Mit dem Fahrrad reisen: Tipps für unvergessliche Touren

Willst du eine Fahrradtour planen, solltest du Verschiedenes beachten, damit der Ausflug ein Erfolg wird. Als begeisterte Radreisende möchte ich mit euch die unendlichen Möglichkeiten teilen, die das Erkunden der Welt auf zwei Rädern bietet. Unterwegs habe ich viel gelernt - einiges hätte ich gerne vorher gewusst. Daher teile ich hier mit Euch meine besten Tipps und Erfahrungen. Sage Euch, was alles schiefgehen kann - und wie man die Situation rettet. Mache Euch sattelfest.

Der erste Schritt: Das richtige Fahrrad und die passende Route

Der erste Schritt zu gelungenen Radabenteuern ist die Wahl des richtigen Fahrrads. Das kann ein gemütliches Tourenrad oder ein flinkes Rennrad sein, ein Faltrad oder auch ein E-Bike - jedes Rad hat seinen eigenen Charme. Es muss zu Euch passen und zu der Tour, die Ihr aussucht. Macht Euch Eure individuellen Bedürfnisse und Ziele klar.

Wichtig ist: Die Rahmenhöhe (und das ist nicht die Reifengröße!) muss zur Beinlänge passen. Den Sattel hoch genug einstellen - das Rad muss beim Fahren passen, nicht beim Stehen. Ein bequemer Sattel und ergonomische Griffe am Lenker sind mir auch wichtig. Es gibt ja nicht so viele Punkte, an denen der Körper das Rad berührt - 5, um genau zu sein - und die sollten gut abgestimmt sein.

Die Welt ist ein Spielplatz und das Fahrrad euer Ticket zu unzähligen Abenteuern. Doch wie findet Ihr die perfekte Route? Da kann ich helfen. Eine gute Quelle für schöne Routen und Radregionen ist der ADFC, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub.

Beispiele für schöne Radtouren

  • Der Kattegattleden in Schweden: Diese Route führt immer an der Küste entlang, von Helsingborg nach Göteborg.
  • Der Fontaneradweg in Brandenburg: Kennt Ihr das Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor Fontane? Da wollte ich hin: Nach Ribbeck im Havelland. So radelte ich durch die schöne märkische Landschaft - ein weites Feld - entlang des Fontaneradwegs. Ein vielschichtiger Ausflug durch malerische Natur und beeindruckende Städte, stets begleitet von Literatur und Geschichte.
  • Der Nordseeküstenradweg in Niedersachsen: Ein Kontrastprogramm aus Staunen über die herbe Natur und Begegnungen mit herzlichen Menschen. Mal vor, mal hinter dem Deich bin ich geradelt - etwa 300 Kilometer von Emden bis Cuxhaven. Von West nach Ost, um den Wind möglichst im Rücken zu haben.

Planung ist das A und O

Wir geben dir in diesem Artikel Tipps, wie du eine längere Fahrradtour inklusive Übernachtungen planen kannst. Wichtige Fragen beim Planen einer Fahrradtour: Wohin, wie lange und wie weit? Plane vor der Fahrradtour einen Fahrradcheck ein. So stellst du sicher, dass dein Rad auch verkehrstauglich ist. Funktionieren deine Bremsen? Untersuche auch Lenker, Sattel und Gepäckträger auf Schäden. Ist deine Kette ausreichend geölt? Willst du eine Fahrradtour planen, solltest du dir im Vorfeld eine schöne Route aussuchen. Fahrradtour fertig geplant? Alles eingepackt? Fahrrad nochmal gecheckt?

Wenn du dir nicht sicher bist, wie gut deine Kondition im Moment ist, solltest du für eine mehrtägige Radtour nicht länger als 350 bis 400 Kilometer einplanen und für den Anfang eine Route wählen, die nicht zu hügelig ist. Für deine ersten Tagesetappen solltest du dir nicht zu viel vornehmen. Starte mit ungefähr sechzig bis siebzig Kilometern pro Tag. Denke bei der Planung der Fahrradtour auch dran, dass am dritten oder vierten Tag oft mehr Erschöpfung einsetzt. Am angenehmsten ist das Fahrradfahren im Frühling und Frühsommer.

Informiere dich auch über Wege und Region, wenn du eine Fahrradtour planst: Führt deine Tour hauptsächlich über asphaltierte Wege? Oder sind auch Feld- und Waldwege dabei? Bedenke beim Planen deiner Fahrradtour, wie du anreisen möchtest. Am ökologischsten ist es, wenn du direkt von deiner Haustür aus losfährst. Wer das nicht möchte, kann mit der Bahn, dem Bus oder dem Auto an den Startpunkt reisen. Falls du dich mit dem Auto auf den Weg machst, solltest du dich vorher erkundigen, ob du es am Startpunkt deiner Tour für mehrere Tage abstellen kannst.

Tagesziele und Etappenlänge

Tagesziele: Plant eure Etappen entsprechend eures Fitnessniveaus und eurer persönlichen Vorlieben. Ich bevorzuge kurze Etappen von 30-50 km pro Tag, denn ich möchte ja auch mal Pause machen, Schilder durchlesen oder gar etwas besichtigen.

Übernachtungsmöglichkeiten: Zelt, Pension oder Hotel?

Lieber Zelten oder in die Pension? Das musst du vor deiner Radtour planen. Vorher buchen oder spontan schauen? Zelt oder Zimmer? Ein Zelt macht dich um einiges unabhängiger, denn auf einem Zeltplatz findet sich meistens noch ein Fleckchen. Aber beachte, dass Wildcampen in Deutschland größtenteils nicht erlaubt ist!

Wer Übernachtungen vorher bucht, ist auf der sicheren Seite, gleichzeitig aber auch fest gebunden - es wird dann schwieriger, die Etappen an aktuelle Bedürfnisse anzupassen. Du kannst nicht eben mal zehn Kilometer mehr oder weniger als geplant fahren. Suchst du dagegen nach einer spontanen Unterkunft, kann es passieren, dass du noch ein Stück weiterfahren musst, wenn schon alle Zimmer belegt sind. An den bekannten und beliebten Radwegen befinden sich in der Regel recht viele Unterkünfte - wie ausgebucht sie sind, ist natürlich saisonabhängig.

Auch Campingplätze werden vom ADFC als Bett+Bike-Unterkünfte ausgezeichnet, ebenso wie Ferienwohnungen und natürlich Hotels, Pensionen und Jugendherbergen.

Das richtige Gepäck: Weniger ist mehr

Zum Planen einer Fahrradtour gehört auch das richtige Gepäck. Das wichtigste Stichwort beim Packen ist wetterfest: Achte darauf, dass deine Packtaschen, deine Schuhe und deine Kleidung regensicher sind. Fürs Fahrradfahren eignet sich bequeme, möglichst leichte Kleidung. Aber denke auch dran, dass es kalt werden kann - packe also am besten nach dem Zwiebelprinzip.

Was in die Reiseapotheke gehört

In deine Reiseapotheke solltest du unbedingt ein Erste-Hilfe-Set packen, sowie auch Mittel gegen Kopfschmerzen, Magenkrämpfe und Durchfall. Ebenfalls mitnehmen solltest du Desinfektionsmittel und eine Zeckenzange.

Vergiss deine Karte oder deinen Radführer nicht. Außerdem ist es sinnvoll, vorab deine Mahlzeiten auf der Fahrradtour zu planen: Ein reichhaltiges, gesundes Frühstück bekommst du in der Regel in der Unterkunft. Für unterwegs solltest du aber immer ein paar Snacks für dabei haben, zum Beispiel Nüsse. Am besten isst du unterwegs eher leichte Sachen. Aber Achtung: Packe nicht zu schwer und achte auf die Gewichtsangabe auf deinem Gepäckträger.

Das Herzstück einer jeden erfolgreichen Radreise: die richtige Ausrüstung. Von Zelt bis Werkzeug, es gibt so viel zu bedenken! Doch erinnert euch: Weniger ist oft mehr. Entscheidet euch für leichtes und funktionales Equipment, um das Gewicht zu minimieren und eure Fahrt angenehmer zu gestalten. Vor allem wenn es bergauf geht, ziehen schwere Taschen doch ziemlich nach hinten. Apropos Taschen: Die sind wichtig. Robust und wasserdicht sollten sie sein. Meine halten schon fast 20 Jahre.

Mögliche Stolpersteine und wie man sie überwindet

Bevor ihr euch in die Weiten auf zwei Rädern stürzt, lasst uns einen Blick auf die möglichen Stolpersteine werfen, die euch auf eurer Tour begegnen könnten:

  • Platter Reifen: Irgendwann erwischt es jede. Ein platter Reifen kann die schönste Fahrt schnell ausbremsen.
  • Mieses Wetter: Es ist ja nicht immer eitel Sonnenschein und Rückenwind. Regen, Sturm oder Hitze können aus eurem Radabenteuer eine echte Herausforderung machen. Gute Regenkleidung hilft.
  • Mechanische Malheure: Kettenrisse, defekte Bremsen oder Schaltprobleme - das Fahrrad hat auch mal schlechte Tage. Ein wenig Improvisationstalent ist hier gefragt.
  • Verirren: Eine falsche Abzweigung kann einen ganz schön aus der Bahn werfen. Gut, dass es heutzutage Navis und Apps gibt, auch wenn die manchmal auch nicht ganz zuverlässig sind.
  • Erschöpfung: Zu viele Kilometer, zu steile Anstiege oder einfach zu wenig Training - irgendwann streiken die Muskeln und die Motivation. Pause gönnen, langsamer machen, Etappenziele anpassen.
  • Fehlende Ausrüstung: Mit dem nötigen Zubehör seid Ihr gut gerüstet. Fehlt etwas Wesentliches, kann das den Komfort deutlich einschränken. Eine Packliste hilft dabei, nichts zu vergessen.
  • Gesundheitsprobleme: Dehydrierung, Sonnenbrand oder Magenprobleme - der Körper macht nicht immer, was man will.
  • Schwieriges Gelände: Unbefestigte Wege oder steile Anstiege können einem ganz schön zusetzen, vor allem, wenn man das nicht eingeplant hat.
  • Diebstahl: Fahrraddiebstahl ist leider keine Seltenheit, besonders wenn man das Rad unbeaufsichtigt stehen lässt. Anschließen!
  • Ungünstige Unterkünfte: Manchmal erweist sich die geplante Übernachtungsmöglichkeit als echter Reinfall. Dann heißt es, improvisieren und das Beste draus machen.

Mit einer Prise Humor, Flexibilität und ein paar klugen Vorbereitungen könnt ihr auch die größten Herausforderungen meistern.

Beliebte Fernradwege in Deutschland (2023)

Im Folgenden listen wir die fünf beliebtesten Fern­radwege in Deutsch­land 2023 auf (Quelle: ADFC-Radreiseanalyse 2024). Aber keine Angst, wenn Sie die Kilo­meter­anzahl sehen!

Radweg Länge Start Ziel
Weser-Radweg 520 km Hanno­versch Münden Cuxhaven
Elbe-Radweg Variabel Tschechisch-polnische Grenze Cuxhaven
Ostseeküsten-Radweg 1140 km (deutscher Teil) Usedom Flensburg
Donau-Radweg 600 km (deutscher Abschnitt) Donau­eschingen Passau
Main-Radweg Variabel Fichtel­gebirge Mainz

Sie sind aus mehreren Gründen besonders beliebt: An den Ufern reihen sich interes­sante Städte und Sehens­würdig­keiten, die Wege sind meist gut beschildert, das Navigieren entlang des Flusses fällt ohnehin leicht. Oft fahren auch Bahn­linien parallel zu den Flüssen, sodass im Notfall oder bei Mist­wetter auch mal eine Etappe mit dem Zug zurück­gelegt werden kann. Außerdem sind - von den Quell­regionen abge­sehen - selten große Höhen­unterschiede zu über­winden.

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