Dank MIBO-SCOOTERS ist am Ort ihres Firmensitzes in den Mährisch-Schlesischen Beskiden der Tretroller nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Jung und Alt nutzen ihn hier bei allen Gelegenheiten, so wie woanders das Fahrrad.
Die Tradition des Tretrollerfahrens in Roznov pod Radhostem
Das Tretrollerfahren hat in Roznov pod Radhostem eine Tradition, die weit in die 70er Jahre des letzen Jahrhunderts reicht. Ausgangspunkt war die Suche nach einem Sommer-Trainingsgerät für Skifahrer. Bretislav Michalek, der Firmengründer, baute schon in dieser Zeit seinen ersten Roller. Seit 1998 gibt es nun seine Rahmenschmiede für Tretroller.
Der Mibo Revoo: Ein Renn-Tretroller im Test
Mit dem Mibo Revoo hat der tschechische Hersteller einen waschechten 28/28 Renn-Tretroller im Sortiment. Keine besonders gängige aber interessante und formschöne Variante. Gebaut wurde dieser Roller für die Rennstrecke. Mit großer Vorfreude nahm ich das Paket mit den rollertypischen Ausmaßen an. Die graue Umverpackung lässt noch nicht darauf schließen, welch Schmuckstück das Innenleben ziert.
Erster Eindruck und Unboxing
Beim Auspacken der Einzelteile kommen mir drei Gedanken. Zunächst einmal bin ich wie immer überrascht, aus wie wenigen Komponenten ein Roller doch besteht. Rahmen, Lenker, zwei Räder und im vorliegenden Fall noch die beiden mitgelieferten Schnellspanner. Im weiteren prüfe ich, ob alle Teile ordentlich verpackt sind und keine Komponente mit einem Transportschaden geliefert wurde.
Beim letzten Gedanken machte sich jedoch eine kleine Enttäuschung breit. Außer den tatsächlichen Komponenten findet man in der Kartonage genau nichts. Keine Aufbauanleitung, kein Beiblatt, keine Broschüre. Nichts. In der gehobeneren Preisklasse möchte ich - und meine Erwartungshaltung ist rein subjektiv - abgeholt werden. Ich möchte in einer kleinen Broschüre blättern, die die Erfolge des Unternehmens zeigt, die mir die Prominenten Fahrer/innen zeigt oder Auskunft über den aufwändigen und von Handarbeit geprägten Herstellungsprozess gibt.
Aufbau und Montage
Viel zusammen zu bauen gibt es bei Tretrollern nicht. Da macht der Mibo Revoo keine Ausnahme. Lenker an den Vorbau montieren, Rädern mittels Schnellspanner einhängen und die Bremsen einstellen. Geübte Hände brauchen für die Schritte wenige Minuten. Lediglich beim Einstellen der Bremsen könnte externe Hilfe von Nöten sein. Wer Radbremsen bereits eingebaut hat, wird hier jedoch keinen Schiffbruch erleiden.
Nun steht er da, mein Mibo Revoo. Und er sieht gut aus. Schwarz wie ein Panther und mindestens genauso schnell. Sein tiefes Trittbrett erinnert mich direkt an einen Sportwagen. Mit der Aerodynamik ist es ja schließlich erst dahin, wenn meine 193 cm sich aufrecht wie ein Turm auf dem Trittbrett postieren. Aber da kann der Roller nichts für.
Erste Eindrücke nach 300 KM
Nach 300 KM erlaube ich mir ein erstes Zwischenfazit zum Revoo. Betrachten wir zunächst das Herzstück des Mibo Revoo, den Rahmen. Dieser wurde aus Stahl gefertigt und wiegt grade einmal 3,8 Kilogramm. Er kommt im - für Kenner unverwechselbaren - Mibo Rahmendesign. Auch sein Lebendgewicht von < 8 Kilogramm inkl. aller Komponenten beeindrucken mich. Entscheidend leichter sind in der Regel nur noch Carbon Roller, die allerdings auch ein größeres Loch in die Haushaltskasse reißen.
Komponenten und Ausstattung
Was ebenfalls - aufgrund der Brandings - direkt auffällt sind die verbauten Komponenten. Eine Carbongabel vorn, Campagnolo Khamsin Laufräder, Shimano Bremshebel, Campagnolo Bremsen und Schwalbe Durano Reifen. Alles in allem mehr als ordentlich.
Ja, der Roller entlockt mir mehr als ein Lächeln und hat das Potential, die Lücke des Renn-Tretrollers zu erfüllen, wenngleich ich keine Ambitionen hege, an Rennen teilzunehmen. ca. Zugegeben, die erste Testfahrt war kurz. Vielleicht zwei Kilometer. Und doch sind es die ersten Eindrücke, die lange prägen werden. So leichtläufig waren meine bisherigen Roller bei weitem nicht. Verglichen mit dem Fat Max von Kickbike kann man sagen „Dampflok gegen D-Zug“, wobei der Vergleich natürlich hart ungerecht ist. Das Fat Max macht auf seine Art und Weise ebenfalls massig Spaß. Extrem leichtläufig drehen sich die 28 Zöller und fressen ihre ersten Kilometer mit Genuss. Zügig um den See.
Fahrverhalten und Komfort
Nach den ersten 300 Kilometern erlaube ich mir, meine Erfahrungen zu verfassen. Der Mibo Revoo ist ein Renn Scooter wie ich ihn mir erhofft habe. Das niedrige Trittbrett (ca. 4 cm) gleitet nur knapp über den Boden und setzt bei Unebenheiten schnell auf. Am Anfang tat es noch weh, dieses Geräusch wenn das Trittbrett über den Untergrund schrammt. Aber diese Kerben sammelt ein jeder Roller im Laufe seines Lebens. Ein schöner Tretroller. Die Perspektive täuscht. Das Laufverhalten macht mir bisher wirklich Vergnügen.
Als Haupteinsatzzweck hatte ich den Revoo für Fitness Touren vorgesehen und hier erfüllt er meine Erwartungen. Er ist leicht, robust und optisch gefällt er mir auch sehr gut. Die Lenker Höhe habe ich bisher nicht angepasst, aber ich wurde im näheren Umfeld darauf aufmerksam gemacht, dass es zumindest unproportional aussieht.
Besonderheiten und Kritikpunkte
Etwas gewundert hatte ich mich, dass der Roller keine Scheibenbremsen hat. Diese hätte ich bei dem Preis jedenfalls erwartet. Meine Vermutung bestätigte sich allerdings als ich Pavel von Hersteller Mibo anschrieb und nachfragte. Scheibenbremsen sind schwerer als die klassischen Backenbremsen und daher entschied sich der Hersteller bei seinem Rennroller dagegen. Ist nachvollziehbar, allerdings würde ich mir hier beide Varianten herstellerseitig wünschen. Ich fahre zwar gerne schnell, aber keine Wettkämpfe wo es vielleicht auf das letzte Gramm noch ankommt. Lenker und Vorbau werde ich bei Zeiten nochmal umbauen, aber in der mitgelieferten Variante bin ich trotzdem zufrieden.
Von zwei - unfreiwilligen - Ausflügen durchs Gelände kann ich ebenfalls berichten, da mich die Navi-App Komoot zweimal im Stich gelassen hat. Hier habe ich mir in allererste Sorge um die Räder und um die noch jungen Reifen gemacht. Die ab Werk verbauten Durano Reifen sind dafür nämlich nicht gemacht. Sollten sich die Cross Ausflüge häufen werde ich wohl auf Durano DD oder Durano Plus wechseln. Den Tipp dazu erhielt ich von „Martina“, an dieser Stelle herzlichen Dank.
Die Ausritte auf Wald- und Schotterwegen und einem kleinen Trail-artigen Abschnitt überstand der Revoo schadlos, wenngleich der Spaßfaktor nicht aufkommt. Ging auch, aber nicht gut. Meine aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei ca. Alles in allem kommt man mit dem Roller erwartungsgemäß zügig vorwärts.
Ergonomie und Komfort für große Fahrer
Weniger gut gefällt mir, dass ich beide Knöchel mehrfach am Roller angestoßen habe. Auf der linken Seite am Schnellspanner des Vorderrades, mit dem rechten Bein an der Befestigungsmutter des Hinterrads. Bei der linken Seite mutmaße ich, dass es an meiner Körpergröße und dem Grad der Erschöpfung liegt. Nach etlichen Kilometern nimmt die Körperhaltung / Körperspannung ab und dann „klingelt´s“. Die hintere Mutter jedoch erwischte ich auch beim „normalen“ Treten.
Ich erhielt prompt Feedback, dass 28/28er Roller für große Fahrer nicht die optimale Geometrie aufweisen und ich nicht der einzige bin, der sich die Knochen einhaut. Wer hier zimperlich ist schaut bei den Alternativen Radgrößen 28/24 oder 28/20 vorbei.
Alternativen und Fazit
Durch die Ausrichtung für Rennen und Wettkämpfe bringt der Roller einige Besonderheiten mit, bzw. ihm fehlen einige Eigenschaften / Komponenten die für andere Einsatzzwecke am Roller häufiger zu finden sind. Es gibt eine Handvoll weiterer serienmäßiger Renn-Tretroller. Als Alternativen zum Mibo Revoolution kommen von den gängigen, serienmäßigen Rennrollern das Kickbike Racemax 28* und der Kostka Racer Pro (G5) in Betracht. Das Kickbike bietet ebenso zwei 28 Zoll große Räder, der Kostka wird in der Ausstattung 28/24 geliefert.
Für ein vollständiges Fazit zum Mibo Revoolution ist es noch zu früh. Der erste Eindruck ist aber sehr positiv. Eine leichte Rennmaschine mit dem Mibo-typischen Rahmendesign und hochwertigen Komponenten aus dem Radsport. Eine gute Wahl für alle, die ambitionierte Fitness- und Sporttouren machen möchten. Auch als Alternative zum Radfahren oder zum Joggen und natürlich als Tretroller für Straßenrennen und Wettkämpfe.
Mit einem Straßenpreis von 749 € ist der Revoo kein Schnäppchen. Aber Carbongabel und Marken-Komponenten haben ihren Preis.
Klapproller von Mibo: Mastr und Royal im Fokus
Neben dem Revoo bietet Mibo auch Klapproller an, die sich durch ihre Vielseitigkeit und Robustheit auszeichnen. Besonders hervorzuheben sind der Mibo Mastr und der Mibo Royal.
Mibo Mastr: Ein faltbares Allround-Talent
Der Mibo Mastr ist ein auffälliger und faltbarer Tretroller mit 16 Zoll Reifen. Er erfreut sich größter Beliebtheit, bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten und trägt ein Maximalgewicht von bis zu 150 Kilogramm. Da der Mibo Mastr klappbar ist, lässt es sich problemlos im Kofferraum verstauen und eignet sich auch zur Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln. Mittels Faltgelenk lässt sich der sportive Roller mit wenigen Handgriffen zusammenklappen und transportieren. Wer eine Alternative zum Fahrrad oder zum E-Scooter sucht könnte bei Mibo fündig werden.
Auch längere Touren lassen sich mit dem Mastr absolvieren, da die symmetrische Reifengröße sehr ruhige Laufeigenschaften mit sich bringt.
Der Mibo Mastr stammt aus der tschechischen Qualitätsschmiede Mibo. Während die ursprüngliche Konfiguration eine Bereifung von 16 Zoll vorn und 12 Zoll hinten inne hatte, erhält man den Mastr heute nur noch in der Variante 16 Zoll vorn und hinten. 12 Zoll Bereifungen trifft man bei Erwachsenen-Tretrollern heute kaum noch an. Nicht ohne Grund zählt der Mibo Mastr zu den meistverkauften faltbaren Tretrollern. Zum Preis von 450 € UVP spielt der Mastr in seiner eigenen Liga. Trotz Markenkomponenten und einem ausgereiften Stahlrahmen. Wer den Mibo Mastr kaufen möchte kann dies im Internet problemlos tun. Auch hier Tschechische Qualität!
Technische Daten und Maße MIBO MASTR 16/16 Zoll
- Faltbarer Stahlrahmen
- V-Bremsen vorne und hinten (Shimano 4000)
- Reifen Classic 16″ und 16″ Alu 32
- professionelle Novatec Schnellspanner
- Schwalbe Road Cruiser Reifen 16 x 1,75
- Velo Griffe
- Maximale Belastung: 150 kg
Mibo Royal: Eine Alternative für Touren
Der Mibo Royal wird ebenfalls als eine gute Option für Touren und den Einsatz in der Stadt genannt. Im Vergleich zum Mastr bietet er möglicherweise andere spezifische Vorteile, die jedoch im gegebenen Text nicht detailliert aufgeführt sind.
Vergleich: Mibo Klapproller vs. Kostka Street
Ein Vergleich zwischen dem Mibo Royal und dem Kostka Street zeigt deutliche Unterschiede auf. Der Mibo Royal ist ein Faltroller mit 20 Zoll Rädern, während der Kostka Street 16 Zoll Räder hat und nur der Lenker klappbar ist. Für diejenigen, die kompakte Abmessungen bevorzugen, ist ein 16-Zöller besser geeignet. Wer jedoch ein besseres Fahrverhalten wünscht, sollte einen Roller mit 20 Zoll Rädern in Betracht ziehen.
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