Endlose Küstentouren, Serpentinenstraßen so weit das Auge reicht, traumhaftes Wetter und unvergessliche Eindrücke erwarten Motorradfahrer auf Korsika. Ein passionierter Motorradfahrer findet auf Korsika, einem DER Traumziele für eine Rundreise mit dem eigenen Bike, mit Sicherheit sein Glück. Aber auch wenn es sich wie das Paradies anfühlt, einige Dinge gilt es doch zu beachten.
Vorbereitung und Anreise
Die Anreise nach Korsika führt unweigerlich über Wasser. Hierfür gibt es diverse komfortable Angebote. Abfahrtshäfen auf dem italienischen Festland sind Genua oder Livorno. Der Korsika-Trip könnte aber auch gut mit einem Ausflug nach Sardinien verbunden werden.
Die attraktivsten Häfen mit Verbindungen nach Korsika sind Toulon, Nizza, Savona, Genua und Livorno. Die Fährpreise variieren abhängig von Jahres- und Tageszeit. Frühjahr und Herbst sind die angenehmsten Reisezeiten.
Zur Planung besorgt man sich ein paar Wochen vor der Abreise erst einmal die entsprechenden Fahrpläne von SNCM, Corsica Ferries und MOBY Lines in den Reisebüros oder bestellt sie direkt über die genannten Kontaktadressen. Preisvergleiche zwischen den Gesellschaften lohnen sich unbedingt! Denn Jede definiert die Saisonzeiten individuell.
Im Hafenbüro kauft man sich die entsprechenden Tickets. Im Ernstfall reichen sogar noch 5 Minuten vor der Abfahrt, sofern der Körper den stark erhöhten Adrenalinspiegel aushält. Motorradfahrer brauchen sich nicht in die Autoschlangen einzureihen, da sie sowieso erst ganz am Schluss einfahren dürfen. Zum Einfahren wird man von der Besatzung aufgefordert. Dabei ist darauf zu achten, daß der Schiffsboden meistens sehr ölig und damit gefährlich glatt ist.
Alle Gesellschaften bieten Tages- und Nachtfahrten an. Zum anderen wird dadurch die Anreise wesentlich verkürzt. So kann man tagsüber anreisen, geht abends auf das Schiff und ist am nächsten Morgen bereits auf der Insel. Dort hat man den ganzen Tag vor sich und kann sich einen ersten Eindruck von der Insel machen und in aller Ruhe ein Quartier suchen.
Sinnvoll ist, wenn man sich seine Iso-Matte, Schlafsack und Waschkram mit an Deck nimmt, da während der Fahrt die Fahrzeugdecks aus Sicherheitsgründen verschlossen sind. Wer draußen übernachten will, ist unter den Vordächern auf den hinteren Sonnendecks am besten aufgehoben.
Die Verpflegung bringt man sich am besten selbst mit an Bord, denn die Preise auf dem Schiff sind durchaus als gesalzen zu betrachten.
Fährgesellschaften
- SNCM: Die staatliche französische Gesellschaft ist der Platzhirsch an den französischen Fährhäfen mit einer Vielzahl an Abfahrten. Sie legen ab von Marseille, Nizza und Toulon.
- Corsica Ferries: Sie ist die wohl am häufigsten gewählte Fährlinie nach Korsika. Gestartet wird von Savona (bei Genua) und Livorno an der italienischen Küste.
- Moby Lines: Die Fähren legen ab von Genua, Livorno und von Piombino.
Wichtige Hinweise für die Fahrt auf Korsika
Zuallererst ein voller Tank. Tankstellen sind während der Tour eher die Seltenheit. Schwer einzusehende Kurven können tückisch werden, wenn sich dahinter ein Schlagloch, nasses Laub, Fußgänger oder Tiere auf der Straße befinden. Vorausschauendes Fahren ist hier die Devise. Ein Biker-Pannenset ist ebenso ratsam.
Der Straßenzustand variiert von sehr gepflegt bis sanierungsbedürftig. Besonderes Augenmerk verdienen Weidevieh und vor allem Schweine, die sich gerne auf den Straßen aufhalten. Ein Indiz, das immer zur Vorsicht mahnt, ist frischer Kot auf der Fahrbahn. Hinter der nächsten Kurve trifft man dann häufig auf die Tiere. Aufgrund der extremen Höhenunterschiede gehört trotz vielleicht sommerlicher Temperaturen an den Stränden wärmende Kleidung für die Passstraßen ins Gepäck.
Vor jeder längeren Tour sollte man seine Maschine nochmal durchchecken, um vor Ort keine unliebsamen Überraschungen machen zu müssen. Bremsen, Reifen, Kette und Gepäckträger sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Ich bin jedes Mal wieder aufs Neue überrascht, was korsische Straßen an Gummi und Bremsbelägen fressen.
Neben der Helmpflicht und einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h innerorts und 90 km/h bzw.
Unterkünfte
Auf dem Campingplatz Sole d’oru nördlich von Solen-zara kann man (jahreszeitenabhängig) günstig zelten. Bei Corte, an der Einfahrt ins Restonica-Tal, liegt der wildbachgesäumte Platz Le Restonica. Corte ist zu Fuß erreichbar. Hotels sind über verschiedene Portale buchbar.
Aktivitäten
Besonders im Sommer versprechen nicht nur die Strände, sondern auch Flussbadestellen eine Erfrischung. Viele kann man in den Tälern mit Bach- oder Flussläufen von der Straße aus sehen. Ansonsten ist das Angebot an Aktivitäten neben dem Motorradfahren riesig: Wandern, Canyoning, Klettersteige, MTB, Geocaching oder Wassersport.
Routenempfehlungen
Die Insel ist nur ca. 200 km lang und 90 km breit. Sie hat aber 1000 km Küstenlinie und reichlich Gebirge. Korsika ist höher, grüner und landschaftlich sehr abwechslungsreich. Die Strecken sind gut ausgebaut aber der Belag ist manchmal bescheiden.
Als wirklich schöne fahrbare Straßen auf Korsika ist mir das Cap Corse (im Gegenuhrzeigersinn gefahren), das Ristonica-Tal, das Asco-Tal sowie die Strecken nördlich von Porto sowie von Ajaccio hängen geblieben. Der ganze Bereich um die Mittelgebirge ist gut fahrbar, teils auf kleinsten (GS)-Sträßchen.
Für die Fahrer von Reisedampfern der Goldwing-Klasse bietet sich immer die in Teilen Autobahnähnliche und neuere SS125 „var“ an, die anderen könnten z.B. die „ex“-Variante nehmen.
MOTORRAD-Tourentipp Korsika :Tourentipp Korsika ist ein Paradies für Motorradfahrer, mit genialen Strecken und vielfältiger Natur. Die viertägige Tour umfasst 740 km und viel Sightseeing. Wir haben alles Wichtige für diese Reise inkl. GPX-Daten zusammengefasst und hier aufbereitet.
Strecke: 740 km / Tourdauer: 4 Tage mit viel Sightseeing
Tag 1: Bastia - Saint Florent, Umrundung Cap Corse (ca. 180 km)
Tag 2: Saint Florent - Porto Ota (ca. 288 km)
Tag 3: Porto Ota - Porticcio (ca. 218 km)
Tag 4: Porticcio - Bonifacio (ca. 189 km)
Tag 5: Bonifacio - Zicavo (ca. 308 km)
Tag 6: Zicavo - Rapale (30 min. to Bastia) (ca. ??? km)
Erfahrungen und Tipps aus dem Forum
Korsika ist wunderschön. Soviel unberührte Natur, einfach paradiesisch. Die Menschen, die wir getroffen haben, waren alle ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Der Straßenbelag ist im Allgemeinen von herausragender Qualität, ungemein griffig und Schlaglöcher sind sehr selten (wichtig für Biker).
Französisch-Kenntnisse sind wirklich von Vorteil. Gefühlt bin ich noch nirgends in Europa so im Abseits gestanden mit Englisch/Deutsch wie hier. Ja, Korsika ist teuer, falls sich das noch nicht herumgesprochen haben sollte. Egal ob Lebensmittel im Supermarkt oder Gastronomie, man kann schon mal 30% auf unsere österreichischen Preise aufschlagen.
Wer auf Korsika Urlaub machen möchte, muß leidensfähig sein, was die An- und Abreise betrifft. Unter'm Strich investiert man schon mal 3 - 4 wertvolle Urlaubstage in die An- und Abreise auf der Autobahn, im Zug, auf der Fähre. Direktflüge gibt es - zumindest ab Wien - keine.
Weitere Hinweise
Auf Korsika gelten grundsätzlich die gleichen Verkehrsbestimmungen wie in Frankreich.
Die beste Empfehlung für Motorradtouren ist die neue Michelin-Karte Nummer "528 Regional Frankreich" im Maßstab 1:200.000 für 8,50 Euro. Darin enthalten sind exakte Straßenbezeichnungen und -kategorien, Aussichtspunkte, Sehenswürdigkeiten und Entfernungen.
Wildcampen ist auf ganz Korsika strengstens verboten. Vor allem in der Hochsaison wird regelmäßig kontrolliert.
Zusammenfassung
Korsika mit dem Motorrad ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Kombination aus atemberaubender Natur, kurvenreichen Straßen und charmanten Dörfern macht die Insel zu einem Paradies für Motorradfahrer. Mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Tipps steht einem gelungenen Urlaub nichts im Wege.
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