Michelin Fahrradreifen Winter Test: Sicherheit und Performance im Fokus

Seit 1891 entwickelt Michelin Fahrradreifen. Die anspruchsvollsten Kunden vertrauen unseren Reifen, Wir sind Wegbereiter für nachhaltige Innovationen, um Produkte und Dienstleistungen zu verbessern, ohne die Sicherheit zu gefährden (1).

Welche sind die besten Winterreifen für Ihr Fahrzeug? In diesem Artikel stellt MICHELIN seine besten Winterreifen vor. Daneben präsentieren wir die Meinung unabhängiger Reifentester, nachdem sie ihre Leistung unter winterlichen Bedingungen getestet haben.

Die 3PMSF-Kennzeichnung: Ein Gütesiegel für Winterreifen

Die 3PMSF-Kennzeichnung zeigt an, dass der Reifen bei Schnee für die nötige Sicherheit und Mobilität sorgt. Diese Kennzeichnung wird von einem zertifizierten Prüflabor vergeben, nachdem der Reifen nach einer vorgeschriebenen Methode getestet wurde und das erforderliche Leistungsniveau für Sicherheit und Mobilität auf Schnee erfüllt. So ist diese Markierung nach und nach zum Standard für die Kennzeichnung guter Winterreifen geworden. Das 3PMSF-Symbol (3 Peak Mountain Snow Flake) ist leicht zu erkennen: es handelt sich um eine Schneeflocke, umgeben von drei Bergspitzen. In Übereinstimmung mit den Vorschriften wird es systematisch von dem M+S-Logo auf der Seitenwand des Winterreifens begleitet. Jeder der unten abgebildeten Reifen ist mit einer 3PMSF-Markierung versehen.

MICHELIN Alpin 6: Der Winterreifen für höchste Ansprüche

Der Winterreifen MICHELIN Alpin 6 bietet ein sehr hohes Maß an Sicherheit, auch bei anspruchsvollsten Winterbedingungen.

  • Spitzenreiter beim Bremsen und der Traktion auf Schnee
  • Optimale Sicherheit für den Einsatz unter anspruchsvollen Winterbedingungen (3PMSF)
  • Sehr hohe Langlebigkeit
  • Innovative Verschleißanzeige

MICHELIN Pilot Alpin 5: Präzision und Kontrolle im Winter

Der Winterreifen MICHELIN Pilot Alpin 5 überzeugt mit optimaler Brems- und Fahrpräzision für leistungsstarke Fahrzeuge unter winterlichen Bedingungen.

  • Sehr gute Kontrolle und Fahrpräzision auf nassen Straßen und bei Schnee (3PMSF)
  • Kürzere Bremswege für sicheres Fahren im Winter
  • Einer der führenden Winterreifen in Sachen Langlebigkeit und Kraftstoffverbrauch

Der MICHELIN Pilot Alpin 5 war auf 6 von 6 Siegespodesten bei den wichtigsten europäischen Reifentests vertreten.

Auszeichnungen für den MICHELIN Pilot Alpin 5

  • 2021 wurde der MICHELIN Pilot Alpin 5 in einem Vergleichstest von 9 Winterreifen der Größe 225/40 R18 zum Testsieger gekürt, war Testsieger beim AUTO BILD Sportwagentest beim Vergleich von 12 Winterreifen der Größe 225/45 R18 - 245/40 R18 und Testsieger beim SPORT AUTO Test beim Vergleich von 6 Winterreifen der Größe 255/40 R18.
  • "Spitzenreiter und damit Testsieger sind die Pilot Alpin 5 Winterreifen mit 18 Zoll von Michelin. Nur sie vereinen kurze Bremswege und optimale Leistung auf Schnee mit starker Bremsleistung und ausgewogener Fahrdynamik auf trockener Fahrbahn“, so SPORT AUTO.
  • 2020 war der MICHELIN Pilot Alpin 5 Testsieger und wurde vom ADAC mit „gut“ bewertet (Vergleichstest von 13 Winterreifen der Größe 235/55 R17) und mit „Vorbildlich“ und „Eco-Meister“ von AUTO BILD bewertet (Vergleichstest von 51 Winterreifen der Größe 245/45 R18).
  • "Testsieger mit überzeugender Schneetauglichkeit, dynamischen Nass- und Trockeneigenschaften, kurzen Bremswegen, sehr guter Laufleistung und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis“, so AUTO BILD 2020.
  • "Ein sehr ausgewogener Reifen. Bestes Ranking bei Trockenheit und Schnee“, so der ADAC im Jahr 2020.

MICHELIN Pilot Alpin 5 SUV: Sicherheit und Leistung für SUVs im Winter

Der MICHELIN Pilot Alpin 5 SUV ist ein Winterreifen, der für Sicherheit und Leistung auf allen winterlichen Straßen entwickelt wurde.

  • Kontrolle und Fahrpräzision auf Schnee
  • Ausgezeichnetes Bremsverhalten auf Schnee (3PMSF)
  • Ausgezeichnete Schneetraktion für optimale Mobilität im Winter
  • Verstärkte Seitenwand für SUV-taugliche Stabilität und beste Langlebigkeit

Der MICHELIN Pilot Alpin 5 SUV war auf 2 Siegespodesten bei 2 der wichtigsten europäischen Reifentests vertreten.

Auszeichnungen für den MICHELIN Pilot Alpin 5 SUV

  • 2021 war der MICHELIN Pilot Alpin 5 SUV Testsieger des AUTO BILD Allrad-Tests im Vergleichstest von 10 Winterreifen der Größe 235/55 R18 und wurde von der AUTO ZEITUNG im Vergleichstest von 10 Winterreifen der Größe 235/55 R18 sehr empfohlen.
  • "Schnee ist seine Spezialität, aber auch sonst bietet der Pilot Alpin 5 enorm hohe Sicherheitsreserven“, so die Auto Zeitung.

Michelin Dynamic Classic: Der zuverlässige Allrounder

Der Michelin Reifen Dynamic Classic ist auch unter dem Namen, der Unermüdliche, bekannt. Es handelt sich beim Reifen Dynamic Classic um einen äußerst robusten Fahrradreifen, der Ihnen viele positive Eigenschaften bietet. Er weist eine ausgezeichnete Ausdauer auf und eignet sich auch für Rennfahrer hervorragend. Der Michelin Dynamic Classic Reifen ist Ihr idealer Begleiter, wenn Sie mit Ihrem Fahrrad gerne lang als auch schnell unterwegs sein möchten. Er bietet Ihnen einen herausragenden Grip und eine sehr hohe Leistung. Des Weiteren weisen die Michelin Dynamic Classic Reifen einen sehr guten Pannenschutz auf. Dies bietet Ihnen noch mehr Sicherheit, auch abseits der Straßen. Doch nicht nur mit den inneren Eigenschaften kann der Dynamic Classic Michelin überzeugen, er weist zudem auch ein sehr elegantes Profil auf, das jedes Fahrrad zum Hingucker macht. Der Fahrradreifen weist ein attraktives als auch zuverlässiges Semislick Profil auf.

Die Gummimischung der Michelin Reifen Dynamic Classic wurde so konzipiert, dass die Reifen Ihnen auf allen unterschiedlichen Straßenbelägen sehr gute Fahreigenschaften bieten. Wenn man sich die unterschiedlichen Kundenbewertungen als auch Testergebnisse der Michelin Reifen Dynamic Classic näher unter die Lupen nimmt, wird man schnell feststellen können, dass diese Fahrradreifen im Vergleich zu anderen Fahrradreifen einen verbesserten Pannenschutz aufweisen. Auch die Stabilität und die Gripeigenschaften ist im Vergleich zu vielen anderen Fahrradreifen noch viel bessern. Bevor Sie den Michelin Dynamic Classic kaufen, sollten Sie einige Dinge beachten. Zum einen sollten Sie vor dem Kauf unbedingt einen Michelin Dynamic Classic Preisvergleich anwenden. Des Weiteren sollten Sie auch auf die Größe der Reifen achten. Die Drahtreifen sind in vielen verschiedenen Größen bei uns erhältlich. Auch einen Michelin Dynamic Classic Preisvergleich können Sie direkt bei uns anwenden. So ist Ihnen versichert, dass Sie die Fahrradreifen von Michelin zum günstigsten Preis erwerben.Wenn auch Sie sich für den Michelin Dynamic Classic Fahrradreifen entscheiden, haben Sie einen Reifen gewählt, der Ihnen nicht nur auf trockenen Straßen sehr gute Eigenschaften bietet, sondern auch auf nassem Asphalt.

Michelin MTB-Reifen: Wild Enduro, DH16 und DH22 im Fokus

Michelin ist der zweitgrößte Reifenhersteller der Welt, Fahrradreifen machen aber nur einen winzigen Teil aus. Dennoch zeigt das 1889 gegründete Traditionsunternehmen zunehmend Präsenz in der MTB-Szene - nicht zuletzt als aktueller Hauptpartner der Whoop UCI Mountain Bike World Series. Mit den Serien Access Line, Performance Line, Competition Line und Racing Line deckt Michelin ein breites Einsatzspektrum ab - vom Alltagsrad über ambitionierte Hobby-Nutzung bis hin zum professionellen Renneinsatz. Für Trail- und Enduro-Fans sind vor allem die Modelle der Competition und Racing Line interessant. Besonders im Fokus: die neu aufgelegten Wild Enduro Racing Line-Reifen, die 2024 frisch überarbeitet wurden.

Karkassen-Technologien von Michelin

Bei Michelin kommen je nach Einsatzbereich verschiedene Karkassen zum Einsatz. Die Reifen von Michelin setzen - je nach vorgesehenem Einsatzzweck - auf Karkassen mit den Bezeichnungen „Race Shield”, „Cross Shield”, „Trail Shield” oder „Gravity Shield”. Lediglich die Reifen der Racing Line haben eigene Karkassenaufbauten, die nicht speziell benannt werden.

  • Race Shield: Eine einlagige Konstruktion mit einer Gewebedichte von 150 TPI.
  • Cross Shield: Robuster als Race Shield, ebenfalls für den XC-Einsatz.
  • Trail Shield: Einlagige 60-TPI-Karkassenkonstruktion mit umlaufendem Pannenschutzgewebe für Trail und All-Mountain.
  • Gravity Shield: Doppellagige Konstruktion mit 33 TPI und 60 TPI Gewebedichte für den Enduro-Einsatz.

Gummimischungen: Gum-X und Magi-X

Michelin unterscheidet im MTB-Bereich zwei Gummimischungsfamilien namens Gum-X und Magi-X. Grundlegend weisen die Gummimischungen der Magi-X-Familie bessere Grip-Eigenschaften auf, während Gummimischungen der Gum-X-Familie mit niedrigerem Rollwiderstand und mehr Haltbarkeit punkten sollen. Innerhalb beider Familien gibt es bis zu drei Arten von Gummimischungen: Einfach-, Zweifach- und Dreifach-Mischungen.

  • Gum-X: Einfach-Mischung für geringen Rollwiderstand und Haltbarkeit.
  • Gum-X2D: Zweifach-Mischung für mehr Grip bei geringerem Rollwiderstand.
  • Gum-X3D: Dreifach-Mischung für nochmals mehr Grip bei etwas schlechteren Rolleigenschaften.
  • Magi-X: Speziell für Enduro-Vorderreifen entwickelt, bietet Grip auf Niveau der Gum-X3D-Mischung.
  • Magi-X²: Zweifach-Mischung für maximalen Grip bei etwas besseren Rolleigenschaften als die Einfach-Mischung Magi-X.

Michelin Wild Enduro: Modelle und Eigenschaften

Michelin unterteilt seine Modelle für den Enduro-Einsatz in Competition Line- und Racing Line-Reifen. Racing Line-Reifen sind dem Namen entsprechend für den besonders anspruchsvollen Einsatz vorgesehen. Optisch lassen sich die beiden Modelllinien gut unterscheiden.

Wild Enduro Front

Riesige Seitenstollen sind das Erkennungsmerkmal des Wild Enduro Front. Bei ihm dreht sich alles um Grip. Wie alle Wild Enduro-Reifen der Competition Line kommt am Wild Enduro Front die Gravity Shield-Karkasse zum Einsatz. Bei der Gummimischung kann zwischen der Dreifach-Mischung Gum-X3D und der Zweifach-Mischung Magi-X² gewählt werden. Beide Varianten sind sowohl mit 27,5” als auch 29” Durchmesser in 2,4” Breite verfügbar. Die Variante mit Gum-X3D kann in der 27,5“-Größe außerdem in den Breiten 2,6” und 2,8” geordert werden.

Wild Enduro Rear

Der Wild Enduro Rear ähnelt dem Wild Enduro Front sehr, bei ihm sind die Profilblöcke jedoch etwas flacher gestaltet. Überraschenderweise rollt der Wild Enduro Rear der Competition Line - zumindest auf dem Prüfstand - trotzdem schlechter als sein Pendant mit derselben Gum-X3D-Gummimischung fürs Vorderrad. Der Wild Enduro Rear ist außerdem schwerer als der Wild Enduro Front, was ihm jedoch ein besseres Pannenschutzergebnis beschert. Gerade bei der Verwendung am Hinterrad ist ein höherer Pannenschutz von Vorteil.

Wild Enduro MH Racing Line

MH steht für „Mixed Hard” und das soll Programm sein: Der Wild Enduro MH soll für maximale Geschwindigkeit auf hartem und gemischtem Terrain optimiert sein. 47 Watt bei der Rollwiderstandsmessung sind jedoch vergleichsweise viel. Grund dafür wird vermutlich die auf Grip optimierte Magi-X Einfach-Gummimischung sein. Diese sorgt auf der anderen Seite jedoch für hervorragende Fahreigenschaften bergab. Der Wild Enduro MH Racing Line überzeugt in der Abfahrt mit einer sehr guten Dämpfung. Karkasse und Gummimischung erzeugen einen langsamen Rebound, wodurch man gut am Boden klebt und mit einem ruhigen Fahrverhalten belohnt wird.

Wild Enduro MS Racing Line

Das Gegenstück zum „MH”-Reifen der Racing Line ist der „MS” für „Mixed Soft”. Der soll auch unter gemischten Bedingungen funktionieren, aber besser für den Einsatz auf weichen, lockeren Böden optimiert sein. Entgegen der Erwartung rollt der Wild Enduro MS auf dem Prüfstand besser als der MH. Der Reifen ist, neben der für die Racing Line typischen Farbauswahl, sowohl mit 29” als auch 27,5” Größe erhältlich. Auch beim Wild Enduro MS fallen die Dämpfungseigenschaften auf dem Trail positiv auf.

Wild Enduro Rear Racing Line

Wer einen Hinterradreifen für den Renneinsatz mit mehr Effizienz sucht, wird beim Wild Enduro Rear der Racing Line fündig. Mit 30,2 W liegt der Rollwiderstand deutlich niedriger als beim MS und MH aus der Racing Line und auch niedriger als beim Wild Enduro Rear der Competition Line. Nur der Wild Enduro Front der Competition Line rollt noch besser, weist allerdings auch deutlich weniger Pannensicherheit auf.

Michelin DH16 Racing Line

Der DH16 ist für harte bis gemischte Untergründe konzipiert und hätte daher auch den Namen „DH MH” tragen können. Mit den subjektiv besten Dämpfungseigenschaften im Test hat der Michelin DH 16 Racing Line uns mit seiner Magi-X-Gummimischung beeindruckt. Der langsame Rebound lässt euch förmlich am Boden kleben. Auch die Bremstraktion ist erstklassig. Dadurch hat sich der Michelin DH16 als einer unserer Favoriten im Hardpack-Reifen-Segment herausgestellt. Bezahlen muss man die Performance mit einem für Downhill-Reifen typisch hohen Gewicht und einem relativ hohen Rollwiderstand.

Michelin DH22 Racing Line

Auch wenn der Name des Michelin DH22 seinen Einsatzbereich eher im harten Downhill-Einsatz vermuten lässt, eignet sich der Reifen auch hervorragend am potenten Enduro-Bike, vor allem am Vorderrad. Wer zusätzliches Gewicht und mehr Rollwiderstand in Kauf nehmen kann, findet mit dem DH22 eine noch griffigere Alternative zum Wild Enduro MS Racing Line.

Winterreifen für Fahrräder: Eine lohnende Investition?

Seit 2013 fahre ich in der kalten Jahreszeit mit Fahrrad-Winterreifen auf meinem Pendlerrad zur Arbeit und habe damit in den Monaten Dezember-März sehr gute Erfahrungen gemacht. Gut, der letzte Superschnee-Winter 2021 war zum Radeln einfach zu heftig. Meine Lebensgefährtin fährt seit Jahren mit Michelin Star-Grip Allwetterreifen im Winter.

Es gibt eigentlich jedes Jahr die Frage von Freunden und KollegInnen, ob sich Winterreifen für Radfahrer überhaupt lohnen. Ich frage mal zurück: Lohnt es sich denn für Pkws, Busse und Lkws, oder dient das nur dazu, um die Wirtschaft anzukurbeln? Die Tests unserer Fahrrad-Winterreifen wurden mit der Zeit ein echtes Sicherheits-Plus, an das man sich gewöhnte. Ein Autoreifen hat ungefähr die Aufstandsfläche einer Hand mal vier Räder - ein Fahrradreifen die eines Fingers - aber nur mal zwei Räder. Zwei Finger Aufstandsfläche sind aus meiner Sicht ziemlich dünnes Eis, wenn es im Winter mal etwas rutschig wird. Und wenn ich mit dem Rad im Winter längere Strecken fahre, oder im Berufsverkehr pendle, dann will ich das möglichst sicher tun.

Warum Winterreifen für Fahrräder sinnvoll sind:

  • Es ist kalt: Das Gummi von Sommerreifen wird hart.
  • Es ist dunkel: Die Sichtverhältnisse sind schlechter.
  • Es ist oft nass: Die Fahrbahn ist rutschiger.

Meine Sommerreifen sind profillose Slicks (Schwalbe Kojak), die sehr leicht sind und extrem gut abrollen. Bei Nässe geht das noch erstaunlich gut, aber für feuchtes Herbstlaub, Streugut , Sand oder im Schneematsch sind diese Sommerreifen überhaupt nicht gemacht. Es braucht lange Einpackzeiten, bevor man überhaupt im Winter mit dem Rad losfahren kann. Hat man aber erstmal Winterreifen aufgezogen, fährt es sich auch psychologisch hervorragend rechts am morgendlichen Autostau vorbei!

Denn der motorisierte Straßenverkehr steht sich im November und vor Weihnachten im Dauerstau erfahrungsgemäß die Räder eckig. Außerdem muss man das Velo beim ersten Neuschnee ja zumindest mal richtig ausprobieren oder? Denn auch in der kalten Jahreszeit macht das Radfahren große Freude, zumindest wenn die Kleidung stimmt. So lange es auf den Straßen nicht richtig glatt wird, spricht nichts gegen den Einsatz im Winter. Der Körper bleibt trainiert und die Seele gut gelaunt.

Die Herausforderungen bei Fahrrad-Winterreifen

Die Reifenindustrie tut sich in Deutschland beim Thema Fahrrad-Winterreifen auch 2019 noch schwer. Denn bei der Produktion von Fahrradreifen wird es erst bei Massenproduktion richtig lukrativ für die Firmen. Nach meiner Erfahrung der letzten durchradelten Winter taugt ein glattes Sommer-Slick-Profil im Winter überhaupt nicht. Leider bringt aber auch ein grobes, offenes Profil von MTBs nicht den erwünschten Grip im Schnee und überhaupt nicht auf nassen Herbststraßen. Auch grobe Geländereifen werden bei tieferen Temperaturen hart und verzahnen sich nicht gut mit glattem Untergrund. Zudem rollen grobe Profile unterirdisch schlecht.

Spike-Reifen vs. Winterreifen ohne Spikes

Wohnt man im Erzgebirge, im Sauerland oder in den Voralpen lohnt sich sicherlich die Anschaffung von echten Spike-Reifen für eine festgefahrene Schneedecke und eisige Untergründe, die eine gewisse Permafrost-Sicherheit bieten. Leider gibt es für Leute wie mich (Ostwestfälischer Flachlandtiroler) nur einen einzigen „echten Fahrrad-Winterreifen“ ohne Spikes, der für Berufspendler ernsthaft in Frage kommt: Den Continental TopContact Winter II Premium. Ich will hier keine Werbung für Conti machen, aber diese Firma hat es als einzige begriffen, einen alltagstauglichen Winterreifen für Fahrräder zu entwickeln, der mit relativ wenig Gewicht komfortabel ist und sich auch auf trockener Straße noch relativ leicht fahren lässt. Dieser Reifen punktet neben einer weicheren Gummimischung mit tausenden von winzig kleinen Micro-Lamellen. Außerdem verzichtet das Reifen-Design auf hochgezogene Schulterstollen, die den Pneu optisch breiter wirken lassen, aber dafür in der Kurve extrem bremsen. Dieser Fahrrad Winterreifen hat einen klassischen, runden Querschnitt, mit dem man sich eben zweiradtypisch auch mal richtig in die Kurve legen kann. Auf einer festgefahrenen Schneedecke sowie im losen Pulverschnee oder Schneematsch hinterlässt der Reifen wirklich einen überdurchschnittlich guten Eindruck. Kontrolliertes, zügiges Radfahren im Schnee oder auf einer festgefahrenen Schneedecke macht damit richtig Spaß.

Ihr echter Vorteil: Auf Eis und bei Glätte sind sie natürlich unschlagbar. Aber ich persönlich fahre bei Glatteis nicht Fahrrad, obwohl ich ein Zweirad-Nerd bin. Es ist meiner Ansicht nach einfach zu gefährlich. Deshalb brauche ich keine Spike-Reifen, sondern normale Winterreifen wie beim Auto, mit denen man auch mal 50 Kilometer auf trockener Straße abspulen kann, ohne gleich alle Nachteile eines Nagel-Reifens mit gehärteten Metallstiften in Kauf nehmen zu müssen. Und der Winter ist lang: Von Dezember bis März will ich mich nicht vier Monate mit schwergängigen Pickel-Pneus rumquälen, aber ich möchte trotzdem sicher ankommen, auch wenns mal etwas rutschig wird. Aber mindestens dreißig Mal ist es bitterkalt, droht überfrierende Nässe, Schneeregen fällt und verwandelt den Rest vom Herbstlaub in eine glitschige Oberfläche. Aus diesem Grund fahre ich Winterreifen ohne Spikes, denn die laufen leicht und bieten mit ihrer weichen Gummimischung eine Menge passiver Sicherheit.

Ich fahre die Continental Top Contact Winter II nun bereits im sechsten Winter seit 2013. Das feine Lamellenprofil ist sogar nach dieser Zeit noch halbwegs passabel.

Nachteile von Winterreifen

Die gibt es auch: Da wäre einmal der hohe Anschaffungspreis von knapp 50,- Euro, der unverschämterweise fast auf dem Niveau von Autoreifen liegt. Im Neuzustand stehen tausende von winzigen Gumminippeln aus dem Spritzguss-Verfahren ab, die bei manchem Fahrrad am Schutzblech schleifen und auch auf der Straße anfangs ein suboptimales Gefühl erzeugen, bis sie nach einiger Zeit endlich abgefahren sind.

Michelin Stargrip: Eine Alternative?

Als Pendant zum Conti-Winterreifen gibt es noch den recht breit ausfallenden Ganzjahresreifen Michelin Stargrip. Meine Lebensgefährtin hat ihn jahrelang im Winter getestet und sich damit in der kalten Jahreszeit relativ sicher gefühlt. Aber im Gegensatz zum Conti Top Contact Winter II rollt der Michelin nicht so leicht, bringt spürbar mehr Gewicht auf die Waage und ist eben kein waschechter Winterreifen, der sich mit feinen Lamellen im Schnee verzahnen kann. Sondern eher ein „MS-Reifen“ - also für schmutzige Wege gemacht. Gern setzt sich das offene Profil mit Tonnen von Streugut-Steinchen zu. Dank seiner relativ weichen Gummimischung und des günstigen Preises ist er aber nicht die schlechteste Entscheidung an kalten Tagen. Nur im Sommer muss der Reifen genau deswegen auch ganz schnell wieder vom der Felge runter! Den Begriff „Ganzjahresreifen“ trifft es beim Michelin Stargrip also nicht ganz, auch wenn das Profildesign kristalline Schneeflocken erkennen lässt.

Continental Grand Prix 4 Season: Für Rennräder im Winter

Interessant für Rennräder und schnelle Gravel-Bikes im Winter ist der Continental Grand Prix 4 Season. Als waschechter Ableger des legendären Grand Prix 4000S II (einer der besten und pannensichersten Alltags-Rennradreifen - mittlerweile abgelöst durch den Grand Prix 5000) leistet er sich laut Testberichten zwar kaum Schnitzer, ist aber durch das geschlossene Profil kein richtiger Winterreifen. Zumindest nicht für verschneite Fahrbahnen. Diesen Reifen gibt es übrigens auch in 32 mm Breite. Er kann damit auch gut auf Cross- und Gravelbikes gefahren werden. Bezahlt wird dieser Komfort und der höhere Pannenschutz mit einem etwas höheren Rollwiderstand. Laut www.bicyclerollingresistance.com sind beim 4 Season 17.2 Watt Tretkraft nötig statt nur 12.2 Watt beim Sommermodell Grand Prix 4000S II. Aber zum Vergleich: Der offenprofillige Continental Top Contact Winter II benötigt satte 28.5 Watt und ein profilloser, sehr leichter Schwalbe Kojak Sommerreifen in immer noch satte 24.8 Watt.

Fazit: Reifentausch ja oder nein?

Das Umziehen der Reifen im Herbst und Frühling macht mir vor allem an zwei Fahrrädern gleichzeitig keinen großen Spaß. Trotz allem überwiegen im Winter aus unserer Sicht eindeutig die Vorteile der passiven Sicherheit - oder eben auch einfach „das gute Gefühl“. Die „Oktober bis Ostern-Regel“ der Pkw gilt beim Fahrrad absolut nicht. Mein Tipp: Reifentausch im Winter bei Rädern erst so spät wie möglich und im Frühling möglichst schnell wieder demontieren. Denn mit Sommerreifen läuft das Rad leichter, weil sie einfach besser rollen und leichter sind. Bei den rotierenden Massen zählt wirklich jedes Gramm.

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