Das PVY Libon ist ein faltbares E-Bike, das mit einem Gewicht von 16 Kilogramm recht leicht und wartungsarm konzipiert ist. Mit einem zweiten Akku soll es sogar eine Reichweite von 260 km erreichen. Eigentlich perfekt für Pendler und alle, die ihr E-Bike auch auf längeren Strecken immer dabei haben möchten.
Design und Ausstattung
Das Design ist eher funktional und der Schriftzug „Libon PVY“ dominiert das stabile, eckig wirkende Oberrohr, welches den Klappmechanismus enthält. Insgesamt wirken die wichtigsten Teile des Faltrads stabil: der Rahmen, die Faltscharniere sowie die Tretkurbel und Pedale. Auffällig ist zudem, dass das E-Bike zwar sehr ordentlich ausgestattet ist, jedoch keine Markenkomponenten verbaut hat.
Der Nabenmotor ist von Xiongda, leistet 250 Watt bei 50 Nm Drehmoment und ist per Tretkraftsensor anzusteuern. Dann soll das E-Bike statt 25 km/h maximal 32 km/h fahren können. Ob das E-Klapprad für die EU allerdings wirklich bei 250 W Nennleistung abgeriegelt ist, lässt sich schwer beurteilen.
Auffällig sind auch der Karbonriemen von Talengo und die edlen Pedale aus Aluminium, die nicht klappbar sind. Außerdem könnte laut Datenblatt ein weiterer Akku im Rahmen verbaut werden, der ebenfalls 360 Wh liefern soll. Das wären insgesamt großzügige 720 Wh für ein kleines Faltrad und PVY spekuliert mit bis zu 260 km möglicher Reichweite. Das Libon ist daher in zwei Varianten erhältlich.
Akku und Display
Der Lithium-Akku in der Sattelstütze hat 36 V und 10 Ah und liefert damit 360 Wh Strom. Auffällig ist noch das Farbdisplay, das sehr kontrastreich ist und an dem sich auch die Bedienknöpfe zur Wahl der Unterstützungsstufe sowie zum Ein- und Ausschalten befinden.
Links daneben ist noch eine weitere Knopfreihe angebracht. Mit ihr lässt sich die Beleuchtung aus Front- und Rücklicht bedienen. Ferner lässt sich mit dem zweiten Knopf die elektrische Hupe auslösen. Sehr überrascht bin ich über den versteckten USB-C-Anschluss unterhalb des Displays, der mir bisher nicht aufgefallen war.
Fahrverhalten und Komfort
Ich bin 185 cm groß und sitze sehr gut auf dem E-Faltrad. Sogar mein 7-jähriger Sohn, den ich testweise in der niedrigsten Position auf den Sattel setze, kommt mit seinen Armen gut an die Lenkergriffe. Es ist erstaunlich, wie flexibel die Höhenverstellung des PVY Libon ist.
Zum Einschalten müssen zuerst der Akku und danach das Display eingeschaltet werden. Der Antrieb befindet sich dann standardmäßig in keiner Unterstützungsstufe. Ich muss also erst eine der drei Stufen wählen, um mittels Motorsupport anzufahren. Mit der Lösung im Libon bin ich ebenfalls rundum zufrieden. Auch an Steigungen wirkt er auf mich sportlich und kräftig.
Übersetzung und Federung
Was mir an diesem Singlespeed-E-Bike weniger gefällt, ist die gewählte Übersetzung. Ich fahre auf ebener Strecke gerne schneller als 25 km/h, also über die Motorunterstützung hinaus. Allerdings muss ich dafür sehr schnell strampeln. Ab 22 km/h habe ich bereits das Gefühl, dass ich lieber weniger Pedalumdrehungen, also eine niedrigere Trittfrequenz hätte.
Das gewählte Übersetzungsverhältnis spielt mir dabei am Berg wiederum in die Karten. Kein Fan bin ich von der gewählten Federgabel. Sie ist für mein Gewicht von 77 kg deutlich zu weich. Zudem lässt sich die Stärke der Federung weder einstellen noch abschalten. Für meinen Geschmack hätte beim Libon eine Starrgabel völlig ausgereicht.
Bremsen und Handling
Positiv überrascht bin ich dagegen von den hydraulischen Scheibenbremsen. Welcher Hersteller wohl dahinter steckt? Jedenfalls verzögern sie präzise, quietschen nicht und lassen sich über die Bremshebel sicher und schnell bedienen.
Der Lenker lässt sich sehr leicht per Faltmechanismus nach unten klappen. Einfach zu öffnen, jedoch etwas schwerfällig beim Klappen ist dafür das Scharnier im Rahmen. Das sollte aber mit der Zeit leichter von der Hand gehen.
Wie angekündigt sollen magnetische Platten die Räder zusammenhalten. Das funktioniert auch recht gut, allerdings fluchten sie nicht vollständig übereinander, wodurch der Magneteffekt etwas schwächer ist. Allerdings nur in eine Richtung, denn beim Rückwärtsschieben bewegt der Riemen die Pedale mit, die dann den Boden berühren und dort schleifen. Ich freue mich, dass dieses E-Bike überhaupt im gefalteten Zustand rollbar ist.
Smarte Funktionen und App
Aus zwei Gründen erwarte ich zunächst wenig von der angekündigten smarten App und der sogenannten doppelten Diebstahlsicherung per Akkuschloss und GPS. Die Vermutung wird leider bestätigt. Der FindMyTag ist jedoch nicht dabei. PVY sendet ihn mir freundlicherweise schnell separat zu. Er ist mit iPhone und Android kompatibel und die Installation über die entsprechende App geht sehr einfach.
Die eigentliche Smartphone-App heißt BikeGo und lässt sich im App-Store kostenlos laden. Sie verbindet sich per Bluetooth mit dem Display des E-Bikes. Dazu navigiere ich durch Drücken der Plus- und Minus-Taste zum Menü. Die Geräte sind nun verbunden.
Ich kann das Licht über die App einschalten, den Kilometerstand betrachten und noch ein paar andere Dinge lassen sich ausprobieren. Von der Menüführung am Display bin ich jedoch überzeugt. Vieles lässt sich hier einstellen und umstellen, einschließlich der anfänglichen Start-Unterstützungsstufe nach dem Einschalten des PVY Libon. Ich sehe jedoch auch, dass sich die maximale Geschwindigkeit auf über 25 km/h ändern lässt, was in Deutschland verboten ist.
Fazit
Im PVY Libon Test überzeugt das E-Faltrad vor allem durch den kräftigen und gut abgestimmten Hinterradantrieb mit Tretkraftsensor und 50 Nm Drehmoment. Auch aufgrund des Karbonriemens, des soliden Faltmechanismus, der hydraulischen Scheibenbremsen und des kontrastreichen Displays mit vielen Funktionen kann das E-Klapprad punkten. Die Smartphone-Anbindung und die Finde-Funktion sind nette Gimmicks, aber zum Testzeitpunkt wenig funktional.
Aber auch ohne sie, ist das PVY Libon ein solides und relativ leichtes E-Faltrad für Pendler, Wohnmobilbesitzer und Menschen, die ihr E-Bike immer dabei haben wollen. Einzigartig ist das PVY Libon durch den optionalen zweiten Rahmen-Akku.
Vergleichen lässt sich das PVY Libon beispielsweise mit dem ADO Air 20 Pro (Test), das ähnlich viel wiegt, den identischen Sattelstützen-Akku und auch das gleiche Display verbaut hat. Allerdings ist es mit einem Markenmotor von Mivice ausgestattet.
Das PVY Libon in grau oder silber kostet aktuell im PVY Onlineshop mit einem Akku 1.299 Euro und 1.499 Euro mit zwei Akkus. Im Preis inbegriffen sind bereits etwaige Zollgebühren.
Das PVY Libon ist besonders geeignet für:
- Pendler
- Wohnmobilbesitzer
- Personen, die ihr E-Bike immer dabeihaben möchten
Alternativen
Weitere getestete E-Bike Klappräder und ihre Gewichte:
- BTWIN E-Fold 900 1 Second: 18,9 kg
- Fiido X: 19,8 kg
- Zündapp Z101: 21 kg
- MYVELO Zürich: 22 kg
- NCM Paris Plus: 23 kg
- MYVELO Berlin: 24 kg
- Vakole VT4: 25,4 kg
- myvelo Rio & Palma: 26 kg
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