstung
Auch wenn du in der vermeintlich warmen Jahreszeit unterwegs bist: Eine Jacke zum Überziehen solltest du immer dabei haben. Für eine kurze eintägige Radtour genügt sicher ein Rucksack mit ein wenig Proviant, etwas zu Trinken und Flickzeug. Eine mehrtägige Tour aber solltest du gut planen. Am besten besorgst du dir eine Fahrradtasche, die du am Gepäckträger befestigen kannst. Neben deinen persönlichen Utensilien kannst du hier ein Reparaturset, einen leichten Regenponcho, dein Smartphone und diverses anderes Fahrradzubehör verstauen. Eine Luftpumpe, ein Reparaturkit und das Fahrradschloss sind wichtige Dinge, mit denen du dich während einer mehrtägigen Radtour sicherer fühlen wirst.
In der Nähe von Flüssen können Mücken zur echten Plage werden. In diesen Fällen ist ein Mückenspray durchaus hilfreich. Auch ein Helm hat sich für längere Touren bewährt, wenngleich dieser nicht zwingend vorgeschrieben ist. Sinnvoll kann dann eine Lenkertasche mit Sichtschutzfenster sein, in welcher du die Karte befestigen kannst. So kannst du den Verlauf der Strecke die ganze Zeit über verfolgen.
Ein wenig Proviant für unterwegs gehört ebenso in deine Radtasche. Gut geeignet sind Nüsse oder leichte Proteinriegel. Zu guter Letzt: Möchtest du deine Erfolge kontrollieren und wissen, wie weit du gefahren bist, schaff dir einen Fahrradcomputer an.
Alle Ausrüstungsgegenstände, die bei keiner Fahrradtour fehlen dürfen, findest du in unserer übersichtlichen Checkliste als PDF.
Weitere Tipps zur Ausrüstung
- Fahrradtasche. Wie viel Platz muss sie bieten? Wie sollte sie ausgestattet sein?
- Fahrradhelm. Die Stiftung Warentest empfiehlt Radfahrern - egal welchen Alters - einen Fahrradhelm zu tragen, weil sie bei Unfällen und Stürzen schlimmere Verletzungen verhindern können.
- Fahrradkleidung. Zu empfehlen sind gepolsterte Hosen, die auf langen Touren einem schmerzenden Po vorbeugen. Etwas ungewohnt, aber sinnvoll: Die Unterwäsche weglassen, damit nichts scheuert.
- Fahrradflasche. Wer viele Kilometer hinter sich legt, muss viel trinken. Eine Trinkflasche sollte deshalb stets greifbar sein, damit nicht für jeden Schluck Wasser eine Pause eingelegt werden muss.
- Regenschutz. Regenjacke und -hose sind auf längeren Touren unverzichtbar. Praktisch ist auch ein Überzug für den Fahrradhelm, damit kein Wasser durch die Lüftungslöcher eindringt.
- Sonnenschutz. Wer den ganzen Tag radelt, ist selten im Schatten. Ein Fahrradhelm schützt den Kopf - auch vor der Sonne. Gegen schädliche UV-Strahlung und Sonnenbrand hilft lange, luftige Kleidung.
- Karte und wichtige Dokumente. In einer Tasche am Lenker sollten Sie Karte beziehungsweise Navi oder Smartphone sowie wichtige Papiere transportieren - dort sind die Sachen stets griffbereit.
- Fahrradschloss. Ein möglichst leichtes, aber aufbruchsicheres Fahrradschloss verhindert, dass Ihr Reisegefährt ungewollt den Besitzer wechselt.
- Reiseapotheke. Auch wenn der Platz in den Fahrradtaschen begrenzt ist: Eine gut sortierte Reiseapotheke gehört hinein.
- Desinfektionsgel für die Hände.
Der Fahrrad-Check vor jeder mehrtägigen Tour
Nichts ist ärgerlicher als wenn dein Bike dich während einer Fahrradtour im Stich lässt. Kontrolliere also vor einer längeren Tour alle wichtigen Funktionen deines Fahrrads oder lass einen Fahrrad-Check im Fachgeschäft durchführen. Führst du den Check selber durch, kontrolliere vor allem die Bremsen, justiere sie neu und statte sie wenn nötig mit neuen Bremsbelägen aus. Kontrolliere Licht und Schaltung und pumpe vor allem deine Reifen auf. Bist du mit halbplatten Reifen unterwegs, kostet dich das unnötig Kraft.
Weitere Tipps für den Fahrrad-Check
- Sattel einstellen. Der Sattel sollte waagerecht ausgerichtet sein. Ist die Neigung nach vorn zu stark, rutscht der Po nach vorn. Das Gewicht des Fahrers ruht dann auf der Sattelnase. Das belastet Damm und Genitalien und führt schnell zu Taubheitsgefühlen, wunden Stellen und Schmerzen. In der Folge werden auch die Handgelenke stärker belastet. Optimal ist es, nur auf den Sitzknochen zu sitzen. Übrigens ist ein weicher Sattel auf langen Touren oft unbequemer.
- Gepäckträger-Zuladung checken. Bei einer Fahrradreise kann viel Gepäck zusammenkommen. Und Menschen, die mit dem Zelt unterwegs sind, können allein dafür locker 20 Kilogramm extra rechnen. Prüfen Sie deshalb, wie viel Gepäck der Anbieter Ihres Gepäckträgers zulässt.
- Flaschenhalterung anbringen. Wenn Sie für jeden Schluck Wasser eine Pause einlegen müssen, besteht die Gefahr, dass Sie unterwegs nicht genug trinken. Deshalb sollte ein Getränk stets greifbar sein.
- Pannen trainieren. Manche Touren führen Radler durch Gegenden, in denen der nächste Fahrradladen fern oder am Wochenende geschlossen ist.
- Mobile Werkstatt. Auch eine Tasche mit Flickzeug und Werkzeug ist auf jeder längeren Radtour unabdingbar.
Organisierte Radreisen und Gepäcktransport
Aus diesem Grund entscheiden sich die meisten Radurlauber dazu, eine organisierte Radreise zu buchen. In diesem Fall wird dein Gepäck in den meisten Fällen vom Radreiseunternehmen von Unterkunft zu Unterkunft transportiert. Oder aber du buchst selbst deine Unterkünfte während der Radtour und beauftragst einen Gepäcktransport, der in einigen Gegenden Deutschlands angeboten wird.
E-Bike Reisen
Interessant sind E-Bike-Reisen insbesondere dort, wo das Radeln mit einem normalen Fahrrad anstrengend wird, etwa in Mittelgebirgsregionen und den Alpen. Grundsätzlich nimmt die Deutsche Bahn E-Bikes genauso wie Fahrräder ohne Motor mit. In vielen Zügen müssen die schweren Räder aber in den Zug gehievt und dort in Fahrradständer eingehängt werden. In der Regel helfen andere Reisende gern dabei, stellen Sie sich aber darauf ein, im Notfall allein mit diesem Kraftakt fertig werden zu müssen. Und: Viele E-Bike-Modelle kommen mit sehr breiten Reifen daher - mitunter zu breit für die Fahrradaufhängung in der Bahn. Kann das Fahrrad darin nicht befestigt werden, darf es nicht mitfahren.
Für Pedelec-Fahrer empfiehlt sich die Übernachtung in einer Unterkunft mit abschließbarem Fahrradraum und ausreichender Stromversorgung, damit die Elektroräder vor Diebstahl geschützt sind und der Akku über Nacht laden kann. Klären Sie vorab mit der Unterkunft ab, ob E-Bike-Akkus über Nacht aufgeladen werden dürfen.
Der Transport normaler Fahrräder im Flugzeug ist als Sondergepäck möglich. Mit dem E-Bike ist eine Flugreise hingegen ausgeschlossen: Wie alle mit Lithiumbatterien betriebenen Fortbewegungsmittel dürfen sie nicht im Flugzeug transportiert werden. Vielfach können aber am Reiseort Räder gemietet oder eine organisierte Radreise mit Leihrädern gebucht werden.
Europäische Fernradwege: Inspiration für Ihre nächste Tour
Fernradwege in Europa bieten alles: Natur, Kultur und echte Bikepacking-Erlebnisse. Hier finden Sie eine Auswahl schöner Routen für Ihre nächste mehrtägige Radtour - mit Tipps zu Strecke, Etappen und Highlights. Von den Pyrenäen bis zu den Alpen, von der englischen Atlantikküste bis zum Mittelmeer - Europa besitzt eine Vielzahl an Landschaften, die Sie mit dem Fahrrad erkunden können.
Salzkammergutradweg - Rundtour durch Österreichs Seenlandschaft
- Beschreibung: Rundtour ab Salzburg durch das Salzkammergut mit seinen Bergen, Wäldern und Seen.
- Länge: 320 km
- Höhenmeter: ca. 2.000 m
- Geeignet für: Radfahrer mit Grundfitness
Alpe-Adria-Radweg - Von den Alpen ans Meer
- Beschreibung: Von Salzburg nach Grado (Italien), durch den Nationalpark Hohe Tauern und vorbei an Udine.
- Länge: 410 km
- Höhenmeter: ca. 2.000 m
- Geeignet für: Rennradfahrer und Naturliebhaber
Von Triest nach Pula - Radreise entlang der Adriaküste
- Beschreibung: Entlang der Adriaküste von Triest über Slowenien nach Kroatien (Pula).
- Länge: ca. 187 km
- Höhenmeter: ca. 1.620 m
- Geeignet für: Radfahrer mit guter Kondition
Traversée Bretonne - Frankreichs grüne Küstentour
- Beschreibung: Von Nantes durch die Bretagne bis zum Ärmelkanal, vorbei an sehenswerten Städten und Küstenorten.
- Länge: 500 km
- Höhenmeter: 740 m
- Geeignet für: Anfänger und Naturliebhaber
Weichsel-Radweg - Entlang von Polens größtem Fluss
- Beschreibung: Von Dobrzyń nad Wisłą nach Danzig entlang der Weichsel, vorbei an historischen Städten und der Marienburg.
- Geeignet für: Radfahrer, die das Abenteuer suchen
Algarve-Radweg - Entlang Portugals wilder Südküste
- Beschreibung: Von Vila Real nach Sagres entlang der Algarve-Küste, vorbei an Stränden, Fischerdörfern und Naturschutzgebieten.
- Länge: 214 km
- Geeignet für: Radfahrer, die Abwechslung suchen
Mjølkevegen - Norwegens spektakulärer Hochland-Radweg
- Beschreibung: Von Gol oder Vinstra durch Norwegens Hochland, vorbei an Almwiesen, Wäldern und Tundren.
- Länge: 230 km
- Höhenmeter: ca. 4.000 m
- Geeignet für: Erfahrene Bikepacker mit guter Kondition
Coast-to-Coast - Quer durch Nordengland auf zwei Rädern
- Beschreibung: Von Whitehaven nach Tynemouth durch den Lake District, Eden Valley und Yorkshire Dales.
- Länge: 230 km
- Höhenmeter: 3.200 m
- Geeignet für: Radfahrer mit Erfahrung
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