Lange Zeit waren Reifenfreigaben für Motorradreifen Pflicht, inzwischen sind diese Beschränkungen aber für die meisten Fahrzeuge aufgehoben worden. Trotzdem ist es auch heute noch ratsam, sich über die Datenbanken der Reifenhersteller zum Thema Reifenempfehlungen, Freigaben und Unbedenklichkeitserklärungen zu informieren. Gerade für ältere Motorräder sind auch aktuell noch Freigaben und TÜV-Gutachten notwendig, um Reifenmodelle legal fahren zu dürfen.
In den folgenden Abschnitten wird übersichtlich zusammengefasst, in welchen Fällen eine Motorradreifen Freigabe noch zwingend notwendig ist.
Gesetzliche Rahmenbedingungen und Normen
Motorradreifen sind entsprechend der ECE-R 75 genormt. Sie gilt für Zweiradreifen spätestens ab dem Produktionsdatum Oktober 1998 und betrifft insbesondere die Beschriftung der Reifenflanke. Die ECE-Nummer inklusive dem E-Zeichen muss auf jedem Reifen abgebildet sein. Nur mittels diesem kann herausgefunden werden, ob der Reifen auch zugelassen ist. Sollte aus unerklärlichen Gründen diese Nummer bzw. das E-Zeichen fehlen, handelt es sich um keinen straßenzugelassenen Reifen.
Info: Das Kürzel „NHS“ im Reifennamen deutet auf reine Rennstreckenreifen hin.
Neue Regularien bei der Reifenumrüstung
Im Verkehrsblatt 15-2019 vom 15.08.2019 wurde die Praxis der Reifenumrüstung an Motorrädern neu festgelegt. Gültig ist die neue Vorgehensweise für Reifen, die nach dem 31.12.2019 hergestellt wurden.
Fall 1: Fahrzeuge mit EU-Typgenehmigung
(die Mehrheit der Fahrzeuge ab BJ 2000)
Fall 1a: Gleiche Reifengröße, anderer Hersteller, anderes Profil
Die Umrüstung ist zulässig, die Betriebserlaubnis erlischt nicht. Eine Anbauabnahme und Eintragung in die Zulassungsbescheinigung ist nicht nötig (Verkehrsblatt 15-2019, Nr. 90). Für diesen Fall stellen die meisten Reifenhersteller eine Service-Information zur Verfügung, aus der die empfohlenen Reifenkombinationen für das Fahrzeug hervorgehen.
Fall 1b: Geänderte Reifengröße, die innerhalb der original eingetragenen Reifengrößen liegt
Setzt voraus, dass schon bei der Fahrzeughomologation mehrere Reifengrößen eingetragen wurden und die neue Reifengröße innerhalb der in der Zulassungsbescheinigung (ZB) oder im COC-Papier aufgeführten Dimensionen liegt. Diese Änderung ist ohne Weiteres zulässig, auch hier hilft eine Service-Information bei der Auswahl der geeigneten Bereifung.
Fall 1c: Geänderte Reifengröße oder geänderte Reifenbauart
Bei Montage der Reifen liegt eine Änderung des Fahrzeugs und ein Erlöschen der Betriebserlaubnis nach §19 (2) StVZO vor. Entspricht das Fahrzeug ansonsten dem genehmigten Zustand, ist eine Begutachtung gemäß §21 auf Grund §19 (2) StVZO möglich und nach dem Umbau unverzüglich erforderlich! Eine vom Reifenfabrikaten ausgestellte Herstellerbescheinigung für die getesteten Fahrzeug-/Reifenkombinationen kann hier als Prüfgrundlage für die Begutachtung gemäß § 21 StVZO dienen, stellt aber keine Garantie für eine erfolgreiche Abnahme und Eintragung in die Zulassungsbescheinigung dar!
Fall 2: Fahrzeuge ohne EU-Typgenehmigung
(alte Fahrzeuge mit ABE oder mit Einzelabnahme nach §20/21)
Die Verwendung anderer Reifen, als in den Zulassungsdokumenten aufgeführt, ist nicht zulässig! Hier ist ein Vorgehen wie in Fall 1c notwendig. Sollte nur eine Reifenfabrikatsbindung eingetragen sein, dürfen alle Reifenmodelle dieses Herstellers verwendet werden.
Nachtrag 2025: Seit dem 01.01.2025 besteht die Möglichkeit, die Reifenbindung bei Fahrzeugen mit deutscher Betriebserlaubnis oder Einzelzulassung gem. § 19 Abs. 2 i.V.m. § 21 StVZO auszutragen, sollte das maximale Baumaß der eingetragenen Reifengrößen im Fahrzeug Platz gem. § 19 Abs. 2 i.V.m. § 21 haben. Dabei können die Reifengröße oder die Bauart auch abweichend der original eingetragenen Reifen sein!
Michelin Reifenvielfalt und Freigaben
Michelin stellt Motorradfahrern in der Datenbank auch Service-Informationen zur Verfügung. Diese sind für Motorräder mit EU-Typgenehmigung ausreichend, solange Reifen der gleichen Dimension zum Einsatz kommen. Darüber hinaus umfasst das Michelin Online-Tool weiterhin die Freigaben für Reifen, die vor Ende 2019 produziert wurden.
Die bislang gültigen Unbedenklichkeitsbescheinigungen und Bereifungsempfehlungen sind als Nachweis in einigen Fällen nicht mehr ausreichend. Sollen Reifen mit Herstelldatum ab 2020 in einer abweichenden Dimension oder anderer Bauart aufgezogen werden, ist eine neue TÜV-Abnahme bzw. Begutachtung nach §21 StVZO erforderlich. Als Prüfgrundlage der gewünschten Fahrzeug-/Reifenkombination ist eine Herstellerbescheinigung nötig, wie sie zum Beispiel bei Michelin erhältlich ist.
Für Reifen mit Produktionsdatum vor Ende 2019 gilt eine zeitlich begrenzte Übergangsfrist. Die Herstellerbescheinigung kann als Prüfgrundlage für die Begutachtung gemäß §21 StVZO dienen, stellt aber keine Garantie für eine erfolgreiche Abnahme und Eintragung in der Zulassungsbescheinigung dar.
Der Großteil des Motorradbestands in Deutschland besteht aus Motorrädern mit EU-Typgenehmigung (die von 1997 an möglich war) sowie den Motorrädern der 70er, 80er und 90er Jahre, die eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) hatten.
Für Umbereifungen in den originalen Reifengrößen inklusive der drei möglichen Reifenbauarten stellt Michelin den Motorradfahrern in seiner Online-Bereifungsdatenbank eine Service-Information zur Verfügung. Sollen Reifen in einer abweichenden Dimension aufgezogen werden, ist eine Begutachtung nach §21 StVZO erforderlich.
Nicht nur für die aktuellen Motorradmodelle präsentiert Michelin neue Reifen, auch für die älteren Motorräder entwickelt Michelin neue Modelle wie den 2021 vorgestellten MICHELIN Road Classic. Der Gürtel über der Diagonalkarkasse (Bias Belted Bauweise) sorgt für eine hohe Fahrstabilität, was gerade den älteren Motorrädern zugutekommt.
Damit auch die Fahrer älterer Motorräder in den Genuss der neuesten Reifenentwicklungen kommen können, erstellt Michelin Reifenfreigaben für Motorräder ab den 70er Jahren. Manche dieser Motorräder hatten exotische Zoll-Reifengrößen, die es heute nicht mehr gibt. Darüber hinaus umfasst das Michelin Online-Tool weiterhin die Freigaben für Reifen, die vor Ende 2019 produziert wurden.
Für den Cruiser- und Supertourer-Reifen MICHELIN Commander III und die sportlich ausgelegten MICHELIN Power Experience in Form des Power 5, Power GP und Power Cup 2 Reifen liegen ab sofort über 1.000 Freigaben (285 für den Commander III und 843 für die Power Experience) zur Reifenumrüstung vor. Damit ist das Motorradreifen-Produktportfolio von Michelin noch breiter aufgestellt und umfasst jetzt 25.172 Motorrad-Bereifungskombinationen und Freigaben für mehr als 1.500 Motorradmodelle. Dort sind bereits über 1.700 Reifenfreigaben nach den neuen Vorgaben zur Reifenumrüstung zum Download bereitgestellt.
Michelin: Mehr als nur Reifen
Zielgerichtet und engagiert verfolgt Michelin, eine der weltweit führenden Marken, seit 1889 seine zentralen Ziele: Transport und Mobilität von Menschen und Waren sicherer, sauberer und wirtschaftlicher zu gestalten. Wettbewerb, Leistung und Innovation gehören seit jeher zur Geschichte von Michelin.
Der französische Reifenhersteller Michelin ist in rund 170 Ländern präsent und verkauft seine hochwertigen Produkte auch auf MotorradreifenDirekt.de. Hergestellt werden diese in 18 Ländern auf allen Kontinenten, bevor sie auf den Testarealen in Frankreich, Spanien, Japan und den USA erprobt werden. Wenn es nach dem Umsatz geht, ist das Unternehmen der zweitgrößte Reifenhersteller der Welt hinter Bridgestone. Gegründet wurde Michelin 1889 in Clermont-Ferrand, wo sich auch heute noch die Konzernzentrale befindet. Seit 1931 produziert man auch in Deutschland.
Viele Premieren fanden auf Michelin-Reifen statt: Das noch immer jährlich veranstaltete Radrennen Paris-Brest-Paris gewann ein Franzose 1891 bei der ersten Austragung - sein Rad war Michelin-bereift. Vier Jahre später fuhr erstmals ein Auto mit Luftreifen beim Autorennen von Bordeaux nach Paris mit - auch hier gehörten Michelin-Reifen zur Ausstattung. Bis 2006 war das Unternehmen mit Unterbrechungen viele Jahre lang Reifenpartner von mehreren Formel-1-Teams. Zudem verhalf es Fahrern bei der Rallye-WM, in Le Mans und bei der Rallye Paris Dakar zu Titeln.
Michelin Motorradreifen und Motorsport Know-how
Die Reifenkompetenz von Michelin besteht jedoch nicht nur im Pkw-Bereich. Die als Reifenlieferant bei den Motorsportserien MotoGP und Superbike-WM gemachten Erfahrungen flossen in die Entwicklung von Michelin Motorradreifen ein - heute sind vor allem die Erfolge in der Internationalen Deutschen Motorrad-Meisterschaft und in der Supermoto-Serie Grundlage für gute Absatzzahlen durch hochwertige Produkte.
Michelin Motorradreifen gibt es für viele Segmente. Ob schwere Touringmaschine oder wenige Supersport-Bikes - Michelin hat für alle die passenden Pneus. 2013 kam unter anderem der Michelin Pilot Power 3 für Sportmotorräder und Naked Bikes auf den Markt, den es natürlich auch auf MotorradreifenDirekt.de zu kaufen gibt. Neben Einsätzen auf der Straße eignet er sich auch für Besuche auf der Rennstrecke. Größere Maschinen mit Rennambitionen fahren sich beispielsweise mit dem Michelin Power SuperSport sehr gut, dessen Haftung überragend ist. Für Reise-Enduros wurde der Michelin Motorradreifen Anakee 3 konzipiert, der selbst bei Doppelbesetzung des Bikes ausreichend Stabilität bietet.
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