Die Idee, mit dem Moped nach Madrid zu fahren, mag zunächst verrückt erscheinen, doch für einige abenteuerlustige Menschen ist es der perfekte Abschluss einer unbeschwerten Zeit. So tauschte beispielsweise ein Musiker aus Königsbrunn kurzerhand seine Gitarre gegen eine 50cc Maschine und bereitete sich auf alle Strapazen vor. Ein Augsburger, der sein Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, sah in diesem abenteuerlichen Trip den perfekten Abschluss seiner Studentenzeit.
Die Vorbereitung und die Crew
Ein Visualisierungskünstler aus Ingolstadt stimmte dem Trip nur zu, weil er dachte, er würde mit einem Audi Q7 fahren. Der sich derzeit im Masterstudiengang befindende Augsburger dachte, nur weil er die erste Strophe des Madsen-Songs auswendig kann, kommt er sicher in Madrid an.
23 Tage nach dem Start in Augsburg erreichte die Gruppe tatsächlich Madrid. Bis auf ein paar kleine Zwischenfälle haben alle den Trip wohlbehalten überstanden. Die Reise umfasste 2950 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 km/h, was einer reinen Fahrzeit von 85 Stunden entspricht.
Erlebnisse unterwegs
Nachdem die erste Begegnung mit den spanischen Gesetzeshütern erfolgreich überstanden war, hatte sich die Gruppe auf einem Campingplatz in Ibdes eingebucht. Der direkte See Zugang und die von Bob Ross inspirierte Landschaft hatten trotz des Preises überzeugt. Die Zuversicht, eine für Roller befahrbare Straße zu finden, wurde nach einer einstündigen, erfolglosen Suche von der Notlösung Autobahn A2 überrollt.
Die wichtigste Nachricht des Tages war: Die Gruppe hat überlebt! Zunächst versuchte die Sonne, die Reisenden mit 40 Grad im Schatten zu grillen. Auf der Autobahn wurden sie von zwei Polizisten darauf hingewiesen, dass das Befahren einer Autobahn in Spanien mit ihren Fahrzeugen nicht erlaubt sei, da diese leider keine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erreichen. Statt 200 € pro Roller mussten sie „nur“ 200 € für alle sechs bezahlen, Geleitschutz zur Bank inklusive.
Nach diesem Vorfall fuhren sie auf direktem Weg nach Ibdes. Dort angekommen, wurden sie mit einem atemberaubenden Panorama belohnt. Leider war der See auf Höhe des Campingplatzes nicht mehr vorhanden, da dieser ebenfalls der Hitze zum Opfer gefallen war. Nach einer weiteren Durststrecke unter der spanischen Sonne, quer durch die mondkraterartige Wüste, erreichte die Gruppe Zaragoza überraschend pünktlich. Das abendliche Mahl bescherte nicht nur 1,5 Kilo bestes deutsches Rindfleisch, sondern auch einen neuen musikalischen Freund, der zufälligerweise auch jahrelang in Augsburg gelebt hat!
Barcelona und die Herausforderungen
Früh morgens verließen sie Barcelona. Auf der bis dato heißesten Etappe wurde schnell bewusst, dass jenseits von Barcelona die Zivilisation schnell nachlässt und die mondoberflächenähnliche Landschaft keinerlei Schutz vor der Sonne bietet. Sieben Stunden später erreichte die Gruppe Torres de Segre und nach einem gemütlichen Abendessen in der Stadt Lleida wurde beschlossen, dass das nette 1-Sterne Hotel nicht das war, was sie benötigten. Zwei Stunden später errichteten sie schließlich ihr Nachtlager auf einem sandigen Acker, mitten in einer Pfirsichplantage.
In Barcelona angekommen, gab es auch unerfreuliche Erlebnisse. Die Stadt wollte sich zunächst nicht von ihrer besten Seite zeigen, da Matthias zunächst stürzte und ihm anschließend auch noch der Geldbeutel geklaut wurde. Trotzdem verbrachten sie eine unvergessliche Zeit mit überraschendem Frauenbesuch aus der Heimat.
Pannen und Reparaturen
Auf dem Weg zum Abendessen bemerkte Daniel, dass sein Hinterreifen platt war. Mit Fahrradreifen-Pannenspray wurde versucht, den Reifen provisorisch zu flicken. Am nächsten Tag ging es dann in aller Früh los Richtung Perpignan bis zur nächsten Werkstatt, die den kaputten Reifen wechselte. Doch der zweite platte Reifen ließ nicht lange auf sich warten.
Die Strecke durch Frankreich
Von Adge ging es nach La Palme, wo die Gruppe einen langen Sandstrand fand. Die Etappe begann mit bestem Fahrwetter, und so schafften sie die 100 km in rekordverdächtigen drei Stunden. Der Campingplatz direkt am Strand gelegen erwies sich als Geheimtipp. Am Samstag ging es vom Touristenort La Grande Motte in das 100 km entfernte Agde. Der Weg dorthin gestaltete sich als äußerst beschwerlich, da Renate erneut unter die Haube schauen musste, da diese ganze 10 km/h Höchstgeschwindigkeit eingebüßt hatte.
Mittags verließen sie Marseilles und machten sich gen La Grande Motte auf. Bei gefühlten 100 Grad im Schatten glich die Etappe viel mehr einem Saunaaufenthalt als einer gemütlichen Landpartie. In besagtem Touristenstädtchen fanden sie auf keinem der 18 Campingplätze ein kleines Stückchen Land, um ihr Zelt aufzuschlagen, woraufhin sie beschlossen, ohne Zelt direkt am Strand zu übernachten.
Nach einem wilden Ritt durch die Nacht erwachten sie in ihrem schönen Nachtlager, kurz vor Marseille. So war auch der letzte Sprung in die Stadt hinein schnell getan und nach nur 3 stündiger Suche auch eine Unterkunft gefunden. Nachdem sie Tournon früh morgens verlassen hatten, wollte Wolf Dieter Poschmann einen Livebericht für das aktuelle Sportstudio von ihnen machen, was zu einem Umweg über die Kulturroute Richtung Marseilles zwang. So kamen sie ihrem Ziel bei 200 gefahrenen Kilometern sensationelle 100 Kilometer näher.
Weitere Etappen und Herausforderungen
Nach vier Tagen in kleinen Provinzstädten waren alle aufgeregt, mal wieder Großstadtluft zu schnuppern. Das Ziel: Lyon, die Etappe: 150 km, die Reisegeschwindigkeit variierte zwischen 15 und 65 km/h. Neben der Tatsache, dass Claus die ersten Spuren europäischer Indianer gefunden hat, bekamen sie tatsächlich direkt im ersten Hostel ein Zimmer mit einem traumhaften Blick über die ganze Stadt. Nach der Ankunft auf dem Campingplatz in Charchilla stellte das Universum abermals den Plan mit dem Moped nach Madrid zu fahren in Frage! Monsunartige Regenfälle gepaart mit Hagel setzten dem Zelt so zu, dass sie zunächst ins Duschhaus ausweichen mussten. Glücklicherweise durften sie diese Nacht im TV-Raum des Campingplatzes residieren.
Pontarlier, das kleine Herz des französischen Juras. Ein weiterer Tag voller Überraschungen geht zu Ende. Nachdem sie die Schweiz mit der ersten Bergetappe und einem Schnitt von ca. Zudem gab es den ersten Sturz der Tour, bei dem glücklicherweise nur Material zu Schaden kam. Das Hostel der Extraklasse gab ihnen und ihren neu gewonnenen französischen Freunden ausreichend Platz für einen unvergesslichen Abend.
Am Abend erreichten sie den Campingplatz im verschlafenen Biel, da sie erneut kein Hostel mehr aufnehmen wollte! Der Tag begann mit einem Drama, nachdem Matthias mit einem roten tränenden Auge aufwachte. Ein freundlicher Augenarzt in Zürich konnte diese Ängste jedoch glücklichweise zerstreuen, da es sich nur um einen kleinen Schnitt in der Hornhaut handelte, welcher in zwei bis drei Tagen wieder vollständig verheilt sein sollte. Der Weg aus Zürich hinaus gestaltete sich dann leider schwieriger als erwartet, doch nach 1,5 Stunden konnte die Reise in Richtung französischer Grenze schließlich fortgesetzt werden.
Tag 2 neigte sich dem Ende, und sie haben das zweite Etappenziel, Zürich, erreicht. Nach deutlich längerer Fahrzeit als eingeplant, haben sie das Land erreicht, in dem Geld keine Rolle zu spielen scheint.
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