Der Michelin WILD GRIP'R ADVANCED ist ein Reifen für alle, die gerne auf unterschiedlichen Untergründen unterwegs sind. Mit seiner vielseitigen Performance eignet er sich perfekt für den Einsatz auf dem Mountainbike.
Überblick über Mountainbike-Reifen
Die Auswahl an Mountainbike-Reifen ist riesig und unübersichtlich, mit Marken wie Schwalbe, MAXXIS, Conti, Pirelli, Michelin, WTB, Kenda und Co. Aus diesem Grund bieten die Hersteller eine breite Palette an Modellen und Versionen an - abgestimmt auf verschiedene Fahrertypen und - niveaus, Bikes und Trail-Bedingungen.
Wer sein Enduro-Bike hauptsächlich mit dem Shuttle nach oben bringt, stellt ganz andere Anforderungen an seine Reifen als jemand, der mit demselben Bike in den Alpen unterwegs ist und sich jede Abfahrt aus eigener Kraft verdient. Also einen perfekten Reifen, der für alle Biker gleichermaßen passt, gibt es schlichtweg nicht!
Stattdessen wollen wir euch erklären, auf was ihr in Zukunft achten müsst, welche Unterschiede es gibt und was ihr von gewissen Anpassungen - wie dem Luftdruck oder der Karkasse - erwarten könnt. Zudem erklären wir euch die unterschiedlichen Philosophien der Hersteller und deren - teils sehr verwirrenden - Produktpaletten, damit ihr in Zukunft die perfekte Wahl für eure Reifen treffen könnt.
Testbedingungen und -methoden
Wir haben alle relevanten Profile, Gummimischungen und Karkassen aller bekannten Hersteller über Monate hinweg für euch getestet. Im ersten Teil findet ihr alles, was ihr grundlegend über Reifen wissen müsst. Die vier wichtigsten Faktoren, auf die ihr bei der Reifenwahl achten müsst, haben wir im zweiten Teil erklärt. Im letzten Teil verraten wir euch, wie ihr die zu euch passenden Reifen findet.
Zusätzlich konnten wir mehrere Tage lang das renommierte Labor von Schwalbe in Beschlag nehmen, um alle Reifen unter standardisierten Bedingungen zu testen. Dort haben wir nicht nur alle Modelle gewogen und vermessen, sondern auch Tests zum Rollwiderstand, Durchschlagschutz und zur Pannenanfälligkeit durchgeführt, um unsere Test-Eindrücke vom Trail zu untermauern.
Für unseren Back-to-Back-Test waren wir - wie oben erwähnt - im uns sehr gut bekannten Bikepark Kronplatz. Hier gibt es einen wilden Mix an Trails - von großen Jump-Trails mit dicken Anliegern und hohen Kompressionen bis hin zu steilen, verblockten und engen Passagen.
Labor- und Praxis-Tests
- Labor-Durchschlagtest: Ein 19 kg schwerer Stahl-Keil wird auf die Lauffläche des Reifens (zwischen die Stollen) ausgerichtet, auf eine definierte Höhe angehoben und anschließend fallen gelassen. Der Versuch wird mit steigender Fallhöhe so lange wiederholt, bis sich ein Defekt des mit 1,5 bar gefüllten Reifens einstellt.
- Labor-Durchstichtest: Ein Prüfkörper wird mit steigender Krafteinwirkung auf den Reifen gedrückt, bis dieser durchstochen wurde. Gemessen wird die maximale mittlere Kraft in N, die für den Durchstich notwendig war.
- Labor-Rollwiderstandsmessung: Jeder Reifen wird auf einer 30 mm breiten Test-Felge montiert, auf 1,5 bar Reifendruck aufgepumpt und mit einer Radlast von 50 kg belastet, während er auf einer Stahlrolle abrollt. Dabei wird die benötigte Leistung in Watt gemessen, die es braucht, um den Reifen mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h anzutreiben.
- Praxis-Rollwiderstandsmessung: Hier haben wir ausgewählte Reifen auf unserem Pivot Trailcat LT mit standardisierten Felgen montiert und Testfahrten sowohl auf Asphalt als auch auf einem Schotterweg durchgeführt.
Tubeless-Setup und Luftdruck
Die Vorteile von tubeless montierten Reifen liegen auf der Hand: weniger Gewicht, mehr Grip, geringerer Rollwiderstand und höherer Pannenschutz. Wir selbst fahren nur tubeless und haben auch alle Reifen nur ohne Schlauch für euch getestet.
Der richtige Luftdruck im Reifen ist essenziell: Zu viel davon und ihr könnt euch von Komfort und Grip verabschieden. Bei einem zu geringen Luftdruck sind ein unpräzises, schwammiges Fahrverhalten und Defekte vorprogrammiert. Wir empfehlen euch, vor jedem Ride den Luftdruck mit einem Luftdruckprüfer zu checken und etwas zu experimentieren - die Minute und Investition lohnt sich!
Michelin Wild Grip'r: Eigenschaften und Leistung
Der Wild Grip'r fällt für 2,1" sehr breit aus und bietet ordentlich Grip.
Der Wild Grip'r ist ein zuverlässiger Allrounder, der - nomen est omen - satten Grip mit guten Abrolleigenschaften kombiniert.
Der leichte Wildgrip'r lässt sich weder von Dornen noch von Durchschlägen besonders beeindrucken. Sein Rollverhalten ist genauso unauffällig wie sein Grip.
Ein schneller und sehr leichter Reifen, die Karkasse wehrt Dornen effizient ab. Das offene Profil bietet ausgezeichnete Selbstreinigung, in Schotterkurven und bei rutschigen Anstiegen verliert der Wildgrip'r allerdings schnell den Grip.
Der Wildgrip'r reinforced überzeugt bei trockenen Verhältnissen und auf nassem Fels. Leichte Haftungsschwächen erlaubt er sich lediglich in schlammigen Kurven, und auch der Rollwiderstand fällt etwas höher aus.
Das Labor bescheinigt dem günstigen Wildgrip'r weniger Rollwiderstand als dem Top-Modell. Die Gummimischung sorgt jedoch für spürbar schlechteren Grip, vor allem bei Trockenheit.
Auf dem Prüfstand schneidet der Wild Grip'r nur mittelmäßig ab, Rollverhalten und Pannenschutz könnten besser sein.
Der 3-fache Weltmeister Fabien Barel hat diesen Reifen mitentwickelt. Das merkt man beim enormen Grip.
Michelin Wild Enduro Racing Line: Neue Entwicklungen
Mit den Erfahrungen auf den anspruchsvollen Strecken der UCI Mountain Bike Enduro, E-Enduro und E-MTB Cross Country World Cups und dem Feedback seiner Fahrer*innen hat Michelin seine Mountainbike-Rennreifen weiter verbessert.
Die Reifen der neuen MICHELIN WILD ENDURO Racing Line sind leichter sowie schneller und bieten mehr Grip auf nassem Untergrund bei niedrigen Temperaturen.
Mit der neuen MICHELIN E-WILD Racing Line macht Mountainbiken mit Antrieb noch mehr Spaß. Michelin hat die neue WILD ENDURO Racing Line speziell für anspruchsvolle Fahrer*innen entwickelt. Sie verbindet die dynamische Performance einer leichteren Karkasse mit der bewährten Robustheit des Vorgängers.
Für diese scheinbar gegensätzlichen Eigenschaften - leicht und dennoch robust - haben die Ingenieur*innen von Michelin eine neue doppellagige 55 TPI-Karkasse entwickelt, die Verformungen bei Kurvenfahrten und Landungen nach Sprüngen minimiert und so mehr Stabilität bringt.
Die neue MICHELIN WILD ENDURO Racing Line profitiert zudem von der neuen Magi-X-Gummimischung für mehr Grip auf nassem Untergrund und bei niedrigen Temperaturen (drei bis zehn Grad Celsius). Die Magi-X-Technologie senkt auch den Rollwiderstand, so dass jeder Tritt in die Pedale mehr bringt.
Die neue Racing Line umfasst zwei Profile, die auf höchste Leistung auf den unterschiedlichsten Geländetypen ausgelegt sind: Der MICHELIN WILD ENDURO MS (Mixed Soft) ist der Reifen für besonders weiche Böden, während der MICHELIN WILD ENDURO MH (Mixed Hard) auf härterem Untergrund seine Stärken ausspielt. Beide Profile sind für Vorder- und Hinterreifen erhältlich.
Michelin präsentiert seinen ersten Hochleistungsreifen für E-Mountainbikes. Die MICHELIN E-WILD Racing Line ist für Fahrten auf unterschiedlichsten Untergründen entwickelt und vollgepackt mit Technologien.
Karkassen und Gummimischungen
Bei Michelin kommen je nach Einsatzbereich verschiedene Karkassen zum Einsatz. Die Reifen von Michelin setzen - je nach vorgesehenem Einsatzzweck - auf Karkassen mit den Bezeichnungen „Race Shield”, „Cross Shield”, „Trail Shield” oder „Gravity Shield”. Lediglich die Reifen der Racing Line haben eigene Karkassenaufbauten, die nicht speziell benannt werden.
Karkassen-Technologien
- Race Shield: Eine einlagige Konstruktion mit einer Gewebedichte von 150 TPI.
- Cross Shield: Etwas robuster als Race Shield, ebenfalls für den XC-Einsatz.
- Trail Shield: Eine einlagige 60-TPI-Karkassenkonstruktion mit einem dünnen, umlaufenden Pannenschutzgewebe.
- Gravity Shield: Eine doppellagige Konstruktion, bei der Lagen mit 33 TPI und solche mit 60 TPI Gewebedichte kombiniert werden.
Gummimischungen
Michelin unterscheidet im MTB-Bereich zwei Gummimischungsfamilien namens Gum-X und Magi-X. Grundlegend weisen die Gummimischungen der Magi-X-Familie bessere Grip-Eigenschaften auf, während Gummimischungen der Gum-X-Familie mit niedrigerem Rollwiderstand und mehr Haltbarkeit punkten sollen.
Innerhalb beider Familien gibt es bis zu drei Arten von Gummimischungen: Einfach-, Zweifach- und Dreifach-Mischungen.
Modelle für den Enduro-Einsatz
Michelin unterteilt seine Modelle für den Enduro-Einsatz in Competition Line- und Racing Line-Reifen. Racing Line-Reifen sind dem Namen entsprechend für den besonders anspruchsvollen Einsatz vorgesehen.
Wild Enduro Front
Wie alle Wild Enduro-Reifen der Competition Line kommt am Wild Enduro Front die Gravity Shield-Karkasse zum Einsatz. Bei der Gummimischung kann zwischen der Dreifach-Mischung Gum-X3D und der Zweifach-Mischung Magi-X² gewählt werden.
Am Vorderrad geht es mit dem Wild Enduro Front immer kontrolliert und exakt auf der angepeilten Linie zur Sache. Der Wild Enduro Rear ähnelt dem Wild Enduro Front sehr, bei ihm sind die Profilblöcke jedoch etwas flacher gestaltet.
Wild Enduro MH
MH steht für „Mixed Hard” und das soll Programm sein: Der Wild Enduro MH soll für maximale Geschwindigkeit auf hartem und gemischtem Terrain optimiert sein. Grund dafür wird vermutlich die auf Grip optimierte Magi-X Einfach-Gummimischung sein. Diese sorgt auf der anderen Seite jedoch für hervorragende Fahreigenschaften bergab.
Der Wild Enduro MH Racing Line überzeugt in der Abfahrt mit einer sehr guten Dämpfung. Karkasse und Gummimischung erzeugen einen langsamen Rebound, wodurch man gut am Boden klebt und mit einem ruhigen Fahrverhalten belohnt wird.
Wild Enduro MS
Das Gegenstück zum „MH”-Reifen der Racing Line ist der „MS” für „Mixed Soft”. Der soll auch unter gemischten Bedingungen funktionieren, aber besser für den Einsatz auf weichen, lockeren Böden optimiert sein.
Auch beim Wild Enduro MS fallen die Dämpfungseigenschaften auf dem Trail positiv auf. Wer einen Hinterradreifen für den Renneinsatz mit mehr Effizienz sucht, wird beim Wild Enduro Rear der Racing Line fündig.
DH16
Der DH16 ist für harte bis gemischte Untergründe konzipiert und hätte daher auch den Namen „DH MH” tragen können. Mit den subjektiv besten Dämpfungseigenschaften im Test hat der Michelin DH 16 Racing Line uns mit seiner Magi-X-Gummimischung beeindruckt.
Erfahrungen und Meinungen
Daraus wurde eine Hass-Liebe. Ich hasse die Uphills mit den schweren Michelin Reifen.
Schon auf dem Papier sah es nicht schlecht aus. Neues Profil, verbesserter Rollwiderstand und natürlich viel leichter. Rollt gut und spart, laut Michelin, satte 10watt. Aber es ist und bleibt ein Enduro Reifen und eben kein Cross Country oder Trailreifen.
Gerade der Michelin Wild Enduro MS in der Front fühlt sich sehr vertraut und komfortabel an, wenn man den „alten“ kennt. Dank der stabilen Karkasse kann man den Wild Enduro MS in der Front mit recht wenig Druck gefahren werden ohne dass man sich um seine Felge sorgen machen muss.
Fazit zum Michelin Wild AM2
Der Trail-Reifen empfiehlt sich für alle, die ihr Enduro Trail-tauglicher machen wollen. Auf ruppigen Enduro- oder Downhill-Strecken ist der Reifen zu pannenanfällig.
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